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Scania Gelenkregelung Generation 4
Ausgabe 1 de
Gelenkregelung Generation 4
Funktionsbeschreibung und Fehlersuche
1 712 505
118 146
© Scania
CV AB 2000, Sweden

Funktionsbeschreibung Änderungen
gegenüber Generation 3 3
Allgemeines 3
Gelenkregelung Auslegung
5
CAN-Datenbus 6
Hauptfunktion Unterschiedliche
Raddrehzahlen 7
Gelenkdämpfung 7
Schutz des Gelenks bei Rückwärtsfahrt 8
Notlauf 8
Drucküberwachung 8
Winkelsensor 9
Hydraulikdruck 9
Anschlagsensor 9
Steuergerät erneuern 9
Fehlersuche Fehlercodes
auslesen 10
Fehlercodes löschen 10
Fehlercodeliste 11
Elektrisches System Pinbelegung
17
Änderungen gegenüber Generation 3
-
Elektronik geändert
-
Neue Steuerung
-
Neue Fehlercodes
-
CAN-Datenaustausch mit anderen Systemen
-
Ein Proportionalventil zur Dämpfung der Knickbewegung ersetzt vier
Magnetventile
Allgemeines
Gelenkbusse sind mit Heckmotor und Hinterachsantrieb ausgestattet.

Zur Gewährleistung optimaler Fahreigenschaften sind sie mit einer
speziellen Gelenkregelung ausgerüstet. Der maximal zulässige
horizontale Knickwinkel beträgt 54°, der Anschlagsensor erzeugt aber
schon bei 47° ein Warnsignal. Ein mechanisch wirkender Anschlag in
der 54°-Stellung verhindert bei Überschreiten des maximal zulässigen
Einschlagwinkels (z. B. bei Rückwärtsfahrt) ein Auseinanderlaufen
von Drehkranz und Drehschiene.

Funktionsbeschreibung

Die Bauweise des Rahmens läßt im Gelenk einen Knickwinkel in der
Senkrechten von 8° zu. Dieser Winkel hängt jedoch von der Ausführung
des Aufbaus ab und kann kleiner sein. Beim Anheben oder Rangieren
vorsichtig vorgehen, um diesen Winkel nicht zu überschreiten.

Die Bauweise des Rahmens läßt im Gelenk einen Verdrehwinkel von 3°
zu. Dieser Winkel hängt jedoch von der Ausführung des Aufbaus ab und
kann kleiner sein.

Die Gelenkfunktion erzeugt einen positiven Knickdruck im Fahrgestell,
wodurch ein Schwerpunkt des hinteren Fahrgestells vor der
Hinterachse erreicht wird.
Auslegung

-
Kombiinstrument usw.
-
Zentral-Elektrikeinheit vorn
-
Steuergerät für Bremse
-
Zentral-Elektrikeinheit hinten
-
Steuergerät für Gelenkregelung
-
Steuergerät für Motor
-
Hydraulikdruckwächter (< 4 bar)
-
Einfüll- und Prüföffnung
-
Proportionalventil für Knickdämpfung
-
Einfüll- und Prüföffnung
-
Hydraulikdruckwächter (> 50 bar), wird bei Scania nicht
verwendet.
-
Winkelsensor (Potentiometer)
-
Anschlagsensor

Die Gelenkregelung umfaßt ein Steuergerät, eine Hydraulikeinheit,
verschiedene Sensoren sowie Steuergeräte für Bremse
(ABS/TC) und Motor (EDC). Der Anschlagsensor ist induktiv, der
Winkelsensor enthält ein Potentiometer.
Aufgabe der Hydraulikeinheit ist es, die Horizontalbewegung des
Gelenks abzubremsen. Der Ölstrom im geschlossenen Hydrauliksystem
wird vom Steuergerät der Gelenkregelung über ein Proportionalventil
begrenzt.
Die Signale werden zwischen den Steuergeräten über einen
CAN-Datenbus übertragen. Das Motor-Steuergerät (EDC) signalisiert
dem Steuergerät der Gelenkregelung die aktuelle eingespritzte
Kraftstoffmenge. Das Brems-Steuergerät (ABS/TC) signalisiert dem
Steuergerät der Gelenkregelung die Raddrehzahlen.
Das Steuergerät der Gelenkregelung sendet Signale zur
Motordrosselung an das Motor- Steuergerät. Das Brems-Steuergerät
sendet ebenfalls Signale zur Motordrosselung an das
Motor-Steuergerät. Die Regelung wird von dem Signal bestimmt, das
die stärkere Drosselung anfordert.
CAN-Datenbus
Die CAN-Kabel ermöglichen die Kommunikation der verschiedenen
Steuergeräte. Die in den CAN-Kabeln übertragenen Signale können
nicht mit einem Multimeter geprüft werden. Allerdings ist eine
Messung aller an den Steuergeräten angeschlossenen Verbraucher
möglich.
Die über die CAN-Kabel übertragenen Informationen werden als
Botschaften bezeichnet. Die Kabel übertragen verschiedene Botschaften zwischen
den verschiedenen Steuergeräten zu verschiedenen Zeiten.
Die Informationen, die die Steuergeräte in Form von Spannungsgrößen
senden und empfangen werden als Signale bezeichnet.
Jedes Bauteil verfügt über einen eigenen Anschluß an das
Steuergerät.
Unterschiedliche Raddrehzahlen
Wenn ein Hinterrad oder beide Hinterräder durchdrehen, wird die
Fahrsicherheit beeinträchtigt, da der Bus an Seitenstabilität
verliert und ohne Bemerken des Fahrers seitlich ausbrechen kann.
Dies kann sowohl bei geringer Geschwindigkeit, z. B. beim Anfahren,
als auch bei höheren Geschwindigkeiten, z. B. beim Durchfahren eines
Kreisverkehrs, der Fall sein.
Weitere Gefahrensituationen können entstehen, wenn der Fahrer das
Fahrpedal durchtritt, während der Hinterwagen eine Kurve durchläuft.
Bei rutschiger Fahrbahn kann die mittlere Achse zur Seite gedrückt
werden, und der Bus knickt am Gelenk ein.
Bei durchdrehenden Rädern ist die Raddrehzahl im Verhältnis zur
Fahrzeuggeschwindigkeit zu hoch; bei einem Einknicken des Busses am
Gelenk ist die Raddrehzahl an der mittleren Achse hingegen zu
niedrig. In beiden Fällen greifen Motorregelung und Gelenkdämpfung
korrigierend ein.

Schleudern – Busheck bricht seitwärts aus

Einknicken – Busmitte bricht seitwärts aus
Gelenkdämpfung
Die Dämpfung des Gelenks wird durch die Drosselung des Ölstroms im
geschlossenen Hydrauliksystem durch ein Proportionalventil erreicht.
Die Dämpfung vergrößert die Richtungsstabilität bei hohen
Geschwindigkeiten und verhindert ein Einknicken bei rutschiger
Fahrbahn. Unter normalen Fahrbedingungen wird die Gelenkbewegung
beim Einfahren in eine Kurve gedämpft, jedoch nicht bei Rückkehr zur
Geradeausfahrt.
Schutz des Gelenks bei Rückwärtsfahrt
Wenn bei Rückwärtsfahrt ein Knickwinkel von 47° überschritten wird,
leuchtet die Warnleuchte auf und der Warnsummer ertönt ((a) in
einer Linkskurve und b) in
einer Rechtskurve, wie gezeigt). Zum Schutz des Gelenks wird eine
weitere Rückwärtsfahrt verhindert durch die Betätigung der
Haltestellenbremse, ein automatisches Absenken der Motordrehzahl auf
Leerlaufniveau und eine harte Dämpfungseinstellung des Gelenks. Soll
trotz aktivierter Rückfahrsperre die Rückwärtsfahrt fortgesetzt
werden, wird der Schalter zur Abschaltung der Rückfahrsperre
betätigt.
Wird der Abschalt-Schalter gedrückt, liegt kein
Rückwärtsfahrt-Signal mehr vor oder verringert sich der
Einschlagwinkel auf unter 47°, werden keine Warnsignale mehr
ausgegeben. Wird der Schalter zur Abschaltung der Rückfahrsperre
beim Erreichen der Anschlagposition gedrückt gehalten, dann muß er
losgelassen und erneut betätigt werden, bevor die Rückwärtsfahrt
fortgesetzt werden kann.
Drucküberwachung
Bei zu niedrigem Druck im Hydrauliksystem (< 4 bar) ist nur eine
verminderte Dämpfungswirkung gegeben. In diesem Fall werden die
Gelenkregelungs-Warnleuchte eingeschaltet und die
Fahrgeschwindigkeit auf höchstens 50 km/h begrenzt.


Schalter zur Abschaltung der Rückfahrsperre. Die Warnleuchte trägt
das gleiche Symbol.
Notlauf
Ein Fehler in der Gelenkregelung kann die normalen Fahreigenschaften
des Busses beeinträchtigen. Dies gilt besonders bei rutschiger
Fahrbahn. Wird ein Fehler erkannt, leuchtet die
Gelenkregelungs-Warnleuchte auf, und die Einspritzmenge wird
begrenzt. Es ist jedoch weiterhin möglich, die Fahrt mit
verringerter Geschwindigkeit sicher fortzusetzen. Zusätzlich wird
das Proportionalventil geöffnet und der Fehlercode gespeichert.
Die meisten Fehlercodes sind selbstkorrigierend, d. h., wenn der
Fehler nicht mehr auftritt, werden alle Funktionen in den
Normalzustand zurückversetzt, und der Fehlercode wird gespeichert.
Winkelsensor

Ungefähre Werte für die Winkelsensor- Spannung
Hydraulikdruck
Der Druck muß bei 20 ± 5° C zwischen 7,0 und 7,5 bar betragen.
Lenkan- schlag links
Geradeaus- stellung
Lenkan- schlag rechts
Anschlagsensor

4 V 2,5 V 1 V

Mit einem Multimeter die Spannung am Steuergerät messen zwischen Pin
8 und Pin 26. Geeignete Meßpunkte befinden sich zwischen C885/F1 und
C885/F2 in der Zentral- Elektrikeinheit hinter dem Knickgelenk.
Winkelsensor erneuern
-
Räder geradeaus stellen.
-
Winkelsensor mit Scania Diagnos (1) zentrieren oder Spannung mit
Multimeter
(2) messen:
-
Fenster "Winkelsensor kalibrieren" aufrufen.
-
In der Geradeausstellung muß die Spannung 2,5 V ± 0,1 V
betragen.
-
Länge der Verbindung so einstellen, daß der Winkelsensor seine
Mittelstellung erreicht.
-
Winkelsensor mit Scania Diagnos kalibrieren (dies ist auch während
der Fahrt möglich, dauert aber länger).
Der Abstand zwischen Sensor und Endplatten
muß 2 ± 1 mm betragen.
Steuergerät erneuern
Das neue Steuergerät lernt die Geradeausstellung sowie die
Endstellungen automatisch während des Fahrbetriebs. Bei einer
Erneuerung sind deshalb keine besonderen Maßnahmen erforderlich.
Allerdings kann der Lernvorgang wie folgt beschleunigt werden:
-
Geradeausstellung mit Scania Diagnos kalibrieren.
-
Nach links und rechts bis zum Anschlag rückwärtsfahren.

Fehlercodes werden mit Scania Diagnos oder der Diagnoseleuchte in der
Instrumententafel ausgelesen.
Fehlercodes auslesen
Fahrstrom einschalten (15 Versorgung).
103 923
Diagnoseschalter mindestens zwei Sekunden drücken.

Die langen Blinksignale zeigen die Zehnerstellen an, die kurzen die
Einerstellen. Die Abbildung zeigt ein Beispiel: Fehlercode 21 wird wie
folgt ausgegeben: Lang – lang – kurz. Falls keine Fehlercodes vorliegen,
leuchtet die Leuchte vier Sekunden lang auf.
Durch Drücken des Diagnoseschalters wird der nächste Fehlercode
angezeigt.
Fehlercodes löschen
Fehlercodes werden wie folgt komplett gelöscht:
-
Fahrstrom (15 Versorgung) ausschalten.
-
Diagnoseschalter drücken und festhalten.
-
Bei gedrücktem Diagnoseschalter Fahrstrom (15 Versorgung)
einschalten.
Fehlercode 11
Fehler
Keine Kommunikation mit Brems-Steuergerät.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn keine Kommunikation zwischen
Brems-Steuergerät und dem Steuergerät der Gelenkregelung vorhanden ist.
Bemerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf. Die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Stecker und Verkabelung prüfen.
Prüfen, ob Fehlercodes im Brems-Steuergerät vorliegen.
Fehlercode 12
Fehler
Die Botschaft vom Brems-Steuergerät signalisiert eine nicht korrekte
Raddrehzahl.
Ursache
Die Information vom Brems-Steuergerät signalisiert eine nicht korrekte
Raddrehzahl. Der Fehlercode wird nach 5 Sekunden ausgegeben.
Bemerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf. Die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Prüfen, ob Fehlercodes im Brems-Steuergerät vorliegen.
Fehlercode 13
Fehler
Keine Kommunikation mit Motor-Steuergerät.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn keine Kommunikation zwischen
Motor-Steuergerät und dem Steuergerät der Gelenkregelung vorhanden ist.
Bemerkungen
Die Warnleuchte leuchtet. Wenn der Fehler nicht mehr auftritt, kehrt das
Steuergerät nicht zur normalen Funktion zurück.
Maßnahme
Stecker und Verkabelung prüfen. Prüfen, ob Fehlercodes im
Motor-Steuergerät vorliegen.
Fehlercode 14
Fehler
Die Anforderung des Steuergeräts zur Drosselung der Motorleistung wurde
nicht bestätigt.
Ursache
Das Steuergerät für die Gelenkregelung verringert beim ersten Anfahren
nach dem Motorstart kurzfristig die Motorleistung. Falls der Motor nicht
korrekt reagiert, wird ein Fehlercode erzeugt. Die wahrscheinlichste
Ursache ist, daß kein Signal für eine Leerlaufanforderung von Pin 17 des
Steuergeräts für die Gelenkregelung übertragen wurde.
Bemerkungen
Die Warnleuchte leuchtet. Wenn der Fehler nicht mehr auftritt, kehrt das
Steuergerät nicht zur normalen Funktion zurück.
Maßnahme
Prüfen, ob Fehlercodes im Motor-Steuergerät vorliegen.
Fehlercode 15
Fehler
Unzulässige Signale vom Winkelsensor.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn die Potentiometer-Spannung am Pin 8
außerhalb des Sollbereichs liegt.
Bemerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Stecker, Verkabelung und Winkelsensor prüfen.
Fehlercode 16
Fehler
Unzulässige Signalkombination zwischen Winkelsensor und Anschlagsensor
oder zwischen Winkelsensor und Geradeausstellung (eine hohe
Geschwindigkeit, ca.
40-50 km/h, setzt eine Geradeausstellung voraus).
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn länger als 5 Sekunden unzulässige
Signalkombinationen vorliegen (Winkelsensor Pin 8 und Anschlagsensor Pin
51).
Bemerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Stecker, Verkabelung und Winkelsensor prüfen.
Fehlercode 17
Fehler
Das Steuergerät empfängt ein nicht plausibles Signal vom Anschlagsensor.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn länger als 30 Sekunden bei einer
Geschwindigkeit von über 25 km/h ein Signal vom Anschlagsensor (Pin 51)
erzeugt wird.
Bemerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Stecker, Verkabelung und Anschlagsensor prüfen.
Fehlercode 18
Fehler
Kein Signal von der Hydraulik.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn kein Signal vom Hydraulikdruckwächter
(Pin 33) empfangen wird.
Bemerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Prüfen, ob der Systemdruck mindestens 4 bar beträgt. Stecker,
Verkabelung und Druckwächter prüfen.
Fehlercode 21
Fehler
Das Proportionalventil ist falsch angeschlossen oder kurzgeschlossen.
Ursache
Der Fehlercode wird durch einen Fehler im Stromkreis zwischen Pin 2 und
38 erzeugt. Der Fehlercode kann die folgenden Ursachen haben:
-
Das Proportionalventil erhält keinen Masseschluß durch das
Steuergerät.
-
Der Stromkreis ist kurzgeschlossen nach 24 V oder Masse.
-
Der Stromkreis ist im Kabelstrang unterbrochen.
Bemerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Stecker, Verkabelung und Proportionalventil prüfen.
Fehlercode 24
Fehler
Das Steuergerät empfängt ein nicht plausibles Signal für einen
eingelegten Rückwärtsgang vom Wählhebelschalter.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn länger als 30 Sekunden bei einer
Geschwindigkeit von über 25 km/h ein Rückfahrsignal (Pin 31) erzeugt
wird.
Bemerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Kabel von Pin 31 abziehen und mit Multimeter prüfen. Stecker,
Verkabelung und Wählhebelschalter und Rückfahrsignal-Relais prüfen.
Fehlercode 25
Fehler
Interner Fehler im Steuergerät.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn das Steuergerät die Kalibrierung nicht
mehr speichern kann.
Bemerkungen
Im Falle eines Fehlers schaltet das Steuergerät auf voreingestellte
Standardwerte zurück.
Maßnahme
Fehlercodespeicher löschen und prüfen, ob der Fehlercode wieder erzeugt
wird.
Bei wiederholtem Auftreten des Fehlers das Steuergerät erneuern.
Fehlercode 26
Fehler
Nicht korrekter Masseschluß des Proportionalventils.
Ursache
Das Proportionalventil (Pin 38) erhält einen Masseschluß außerhalb des
Steuergeräts (im Kabelstrang). Der Fehlercode wird nach 5 Sekunden
ausgegeben.
Bemerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Verkabelung prüfen.
Pinbelegung
Das Steuergerät ist mit einem 55-Pin-Anschluß ausgestattet.

Pin Funktion

-
Masseschluß des Steuergeräts

-
Ausgangssignal zum Proportionalventil

8 Eingangssignal vom Winkelsensor

13 Hydraulikdruckwächter (> 50 bar) –, wird bei Scania nicht verwendet.

15 Diagnos, L-Kabel

17 Ausgangssignal +24 V – Leerlaufanforderung

-
Versorgungsspannung +24 V zum Steuergerät

-
Masseschluß des Steuergeräts

26 Masseanschluß des Winkelsensors

-
Masse-Ausgangssignal für die Aktivierung der Diagnose- und
Warnleuchte.

-
Eingangssignal +24 V für eingelegten Rückwärtsgang

-
Eingangssignal (Massepin) zur Abschaltung der Rückfahrsperre.

-
Eingangssignal vom Hydraulikdruckwächter (< 4 bar)

-
Versorgungsspannung +24 V zum Steuergerät

-
Masseanschluß des Proportionalventils

-
CAN-Datenbus, L-Kabel

-
CAN-Datenbus, H-Kabel

44 Spannungsversorgung zum Winkelsensor

-
Diagnos, K-Kabel

-
Eingangssignal (Massepin) vom Diagnoseschalter

-
Eingangssignal vom Anschlagsensor

-
Ausgangssignal zur Aktivierung der Haltestellenbremse


55 Ausgangssignal zur Aktivierung des Warnsummers Die anderen Pins des
Steuergeräts sind nicht belegt.



Ausgabe 1 de

Richten von Fahrge- stellrahmen



! WARNUNG!
Diese Beschreibung gilt nur für SCANIA Fahrgestellrahmen.
1 586 246
Scania
CV AB 1995-10
Einleitung Fehlerursachen
3
Verformungen 4
Aufbauten 7
Dauerfestigkeit 8
Ausrüstung 11
Erwärmen 13
Vermessung 19
Seitliche Verbiegungen 22
Senkrechte Verbiegungen 24
Verdrehter Rahmen 28
Pfeilhöhe der Federn 30
Diagonalverschiebung 31
Punktverformungen 31
Seitliche Neigung 31
Richten Vorbereitungen
für das Richten 33
Zwischenlagen 33
Rahmenhaken 34
Richtbrücke 35
Hydraulische Vertikalpresse 38
Hydraulikpumpen 39
Anbringung der Richtkraft 40
Richten unterschiedlicher Schadenstypen 42
Maßnahmen nach dem Richten 50

Fehlerursachen
Alle Träger und Konstruktionen, die in irgendei- ner Weise unter
Belastung stehen, verändern ihre Form. Wenn die Belastung nicht zu groß
ist, wird die ursprüngliche Form nach der Belastung wie- der
eingenommen. Man spricht von elastischer Verformung. Wenn die Belastung
die Streck- grenze des Materials überschreitet, verändert das Teil seine
Form (plastische Verformung).
Auch wenn das Fahrzeug stillsteht und nicht be- laden ist, wirken Kräfte
auf den Fahrgestellrah- men ein, die durch das Gewicht des Fahrerhauses
und des Aufbaus verursacht werden. Diese Kräf- te bewirken eine
elastische Durchbiegung der Rahmenträger und ein Verwinden des Rahmens.
Die Fahrgestellrahmen sind sehr widerstandsfä- hig gegen senkrechte
Verbiegung. Auch bei be- ladenem Fahrzeug kommt es daher nur zu einer
geringfügigen Durchbiegung. Der gesamte Fahr- gestellrahmen ist
allerdings verhältnismäßig ver- windungsschwach ausgelegt.

Eine asymmetrische Belastung des Fahrzeugs beispielsweise durch die
Kraftstofftanks des Fahrzeugs oder durch den Aufbau, kann daher den
Eindruck eines verdrehten Rahmens erwek- ken, obwohl dieser fehlerfrei
ist. Auch kann durch unterschiedliche Pfeilhöhen der Federn der Eindruck
entstehen, daß der Rahmen ver- dreht ist.
Spannungen durch einen nicht fachgerecht mon- tierten Aufbau können
ebenfalls den Rahmen be- einflussen.
WICHTIG! Wenn
der Eindruck eines verdrehten Fahrgestellrahmens besteht, untersuchen,
ob der Fehler tatsächlich im Fahrgestellrahmen liegt.
Nicht den Fahrgestellrahmen richten, um andere Fehler zu beseitigen.
Die bestehenden Verformungen, die hier gezeigt werden, können jeweils
getrennt auftreten. Oft hat man es bei einem Schaden jedoch mit Kom-
binationen aus zwei oder mehreren dieser Haupt- typen zu tun.
Seitliche Verbiegung

Seitliche Verbiegung ist die häufigst Verfor- mung. Sie wird
normalerweise durch seitlich ge- richtete Kräfte verursacht. Allerdings
können auch Diagonalkräfte eine seitliche Verbiegung bewirken.
Ein senkrecht verbogener Längsträger ist wahr- scheinlich auch seitlich
verbogen.
Seitliche Verbiegung verursacht in der Regel, daß einige Querträger aus
ihrer rechtwinkligen Lage verschoben werden. Die Befestigungsele- mente
der Querträger werden dabei auf gleicher Weise verformt wie bei
Diagonalverschiebun- gen.
Senkrechte Verbiegung

Eine senkrechte Verbiegung wird in der Regel durch senkrecht gerichtete
Kräfte aber auch durch Torsionskräfte verursacht.
Häufig ist ein senkrecht verbogener Rahmen auch verdreht.
WICHTIG! Wenn
ein Rahmen senkrecht verbo- gen ist, immer kontrollieren, ob er auch
verdreht ist. Wenn dies der Fall ist, müssen die senkrech- ten
Verbiegungen vor der Verdrehung gerichtet werden.
Verdrehter Rahmen

Der Rahmen ist verdreht, wenn die Längsträger gerade aber zueinander
windschief sind. Die Querträger, die am weitesten vom Drehzentrum
entfernt sind, werden am meisten belastet und verformen sich daher
häufig.

Die Querbalken in Nähe des Drehzentrums wer- den Torsionskräften
ausgesetzt. Die Querträger des Fahrgestellrahmens sind wie die
Längsträger aus offenen Profilen hergestellt. Geschlossene Profile
werden z.B. bei Doppelachsquerbalken verwendet. Derartige Profile geben
Torsions- kräften nach, die Verformungen bleiben norma- lerweise nicht
bestehen.
In Aufbauten kann es geschlossene Profile ge- ben. Diese setzen
Torsionskräften einen Wider- stand entgegen und können bei Verdrehen
bleibende Verformungen oder Risse bekommen. Man vergleiche die Hülle
einer Streichholz- schachtel mit der Schachtel selbst.

Diagonalverschiebung
Diagonalverschiebung kann bei Kippfahrzeugen auftreten, die beim
Rückwärtskippen umgekippt sind.
Alle Querträger sind aus ihrer rechtwinkligen Lage verschoben worden und
ihre Befestigungs- elemente sind verformt.
Bei Fahrzeugen mit diagonalsteifem Aufbau und bei Fahrzeugen mit zwei
Hinterachsen ist eine Diagonalverschiebung unwahrscheinlich. Ent-
sprechende Belastungen verursachen hier statt- dessen seitliche
Verbiegung.
Punktverformungen
Punktverformungen können an Stellen auftreten, an denen irgendeine
Vorrichtung an einem Rah- menträger befestigt ist, wenn das
Befestigungs- element unnormalen Beanspruchungen ausgesetzt wird.

Einfluß des Aufbaus bei Verformung und beim Richten
Beim Richten ist es von Vorteil, wenn ein mög- lichst großer Teil des
Aufbaus so lang wie mög- lich auf dem Fahrgestellrahmen verbleiben kann.
Art und Umfang des Schadens sind weitgehend von der Steifheit und der
Befestigung des Auf- baus am Rahmen abhängig.

Zuerst den Rahmen mit Aufbau, beispielsweise Stützrahmen oder
Sattelkupplung, richten. Dann den Aufbau vom Fahrgestellrahmen lösen und
Aufbau und Fahrgestellrahmen getrennt richten.

WICHTIG! Beim
Zusammenbau dürfen Fahrge- stell und Aufbau nicht ”mit Gewalt” zusammen-
gezogen werden, denn hierbei entstehen starke Spannungen, die zu Brüchen
führen können.
Sowohl beim Kalt- als auch beim Warmrichten wird die Dauerfestigkeit des
gerichteten Brei- ches beeinflußt.
Ein stillstehendes Fahrzeug wird unterschiedli- chen Belastungen
ausgesetzt, je nach Aufbautyp und Einsatzgebiet. Beim Fahren kommen
dyna- mische Kräfte hinzu, die ebenfalls den Rahmen belasten.
Die Abbildung zeigt das Biegemoment, dem der Rahmen sowohl bei
statischer als auch bei dyna- mischer Belastung ausgesetzt wird.

A
B
11_0193
C
-
Von statischen Momenten verursachte Kräfte
-
Von dynamischen Momenten verursachte Kräfte
-
Gesamtmoment

Die Abbildungen auf dieser Seite zeigen Bela- stungsdiagramme bei
stillstehendem Fahrzeug und unterschiedlichen Aufbauten.


11_0194
11_0195
11_0196
Die Diagramme zeigen die Stellen an denen man hinsichtlich der
Dauerfestigkeit besonders vor- sichtig vorgehen muß.
Auf dem Markt werden Ausrüstungen unterschiedlicher Fabrikate und Typen
zum Messen und Rich- ten angeboten. In den folgenden Beispielen wird die
Ausrüstung vom Fabrikat ”JOSAM” gezeigt.
Mit dieser Ausrüstung kann man in den meisten Fällen verformte Rahmen
richten, ohne Achsen oder das Fahrerhaus ausbauen zu müssen. In manchen
Fällen muß auch der Aufbau nicht entfernt werden.
Für die hier beschriebenen Arbeiten eignet sich folgende Ausrüstung:
Bezeichnung JOSAMS
Bezeichnung
Scanias Art.Nr. Anzahl
|
Grundausrüstung, 20 Tonnen beinhaltet: |
JO 20-BS A |
587 650 |
|
|
Richtbrücke, 20 Tonnen |
JO 20 AL |
|
3 |
|
Fahrerhausrichtträger für JO 2000 |
JO HR1 |
|
2 |
|
Richtzubehör, Grundaustattung |
JO TB-2 |
|
1 |
|
Hydraulische Vertikalpresse |
SR 74MH-PAIR |
|
2 |
|
Verankerungssatz, 30 Tonnen |
JO TD-30 |
|
1 |
|
Aufhängungstafel, 3 Sektionen |
SR90 |
|
1 |
|
Richtbügelsatz, 10 Tonnen |
SR RBS-11:K |
|
1 |
|
Hydraulikpumpe, pneumatisch |
JO LP80:K |
|
1 |
|
Hydraulikzubehör, 10 Tonnen |
JO HTB-10 |
|
1 |
|
Hydraulikzubehör, 20 Tonnen |
JO HTB-20 |
|
1 |
|
Rahmen-, Achs- und Radvermessungssatz |
AWF 5 D |
|
1 |
|
Komplette 20 Tonnen-Ausrüstung beinhal- tet alles aus 587
650 und darüberhinaus: |
JO 20CS AL |
587 651 |
|
|
Kette mit Haken, 3 m, für 20 Tonnen |
JO KL19-8-3M |
|
1 |
|
Werkzeugsatz zum Rahmenrichten |
JO RS-1 |
|
1 |
|
Zusätzliche Rahmenhaken |
SR 28:K |
|
1 |
|
Nietbügelsatz, 40 Tonnen, komplett |
SR 450 N R |
|
1 |
|
Fernbediente pneumatische Hydraulik- pumpe |
I-PP70:K |
|
1 |
|
Druckluftbohrmaschine, kompletter Satz |
B16-5TK |
|
1 |



! WARNUNG!
Bei der Erwärmung in der Nähe von brennbaren oder hitzeempfindlichen Ma-
terialien äußerst vorsichtig vorgehen.
Leitungen und Behälter für feuergefährli- che oder giftige Flüssigkeiten
und Gase entfernen.
Leitungen und Komponenten des Brems- systems und der Servolenkung schüt-
zen.
Stets einen funktionstüchtigen Feuerlö- scher griffbereit halten.

Eigenschaften des Stahls

Kaltrichten allein führt dazu, daß die bei Entste- hung des Schadens
entstandene Streckung im Material nach dem Richten noch vorhanden ist
und somit Spannungen im Fahrgestellrahmen verursacht. Aus diesem Grund
muß man mit Hil- fe von Wärme das verformte Material schrump- fen und
dadurch den Rahmen so spannungslos wie möglich machen. Ferner wird das
Richten durch Erwärmen erleichtert, da geringere Preß- kräfte
erforderlich sind.

Durch Erwärmen auf 550 C
wird die Streck- grenze des Materials ungefähr auf die Hälfte des Wertes
bei 20 C
gesenkt. Dadurch kommt man beim Richten mit entsprechend kleineren Preß-
kräften aus.

Beim Kaltverformen (sog. Kalthärten) von Stahl wird das Material der
Verformungszone härter als das der Umgebung. Durch Erwärmen der
Verformungszone kann man verhindern, daß der Träger an der falschen
Stelle gerichtet wird.
Der Kohlenstoffgehalt des Materilas ist von ent- scheidender Bedeutung
für die Veränderungen, die beim Erwärmen und Abkühlen im Material
stattfinden. Bei hohem Kohlenstoffgehalt kann das Material hart und
spröde werden, wenn die Abkühlung bei Temperaturen über 600 C
zu schnell erfolgt.

Richten mit Hilfe von Wärme
Der Stahl in Scanias Fahrgestellrahmen hat einen niedrigen
Kohlenstoffgehalt von unter 0,20 % und kann daher ohne Härtungsgefahr
schnell er- wärmt und abgekühlt werden.
Wichtig! Dies
gilt nur, wenn das Material nicht auf allzuhohe Temperaturen erwärmt
wird. Siehe unten.



! WARNUNG!
In Anhängern und Aufbauten können Ma- terialien verwenden werden, die
nicht ge- mäß dieser Beschreibung erwärmt oder gerichtet werden dürfen.

-
Vorzugsweise mit Induktionserhitzer erwär- men. Wenn dieser nicht
verfügbar ist, mit Gasflamme und großer Gasdüse erwärmen, damit das
Material schnell heiß wird.
-
Niemals die Flamme so dicht an das Material halten, daß es örtlich
zu schmelzen beginnt.
-
Nicht auf Temperaturen über 650 C
(der Stahl wird dunkelrot) erwärmen. Über 700 C
besteht die Gefahr von Veränderungen im Stahl, die vermieden werden
müssen. 650 C
ist für Schrumpfeffekte ausreichend.

Schrumpfeffekte beim Erwärmen
Bei örtlicher Erwärmung von Stahl treten Schrumpfeffekte auf, die
man beim Richten aus- nutzen kann.
Das erwärmte Material strebt danach sich auszu- dehnen, während die
kalten umgebenden Partien der Ausdehnung entgegenwirken. Da die
Festig- keit des erwärmten Materials sinkt, wird es im Verhältnis zu
seiner ursprünglichen Form zu- sammengedrückt.
Nach dem Abkühlen erlangt das erwärmte Mate- rial seine Festigkeit
zurück und zieht sich dabei wieder zusammen. Das wirkt sich auf das
umge- bende Material aus, das mitgezogen wird.
Beispiel:

Ein Rahmenlängsträger ist seitlich verformt. Die Rahmenflansche sind
in der Verformungszone gestreckt worden.
Beide Flansche werden gleich viel erwärmt, während gleichzeitig die
umgebenden Bereiche mit nassen Lappen abgekühlt werden.
Die Wärmezone mit einem nassen Lappen ab- kühlen, wenn die
Temperatur auf ca. 600 C
(braunrote Farbe) gesunken ist.
Die erwärmten Zonen ziehen sich zusammen und tragen zum Ausrichten
der Rahmenträger bei.

Ein Längsträger ist seitlich verformt worden. Der Steg ist in der
Verformungszone gestreckt.
In entsprechender Weise gemäß Abbildung er- wärmen.
Verbleibende Spannungen
Nach dem Richten können Spannungen im Fahr- gestellrahmen
verbleiben. Bei seitlich verboge- nen, verdrehten oder diagonal
verschobenen Rahmen gilt dies besonders für den Anschluß der
Längsträger an die Endstücke der Querträger.
Bei diesen Schadenstypen ist es auch notwendig, die verformten
Bereiche der Querträger zu er- wärmen.
Überkorrektur
Beim Richten eines verformten Rahmenträgers besteht das Ziel darin,
diesen in seine ursprüng- liche Form und Lage zurückzuführen.
Verblei- bende Spannungen in der Verformungszone können jedoch
bewirken, daß der Träger bei Be- lastung einen Teil der Verformung
wieder an- nimmt.
Aufgrund der Elastizität des Rahmens muß der Träger beim Richten
etwas über seine korrekte Lage hinausgepreßt werden. Dies gilt
besonders bei Verwindungsschäden. Um den Rahmen gera- debiegen zu
können, ist eine Überkorrektur von 3˚ pro Meter erforderlich. Für
einen 7 m langen Fahrgestellrahmen bedeutet dies ca. 20˚.


Verwindungsschaden

Richten
Nach dem Richten muß der Rahmen im Verhält- nis zur korrekten Lage
etwas verdreht sein.
Bei der Probefahrt kann es vorkommen, daß sich der Rahmen etwas
zurückdreht. Die Größe dieser Veränderung hängt u.a. von der
zugeführten Wärmemenge beim Richten ab.

Nach dem Richten

Nach einer Probefahrt mit Ladung

Vermessung des Rahmens
Mitunter sind die Verformungen so groß, daß man ohne vorbereitende
Vermessung mit dem Richten beginnen kann.
Beim Richten sind fortlaufende Messungen er- forderlich, damit
kontrolliert werden kann, ob die Maßnahmen das gewünschte Ergebnis
ge- bracht haben.
Häufig brauchen Meßvorrichtungen beim Rich- ten nicht entfernt
werden, so daß das Ergebnis einzelner Arbeitsvorgänge direkt
abgelesen wer- den können.
Messen mit Laser
Mit der Lasermeßausrüstung erhält man ein ge- naues Meßergebnis.



! WARNUNG!
Den Laserstrahl nicht ins Gesicht von Personen richten.
Nicht direkt in den Projektor blicken. Der Laserstrahl kann den
Augen Schäden zu- fügen.


Meßlineale
Die selbstzentrierenden Meßlineale kontrollie- ren, während sie am
Transportwagen hängen. Die Aufhängungsstangen müssen am Rohrstativ
anliegen und auf gleicher Höhe wie die Meßli- neale befestigt sein.
Kontrollieren, daß sich Auf- hängungsstangen und Meßlineale im
rechten Winkel zueinander befinden.

Die Lage der Bezugsstifte kontrollieren. Sie müssen in einer Linie
und den gleichen Abstand von der Mittelschraube haben. Größte
zulässige Abweichung: 2 mm.

11_0231
Rahmenprotokoll, seitliche Verbiegungen
Seitliche Verbiegungen

-
Das Fahrzeug auf dem Boden stehenlassen. Nicht aufbocken.
-
Meßlineale entlang der gesamten Rahmen- länge so nah an den
Querträgern wie mög- lich aufhängen. Kein Meßlineal an der
Stelle aufhängen, an der sich der Rahmen nach hinten verjüngt
(in der Zeichnung mit X gekennzeichnet). Drei Lineale zur Kon-
trollmessung verwenden. Für genaue Mes- sungen, z.B. bei
Unfallschäden, fünf Lineale verwenden.
-
Den Laserprojektor mit der Radhalterung an einem der Räder
befestigen.
-
Den Laser-Projektor gegen die Meßskala ganz vorn und gegen die
Skala ganz hinten richten. Die Werte notieren.
-
Den Laser-Projektor mit Hilfe der Stell- schrauben der
Radhalterung so einstellen, daß der Strahl denselben Wert auf
der Skala ganz vorn und ganz hinten zeigt.
-
Diese Werte in die rot gekennzeichneten Felder des
Rahmenprotokolls AM 40 ein- tragen. Siehe Beispiel auf der
nächsten Sei- te.
-
Den Laserstrahl gegen die übrigen Skalen richten. Meßwerte im
Rahmenprotokoll eintragen. Dabei notieren, ob es sich um ei- nen
+ oder - Wert handelt.
-
Die Punkte mit einer Linie verbinden. Die- se Linie zeigt die
seitliche Verbiegung, im Beispiel eine S-Kurve.
Die höchstzulässige Abweichung beträgt 6 mm.
An Stelle eines Laser-Projektors kann man auch eine Schnur
verwenden, die neben den Be- zugsstiften der Meßlineale gespannt
sein muß.
Rahmenprotokoll, senkrechte Verbiegungen

Senkrechte Verbiegungen
Kontrolle mit Wasserwaage
Eine schnelle vorläufige Kontrolle kann auch nur mit Hilfe einer
Wasserwaage durchgeführt wer- den.
-
Den Fahrgestellrahmen an zwei Punkten vorn und hinten aufbocken,
so daß die Rah- menenden waagerecht sind. Dies durch auf- legen
einer Wasserwaage direkt auf den Rahmenträgern kontrollieren.

-
Die Wasserwaage quer über den Rahmen an mehreren Stellen der
gesamten Länge legen. Eventuelle Abweichungen von der Horizon-
tallage notieren.

-
Wenn z.B. aufgrund eines montierten Auf- baus nicht von oben
gemessen werden kann, kann man die Magnetaufhängung AM 98 für
die Wasserwaage verwenden und somit von unten messen.
Wenn der Rahmen über seine gesamte Länge ho- rizontal ist, ist es
sehr wahrscheinlich, daß er nicht senkrecht verbogen ist. Es ist
sehr unwahr- scheinlich, daß beide Rahmenlängsträger gleich viel
verbogen sind.

Wenn der Rahmen aber nicht über die gesamte Länge horizontal ist,
kann man wie folgt kontrol- lieren, wie stark verbogen er ist.
-
Die Wasserwaage an mehreren Stellen ent- lang der gesamten Länge
quer über den Rah- men legen. Wenn sie nicht horizontal liegt,
Bohrer unterschiedlichen Durchmessers un- terlegen, bis die
Wasserwaage sich in der ho- rizontalen Lage befindet.
-
Den Durchmesser des Bohrers in dem Feld im Protokoll, das der
Stelle entspricht, an der die Messung durchgeführt worden ist.
Siehe Beispiel auf der nächsten Seite.
Das Beispiel zeigt, daß der linke Längsträger tiefer liegt als der
rechte. Um beurteilen zu kön- nen, ob der linke Träger zu niedrig
oder der rechte zu hoch ist, müssen Meßlineale verwen- det werden.
Siehe Anweisungen auf Seite 30.
In vielen Fällen ist es allerdings leicht festzu- stellen, ob der
Träger nach oben oder nach un- ten verbogen ist, wenn man weiß,
welcher Art von Belastung der Rahmen ausgesetzt worden ist. Bei
Belasdtungsschäden ist der Rahmen im- mer nach unten verbogen.
Kontrolle mit Meßlinealen

Die senkrechten Verbiegungen beider Längs- träger müssen jede für
sich gemessen werden.
-
Wenn dies nicht bereits erfolgt ist:
Den Fahrgestellrahmen an zwei Punkten vorn und hinten aufbocken,
damit die En- den horizontal werden. Durch direktes Auf- legen
der Wasserwaage auf den Rahmenträgern dies kontrollieren.
-
Fünf Meßlineale in gleichmäßigen Abstän- den entlang der
gesamten Rahmenlänge aufhängen.
-
Eine Meßschnur unter den Meßlinealen mitten unter dem einen
Längsträger span- nen.
Achtung! Die
Meßschnur muß straff gespannt sein und darf nicht durchhängen,
damit das Meßergebnis nicht beeinflußt wird.
-
Den Abstand von der Schnur zum Meßlineal ganz vorn und ganz
hinten messen, diese müssen gleich groß sein. Bei Bedarf korri-
gieren.
-
Den Abstand von der Schnur zu den übrigen Meßlinealen messen.
Die Werte im Rah- menprotokoll eintragen. Siehe Beispiel auf der
folgenden Seite.
-
Den anderen Längsträger auf gleicher Weise vermessen.
Maximal zulässige Abweichungen:
Beim Messen mit dieser Methode muß man die Stärke von eventuellen
Innenrahmen mit Zwi- schenlagen ausgleichen.
Rahmenprotokoll, verdrehter Rahmen

Verdrehter Rahmen
Vor dem Messen eines verdrehten
Rahmens müssen, wenn vorhanden, senkrechte Verbie- gungen gerichtet
werden. (Wenn eine senk- rechte Verbiegung stattgefunden hat,
führt diese dazu, daß der Rahmen verdreht aussieht. Man weiß dann
nicht, ob die Werte die beim Messen der Verdrehung von der
senkrechten Verbiegung oder von der Verdrehung kommen).
-
Bei Bedarf kontrollieren und korrigieren, bis sich der Rahmen
hinten in der Waage befin- det.
-
Zwei Hydraulikzylinder desselben Typs,
z.B. I-CF 210, unter den Vorderachsfedern oder Rahmen, bei
luftgefederten Fahrzeugen unter dem Rahmen, anbringen. Diese an
die- selbe Pumpe anschließen und das Fahrzeug anheben, bis die
Räder vom Boden abheben. Die Verbindung zwischen den Zylindern
muß offen sein.
-
Erneut kontrollieren, daß der Rahmen sich hinten in der Waage
beindet und bei Bedarf korrigieren.
-
Die Wasserwaage vorn auf den Rahmen le- gen. Wenn sie nicht in
der Waage steht, ist der Rahmen schief. Die Wasserwaage anhe-
ben und den Abstand nach unten zum Rah- men messen. Im
Protokollfeld notieren, an welchen Stellen die Wasserwaage
angehoben werden muß. Der Wert gibt die Schiefheit in mm bezogen
auf die Rahmenbreite an.
Zulässige Abweichung:
6 mm pro Meter Rahmenbreite (Spiralbohrer
6 mm, ein Meter lange Wasserwaage). Diese Ab- weichung kann
akzeptiert werden, vorausge- setzt, Aufbau und Fahrerhaus haben eine
Neigung unter 10 mm/m, wenn das Fahrzeug mit allen Rädern auf dem
Boden steht. Eine asym- metrische Belastung durch den Aufbau kann
das Meßergebnis beeinflussen. Eine unterschiedli- che Pfeilhöhe der
Vorderfedern kann einen schiefen Eindruck vermitteln.
Beispiel:
6 mm Rahmenbreite
0,9 m = 6,7 mm/m oder 2,5 x 6,7 = 16,8 mm. Am Stoßfänger außen bis
zum Boden messen. Wenn der Verdacht besteht, daß die Reibung der
Hydraulikzylinder unter- schiedlich groß ist, Zylinder vertauschen
und die Messung wiederholen.


-
Zwei Hydraulikzylinder desselben Typs,
z.B. I-CF 210, unter den Vorderachsfedern oder Rahmen, bei
luftgefederten Fahrzeugen unter dem Rahmen, anbringen. Diese an
die- selbe Pumpe anschließen und das Fahrzeug anheben, bis die
Räder vom Boden abheben. Die Verbindung zwischen den Zylindern
muß offen sein.
-
Den Abstand zwischen der Oberkante der Feder bis zur Unterkante
des Rahmens bei der linken und rechten Feder messen. Bela- denes
Fahrzeug ist von Vorteil.
-
Wenn ein Unterschied besteht, weist dieser darauf hin, daß die
Tragfähigkeit der einen Feder geringer ist, was dazu führt, daß
das Fahrzeug sich neigt.
-
Die Messung der Hinterfedern durch anbrin- gen der Zylinder
unter den Hinterfedern und Anheben der Räder vom Boden wiederho-
len. Die Meßwerte im Protokoll notieren.
Zulässige Abweichung:
Der maximale Unterschied zwischen der linken und rechten Feder
beträgt 6 mm.

Wenn der Fahrgestellrahmen diagonal verscho- ben ist, sind alle
Querträger aus ihrer rechtwink- ligen Lage zu den Längsträgern
geraten. Eine Diagonalverschiebung läßt sich daher am ein- fachsten
mit einem Anschlagwinkel feststellen.
Punktverformungen

Ein Lineal oder Stahlmaßstab entlang der Seiten- und Längsträger
anlegen. Verformungen und Streckungen mit Kreide kennzeichnen.
Risse im Lack und abgeblätterter Lack deuten auf Streckung im
darunterliegenden Material hin.
Beim Richten der Rahmenträger werden die ge- kennzeichneten Punkte
anschließend gewärmt. Dies gibt die Sicherheit, daß der
Schrumpfeffekt an der richtigen Stelle angewendet wird.
Seitliche Neigung des vorderen Endes

Bei einem Fahrzeug mit steifem Aufbau gibt das Fahrzeugheck in der
Hauptachse auch den Aus- schlag für die seitliche Neigung am
vorderen En- de. Die Hinterfedern sind ja wesentlich steifer als
Vorderfedern.
Bei einem verwindungsunsteifem Fahrzeug (Fahrgestellrahmen ohne
verwindungsverstei- fendem Aufbau) hat die Pfeilhöhe der Vorderfe-
dern einen größeren Einfluß auf die Neigung der Fahrzeugfront (des
Fahrerhauses).
Die Neigung vorn kann bei verwindungsschwa- chen Fahrzeugen durchaus
durch Anpassung der Pfeilhöhe der Vorderachsefedern oder durch
Zwischenlegscheiben zwischen der einen Feder und der Vorderachse
ausgeglichen werden.

Bei einem verwindungssteifen Fahrzeug bleibt das Ergebnis einer
solchen Maßnahme unbedeu- tend. Außerdem besteht ein Nachteil darin,
daß die Belastung auf das Vorderrad der einen und auf das Hinterrad
der anderen Seite zunimmt.
Nach Möglichkeit sollte der Abstand (die Dicke der
Zwischenlegscheibe) zwischen dem Vorder- achsträger und der
Vorderfeder auf der Seite, an der das Lenkgetriebe sitzt nicht
verändert wer- den.
Im allgemeinen gelten für ein Verwindungsstei- fes Fahrzeug
folgendes:
-
Wenn das Fahrzeug seitlich geneigt ist, kann dies an asymmetrischer
Belastung oder an ei- nem zu großen Unterschied zwischen den
Pfeilhöhen der Hinterfedern liegen.
-
Wenn das Fahrzeugheck horizontal ist und das vordere Ende (mit
Fahrerhaus) trotzdem zur einen Seite neigt, liegt dies daran, daß
ein steifer Aufbau so montiert wurde, daß der Rahmen von diesem in
einer schiefen Lage gehalten wird. Es kann aber auch sein, daß der
Rahmen durch einen Schaden verdreht wurde.
Vorbereitungen zum Richten
Die Reihenfolge bei der Arbeit ist von größter Bedeutung für das
Ergebnis beim Richten.
-
Zuerst den gesamten Schadensumfang fest- stellen. Eventuelle
Punktverformungen müs- sen vor der Richtarbeit erfaßt werden.
-
Fahrgestellrahmen und Aufbaukomponenten müssen in Hinblick auf
Streckungen und Ris- se sorgfältig kontrolliert werden.
-
Risse im Lack und abgeblätterte Farbe deuten auf Streckungen im
darunterliegenden Mate- rial hin.
-
Querträger und Aufbaubefestigungen sorgfäl- tig kontrollieren.
Zwischenlagen

Um eine Verformung der Rahmenflansche beim Pressen oder Verankern zu
vermeiden, müssen Zwischenlagen verwendet werden, um den Raum
zwischen den Flanschen auszufüllen.
-
Zwischenlagen zwischen Preßwerkzeug und unterem Flansch sowie
zwischen Kette und oberem Flansch verwenden.

-
Ein Hydraulikzalinder mit Zwischenplatten kann ebenfalls als
”Zwischenlage” verwendet werden.

-
In erster Linie Haken JO1294 AL oder SR28 AL mit dazugehörigem
Flanschschutz
für den unteren Flansch verwenden. Der Rah- menhaken SR18-3 für
U-Träger kann auch verwendet werden.

-
Bei Anhängern mit I-Trägerrahmen wird der Rahmenhaken SR28 AL
verwendet. Flansch- schutz SR79 AL und SR88 AL verwenden, damit die
Träger nicht verformt werden.

-
Rahmenhaken JO1294 AL mit Flanschschutz SR293 AL bei Verankerung
über die Blattfe- dern verwenden.

-
Flanschstütze zwischen dem Preßwerkzeug und dem unteren Flansch
verwenden. Es gibt zwei verschiedene Ausführungen, SR145 für
einfache und SR146 für Rahmen mit Innen- profil.
-
Darauf achten, daß der Rahmen nicht so weit verdreht wird, daß die
Flanschstütze gegen den Anschlag stößt und dabei den Rahmen- flansch
verformt.
Die Sicherungsvorrichtungen an dem Ende an- bringen, an dem die
Preßkraft danach strebt, die Brücke anzuheben. An jeder Seite der
Brücke muß eine Sicherungsvorrichtung angebracht werden.
Wenn die Richtbrücke gemäß den Anweisungen auf den folgenden Seiten
verankert ist, bewältigt sie eine Preßkraft von 20 Tonnen oder eine
Ge- genhaltegewicht von 40 Tonnen. Wenn die Richtbrücke als
Gegenhalter verwendet wird, muß das Innenteil ganz in die
Ausgangsstellung zurückgefahren werden.

Richtbrücken JO2000 mit Befestigungselement JO1266 verankert

Verankerung von Richtbrücken
-
Die Brücke JO 2000 senkrecht zur Boden- führung aufstellen.

-
Die Befestigungselemente JO 1266 in der Bodenführung auf beiden
Seiten von JO 2000 anordnen.
-
Die Befestigungselemente 90 Grad drehen.


-
Beide Befestigungselemente JO 1266 bis zum Anschlag in die
Schlitze der Brücke einschieben.

-
Die Muttern der Befestigungselemente von Hand fest anziehen.

Achtung! Wenn
die Brücke JO 2000 sich nicht senkrecht zur Bodenführung aufstellen
läßt, muß eines der Befestigungselemente bis zum An- schlag in den
Schlitz der Brücke geschoben wer- den.




! WARNUNG!
Mit dieser Verankerung darf die Brücke nur zum Pressen/Ziehen
verwendet wer- den.


Beide Stufen unten.

Erste Stufe mit Hydraulikzylinder angehoben.
Die Sicherungsplatte immer in eines der Löcher im Zwischenteil
schieben, niemals unter das Zwischenteil.



! WARNUNG!
-
Zwischenteil
-
Sicherungsplatte
Wenn man die Sicherungsplatte unter
das Zwischenteil einschiebt, kann dieses beim Anheben der zweiten
Stufe nach oben mitgenommen werden. Zwischen- und Oberteil kippen
dabei um und fallen nach unten.
Niemals mit zwei Hydraulikzylindern gleichzeitig anheben. Die Gefahr
besteht dann, daß der Rahmen noch schiefer wird.

Den Hydraulikzylinder auf die entsprechende Seite versetzen und die
zweite Stufe anheben. Wenn die gewünschte Höhe erreicht ist, wird
das Innenteil mit einer Sicherungsplatte gesichert.

-
Innenteil
-
Zwischenteil
-
Sicherungsplatten

Immer die Hydraulikpumpe verwenden, die zur Ausrüstung gehört.
Die Hydraulikzylinder dürfen mit maximal 700 bar Hydraulikdruck
belastet werden.
Bei der pneumatischen Hydraulikpumpe JO LP80:K entspricht dies einem
Luftdruck von 7 bar.



! WARNUNG!
Pneumatische Hydraulikpumpe
Hydraulikpumpen, die keine Kontrolle des Drucks ermöglichen, führen
eine größere Gefahr der Überbelastung der Richtausrüstung mit sich.
Es besteht die Gefahr von Personenschäden.

Symbole, die in den Abbildungen verwendet werden.

Die beiden äußeren der drei Kräfte so weit wie möglich voneinander
unter Berücksichtigung der Schadenslage anbringen.
Den mittleren Gegenhalter oder die Preßkraft in der Mitte zwischen
den beiden äußeren Kräften anbringen.
Nichtbeachtung dieser Regeln führt zu einer schlechteren
Richtwirkung und kann auch zur Überlastung der
Verankerungsvorrichtungen führen.

Preßkraft Gegenhalter




! WARNUNG!
Wenn eine Verankerung oder Verriege- lungsvorrichtung falsch
angebracht wird, kann sie abbrechen oder sich lö- sen. In diesem
Fall besteht die Gefahr, daß Personen durch herumfliegende Tei- le
oder jähe Bewegungen des Fahrzeugs oder der Richtvorrichtung
verletzt wer- den.


Der Rahmenrichtsatz JO 20-BS besteht aus 3 Brücken JO 20 AL mit je
einem 20 Tonnen Hy- draulikzylinder. Beim Pressen mit der Brücke,
die allein mit einer Kraft von 20 Tonnen arbeitet, nehmen die
anderen Brücken bei gleichem Ab- stand voneinander jeweils 10 Tonnen
auf.

Die einzelne Brücke kann als Gegenhalter ver- wendet werden, wenn
sie mechanisch gegen An- schlag in der Grundstellung arbeiten kann.
Sie widersteht einer Kraft von 40 Tonnen, wenn man mit den
gegenüberliegenden Brücken mit je
20 Tonnen preßt.
Achtung! Der
Hydraulikzylinder darf nicht aus- geafhren sein. Dabei würde er
einem höheren Druck ausgesetzt werden, als er vertägt.

Manche Richtarbeiten erfordern eine höhere Preßkraft. Dann wird die
große Preßbrücke SR 1 mit zwei Hydraulikzylindern je 20 Tonnen ver-
wendet, die zusammen mit zwei JO 20 AL eine Preßkraft von 40 Tonnen
liefert.
Beim Richten von Fahrgestellrahmen sind fol- gende Richtlinien zu
befolgen:
-
Mit dem Richten der größten Verformung be- ginnen. Oft empfiehlt es
sich, seitliche Ver- biegungen vor senkrechten Verbiegungen zu
richten.
-
Punktverformungen gleichzeitig mit dane- benliegenden Schäden
richten.
-
Folgende Schadensfälle sind Beispiele für ty- pische Schäden am
Fahrgestellrahmen von Fahrzeugen, die umgekippt oder zusammen-
gestoßen sind, sowie für typische Schäden, die durch fälschlich
verwendeten Kipper- oder Kranaufbau verursacht wurden.
-
Ferner werden die für jeden Schadenstyp ge- eigneten Werkzeuge sowie
die Lage und An- wendung der Werkzeuge angegeben.



! WARNUNG!
Warnung! An die Hebelwirkung denken! Die Besispiele beschreiben
unterschied- liche Möglichkeiten, die Brücken als Preßwerkzeug und
Gegenhalter in hori- zontaler Richtung zu verwenden.
Die Beispiele setzen voraus, daß der je- weilige Abstand zwischen den
Brücken gleich groß ist. Bei unterschiedlichen Abständen entstehen durch
die Hebel- wirkung unnormal große Kräfte.
Es besteht die Gefahr, daß Personen durch herumfliegende Teile oder jähe
Be- wegungen des Fahrzeugs oder der Richt- vorrichtungen verletzt
werden.

Seitliche Verbiegung

Die hinteren Querträger liegen in der Regel im rechten Winkel zu den
Längsträgern, aber die vorderen Querträger sind schräggestellt. Die
Verformungszone liegt oft an der Stelle, an der sich der Rahmen nach
hinten verjüngt (wenn der Rahmen vorn breiter ist).
Der vordere Querträger ist meistens stark ver- formt, was an der großen
Winkelveränderung im Verhältnis zu den Längsträgern liegt.
Ausrüstung Anzahl
Richtbrücke JO 20AL 3
Meßsatz AWF 5 D 1
Senkrechte Verbiegung am vorderen Ende des einen Längsträgers

Die Verformungszone liegt in der Regel an der hinteren
Vorderfederbefestigung oder am Ende des Innenrahmens bei dreiachsigen
Fahrzeugen. Nach der Vermessung mit Schnur stellt man fest, daß der eine
Längsträger unbeschädigt ist. Im Verlauf der Richtarbeit reicht ein
Anvisieren ent- lang der Meßlineale aus.
Der Schadenstyp kann mitunter mit unterschied- licher Pfeilhöhe der
Vorderfedern verwechselt werden.
|
Ausrüstung |
Anzahl |
|
Kettenbefestigung JO44 A |
1 |
|
Kette KL13-8-3M |
1 |
|
Hydraulische Vertikalpresse SR74MH-PAIR |
2 |
|
Flanschstütze SR145 alt. SR146 |
2 |
|
Rahmenhaken SR18-3 alt. Haken für unteren Flansch JO 1294 AL |
1 |
|
Flanschschutz SR 293 AL |
1 |
|
Meßsatz AWF 5 D |
1 |
|
Zwischenplatten SR36 |
|
Ein Längsträger am hinteren Ende nach oben, der andere am vorderen Ende
nach unten gebogen

Dieser Schadenstyp kommt in erster Linie bei dreiachsigen Fahrzeugen
vor.
Durch Anvisieren von der Seite kann festgestellt werden, ob die
Längsträger parallel sind oder nicht.
Eventuelle Schäden an der Anhängertraverse sorgfältig kontrollieren. Die
Bänder der Achsen lösen, damit diese nicht das Richten beeinflus- sen.
|
Ausrüstung |
Anzahl |
|
Kettenbefestigung JO44 A alt. JO47 A |
2 |
|
Kette KL13-8-3M |
2 |
|
Hydraulische Vertikalpresse SR74MH-PAIR |
1 |
|
Flanschstütze SR145 alt. SR146 |
2 |
|
Rahmenhaken SR18-3 alt. Haken für unteren Flansch JO 1294 AL |
2 |
|
Flanschschutz SR293 AL |
1 |
|
Meßsatz AWF 5 D |
1 |
|
Zwischenplatten SR36 |
|
Senkrechte Verbiegung nach unten zwischen Vorderfedern und Hinterfedern

Dieser Schadenstyp wird normalerweise bei Überlastung von
Kipperfahrzeugen verursacht, oder wenn die Kippverriegelungen vor dem
Kip- pen nicht entriegelt wurden. Meist sind beide Lägstäger auf die
gleiche Art verformt.
|
Ausrüstung |
Anzahl |
|
Kettenbefestigung JO44 A alt. JO47 A |
2 |
|
Kette KL13-8-3M |
2 |
|
Hydraulische Vertikalpresse SR74MH-PAIR |
1 |
|
Flanschstütze SR145 alt. SR146 |
2 |
|
Rahmenhaken SR18-3 alt. Haken für unteren Flansch JO 1294 AL |
2 |
|
Flanschschutz SR 293 AL |
2 |
|
Meßsatz AWF 5 D |
1 |
|
Zwischenplatten SR36 |
|
Verdrehter Rahmen

Die Rahmen sind zwar an und für sich gerade, aber im Verhältnis
zueinander windschief. Die Querträger befinden sich im rechten Winkel zu
den Längsträgern.
Dieser Schadenstyp kommt in erster Linie bei zweiachsigen Fahrzeugen
vor. Aufgrund der Steifigkeit der Doppelachspartie ist er bei drei-
achsigen Fahrzeugen ungewöhnlich.
Da bei diesem Schaden die Befestigungselemen- te der Querträger verbogen
sind, sollte die An- hängertraverse zur Kontrolle entfernt werden.
|
Ausrüstung |
Anzahl |
|
Hydraulische Vertikalpresse SR74-PAIR |
1 |
|
Kettenbefestigung JO44 A alt. JO47 A |
2 |
|
Rahmenhaken SR18-3 alt. JO1294 |
2 |
|
Flanschschutz SR 293 AL |
1 |
|
Kette KL13-8-3M |
2 |
|
Flanschstütze SR145 alt. SR146 |
2 |
|
Meßsatz AWF 5 D |
1 |
|
Zwischenplatten SR36 |
|
Diagonalverschiebung


Diser Schadenstyp kommt am häufigsten bei zweiachsigen Kipperfahrzeugen
vor, die beim Kippen der Pritsche umgekippt sind. Bei drei- achsigen
Fahrzeugen ist dieser Schadenstyp aufgrund der steifen Doppelachspartie
unge- wöhnlich.
|
Ausrüstung |
Anzahl |
|
Winkelhaken 500x1000 mm R2538-1005 |
1 |
|
Richtbrücke JO 20 AL |
3 |
|
Kette KL8-13-3M |
1 |
|
Zwischenplatten SR36 |
|
Bei Bedarf kann ein Hydraulikzylinder I-CF320 mit Zubehör diagonal
zwischen den Querträ- gern angeordnet werden.
Punktverformungen

Beulen in Flanschen lassen sich am besten mit dem Preßbügelsatz SR
RBS-11 oder
SR RBS-20 mit einer Preßkraft von 10 bzw. 20 Tonnen richten.
Bei Punktverformungen an Trägern, für welche diese Bügelsätze nicht
ausreichen, kann der Richtsatz SR 450 NR mit einer Preßkraft von 40
Tonnen verwendet werden.
|
Ausrüstung |
Anzahl |
|
Stahllineal 1000 mm R2506-0302 |
1 |
|
Preßbügelsatz SR RBS-11 |
1 |
|
Preßbügelsatz SR RBS-20 |
1 |
|
Preßbügelsatz SR 450 NR |
1 |
-
Das Fahrzeug mit der höchstzulässigen Nutzlast beladen.
-
Probefahrt auf unebenem Untergrund durch- führen.
-
Fahrgestellrahmen und Lage der Achsen kontrollieren.
11:01-51



Ausgabe 1 de
Arbeitsbeschreibung

1 713 366
©
Scania CV AB 2002, Sweden
Allgemeines 3
Spannungsverteilung in Rahmenträgern 4
Vorbeugende Maßnahmen 5
Richten 6
Schraubverbindungen 6
Schweißen 7
Querträger ausbauen 14
Querträger einbauen 15
Lochpunktschweißungen füllen 15
Bohrungen anfertigen 16
Querträger mit losen Endstücken 17
Querträger mit angeschweißten Endstücken 19
Längsträger verbinden 21



! ACHTUNG!
ISOZYANATE
Isozyanate sind in einigen für Fahrzeuge verwendeten Farben, Füllern,
Klebern, Schäumen usw. enthalten. Das Einatmen von Isozyanaten in Form
von Nebel, Staub oder Aerosolen kann asthmatische Symptome der Atemwege
und Schädigungen der Lungen verursachen. Auch ein kurzer Kontakt mit
hohen Konzentrationen kann eine dauerhafte Überempfindlichkeit
hervorrufen.
Beim Erwärmen von Produkten, die Isozyanate in gebundener Form
enthalten, werden Isozyanate leicht und dadurch in großen Mengen
freigesetzt. Dies trifft zum Beispiel auf Schleif-, Schweiß- und
Schneidprodukte zu, auf die eine isozyanathaltige obere Lackschicht
aufgetragen wurde. Aus diesem Grund sicherstellen, daß bei diesen
Arbeiten immer eine gute Belüftung gewährleistet ist. Beim Durchführen
dieser Arbeiten sind Atemschutzmasken zu tragen.
Scania verwendet nach Möglichkeit keine isozyanathaltigen Farben, Füller
oder Kleber. Scania kann jedoch nicht garantieren, daß nicht-werkseitige
Lackierungen isozyanatfrei sind.

Spannungsverteilung in Rahmenträgern
Die Kräfte im Fahrgestellrahmen erzeugen Zug- und Druckspannungen in den
Rahmenträgern.
Die Abbildungen zeigen die Spannungsverteilung bei Biegung.
Die Pfeile im Träger zeigen Größe und Richtung der Spannung bei Biegung
in vertikaler Richtung an. Die Spannung liegt hauptsächlich in den
Flanschen und nimmt zur Mittellinie des Trägers hin, an der die Spannung
gleich null ist, ab. Oberhalb der Mittellinie ist der Träger
Zugspannungen und unterhalb der Mittellinie Druckspannungen ausgesetzt.

Spannungsverteilung bei Biegung in vertikaler Richtung

Bei horizontaler Biegung ist die Spannung an der unbelasteten
Flanschkante am größten. Die Spannung fällt an der Symmetrieebene auf
null ab. Auf dieser Seite der Ebene ist der Träger Druckspannungen und
auf der anderen Seite Zugspannungen ausgesetzt.
Rahmenträger sind sowohl vertikaler als auch horizontaler Biegung
ausgesetzt. Die Spannungen beider Biegekräfte addieren sich. Die
Rahmenträger sind zusätzlich Verwindungskräften ausgesetzt.
Die Abbildung zeigt, daß die Flansche und besonders die unbelastete
Flanschkante der größten Spannung ausgesetzt sind. Aus diesem Grund
dürfen die Flansche nicht geschwächt
sein. Spannungsverteilung
bei Biegung in
horizontaler Richtung
Vorbeugende Maßnahmen
Elektronische Steuergeräte und Bauteile, z. B. ABS, Opticruise und
Automatikgetriebe reagieren zum Teil empfindlich auf die beim Trocknen
der Lackierung im Ofen vorhandene Wärme und auf Spannungsspitzen, wie z.
B. beim Elektroschweißen. Die folgenden Maßnahmen sind zur Verhinderung
von Schäden zu ergreifen:
-
Stecker nie bei laufendem Motor von Steuergeräten abziehen. Der
Zündschlüssel muß auf Stellung 0 stehen.
-
Strom nie mit Batteriehauptschalter abschalten oder Batteriekabel
nie bei laufendem Motor abklemmen.
-
Beim Anschließen der Batterie auf korrekte Polarität achten. Durch
falschen Anschluß der Batterie werden die Dioden des Generators
beschädigt.
Beim Trocknen im Ofen
-
Elektronische Steuergeräte und Bauteile sind auszubauen, wenn die
Temperatur im Bereich des Bauteils auf über 100 ºC ohne
Spannungsspitzen oder auf über 70 ºC mit Spannungsspitzen steigt.
Richten
Richten ist ggf. beim Instandsetzen von Rahmenträgern erforderlich.
Die folgenden Schritte sind beim Richten zu beachten:
-
Steigt die Temperatur auf über 650 ºC an, werden
Materialeigenschaften und Materialstärke beeinträchtigt. Das
Material färbt sich bei 650 ºC dunkelrot. Rahmen beim Erwärmen mit
einer Drahtbürste reinigen, damit die Farbe leichter zu erkennen
ist. Elektronische Temperaturanzeige oder eine besondere Kreide
verwenden, die bei Erreichen der Temperatur die Farbe ändert.

A = Max. 650 °C

-
Der Erwärmungsbereich kann nach Sinken der Temperatur auf 400 ºC mit
Wasser abgekühlt werden. Wird der Erwärmungsbereich vor Absinken der
Temperatur auf 400 ºC abgekühlt, werden die Materialeigenschaften
ggf. beeinträchtigt.
-
Das sehr elastische Material des Rahmens muß stark gerichtet werden,
weil das Material große Rückverformungskräfte besitzt. Vorsichtig
vorgehen, damit das Material nicht überstreckt wird.
Schraubverbindungen
Schraubverbindungen können kraft- und formschlüssig ausgeführt sein.
Für formschlüssige Verbindungen sind Paßschrauben zu verwenden,
deren Bohrungen aufgerieben werden müssen.
Für eine formschlüssige Verbindung zwischen Rahmen und Hilfsrahmen
werden zehn Paßschrauben pro Meter benötigt, während für eine
kraftschlüssige Verbindung mit demselben Biegewiderstand ca. 100
Schrauben pro Meter benötigt werden. Aus diesem Grund sind
formschlüssige Verbindungen, wenn möglich, vorzuziehen.
Schweißen
WICHTIG! In
den Trägerflanschen oder im Träger im Bereich der Flansche keine
Bohrungen oder Schweißnähte anbringen.
Sogar sehr kleine Bohrungen und Schäden können zu Materialermüdung
führen. Dies kann zu Unfällen mit Verletzungsgefahr und
Materialschäden führen.
Schweißen am Fahrgestellrahmen möglichst vermeiden. Ist Schweißen
unerläßlich, sollte es nur von Fachpersonal mit sehr großer
Präzision durchgeführt werden. Beim Schweißen entstehen kleine Risse
und Materialspröde, wodurch die Materialstärke des Rahmens
wesentlich beeinträchtigt wird.

Hinweis: Der
Masseanschluß muß bei Elektroschweißarbeiten am Fahrzeug immer von
der Batterie abgeklemmt sein.
-
Steuergeräte und andere elektronische Bauteile müssen in der Regel
nicht abgeklemmt werden.
-
Masseanschluß des Schweißgeräts an das zu schweißende Bauteil (so
nah wie möglich an den Schweißbereich) anschließen. Wird das Kabel
anders angeschlossen, können Lager und elektrische Bauteile
beschädigt werden.

-
Kunststoffleitungen des Druckluftsystems beim Schweißen oder
Schleifen schützen. Andernfalls können die Leitungen beschädigt
werden und Luft kann aus kleinsten Löchern, die kaum zu erkennen
sind, austreten.

-
Luftfederbälge bei Schweißarbeiten in der Nähe der Achsfedern (K-,
L-, N-Busse) vor Funkenflug von der Schweißelektrode schützen.
-
Blattfedern schützen (F-Busse).
Die folgenden Elektroden sind lediglich Beispiele dafür, welche
Elektroden beim Schweißen verwendet werden können. Es kann nicht
garantiert werden, daß die Elektroden alle korrekt sind. Aus diesem
Grund ist das zu schweißende Material immer zu prüfen und die
entsprechende Schweißmethode anzuwenden.
Geeignete Elektroden für Gleichstromschweißen sind:
-
ESAB OK 48.00 o. ä.
-
Oerlikon Supercord
-
FILARC 3 Geeignete Elektroden für
Wechselstromschweißen sind:
-
ESAB OK 48.15
-
Oerlikon Spezial o. ä. MIG- oder MAG-Schweißen:
-
Füllmaterial
-
ESAB OK Autorod 12.51, 1 mm Durchmesser
-
Gas: Mison 25
-
Menge: 10 dm3/min
MAG-Schweißen bedeutet Metall-Aktivgas- Schweißen mit aktivem
Schutzgas. Das Schutzgas setzt sich aus 77 % Argon (Ar), 23 %
Kohlendioxid (CO2)
und 0,03 % Stickoxid (NO) zusammen.
MIG-Schweißen bedeutet Metall-Inertgas- Schweißen mit inert (nicht
aktivem) Schutzgas. Als Schutzgas wird entweder nur Argon oder
Helium verwendet.
Bereiche, in denen Schweißen verboten ist

Schweißen verändert die Materialstruktur, wodurch die Stärke
verringert wird. Aus diesem Grund ist Schweißen in den markierten
Bereichen nicht erlaubt.


Weitere allgemeine Schweißhinweise
Wird an einem Flansch eines U-Trägers geschweißt, darf die
Schweißstelle nicht näher als 15 mm an der Außenkante des Flansches
sein.

A = Mindestens 15 mm
Ein ungefährlicheres Schweißverfahren ist Lochpunktschweißen. Wird
dieses Schweißverfahren angewendet, kann Schweißen direkt über dem
Flansch vermieden werden.
Auch beim Lochpunktschweißen darf nicht näher als 15 mm an der
Außenkante des Flansches geschweißt werden.

Beispiel für Lochpunktschweißen A = 15 mm
B = 30 mm
Für einige Fahrgestelle werden Fachwerkträger verwendet. Die
Abbildung zeigt die empfohlene Befestigung am Rahmenträger.

-
Rahmenträger
-
Eckplatte
-
Winkelhalter
-
Querträger
-
Lochpunktschweißungen
-
Eckplatte
-
Winkelhalter
-
Durchgehende Schweißnähte
X-Verbindung oder V-Verbindung schweißen.
X-Verbindungen müssen sorgfältig bis zu den Kanten der Verbindung
auf den Trägerflächen gefüllt werden, danach wird die Fläche
geschliffen.
X-Verbindungen bei Querträgern verwenden.
Schweißverstärkungen an der Innenseite von U-Trägern sind nicht zu
schleifen.

Beispiel für X-Verbindung. Die Schweißfläche
(B) wurde geschliffen.
V-Verbindungen müssen außen sorgfältig gefüllt werden, danach wird
die Fläche geschliffen. Die Unterseite muß erneut geschweißt werden.
Nach dem Schweißen
Schweißverbindungen sorgfältig prüfen und sicherstellen, daß keine
Risse vorhanden sind. Schweißverbindungen mit Korrosionsschutzmittel
bestreichen.

Beispiel für V-Verbindung. Die Schweißfläche
-
wurde geschliffen.
Querträger ausbauen

Niete mit einem der folgenden Verfahren ausbauen:
Es ist ein Verfahren auszuwählen, bei dem keine wiederzuverwendenden
Bauteile beschädigt werden.
Bohrungen in den Rahmenträgern prüfen. Prüfen, ob Bohrungen beim
Ausbau der Niete aufgeweitet oder beschädigt wurden. Die Bohrungen
sollten maximal 14 mm oder 16 mm groß sein. Sind sie größer, müssen
die Bohrungen zugeschweißt werden.

Lochpunktschweißungen füllen
-
Bohrung anfasen.
-
Kupferplatte mit einer Schraubzwinge o. ä. auf der Innenseite
des Längsträgers befestigen.
-
Bohrung zuschweißen. Ein geeigneter Elektrodendurchmesser ist
3,25 mm.
-
Kupferplatte entfernen und Schweißung auf der Innenseite des
Längsträgers abschließen.
-
Geschweißte Fläche auf beiden Seiten schleifen.
-
Korrosionsschutzmittel auftragen.
Bohrungen anfertigen

WICHTIG! In
den Trägerflanschen oder im Träger im Bereich der Flansche keine
Bohrungen oder Schweißnähte anbringen.
Sogar sehr kleine Bohrungen und Schäden können zu Materialermüdung
führen. Dies kann zu Unfällen mit Verletzungsgefahr und
Materialschäden führen.
-
Position für neue Bohrungen markieren. Abstand zu den bereits
vorhandenen Bohrungen prüfen.
Der Abstand zwischen Bohrungen und Flansch des Rahmenträgers muß
mindestens dreimal so groß wie der Durchmesser der Bohrung sein,
aber der Abstand darf 40 mm nicht unterschreiten.
Der Abstand zwischen Bohrungen in Rahmenträgern muß abhängig von
ihren Positionen mindestens drei- oder viermal so groß sein wie
der Durchmesser der Bohrung.
Weicht der Abstand ab, sind die Bohrungen wie unter
Lochpunktschweißungen füllen zuzuschweißen

-
Neue Bohrungen anfertigen. In der Tabelle angegebenen Bohrer und
Reibahle verwenden.

Abmessung A: Mindestens 3 x D, 40 mm dürfen nicht unterschritten
werden.
Abmessung B: Mindestens 4 x D Abmessung C: Mindestens 3 x D
Bohrung
vorgesehen für
Bohrer Reibahle

M14 Schraube 587 946 587 944
M16 Schraube 587 947 587 945

Querträger mit losen Endstücken

-
Endstücke und Träger in die Einbaulage des Querträgers am Rahmen
bringen.
-
Endstücke am Längsträger soweit wie möglich zum unteren Flansch
der Längsträger befestigen, z. B. mit Schraubzwingen. Dadurch
entsteht ein kleiner Spalt zwischen Endstück und oberem Flansch
des Längsträgers, wodurch die obere Lochschweißung vorgenommen
werden kann.
-
Obere Lochschweißung vornehmen.
Hinweis: Keine
Heftschweißungen vornehmen außer zwischen Endstück und
Querträger.
Heftschweißungen können Brüche einleiten.

-
Endstücke so hoch wie möglich am oberen Flansch der Längsträger
befestigen.
-
Untere Lochschweißung vornehmen.
-
Alle Schweißpunkte mit einer Drahtbürste bürsten.
Korrosionsschutzmittel auftragen.
-
Querträger in korrekte Einbaulage bringen und mit zwei Schrauben
an jedem Ende befestigen.
-
Längsträger und Endstücke zusammenbohren. Den in der Tabelle
angegebenen Bohrer verwenden.


Bohrung vorgesehen für
Bohrer Reibahle
-
Bohrungen zusammenreiben, bis sie 14 mm oder 16 mm groß sind.
Die in der Tabelle angegebene Reibahle verwenden.
M14 Schraube 587 946 587 944

M16 Schraube 587 947 587 945
-
Paßschrauben verwenden, um die Endstücke an den Längsträgern zu
befestigen. Die Schrauben müssen eine Preßpassung in der Bohrung
haben. Schraubenlänge so auswählen, daß das Gewinde so wenig wie
möglich in die Bohrung eingedreht ist.
-
Unterlegscheiben unter die Schraubköpfe und Muttern legen. Die
Härte der Unterlegscheiben muß mindestens 200 HB betragen.
WICHTIG! Schrauben
nach ca. 2000 km nachziehen. Die Schrauben müssen erneut festgezogen
werden, weil die Lackschicht porös wird und dadurch die Spannung der
Schrauben nachläßt.


Anzugsdrehmomente

M14 Schraube 115 Nm

M16 Schraube 180 Nm
Querträger mit angeschweißten Endstücken

Betrifft sowohl neue Querträger als auch wiederverwendete
Querträger.
-
Querträger in der Mitte durchschneiden.
-
Kanten wie in der Abbildung gezeigt anfasen.
Anfasen bei Metallbogenschweißen

Anfasen bei MIG- und MAG-Schweißen

-
Beide Hälften des Querträgers zwischen den Längsträgern
plazieren und mit zwei Schrauben an jedem Endstück verschrauben.

-
Angefaste Kanten verbinden, z. B. mit einer Schweißpistole oder
Schraubzwingen.
-
Querträger schweißen.
-
Schweißverbindung außen glattschleifen.
-
Korrosionsschutzmittel auftragen.
-
Siehe Schritte 8-11 unter Querträger mit losen Endstücken.

Verbindungen
Formschlüssige Verbindungen sind, wenn möglich, beim Schneiden zu
verwenden, weil sie die größte Kraft übertragen können.
Für formschlüssige Verbindungen sind Paßschrauben zu verwenden,
deren Bohrungen aufgerieben werden müssen.
Sicherungsmuttern verhindern das Nachlassen der Spannung nicht, da
sich die Muttern im Verhältnis zur Schraube nicht bewegen.
Allerdings verhindern Sicherungsmuttern ein Lösen der Verschraubung
bei nachlassender Spannung.
Die Schrauben müssen über eine Preßpassung in der Bohrung verfügen.
Schraubenlänge so wählen, daß das Gewinde der Schrauben so wenig wie
möglich in die Bohrung eingedreht ist.
Der Oberflächendruck ist durch die Verwendung von Unterlegscheiben
unter Schraubenkopf und Mutter zu verringern. Die Härte der
Beilegscheiben muß mindestens 200 HB betragen.
Es dürfen nur dünne Lackschichten auf den Schraubverbindungen
vorhanden sein.
Die Anzahl der Schrauben hängt von der Last ab.
Hinweis: Kraftschlüssige
Verbindungen können verwendet werden, aber kraftschlüssige
Verbindungen benötigen zehnmal so viele Schrauben pro Meter wie
formschlüssige Verbindungen.
WICHTIG! Die
Person, die Reparaturen vornimmt, trägt die Verantwortung dafür, daß
das Schneiden des Fahrgestells in Bezug auf die zu erwartende
Belastung korrekt durchgeführt wird.
-
Bauteile, die Arbeiten behindern wie z. B. Gelenkwellen,
Druckluftleitungen und Kabel, sind auszubauen.
-
Bus mit Unterstellböcken abstützen. Der erste Unterstellblock
muß dicht an den Außenkanten der Querträger angebracht werden,
weil ein Großteil der Last von der Karosserie ausgeht. Vorder-
und Hinterteil des Fahrgestells sowie vor und hinter dem
Schnittpunkt ebenfalls abstützen.
Hinweis: Fahrgestell
auf eine Waage stellen und mit z. B. einem Stahllineal prüfen,
ob die Verbindungen horizontal ausgerichtet sind.
-
Schnittpunkt anzeichnen. Die Verbindung muß sich ungefähr auf
halber Höhe zwischen den Querträgern befinden. Die innere
Rahmenverstärkung kann symmetrisch zur Verbindung ausgerichtet
werden, wodurch eine größere Stärke der Verbindung erzielt wird.
-
Prüfstellen an geeigneten Stellen am Fahrgestell markieren und
Messung prüfen. Markierungen am Flansch so dicht wie möglich am
Rahmenträger vornehmen, so daß die Rahmenstärke nicht beeinflußt
wird. Geeignete Bohrungen am Rahmen können teilweise als
Prüfstellen verwendet werden.

-
Rahmenträger mit einer Trennscheibe trennen. Ein Stück
Flachmaterial, welches entlang des äußeren Profils des
Rahmenträgers gebogen ist, kann als Referenz verwendet werden.
-
Schweißnähte anfasen.
-
Neues Rahmenstück so ausrichten, daß die ursprünglichen
Messungen wiederhergestellt werden.
-
Rahmenteile zusammenbauen.
-
Messung wiederholen. Sicherstellen, daß die Rahmenteile
miteinander fluchten.
-
Rahmen schweißen.
-
Schweißverbindung glattschleifen.
-
Korrosionsschutzmittel auftragen.
-
Verbindung mit einer inneren Verstärkungsplatte verstärken.
Die Stärke der Verstärkungsplatte muß mindestens 6 mm für alle
Rahmen betragen. Die Verstärkungsplatte muß durch Lochpunktschweißen
am Rahmen befestigt werden.
Die Verstärkung kann einfacher in zwei Teilen angefertigt werden.
Eine Verstärkung am oberen Flansch und eine am unteren Flansch.
Längsspalt zwischen Teilen 4-5 mm groß anfertigen und Verbindung
zuschweißen.
Alternativ kann ein 8 mm starker Scania Innenträger verwendet
werden.

Innere Verstärkungsplatte

Verbindungsbeispiel 1 (Hinterachse)

Verbindungsbeispiel 2

Verbindungsbeispiel 3

Schraubverbindungen

11:10-51



Ausgabe 2 de
Busse mit Heckmotor Funktionsbeschreibung Arbeitsbeschreibung
Fehlersuche

1 712 123
©
Scania CV AB 2001, Sweden
Inhalt
Funktionsbeschreibung Allgemeines
3
Unterschiede zwischen den Generationen
3 und 4 5
Gelenkregelung, Generation 3 6
Gelenkregelung, Generation 4 11
Arbeitsbeschreibung Gummilager
16
Kabelkette 21
Hydraulikeinheit 24
Hydraulikzylinderdruck prüfen und einstellen 28
Hydrauliksystem entlüften 30
Verdrehspiel prüfen und einstellen 32
Anschlagsensor prüfen und einstellen 36
Magnetventil, Akkumulator oder Druckwächter erneuern 37
Winkelsensor, Generation 3 40
Fehlersuche Fehlersuche,
Generation 3 41
Fehlercodeliste, Generation 3 42
Pinbelegung am Steuergerät, Generation 3 53
Winkelsensor, Generation 4 54
Steuergerät erneuern, Generation 4 54
Fehlersuche, Generation 4 55
Fehlercodeliste, Generation 4 56
Pinbelegung am Steuergerät, Generation 4 62
Gelenkbusse sind mit Heckmotor und Hinterachsantrieb ausgestattet.

Zur Gewährleistung optimaler Fahreigenschaften sind sie mit einer
speziellen Gelenkregelung ausgerüstet.
Der maximal zulässige Einschlagwinkel in der Horizontalen beträgt
54°. Ein Anschlagsensor liefert bei 47° ein Warnsignal. Ein
mechanisch wirkender Anschlag in der 54° Stellung verhindert bei
Überschreiten des maximal zulässigen Einschlagwinkels (z. B. bei
Rückwärtsfahrt) ein Auseinanderlaufen von Drehkranz und Drehschiene.

Die Bauweise des Rahmens läßt im Gelenk einen Biegewinkel in der
Senkrechten von 8° zu. Dieser Winkel hängt jedoch von der Ausführung
des Aufbaus ab und kann kleiner sein. Beim Aufbocken oder Rangieren
vorsichtig vorgehen, um diesen Winkel nicht zu überschreiten.

Die Bauweise des Rahmens läßt im Gelenk einen Verdrehwinkel von 3°
zu. Dieser Winkel hängt jedoch von der Ausführung des Aufbaus ab und
kann kleiner sein.
Die Gelenkstützlast des Fahrgestells beträgt ca. 100-600 kg
(modellabhängig), d. h. der Schwerpunkt des Hinterwagens liegt vor
der Hinterachse.

Busse der 4er-Serie verfügen über zwei verschiedene Arten der
Gelenkregelung: Generation 3 und Generation 4. Dieses Heft umfaßt
beide Generationen. Im folgenden werden die Hauptunterschiede
aufgeführt:
Gelenkregelung Generation 3 Generation 4

Motorregelung E-Gas-Stellmotor EDC

Regelung der Gelenkdämpfung 4 Magnetventile Proportionalventil

Verglichen mit Generation 3 verfügt Generation 4 ebenfalls über:
-
Geänderte Elektronik
-
Neue Regelung
-
Neue Fehlercodes
-
CAN-Datenaustausch mit anderen Systemen
Systemaufbau

-
Gelenkregelungs-Steuergerät
-
ABS-Steuergerät
-
Motorsteuergerät
-
Warnleuchte
-
Schalter zur Abschaltung der Rückwärtsgangsperre
-
Zentral-Elektrikeinheit in der vorderen Zentral-Elektrikeinheit
-
Druckwächter, Hydrauliksystem
-
Magnetventil, mittelstarke Gelenkdämpfung
-
Magnetventil, weiche Gelenkdämpfung
-
Magnetventil, Gelenkdämpfung rechts
-
Magnetventil, Gelenkdämpfung links
-
Hydraulikeinheit
-
Winkelsensor (Potentiometer)
-
Anschlagsensor
-
Prüfanschluß
-
Einfüll- und Prüföffnung
-
Akkumulator
Die Bauteile 8 und 11 enthalten zudem Schutzdioden für die
Magnetventile.
Bauteile 8 und 9: Mittlere Gelenkdämpfung 8 und weiche
Gelenkdämpfung 9 ergeben zusammen starke Gelenkdämpfung.
Die Gelenkregelung umfaßt Hydraulikeinheit, Sensoren,
ABS-Steuergerät, Motorsteuergerät und Gelenkregelungs-Steuergerät.
Der Anschlagsensor ist induktiv, der Winkelsensor enthält ein
Potentiometer.

Aufgabe der Hydraulikeinheit ist es, die Horizontalbewegung des
Gelenks abzubremsen. Im geschlossenen Hydraulikkreis regelt das
Gelenkregelungs-Steuergerät über Magnetventile den Hydraulikölstrom.
Vom Motorsteuergerät werden Signale zur aktuellen
Verstellhebelstellung und Einspritzmenge an das Gelenkregelungs-
Steuergerät übermittelt. Zudem überträgt das ABS-Steuergerät
Informationen zu Raddrehzahlen sowie zu Eingriffen der
Antriebsschlupfregelung über Bremssystem und Motorregelung an das
Gelenkregelungs- Steuergerät.
Angeforderte Drehmomentreduzierungen werden vom
Gelenkregelungs-Steuergerät an das Motorsteuergerät übermittelt.
Dies bedeutet, daß das Motorsteuergerät nicht allein über die
Motorregelung entscheidet, sondern Informationen vom
Gelenkregelungs- Steuergerät mitverarbeitet werden.
Hauptfunktionen
Unterschiedliche Raddrehzahlen
Dreht eines der angetriebenen Hinterräder frei durch oder drehen
beide frei durch, kann eine Gefahrensituation entstehen, da der
Hinterwagen des Busses die Seitenführung verlieren und seitwärts
ausbrechen kann, ohne daß der Fahrer dies bemerkt. Dies kann sowohl
bei geringer Geschwindigkeit, z. B. beim Anfahren, als auch bei
höheren Geschwindigkeiten, z. B. beim Durchfahren eines
Kreisverkehrs, der Fall sein.

Schleudern - Busheck bricht seitwärts aus
Weitere Gefahrensituationen können entstehen, wenn der Fahrer das
Fahrpedal durchtritt, während der Hinterwagen eine Kurve durchläuft.
Bei rutschiger Fahrbahn kann die mittlere Achse zur Seite gedrückt
werden, und der Bus knickt am Gelenk ein.

Einknicken - Busmitte bricht seitwärts aus
Durchdrehen der Räder bedeutet, daß die Raddrehzahlen an den Rädern
der Hinterachse über den zulässigen Wert hinaus abweichen und höher
sind, als die Raddrehzahlen der übrigen Räder. Einknicken bedeutet,
daß die Raddrehzahlen an den Rädern der mittleren Achse verglichen
mit denen der übrigen Räder niedriger sind und über den zulässigen
Wert hinaus abweichen. In beiden Fällen greifen Motorregelung und
Gelenkdämpfung korrektiv ein.
Gelenkdämpfung
Die Dämpfung des Gelenks wird durch die Drosselung des Ölstroms im
geschlossenen Hydrauliksystem durch ein Proportionalventil erreicht.
Sie vergrößert die Richtungsstabilität bei hohen Geschwindigkeiten
und verhindert ein Einknicken bei vereister Fahrbahn. Unter normalen
Fahrbedingungen wird die Gelenkbewegung beim Einfahren in eine Kurve
gedämpft, jedoch nicht bei Rückkehr zur Geradeausfahrt.
Schutz des Gelenks bei Rückwärtsfahrt
Übersteigt der Einschlagwinkel bei Rückwärtsfahrt 47°, leuchtet die
Warnleuchte auf und ein Summer ertönt. Zum Schutz des Gelenks wird
eine weitere Rückwärtsfahrt verhindert durch die Betätigung der
Haltestellenbremse, ein automatisches Absenken der Motordrehzahl auf
Leerlaufniveau und eine harte Dämpfungseinstellung des Gelenks. Soll
trotz aktivierter Rückwärtsgangsperre die Rückwärtsfahrt fortgesetzt
werden, wird der Schalter zur Abschaltung der Rückwärtsgangsperre
betätigt.
Wird der Abschalt-Schalter gedrückt, liegt kein
Rückwärtsfahrt-Signal mehr vor oder verringert sich der
Einschlagwinkel auf unter 45°, werden keine Warnsignale mehr
gegeben. Wird der Schalter zur Abschaltung der Rückwärtsgangsperre
gedrückt gehalten, wenn die Anschlagposition erreicht wird, dann muß
er losgelassen und erneut betätigt werden, bevor die Rückwärtsfahrt
fortgesetzt werden kann.

Schalter zur Abschaltung der Rückwärtsgangsperre.

Gelenkregelungs-Warnleuchte
Drucküberwachung
Bei zu niedrigem Druck im Hydrauliksystem (< 3 bar) ist nur eine
verminderte Dämpfungswirkung gegeben. In diesem Fall werden die
Gelenkregelungs-Warnleuchte eingeschaltet und die
Fahrgeschwindigkeit auf höchstens 50 km/h begrenzt.
Hinweis: Bei
Bussen der frühen Produktion wurde der Druckwächter auf 4 bar
eingestellt. Auch bei diesen Bussen kann er auf 3 bar eingestellt
werden, um die Auslösung des Alarms aufgrund von zu niedrigem
Hydraulikdruck bei kalter Witterung zu verhindern.
Notlaufprogramm
Ein Fehler in der Gelenkregelung kann die normalen Fahreigenschaften
des Busses beeinträchtigen. Dies gilt besonders bei vereister
Fahrbahn. Wird ein Fehler erkannt, leuchtet die
Gelenkregelungs-Warnleuchte auf, und die Einspritzmenge wird
begrenzt. Es ist jedoch weiterhin möglich, die Fahrt mit
verringerter Geschwindigkeit sicher fortzusetzen. Zudem werden alle
Magnetventile in die geöffnete Stellung geschaltet und alle
Fehlercodes gespeichert.
Bestimmte Störungssituationen verschwinden von selbst, d. h. sobald
die Fehlerursache nicht mehr vorliegt, kehren alle Funktionen wieder
zum Normalbetrieb zurück, und die Fehlercodes werden gespeichert.
Gelenkregelungs-Steuergerät
Wird vom Gelenkregelungs-Steuergerät ein Fehler erkannt, leuchtet
die Gelenkregelungs- Warnleuchte auf.

Gelenkregelungs-Warnleuchte
Systemaufbau

-
Kombiinstrument usw.
-
Zentral-Elektrikeinheit vorn
-
Brems-Steuergerät
-
Zentral-Elektrikeinheit hinten
-
Gelenkregelungs-Steuergerät
-
Motorsteuergerät
-
Hydraulikdruckwächter (< 3 bar)
-
Einfüll- und Prüföffnung
-
Proportionalventil für Gelenkdämpfung
-
Prüfanschluß
-
Akkumulator
-
Winkelsensor (Potentiometer)
-
Anschlagsensor
-
Hydraulikdruckwächter (> 50 bar), wird bei Scania nicht
verwendet

Die Gelenkregelung umfaßt ein Steuergerät, eine Hydraulikeinheit,
verschiedene Sensoren sowie ein Bremssteuergerät (ABS/TC) und ein
Motorsteuergerät (EDC). Der Anschlagsensor ist induktiv, der
Winkelsensor enthält ein Potentiometer.
Aufgabe der Hydraulikeinheit ist es, die Horizontalbewegung des
Gelenks abzubremsen. Der Ölstrom im geschlossenen Hydrauliksystem
wird vom Steuergerät der Gelenkregelung über ein Proportionalventil
begrenzt.
Die Signale werden zwischen den Steuergeräten über einen
CAN-Datenbus übertragen. Das Motorsteuergerät (EDC) signalisiert dem
Steuergerät der Gelenkregelung die aktuelle eingespritzte
Kraftstoffmenge. Das Bremssteuergerät (ABS/TC) signalisiert dem
Steuergerät der Gelenkregelung die Raddrehzahlen.
Das Steuergerät der Gelenkregelung sendet Signale zur
Motordrosselung an das Motor- Steuergerät. Das Bremssteuergerät
sendet ebenfalls Signale zur Motordrosselung an das
Motorsteuergerät. Die Regelung wird von dem Signal bestimmt, das die
stärkere Drosselung anfordert.
Informationen zur CAN- Kommunikation
Die CAN-Leitungen ermöglichen die Kommunikation der verschiedenen
Steuergeräte. Die über CAN-Leitungen übermittelten Informationen
lassen sich nicht mit Hilfe eines Multimeters prüfen. Allerdings ist
eine Messung aller an den Steuergeräten angeschlossenen Verbraucher
möglich.
Die über die CAN-Leitungen übertragenen Informationen werden als
Botschaften bezeichnet. Über die CAN-Leitungen werden verschiedene
Nachrichten zwischen verschiedenen Steuergeräten und zu
unterschiedlichen Zeiten übertragen.
Die Informationen, die die Steuergeräte in Form von Spannungsgrößen
senden und empfangen werden als Signale bezeichnet. Jedes Bauteil
verfügt über einen eigenen Anschluß an das Steuergerät.
Hauptfunktionen

Unterschiedliche Raddrehzahlen
Dreht eines der angetriebenen Hinterräder frei durch oder drehen
beide frei durch, kann eine Gefahrensituation entstehen, da der
Hinterwagen des Busses die Seitenführung verlieren und seitwärts
ausbrechen kann, ohne daß der Fahrer dies bemerkt. Dies kann sowohl
bei geringer Geschwindigkeit, z. B. beim Anfahren, als auch bei
höheren Geschwindigkeiten, z. B. beim Durchfahren
eines Kreisverkehrs,
der Fall sein. Schleudern
- Busheck bricht seitwärts aus
Weitere Gefahrensituationen können entstehen, wenn der Fahrer das
Fahrpedal durchtritt, während der Hinterwagen eine Kurve durchläuft.
Bei rutschiger Fahrbahn kann die mittlere Achse zur Seite gedrückt
werden, und der Bus knickt am Gelenk ein.

Einknicken - Busmitte bricht seitwärts aus
Durchdrehen der Räder bedeutet, daß die Raddrehzahlen an den Rädern
der Hinterachse über den zulässigen Wert hinaus abweichen und höher
sind, als die Raddrehzahlen der übrigen Räder. Einknicken bedeutet,
daß die Raddrehzahlen an den Rädern der mittleren Achse verglichen
mit denen der übrigen Räder niedriger sind und über den zulässigen
Wert hinaus abweichen. In beiden Fällen greifen Motorregelung und
Gelenkdämpfung korrektiv ein.
Gelenkdämpfung
Die Dämpfung des Gelenks wird durch die Drosselung des Ölstroms im
geschlossenen Hydrauliksystem durch ein Proportionalventil erreicht.
Sie vergrößert die Richtungsstabilität bei hohen Geschwindigkeiten
und verhindert ein Einknicken bei vereister Fahrbahn. Unter normalen
Fahrbedingungen wird die Gelenkbewegung beim Einfahren in eine Kurve
gedämpft, jedoch nicht bei Rückkehr zur Geradeausfahrt.
Schutz des Gelenks bei Rückwärtsfahrt

Wenn bei Rückwärtsfahrt ein Knickwinkel von 47° überschritten wird,
leuchtet die Warnleuchte auf und der Warnsummer ertönt

(a) in einer Linkskurve und b) in einer Rechtskurve, wie gezeigt).
Zum Schutz des Gelenks wird eine weitere Rückwärtsfahrt verhindert
durch die Betätigung der Haltestellenbremse, ein automatisches
Absenken der Motordrehzahl auf Leerlaufniveau und eine harte
Dämpfungseinstellung des Gelenks. Soll trotz aktivierter
Rückwärtsgangsperre die Rückwärtsfahrt fortgesetzt werden, wird der
Schalter zur Abschaltung der Rückwärtsgangsperre betätigt.
Wird der Abschalt-Schalter gedrückt, liegt kein
Rückwärtsfahrt-Signal mehr vor oder verringert sich der
Einschlagwinkel auf unter 47°, werden keine Warnsignale mehr
gegeben. Wird der Schalter zur Abschaltung der Rückwärtsgangsperre
gedrückt gehalten, wenn die Anschlagposition erreicht wird, dann muß
er losgelassen und erneut betätigt werden, bevor die Rückwärtsfahrt
fortgesetzt werden kann.
Schalter zur Abschaltung der Rückwärtsgangsperre.
Drucküberwachung
Bei zu niedrigem Druck im Hydrauliksystem (< 3 bar) ist nur eine
verminderte Dämpfungswirkung gegeben. In diesem Fall werden die
Gelenkregelungs-Warnleuchte eingeschaltet und die
Fahrgeschwindigkeit auf höchstens 50 km/h begrenzt.
Notlaufprogramm
Ein Fehler in der Gelenkregelung kann die normalen Fahreigenschaften
des Busses beeinträchtigen. Dies gilt besonders bei vereister
Fahrbahn. Wird ein Fehler erkannt, leuchtet die
Gelenkregelungs-Warnleuchte auf, und die Einspritzmenge wird
begrenzt. Es ist jedoch weiterhin möglich, die Fahrt mit
verringerter Geschwindigkeit sicher fortzusetzen. Zusätzlich wird
das Proportionalventil geöffnet und der Fehlercode gespeichert.
Die meisten Fehlercodes sind selbstkorrigierend, d. h., wenn der
Fehler nicht mehr auftritt, werden alle Funktionen in den
Normalzustand zurückversetzt, und der Fehlercode wird gespeichert.

Gelenkregelungs-Warnleuchte

Prüfen
-
Gummidichtung ausbauen.

-
Befestigung des Gummilagers an Gelenk 1 und Rahmen 2 prüfen.
Gummilager 3 auf Risse prüfen. In schlechtem Zustand befindliche
Gummilager erneuern, siehe Gummilager ausbauen.
Hinweis: Gummilager
sind alle 500.000 km zu erneuern.
Spezifikationen
Anzugsdrehmomente

Gummilager an Gelenk 350 Nm

Gummilager an Rahmen 530 Nm


Hinweis: Die
Arbeiten sind über einer Grube durchzuführen.
Ausbau
-
Hinterkante der vorderen Durchgangsverkleidung weit genug lösen,
um Zugang zu den Balgdichtungs-Stützarmen zu erhalten.
-
Balgdichtungs-Stützarme 1 lösen.
-
Balgdichtungen vorn unten lösen - siehe Hauptgruppe 18,
Balgdichtungen bzw. Anweisungen des Aufbauherstellers.

-
Gelenk mit zwei Unterstellböcken vorn abstützen und mit zwei
Unterstellböcken hinten sichern. Hierzu den Bus so genau wie
möglich in Geradeausstellung bringen.
-
Vordere Unterstellböcke unter dem Träger direkt hinter dem Gelenk
ansetzen, ca. 40 cm von der Außenkante.



! ACHTUNG!

Rutschsicherung 1 am Unterstellbock ver- wenden. Sicherstellen, daß
die Verbindung nicht von den Unterstellböcken rutscht.

-
Hintere Unterstellböcke so weit wie möglich hinten, unter dem Träger
hinter dem Motor ansetzen, siehe Hauptgruppe 0, Fahrzeug anheben und
mit Unterstellböcken abstützen.




! ACHTUNG!
Antriebsräder von vorn und hinten mit Keilen sichern, damit der
Hinterwagen des Busses nicht wegrollt.

-
Kabel 1 lösen und Gummilager- Befestigungsschrauben 2 herausdrehen.
Hinweis: Radkeile
ca. 10 cm vor die Vorderräder legen, um zu verhindern, daß der Bus
zu weit vorwärts rollt.
-
Feststellbremse lösen.
-
Vorsichtig den Vorderwagen des Busses ca. 10 cm vorwärts schieben.

-
Radkeile hinter die Vorderräder legen, so daß der Bus nicht
rückwärts rollen kann.
-
Halterungen 2 und Gummilager 1 ausbauen.

Einbau
-
Gummilager 1 einbauen, und die Schrauben der Halterungen mit 350 Nm
festziehen.
-
Radkeile hinter den Vorderrädern wegnehmen und den Vorderwagen des
Busses nach hinten schieben. Feststellbremse anziehen.
Hinweis: Sicherstellen,
daß keine Bauteile eingeklemmt und die Gummilager korrekt eingebaut
sind.

-
Gummilager-Befestigungsschrauben mit 530 Nm festziehen und Kabel 1
anschließen.
-
Unterstellböcke entfernen.

-
Balgdichtungen vorn unten anbauen - siehe Hauptgruppe 18,
Balgdichtungen bzw. Anweisungen des Aufbauherstellers.

-
Balgdichtungs-Stützarme 1 anbauen.
-
Hinterkante der Durchgangsverkleidung anbauen.
Spezifikationen
Anzugsdrehmomente

Schrauben (M 8) 25 Nm

Schrauben (M 10) 30 Nm

Erneuern
-
Kantenstreifen der hinteren inneren
Balgdichtungen entfernen. 

-
Belagstreifen von der hinteren Bodenplatte abnehmen.

-
Balgdichtungen zur Seite falten, und hintere Bodenplatte ausbauen.
-
Abdeckplatten 1 ausbauen. 
-
Kabelkettenführung erneuern. 

-
Abdeckplatten 1 einbauen.

-
Balgdichtungen zur Seite falten, und hintere Bodenplatte einbauen. M
8 Schrauben mit 25 Nm und M 10 Schrauben mit 30 Nm festziehen.

-
Belagstreifen an der hinteren Bodenplatte anbringen.

-
Kantenstreifen der hinteren inneren Balgdichtungen befestigen.
Spezifikationen
Anzugsdrehmomente

Schrauben, Eckplatte 24 Nm


Einbau
-
Balgdichtungen hinten innen 1 lösen - siehe Hauptgruppe 18,
Balgdichtungen bzw. Anweisungen des Aufbauherstellers.
-
Belagstreifen von hinterer Bodenplatte 2 abnehmen.
-
Hintere Bodenplatte 2 ausbauen.

-
Matte 2 an den Ecken weit genug lösen, um die Eckplatten 1 ausbauen
zu können. Eckplatten auf beiden Fahrzeugseiten ausbauen.

-
Sicherungsblech 1 hochbiegen.
-
Schraube 2 der Führungsstange und Schraube der Schneckenwelle des
Kol- bens 3 herausdrehen.

-
Stützlagerschrauben herausdrehen.
-
Abdeckplatten 1 ausbauen.


-
Alle Kabel abklemmen.

-
Hydraulikeinheit ausbauen.
Hinweis: Die
Hydraulikeinheit wiegt
ca. 110 kg. Zum Anheben wird eine Person an jeder Seite benötigt.

Einbau
-
Hydraulikeinheit einbauen.
Hinweis: Die
Hydraulikeinheit wiegt
ca. 110 kg. Zum Anheben wird eine Person an jeder Seite benötigt.
-
Alle Kabel 1 anschließen. 

-
Abdeckplatten 1 einbauen.

-
Verdrehspiel einstellen, siehe Verdrehspiel einstellen,
Arbeitsschritte 5 - 10.

-
Eckplatten auf beiden Fahrzeugseiten einbauen, und Schrauben mit 24
Nm festziehen.
-
Matte 1 an den Eckplatten festkleben.

-
Hintere Bodenplatte 2 einbauen.
-
Belagstreifen an der hinteren Bodenplatte 2 anbringen.
-
Balgdichtungen hinten innen 1 anbauen - siehe Hauptgruppe 18,
Balgdichtungen bzw. Anweisungen des Aufbauherstellers.
Spezifikationen
Druck

Hydraulikzylinder 7,0 bar (bei 20 °C)


WICHTIG! Das
Diagramm zeigt die Auswirkung der Öltemperatur auf den Hydraulikdruck.
Daher ist es unbedingt erforderlich, die Öltemperatur bei der Messung
schriftlich festzuhalten.
Ausrüstung
Spezialwerkzeuge
Druckspezifikation für Hydraulikzylinder
Nummer Beschreibung Abbildung


99 355 Füllausrüstung


82 335 Adapter x 2


639 974 Handpumpe


115 421
82 336 Anschluß

Vorbereitung
Hinweis: Der
Bus muß sich in Geradeausstellung befinden.
-
Hintere Bodenplatte ausbauen, siehe Kabelkettenführung,
Arbeitsschritte 1 - 3.
-
Ventilblock um den Druckmesseranschluß reinigen. Schutzkappe
abnehmen, und Druckmesser anschließen.

Prüfen
WICHTIG! Während
der Fahrt darf kein Druckmesser angeschlossen sein, da der Druck
beim Einknicken des Gelenks sehr stark ansteigt.
-
Sicherstellen, daß der Druck bei 20 °C
7,0 bar beträgt bzw. gemäß des Diagramms korrekt ist. Bei
inkorrektem Druck diesen gemäß Diagramm korrigieren.
Druckspezifikation für Hydraulikzylinder
-
Druckmesser abbauen, und Schutzkappe anbauen.
-
Hintere Bodenplatte einbauen, siehe Kabelkettenführung,
Arbeitsschritte 7 - 9.
Spezialwerkzeuge
|
Nummer |
Beschreibung |
Abbildung |
|
99 355 |
Füllausrüstung |
|



82 335 Adapter x 2

Spezifikationen
Öl

Gelenkregelung Siehe Hauptgruppe 00, Öle, Schmiermittel, Flüssigkeiten

Druck

Gelenkregelung 7,0 bar bei 20 °C gemäß
Diagramm Druckspezifikation für Hydraulikzylinder


WICHTIG! Das
Diagramm zeigt die Auswirkung der Öltemperatur auf den Hydraulikdruck.
Daher ist es unbedingt erforderlich, die Öltemperatur bei der Messung
schriftlich festzuhalten.
Druckspezifikation für Hydraulikzylinder
Hinweis: Der
Bus muß sich in Geradeausstellung befinden.
-
Hintere Bodenplatte ausbauen, siehe Kabelkettenführung,
Arbeitsschritte 1 - 3.
-
Ventilblock um die zwei Füll- und Prüfanschlüsse reinigen.
Schutzkappen abbauen und Adapter 82335 an jeden Anschluß anbauen.
-
Schlauch der Füllausrüstung 99 355 an Druckanschluß (mit P
gekennzeichnet) und rechten Anschluß der Hydraulikeinheit
anschließen. Rücklaufschlauch mit transparentem Kunststoffrohr an
mit T gekennzeichneten Anschluß sowie an linken Anschluß der
Hydraulikeinheit anbauen. Funktionsbeschreibung und Wartung der
Füllausrüstung 99 355 siehe 13:00-04.
-
Ausrüstung an geeignete 24 V Span- nungsversorgung anschließen, und
Pumpe STARTEN. Laufen lassen, bis im transparenten Kunststoffrohr
keine Lufteinschlüsse mehr sichtbar sind. Pumpe AUSSCHALTEN.
Rücklauf (T) abbauen. Druck auf 3 - 4 bar anheben. Nacheinander an
allen vier Schrauben entlüften bis Öl austritt.
-
Pumpe starten und sicherstellen, daß der Druck bei 20 °C 7,0 bar
beträgt bzw. gemäß dem Diagramm korrekt ist. Siehe
Druckspezifikation für Hydraulikzylinder.
-
Probefahrt durchführen. Dabei sicherstellen, daß beide Endanschläge
des Gelenks erreicht werden.
Hinweis: Schläuche
und Adapter 82 335 vor Durchführung der Probefahrt abbauen, da der
Druck auf bis zu 250 bar ansteigen kann (bei Kurvenfahrt können die
Anschlüsse an den Eckplatten scheuern).
-
Auf Undichtigkeiten prüfen. Entlüften und Druck korrigieren.
-
Hintere Bodenplatte einbauen, siehe Kabelkettenführung,
Arbeitsschritte 7 - 9.

1 = Entlüftungsschrauben (4) P = Druck
T = Rücklauf
Einfüllausrüstung 99 355 an Hydraulikeinheit angeschlossen
Spezifikationen
Anzugsdrehmomente

Innensechskantschrauben, Stützlager 450 Nm

Schrauben, Einstellplatte 300 Nm

Schneckenwelle, Kolben 10 Nm

Kontermutter, Schneckenwelle 200 Nm

Schraube, Führungsstange 350 Nm

Verdrehspiel bei der Einstellung

Korrektes Verdrehspiel 0-0,25 mm

Verdrehspiel bei der Prüfung

Maximal zulässiges Verdrehspiel 1,0 mm

Prüfen
Hinweis: Der
Bus muß sich in Geradeausstellung befinden.

-
Hintere Bodenplatte ausbauen, siehe Kabelkettenführung,
Arbeitsschritte 1 - 3.
-
Spiel mit Fühllehre prüfen. Ist das Spiel größer als 1,0 mm, muß es
eingestellt werden. Verdrehspiel einstellen
-
Hintere Bodenplatte einbauen, siehe Kabelkettenführung,
Arbeitsschritte 7 - 9.
Verdrehspiel einstellen
Innere Balgdichtung
1 Balgdichtungen
hinten innen 1 lösen - siehe Hauptgruppe 18, Balgdichtungen bzw.
Anweisungen des Aufbauherstellers.

Zahnflanke
-
Schrauben des Stützlagers lösen.

-
Sicherungsblech 1 hochbiegen.
-
Schraube 2 der Führungsstange und Schraube der Schneckenwelle des
Kol- bens 3 herausdrehen.
-
Schrauben 4 der Einstellplatte ausschrauben.

-
Verdrehspiel einstellen, indem mit einem Gummihammer gegen die
Einstellplatte geklopft wird. Zur Verringerung des Verdrehspiels die
Einspellplatte nach vorn klopfen, zur Erhöhung des Verdrehspiels
nach hinten. Das korrekte Verdrehspiel beträgt 0 - 0,25 mm. Spiel
mit Fühlerlehre messen.

-
Sicherstellen, daß die Hydraulikeinheit planparallel zum Hinterteil
des Busses eingebaut ist. Durch Messung mit Maßband prüfen.

-
Schrauben des Stützlagers mit 450 Nm festziehen.

-
Schrauben der Einstellplatte mit 300 Nm festziehen.
-
Schneckenwelle des Kolbens mit 10 Nm und Kontermutter mit 200 Nm
festziehen.
-
Führungsstangenschraube mit 350 Nm festziehen. Schraube durch
Umbiegen des Sicherungsblechs 1 sichern.

-
Hintere Bodenplatte 2 einbauen.
-
Belagstreifen an der hinteren Bodenplatte 2 anbringen.
-
Balgdichtungen hinten innen 1 anbauen - siehe Hauptgruppe 18,
Balgdichtungen bzw. Anweisungen des Aufbauherstellers.
Spezifikationen
Spiel

Spiel in der Senkrechten zwischen Endanschlag 1 und Anschlagsensor 2
3 +/- 2 mm

-
Schaulochdeckel in der Mitte des Gelenks ausbauen.

Hinweis: Die
Kabel und Sensoren sind sehr empfindlich.
-
Bus einschlagen bis sich der Anschlagsensor 2 direkt unter dem
Endanschlag 1 befindet.
-
Prüfen, ob der Anschlagsensor mit dem Endanschlag ausgerichtet ist.
Ggf. Endanschlag einstellen.
-
Prüfen, ob das Spiel in der Senkrechten zwischen Anschlagsensor und
Endanschlag 3 +/- 2 mm beträgt. Ggf. Anschlagsensor einstellen.
-
Bus daraufhin so einschlagen, daß der Anschlagsensor direkt unter
dem Endanschlag auf der gegenüberliegenden Seite steht. Prüfungen
und ggf. Einstellungen wiederholen.
-
Endanschlag
-
Anschlagsensor
Spezialwerkzeuge
|
Nummer |
Beschreibung |
Abbildung |
|
99 355 |
Füllausrüstung |
|



82 335 Adapter x 2

Spezifikationen
Anzugsdrehmomente

Innensechskantschrauben, Stützlager 450 Nm

Akkumulator 80 Nm

Schrauben, Einstellplatte 300 Nm

Schneckenwelle, Kolben 10 Nm

Kontermutter, Schneckenwelle 200 Nm

Schraube, Führungsstange 350 Nm

Spiel

Korrektes Verdrehspiel 0 - 0,25 mm

Druck

Hydraulikzylinder 7 bar bei 20 °C gemäß Diagramm Druckspezifikation für
Hydraulikzylinder

WICHTIG! Das
Diagramm zeigt die Auswirkung der Öltemperatur auf den Hydraulikdruck.
Daher ist es unbedingt erforderlich, die Öltemperatur bei der Messung
schriftlich festzuhalten.

Druckspezifikation für Hydraulikzylinder
Erneuern
Hinweis: Der
Bus muß sich in Geradeausstellung befinden.
-
Hintere Bodenplatte ausbauen, siehe Kabelkettenführung erneuern,
Arbeitsschritte 1 - 3.
-
Füllausrüstung anschließen, siehe Hydraulikeinheit entlüften,
Arbeits- schritte 2 - 3.
-
Druck in der Hydraulikeinheit abbauen.



! ACHTUNG!
Der Hydraulikdruck muß vor dem Ausbau von Bauteilen abgebaut werden.

WICHTIG! Die
Hydraulikeinheit darf nicht mit Druckluft entleert werden.
Andernfalls kann Luft in das Hydrauliksystem gelangen, die sich nur
schwer entfernen läßt.
-
Hydraulikeinheit lösen, siehe Hydraulikeinheit ausbauen, Arbeits-
schritte 4 -7. Hydraulikeinheit an einer Kante anheben.
-
Bauteil erneuern.
Hinweis: Das
Proportionalventil darf nicht separat erneuert werden; in diesem
Fall ist die Hydraulikeinheit komplett zu erneuern. Das
Proportionalventil ist mit der Hydraulikeinheit zusammen kalibriert.
-
Hydraulikeinheit einbauen.
-
Verdrehspiel einstellen. Siehe Verdrehspiel einstellen,
Arbeitsschritte 5 - 10.
-
System entlüften. Siehe Hydraulikeinheit entlüften, Arbeitsschritte
3-7 und Druck auf 7,0 bar bei 20 °C einstellen. Siehe Diagramm
Druckspezifikationen für Hydraulikzylinder.
-
Füllausrüstung abbauen, und Schutzkappen an Anschlüsse anbauen.
-
Hintere Bodenplatte einbauen, siehe Kabelkettenführung erneuern,
Arbeitsschritte 7 - 9.
Spezifikationen
Spannung

Zwischen Pin 4 und Pin 6 am Stecker C510 4,1 +/- 0,2 V

-
Schaulochdeckel in der Mitte des Gelenks ausbauen.
-
Sicherstellen, daß der Bus in Geradeausstellung steht, da dies
Messungen am Winkelsensor beeinflußt.

-
Widerstand mit dem Multimeter an den zwei Pins 54 und 35 messen.
Messen zwischen Pin 4 (ACS 54 WH) und Pin 6 (ACS 35 BK) an Stecker
C510. Der Stecker befindet sich in der vorderen Zentral-
Elektrikeinheit. Der korrekte Meßwert beträgt 4,1 +/- 0,2 V.

Ungefähre Werte für die Winkelsensor- Spannung
Lenkan- schlag links
Geradeaus- stellung
Lenkan- schlag rechts

7 V 4,1 V 1 V

Das Auslesen von Fehlercodes kann entweder mit Scania Diagnos oder über
die Diagnoseleuchte in der Instrumententafel erfolgen.
Fehlercodes auslesen
Zündspannung einschalten.
Wenn die Diagnoseleuchte permanent leuchtet, sind Fehlercodes vorhanden.
Wenn keine Fehlercodes vorhanden sind, leuchtet die Diagnoseleuchte
nicht.
-
Diagnoseschalter drücken. Diagnoseschalter loslassen, und Anzahl der
Blinksignale zählen.
-
Alle Fehlercodes notieren. Die Anzahl der Blinkcodes ergibt den
Fehlercode,
z. B. Fehlercode 14 = 14 Blinkcodes.
-
Die Fehlercodes werden einzeln und mit ca. zwei Sekunden Abstand
ausgegeben.
Fehlercodes löschen
-
Zündspannung ausschalten.
-
Diagnoseschalter drücken und festhalten.
-
Zündschlüssel in Fahrstellung drehen. Schalter 3 Sekunden gedrückt
halten.
-
Schalter loslassen. Die Leuchte erlischt. Alle Fehlercodes sind nun
gelöscht.

-
Diagnoseschalter
-
Diagnoseleuchte
Fehlercode 01
Fehler
Interner Speicher im Steuergerät defekt.
Ursache
Eine Prüfberechnung des EPROM-Speicher- Inhalts hat nicht zum erwarteten
Ergebnis geführt. Der EPROM-Speicher enthält die Steuergeräte-Software.
Anmerkungen
Das Steuergerät versucht, den Notlauf zu aktivieren. Es begrenzt die
Gasbetätigung und deaktiviert die Magnetventile. Die Motorregelung
erhält Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
Bei wiederholtem Auftreten des Fehlers das Steuergerät erneuern.
Fehlercode 02
Fehler
Codierstecker unbekannt.
Ursache
Das Steuergerät erkennt den Codierstecker nicht. Daher ist es nicht in
der Lage, die für den Notlauf zulässige Gasbetätigung zu berechnen.
Anmerkungen
Der Codierstecker wird beim Einschalten der Zündung geprüft. Wird der
Codierstecker nicht erkannt, aktiviert das Steuergerät den Notlauf. Es
begrenzt die Gasbetätigung und deaktiviert die Magnetventile. Die
Motorregelung wird von der Antriebsschlupf-Regelung entsprechend
Codierstecker 1303 039 gesteuert.
Maßnahme
Codierstecker durch einen zugelassenen Stecker ersetzen.
Fehlercode 03
Fehler
Kontakte im Codierstecker lose.
Ursache
Der Codierstecker wird beim Einschalten der Zündung geprüft. Wird der
Codierstecker nach der Prüfung ausgetauscht, wird ein Fehlercode
gesetzt.
Anmerkungen
Der Fahrer wird hierüber nicht informiert. Das Steuergerät registriert
den Fehlercode, aber die Gelenkregelung funktioniert einwandfrei.
Maßnahme
-
Codierstecker abziehen und Pins prüfen. Codierstecker anschließen.
Zündung mit Zündschlüssel einschalten und prüfen, ob der Fehlercode
erneut gesetzt wird.
-
Codierstecker abziehen, und federbeaufschlagte Steckerpins im
Steuergerätestecker für den Codierstecker eindrücken. Codierstecker
anschließen. Strom einschalten. Bei erneut gesetztem Fehlercode
Codierstecker erneuern.
Fehlercode 04
Fehler
Das Steuergerät erhält kein Signal vom ABS-Steuergerät.
Ursache
Das zulässige Signal wurde mindestens fünf Sekunden nicht empfangen.
Anmerkungen
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf, und die
Warnleuchte erlischt.
Eingriffe in die Motorregelung durch die Antriebsschlupfregelung sind
nicht möglich.
Maßnahme
Verkabelung und ABS-Steuergerät prüfen.
Fehlercode 05
Fehler
Das Steuergerät erhält vom Motorsteuergerät kein DKV-Signal zur
tatsächlichen Verstellhebelstellung. Das Signal muß über das
ABS-Steuergerät übermittelt werden.
Ursache
Bei fehlendem Verstellhebelstellungs-Signal (DKV-Signal) gibt das
ABS-Steuergerät ein Warnsignal aus.
Anmerkungen
Der Fehler liegt zwischen ABS-Steuergerät und Motorsteuergerät. Sonst
würde zusätzlich Fehlercode 4 ausgegeben.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf. Die Motorregelung
erhält Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
Fehlercodes im ABS-Steuergerät und im Motorsteuergerät prüfen. Stecker
und Verkabelung an ABS und Motor prüfen.
Fehlercode 06
Fehler
Ein oder mehrere Raddrehzahlsignale vom ABS-Steuergerät fehlen.
Ursache
Es liegt ein Fehler im ABS-Steuergerät vor. Das zulässige Signal wurde
mindestens fünf Sekunden nicht empfangen.
Anmerkungen
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Bei Verschwinden des Fehlers kehrt das
Steuergerät nicht zur normalen Funktion zurück. Eingriffe in die
Motorregelung durch die Antriebsschlupfregelung sind nicht möglich.
Die automatische Kalibrierung der Raddrehzahl wurde beendet.
Maßnahme
Fehlercodes im ABS-System prüfen.
Fehlercodes 7 - 10 werden nicht verwendet
Fehler
-
Ursache
-
Anmerkungen
-
Maßnahme
-
Fehlercode 11
Fehler
Kein Signal vom Winkelsensor.
Ursache
Der Winkelsensor oder dessen Verkabelung ist beschädigt. Das zulässige
Signal wurde mindestens eine Sekunde nicht empfangen.
Anmerkungen
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Bei Verschwinden des Fehlers kehrt das
Steuergerät nicht zur normalen Funktion zurück. Die Motorregelung erhält
Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
Stecker, Verkabelung und Winkelsensor prüfen.
Fehlercode 12
Fehler
Inkorrekte Kalibrierung des Winkelsensors.
Ursache
Der Winkelsensor ist beschädigt, inkorrekt eingebaut oder nicht korrekt
angeschlossen.
Anmerkungen
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Bei Verschwinden des Fehlers kehrt das
Steuergerät nicht zur normalen Funktion zurück. Die Motorregelung erhält
Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Stecker, Verkabelung und Winkelsensor prüfen. Korrekte Kalibrierung
des Winkelsensors prüfen.
-
Winkelsensor erneuern.
Fehlercode 13
Fehler
Unterbrechung oder Kurzschluß im Stromkreis des Anschlagsensors.
Ursache
Im Anschlagsensorkreis kann ein Kurzschluß an 24 V oder eine
Unterbrechung vorliegen.
Anmerkungen
Der Fehlercode wird nach fünf Sekunden ausgegeben, wenn die
Geschwindigkeit größer als 25 km/h ist.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Bei Verschwinden des Fehlers kehrt das
Steuergerät nicht zur normalen Funktion zurück. Die Motorregelung erhält
Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Stecker, Verkabelung und Anschlagsensor prüfen.
-
Anschlagsensor erneuern.
Fehlercode 14
Fehler
Unterbrechung im Stromkreis des Druckwächters im Hydrauliksystem.
Ursache
Das Steuergerät erhält kein 24-Volt-Signal an Pin 45.
Anmerkungen
Das zulässige Signal wurde mindestens fünf Sekunden nicht empfangen.
Ein Druckwächter im Hydrauliksystem unterbricht den Stromkreis, wenn der
Druck unter ca. 3 bar sinkt.
Hinweis: Bei
Bussen der frühen Produktion wurde der Druckwächter auf 4 bar
eingestellt. Auch bei diesen Bussen kann er auf 3 bar eingestellt
werden, um die Auslösung des Alarms aufgrund von zu niedrigem
Hydraulikdruck bei kalter Witterung zu verhindern.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Bei Verschwinden des Fehlers kehrt das
Steuergerät nicht zur normalen Funktion zurück. Die Motorregelung erhält
Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Stecker und Verkabelung im Hydrauliksystem für den Dämpfungszylinder
überprüfen.
-
Druck im Hydrauliksystem prüfen.
-
Druckwächter prüfen bzw. erneuern.
Fehlercode 15
Fehler
Unterbrechung oder Kurzschluß im Stromkreis des Magnetventils für
weiches Dämpfen.
Ursache
Zu hohe oder zu niedrige Stromaufnahme an Pin 6 des Steuergeräts.
Anmerkungen
Der Fehlercode wird nach 1 Sekunde ausgegeben.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf. Die Motorregelung
erhält Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Stecker und Verkabelung prüfen.
-
Magnetventil prüfen und ggf. erneuern.
Fehlercode 16
Fehler
Unterbrechung oder Kurzschluß im Stromkreis des Magnetventils für
mittleres Dämpfen.
Ursache
Zu hohe oder zu niedrige Stromaufnahme an Pin 5 des Steuergeräts.
Anmerkungen
Der Fehlercode wird nach 1 Sekunde ausgegeben.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf. Die Motorregelung
erhält Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Stecker und Verkabelung prüfen.
-
Magnetventil prüfen und ggf. erneuern.
Fehlercode 17
Fehler
Unterbrechung oder Kurzschluß im Stromkreis des Magnetventils für
Dämpfen links.
Ursache
Zu hohe oder zu niedrige Stromaufnahme an Pin 4 des Steuergeräts.
Anmerkungen
Der Fehlercode wird nach 1 Sekunde ausgegeben.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf. Die Motorregelung
erhält Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Stecker und Verkabelung prüfen.
-
Magnetventil prüfen und ggf. erneuern.
Fehlercode 18
Fehler
Unterbrechung oder Kurzschluß im Stromkreis des Magnetventils für
Dämpfen rechts.
Ursache
Zu hohe oder zu niedrige Stromaufnahme an Pin 41 des Steuergeräts.
Anmerkungen
Der Fehlercode wird nach 1 Sekunde ausgegeben.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf. Die Motorregelung
erhält Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Stecker und Verkabelung prüfen.
-
Magnetventil prüfen und ggf. erneuern.
Fehlercode 19
Fehler
Magnetventil für Dämpfen links wird zu einem falschen Zeitpunkt mit
Spannung versorgt.
Ursache
Am Steuergeräteausgang zum Magnetventil liegt Spannung an, obwohl dies
vom Steuergerät nicht angefordert wurde.
Anmerkungen
Der Fehlercode wird nach 5 Sekunden ausgegeben.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf. Die Motorregelung
erhält Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Kabel von Pin 4 abziehen und mit Multimeter prüfen.
-
Stecker, Verkabelung und Magnetventil prüfen, ggf. erneuern.
-
Die Treiberstufe im Steuergerät ist möglicherweise defekt. In diesem
Fall muß das Steuergerät erneuert werden.
Fehlercode 20
Fehler
Magnetventil für Dämpfen rechts wird zu einem falschen Zeitpunkt mit
Spannung versorgt.
Ursache
Am Steuergeräteausgang zum Magnetventil liegt Spannung an, obwohl dies
vom Steuergerät nicht angefordert wurde.
Anmerkungen
Der Fehlercode wird nach 5 Sekunden ausgegeben.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf. Die Motorregelung
erhält Signale von der Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Kabel von Pin 41 abziehen und mit Multimeter prüfen.
-
Stecker, Verkabelung und Magnetventil prüfen, ggf. erneuern.
-
Die Treiberstufe im Steuergerät ist möglicherweise defekt. In diesem
Fall muß das Steuergerät erneuert werden.
Fehlercode 21
Fehler
Das Sicherheitsrelais im Steuergerät hat ein Aktivierungssignal zum
falschen Zeitpunkt oder ein inkorrektes Signal erhalten.
Ursache
Einer der Treiberstufenausgänge zu den Magnetventilen für Dämpfen rechts
und links und zur Haltestellenbremse ist an 24 V kurzgeschlossen. Trifft
dies nicht zu, ist das Sicherheitsrelais defekt.
Anmerkungen
Beim Einschalten der Zündung überprüft das Steuergerät die Funktion des
Sicherheitsrelais. Dies erfolgt durch Überprüfung der
Treiberstufenausgänge zu den Magnetventilen für Dämpfen rechts und links
und zur Haltestellenbremse. Liegt ein Kurzschluß an 24 V an einem oder
mehreren der Treiberstufenausgänge vor, wird die Prüfung nach 6 Sekunden
wiederholt. Die Prüfung wird alle 6 Sekunden wiederholt, bis der Fehler
nicht mehr auftritt.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf. Der Fehlercode
wird jedoch gespeichert. Die Motorregelung erhält Signale von der
Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
Stecker und Verkabelung zwischen Steuergerät und Magnetventilen für
Dämpfen rechts und links prüfen.
Fehlercode 22
Fehler
Das Steuergerät erhält zum falschen Zeitpunkt
Rückwärtsgang-Signal-Spannung.
Ursache
An Pin 29 liegen 24 V an.
Anmerkungen
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf. Der Fehlercode
wird jedoch gespeichert. Die Motorregelung erhält Signale von der
Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Kabel von Pin 29 abziehen und mit Multimeter prüfen.
-
Stecker, Verkabelung, Schaltung und Rückwärtsgangsignal-Relais
prüfen, ggf. erneuern.
Fehlercode 23
Fehler
Das Steuergerät empfängt vom ABS- Steuergerät keine Informationen über
Eingriffe der Antriebsschlupfregelung in die Motorregelung (DKR-Signal).
Ursache
Das Gelenkregelungs-Steuergerät fordert vom Motorsteuergerät
Leerlaufdrehzahl an (DKR- Signal). Informationen zur Leerlaufdrehzahl
müßten dann vom Motorsteuergerät über das ABS-Steuergerät zum
Gelenkregelungs- Steuergerät zurückübertragen werden (DKV- Signal).
Erhält das Gelenkregelungs- Steuergerät diese Informationen nicht, wird
Fehlercode 23 ausgegeben.
Anmerkungen
Das Steuergerät führt beim Starten des Motors automatisch eine Prüfung
durch. Der Motor dreht eine halbe Sekunde lang bei Vollgas.
Beträgt die zulässige Gasbetätigung null, interpretiert das Steuergerät
dies als korrekt. Vom Steuergerät wird daraufhin volle Gasbetätigung
erneut zugelassen. Der Fahrer wird über diese Prüfung nicht informiert.
Das Steuergerät aktiviert den Notlauf. Es begrenzt die Gasbetätigung und
deaktiviert die Magnetventile. Tritt der Fehler nicht mehr auf, nimmt
das Steuergerät automatisch die normale Funktion auf. Der Fehlercode
wird jedoch gespeichert. Die Motorregelung erhält Signale von der
Antriebsschlupfregelung.
Maßnahme
-
Stecker und Verkabelung zwischen Motorsteuergerät und ABS-/TC-
Steuergerät prüfen.
-
Motorsteuergerät und ABS/TC-Steuergerät prüfen.
Das Steuergerät ist mit einem 55-Pin-Anschluß ausgestattet.

Pin Aufgabe

-
Masseanschluß des Steuergeräts

-
Spannungsversorgung (U15)

-
Spannungsversorgung (U15)

-
Magnetventil zur Dämpfung während einer Linkskurve

-
Magnetventil, mittleres Dämpfen

-
Magnetventil, weiches Dämpfen

8 Anschlagsensor

15 Diagnosekabel "K"

-
Masseanschluß des Steuergeräts

-
Spannungsversorgung (U15)

22 Ausgangssignal an E-Gas (pulsbreitenmoduliert)

24 Haltestellenbremse

-
Abschaltung der Rückwärtsgangsperre

-
Eingelegter Rückwärtsgang

33 Diagnosekabel, "L"

35 Winkelsensor, Masse

-
Warn-Summer

-
Magnetventil zur Dämpfung während einer Rechtskurve

-
- Eingangssignal (Massepin) vom Diagnoseschalter
- Masse-Ausgangssignal für die Aktivierung der Diagnose- und
Warnleuchte.

-
Hydraulikdruck-Sensor

-
Eingangssignal von Bremssystem und Motorregelung
(pulsbreitenmoduliert)

-
Winkelsensor, +

-
Winkelsensor (Signalspannung)

Die anderen Pins des Steuergeräts sind nicht belegt.

Ungefähre Werte für die Winkelsensor- Spannung
1 Geradeausstellung
mit Scania Diagnos kalibrieren.
Lenkan-
Geradeaus-
Lenkan-
2 Nach
links und rechts bis zum Anschlag
schlag links stellung schlag rechts
4 V 2,5 V 1 V

Mit einem Multimeter die Spannung am Steuergerät messen zwischen Pin 8
und Pin 26. Geeignete Meßpunkte befinden sich zwischen C885/F1 und
C885/F2 in der Zentral- Elektrikeinheit hinter dem Gelenk.
Winkelsensor erneuern
-
Räder geradeaus stellen.
-
Winkelsensor in Geradeausstellung bringen. Dazu
Scania Diagnos (Fenster "Winkelsensor kalibrieren") oder
ein Multimeter (in der Geradeausstellung muß die Spannung 2,5 ± 0,1
V betragen) verwenden.
-
Länge der Verbindung so einstellen, daß der Winkelsensor seine
Mittelstellung erreicht.
-
Winkelsensor mit Scania Diagnos kalibrieren (dies ist auch während
der Fahrt möglich, dauert aber länger).
Das neue Steuergerät lernt die Geradeausstellung sowie die Endstellungen
automatisch während des Fahrbetriebs. Bei einer Erneuerung sind deshalb
keine besonderen Maßnahmen erforderlich.
Allerdings kann der Lernvorgang wie folgt beschleunigt werden:
rückwärtsfahren.

Das Auslesen von Fehlercodes kann entweder mit Scania Diagnos oder über
die Diagnoseleuchte in der Instrumententafel erfolgen.
Fehlercodes auslesen
Spannungsversorgung einschalten (15 V).
Diagnoseschalter mindestens zwei Sekunden drücken.

103 923
Beim Auslesen der Fehlercodes gibt ein langes Blinksignal eine
Zehnerstelle und ein kurzes Blinksignal eine Einerstelle an. Beispiel
(siehe Abbildung): Fehlercode 21 wird wie folgt ausgegeben: lang - lang
- kurz. Falls keine Fehlercodes vorliegen, leuchtet die Leuchte vier
Sekunden lang auf.
Diagnoseschalter zum Auslesen des nächsten Fehlercodes erneut drücken.
Fehlercodes löschen
Alle Fehlercodes wie folgt löschen:
-
Zündung ausschalten (15 V-Versorgung).
-
Diagnoseschalter drücken und festhalten.
-
Bei gedrücktem Diagnoseschalter Zündung (15 Versorgung) einschalten.
Fehlercode 11
Fehler
Keine Kommunikation mit Brems-Steuergerät.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn keine Kommunikation zwischen
Brems-Steuergerät und dem Steuergerät der Gelenkregelung vorhanden ist.
Anmerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf. Die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Stecker und Verkabelung prüfen.
Prüfen, ob Fehlercodes im Brems-Steuergerät vorliegen.
Fehlercode 12
Fehler
Die Botschaft vom Brems-Steuergerät signalisiert eine nicht korrekte
Raddrehzahl.
Ursache
Die Information vom Brems-Steuergerät signalisiert eine nicht korrekte
Raddrehzahl. Der Fehlercode wird nach 5 Sekunden ausgegeben.
Anmerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf. Die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Prüfen, ob Fehlercodes im Brems-Steuergerät vorliegen.
Fehlercode 13
Fehler
Keine Kommunikation mit dem Motorsteuergerät.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn keine Kommunikation zwischen
Motor-Steuergerät und dem Steuergerät der Gelenkregelung vorhanden ist.
Anmerkungen
Die Warnleuchte leuchtet. Bei Verschwinden des Fehlers kehrt das
Steuergerät nicht zur normalen Funktion zurück.
Maßnahme
Stecker und Verkabelung prüfen. Prüfen, ob Fehlercodes im
Motorsteuergerät vorliegen.
Fehlercode 14
Fehler
Die Anforderung des Steuergeräts zur Drosselung der Motorleistung wurde
nicht bestätigt.
Ursache
Das Steuergerät für die Gelenkregelung verringert beim ersten Anfahren
nach dem Motorstart kurzfristig die Motorleistung. Falls der Motor nicht
korrekt reagiert, wird ein Fehlercode erzeugt. Die wahrscheinlichste
Ursache ist, daß kein Signal für eine Leerlaufanforderung von Pin 17 des
Steuergeräts für die Gelenkregelung übertragen wurde.
Anmerkungen
Die Warnleuchte leuchtet. Bei Verschwinden des Fehlers kehrt das
Steuergerät nicht zur normalen Funktion zurück.
Maßnahme
Prüfen, ob Fehlercodes im Motorsteuergerät vorliegen.
Fehlercode 15
Fehler
Unzulässige Signale vom Winkelsensor.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn die Potentiometer-Spannung am Pin 8
außerhalb des Sollbereichs liegt.
Anmerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf, und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Stecker, Verkabelung und Winkelsensor prüfen.
Fehlercode 16
Fehler
Unzulässige Signalkombination zwischen Winkelsensor und Anschlagsensor
oder zwischen Winkelsensor und Geradeausstellung (eine hohe
Geschwindigkeit, ca. 40-50 km/h, setzt Geradeausstellung voraus).
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn länger als 5 Sekunden unzulässige
Signalkombinationen vorliegen (Winkelsensor Pin 8 und Anschlagsensor Pin
51).
Anmerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Stecker, Verkabelung und Winkelsensor prüfen.
Fehlercode 17
Fehler
Das Steuergerät empfängt ein nicht plausibles Signal vom Anschlagsensor.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn länger als 30 Sekunden bei einer
Geschwindigkeit von über 25 km/h ein Signal vom Anschlagsensor (Pin 51)
erzeugt wird.
Anmerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Stecker, Verkabelung und Anschlagsensor prüfen.
Fehlercode 18
Fehler
Kein Signal von der Hydraulik.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn kein Signal vom Hydraulikdruckwächter
(Pin 33) empfangen wird.
Anmerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Prüfen, ob der Systemdruck mindestens 3 bar beträgt. Stecker,
Verkabelung und Druckwächter prüfen.
Fehlercode 21
Fehler
Das Proportionalventil ist falsch angeschlossen oder kurzgeschlossen.
Ursache
Der Fehlercode wird durch einen Fehler im Stromkreis zwischen Pin 2 und
38 erzeugt. Der Fehlercode kann folgende Ursachen haben:
-
Das Proportionalventil erhält keinen Masseschluß durch das
Steuergerät.
-
Der Stromkreis ist kurzgeschlossen nach 24 V oder Masse.
-
Der Stromkreis ist im Kabelstrang unterbrochen.
Anmerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Stecker, Verkabelung und Proportionalventil prüfen.
Fehlercode 24
Fehler
Das Steuergerät empfängt ein nicht plausibles Signal für einen
eingelegten Rückwärtsgang vom Wählhebelschalter.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn länger als 30 Sekunden bei einer
Geschwindigkeit von über 25 km/h ein Rückfahrsignal (Pin 31) erzeugt
wird.
Anmerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf, und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Kabel von Pin 31 abziehen und mit Multimeter prüfen. Stecker,
Verkabelung und Wählhebelschalter und Rückfahrsignal-Relais prüfen.
Fehlercode 25
Fehler
Interner Fehler im Steuergerät.
Ursache
Der Fehlercode wird erzeugt, wenn das Steuergerät die Kalibrierung nicht
mehr speichern kann.
Anmerkungen
Im Falle eines Fehlers schaltet das Steuergerät auf voreingestellte
Standardwerte zurück.
Maßnahme
Fehlercodespeicher löschen und prüfen, ob der Fehlercode wieder erzeugt
wird.
Bei wiederholtem Auftreten des Fehlers das Steuergerät erneuern.
Fehlercode 26
Fehler
Nicht korrekter Masseschluß des Proportionalventils.
Ursache
Das Proportionalventil (Pin 38) erhält einen Masseschluß außerhalb des
Steuergeräts (im Kabelstrang). Der Fehlercode wird nach
5 Sekunden ausgegeben.
Anmerkungen
Das Steuergerät schaltet in den Notlauf, und die Warnleuchte leuchtet.
Sobald der Fehler nicht mehr auftritt, schaltet das Steuergerät auf
Normalfunktion zurück.
Maßnahme
Die Verkabelung kontrollieren.
Das Steuergerät ist mit einem 55-Pin-Anschluß ausgestattet.

Pin Aufgabe

-
Masseanschluß des Steuergeräts

-
Ausgangssignal an Proportionalventil (hoch)

8 Eingangssignal vom Winkelsensor

13 Hydraulikdruckwächter (> 50 bar) –, wird bei Scania nicht verwendet

15 Diagnos, L-Kabel

17 Ausgangssignal +24 V für Leerlaufanforderung

-
Spannungsversorgung + 24 V an Steuergerät

-
Masseanschluß des Steuergeräts

26 Masseanschluß des Winkelsensors

-
Masse-Ausgangssignal für die Aktivierung der Diagnose- und
Warnleuchte

-
Eingangssignal + 24 V bei eingelegtem Rückwärtsgang, R in
Fahrstufenwählanzeige

-
Eingangssignal (Massepin) zur Abschaltung der Rückfahrsperre

-
Eingangssignal vom Hydraulikdruckwächter (< 3 bar)

-
Spannungsversorgung + 24 V an Steuergerät

-
Masseanschluß des Proportionalventils (niedrig)

-
CAN-Datenbus, L-Kabel

-
CAN-Datenbus, H-Kabel

44 Spannungsversorgung zum Winkelsensor

-
Diagnos, K-Kabel

-
Eingangssignal (Massepin) vom Diagnoseschalter

-
Eingangssignal vom Anschlagsensor

-
Ausgangssignal zur Aktivierung der Haltestellenbremse


55 Ausgangssignal zur Aktivierung des Warnsummers Die anderen Pins des
Steuergeräts sind nicht belegt.

11:01-01



Fahrgestellrahmen
Ausgabe 2 de

Inhalt
Inhalt
Rahmenaufbau 3
Typenbezeichnungen für Fahrgestellrahmen
........................................................................
7
Kräfte und Bewegungen im Fahrgestellrahmen
........................................................................
9
Spannungsverteilung in Rahmenträgern
......................................................................
12
Arbeitsbeschreibung Arbeiten
mit Rahmen aus hochfestem
Stahl 14
Schweißen 16
Entfernen von Querträgern 17
Hinzufügen von Querträgern 19
Längsträger

Die Rahmenlängsträger sind immer 270 mm hoch. Sämtliche Längsträger (bis
auf 4x2 EB und 6x2/4) haben eine durchgehende Höhe ent- lang ihrer
gesamten Länge unabhängig vom Rahmentyp.
Die Rahmen sind im vorderen Bereich weiter. Die Breiten sind sowohl
hinten als auch vorn für alle Rahmentypen gleich, um ein Aufnehmen der
Komponenten, die an den Außenseiten bei- der Längsträger befestigt sind,
zu ermöglichen. Die unterschiedlichen Materialstärken der ver-
schiedenen Längsträger müssen daher durch unterschiedliche Längen der
Querträger kom- pensiert werden.
Querträger
Querträger können einfach oder doppelt sein und haben in der Regel zwei
Endstücke. Diese Teile sind für alle Querträgerlängen gleich. Die Art
und Weise, wie die Teile zusammenge- schweißt sind, entscheidet über die
Länge des fertigen Querträgers.
Querträger haben je nach Rahmentyp unter- schiedliche Materialstärken.
Es gibt auch dop- pelte Querträger.
Die Numerierung der Querträger erfolgt gemäß ihrer Lage im Rahmen. Der
erste Querträger befindet sich ganz vorn.
Vorderer Teil

-
Der vorderste Querträger ist für Rahmen mit Blatt- bzw.
Volluftfederung angepaßt.
Die Motorkonsolen befinden sich auf diesem Träger.
-
Befestigungselemente für Blattfederung.
-
Rahmen für volluftgefederte Fahrzeuge haben ein Befestigungselement
für jede Schubstrebe.
Mittlerer Teil

4x2
Doppelachse
-
Der zweite Querträger ist bei allen Rahmen (bis auf 4x4 und 6x6)
gleich. Im Gegensatz zu anderen Trägern ist dieser mit dem Steg nach
oben montiert, wie ein umgedrehtes U. Er ragt nicht über den
Längsträger hinaus, was die Anbringung von Aufbauten erleichtert.
-
4x2-Rahmen haben nur Querträger von dieser Ausführung im mittleren
Teil des Rahmens. Er ist bei F800 und F950 gleich.
-
Bei Doppelachsrahmen ist der dritte Querträger bei F950 einfach und
bei F958 doppelt.
-
Bei Doppelachsrahmen ist der vierte Querträger immer einfach.
Die Stützlager der Kardanzwischenwelle sind auf diesem Träger montiert.
Hinterer Teil

4x2
Doppelachse
-
Querträger zwischen den Federbefestigungselementen bei 4x2-Rahmen.
Derselbe Träger wird bei Doppelachsrahmen zwischen den vorderen
Federbefestigungselemen- ten bei F950 verwendet, jedoch wird ein
kürzerer Träger bei F958 verwendet.
-
Der hinterste Querträger ist bei allen 4x2-Rahmen sowie bei
Doppelachsrahmen vom F950-Typ gleich.
Bei F958 ist er kürzer.
-
Dieser Querträger existiert nur bei Doppelachsrahmen. Er ist bei
Rahmen vom F958-Typ kürzer.
Auch dieser Träger hat verlängerte Endstücke.
Fahrgestellrahmen werden je nach Material- stärke der Längsträger in
zwei unterschiedliche Typen eingeteilt.
Sie werden mit ”F” und einer dreistelligen Zahl bezeichnet. Die beiden
ersten Ziffern geben die Materialstärke des Hauptprofils in Zehntel Mil-
limeter an. Die dritte Ziffer gibt die Material- stärke des Innenprofils
an. Rahmen ohne Innenprofil haben als dritte Ziffer ein Null.
Beispiel:
Von den Haupttypen gibt es Ausführungen für unterschiedliche
Achskonfigurationen und Federungsarten sowie für unterschiedliche
Achsabstände.
|
F |
95 |
8 |
|
Fahrgestellrahmen |
Das Hauptprofil ist 9,5 mm stark |
Das Innenprofil ist 8 mm stark |
| |
Materialstärke der Längsträger |
Dieses Rahmenbeispiel zeigt F958.
Abmessungen der Längsträger und Anwen- dungsgebiete der Rahmentypen sind
in der Tabelle auf der folgenden Seite verzeichnet.
|
Rahmentyp |
F800 |
F950 |
F950 55 |
F958 |
|
Rahmenprofil
Fahrgestell- klasse |

|

|

|

|
|
L |
x |
x |
- |
x |
|
D |
x |
x |
- |
x |
|
C |
- |
x |
x |
x |
|
G |
- |
x |
- |
x |
Beim Fahren wird das Fahrgestell sowohl stati- schen als auch
dynamischen Kräften ausgesetzt.

Statische Kräfte
Statische Kräfte werden durch die Masse (Eigen- gewicht) des Fahrzeugs
und seiner Ladung verur- sacht. Die statischen Kräfte sind die einzigen,
die bei Stillstand des Fahrzeugs wirken. Sie üben Bie- gemomente auf den
Rahmen aus, was wiederum zu Beanspruchungen führt.
Die Beanspruchungen durch die statischen Kräfte können für
unterschiedliche Fahrzeuge und Aufbautypen berechnet werden.
Beispiele für die Verteilung des Biegemomentes auf den Rahmen sind in
den nebenstehenden Abbildungen dargestellt. An der Stelle des größ- ten
Biegemomentes ist auch die Beanspruchung am größten.

Dynamische Kräfte
Dynamische Kräfte kommen beim Fahren hinzu und werden größtenteils durch
Unebenheiten in der Fahrbahn verursacht. Die Größe der Kräfte und ihre
Einwirkung auf das Fahrgestell hängt
u.a. von der Fahrgeschwindigkeit und der Fahr- bahnbeschaffenheit sowie
in großem Ausmaß von der Fahrgestellwahl und der Aufbauausfüh- rung ab.
Eine Veränderung eines dieser Faktoren kann die Belastungsverhältnisse
völlig verändern. Die Dau- erfestigkeit des Fahrgestells ist für die
Bewälti- gung auch der dynamischen Kräfte ausgelegt.
Querkräfte
Der Fahrgestellrahmen kann großen Querkräf- ten ausgesetzt werden. Dies
gilt vor allem bei Fahrzeugen mit großen Radstand, Doppelachs-
fahrzeugen und Fahrzeugen mit langem Über- hang nach hinten mit
Anhänger.
Bei Doppelachsfahrzeugen entstehen große Querkräfte in Kurven. Dies gilt
vor allem bei plötzlicher Kurvenfahrt auf Straßen mit festem Belag oder
gerillter Fahrbahnoberfläche mit hohen Achslasten. Die Ursache hierfür
ist das Bestreben der Doppelachse geradeauszufahren, auch wenn die
Vorderräder gelenkt werden.
Bei Fahrzeugen mit Anhänger entstehen bei Kurvenfahrt Querkräfte im
Hecküberhang. Ein unten montierter Abschleppträger sorgt eben- falls für
ein leichtes Verdrehen des Hecküber- hangs. Durch einen Anhänger
entstehen vertikale Biegekräfte im Hecküberhang, beson- ders bei
Bremsvorgängen.

Die Größe der dynamischen Kräfte hängt vor
u.a. von der Geschwindigkeit und von der Fahrbahnbeschaffenheit ab

Querkräfte bei Kurvenfahrt
Torsionskräfte
Beim Fahren auf unebenen Fahrbahnen wirken große Torsionskräfte auf den
Rahmen. Der vor- dere Teil des Rahmens hat geringe Torsionsstei-
figkeit, der hintere an Hinter- oder Doppelachse hohe.
Die geringe Torsionssteifigkeit wird erreicht durch die Ausformung der
Längs- und Querträger mit U-Profilen und ihre Befestigung ineinander in
der Art, daß die geringe Torsionssteifigkeit des offenen U-Profils nicht
verloren geht.
Diese geringe Torsionssteifigkeit führt zu einem Fahrgestell mit guten
Fahreigenschaften und hoher Festigkeit.
Der Rahmen übernimmt auf die Weise auch einen Teil der Federungsarbeit
bei einseitigem Einfedern.
Schwere Komponenten wie Kraftstofftanks und Kompressoren, die in den
Längsträgern befe- stigt werden, verursachen große Torsionskräfte. Das
Verdrehen der Längsträger wird durch zusätzliche Querträger oder Streben
verhindert.
Der Unterschied des Reifendrucks rechts und links an einer Fahrzeugachse
sollte 3% des gesamten Achsdrucks nicht überschreiten.

Verdrehen des Fahrgestellrahmens

Querträger-Befestigung im Längsträger

Torsionskraft im Längsträger

Die Kräfte im Fahrgestellrahmen verursachen Zug- und Druckspannungen in
den Rahmenträgern.
Bei Biegung ergeben sich die abgebildeten Spannungsverteilungen.
Die Pfeile im Träger zeigen die Größe und Rich- tung der Spannungen bei
vertikaler Biegung.
Die Spannung ist in den Flanschen am größten und nimmt zur
Symmetrielinie des Trägers hin gegen Null ab. Oberhalb der
Symmetrielinie wird der Träger Zug- und unterhalb Druckspan- nungen
ausgesetzt.
Spannungsverteilung bei vertikaler Biegung
Bei horizontaler Biegung ist die Spannung in der freien Flanschkante am
größten. Zur Sym- metrieebene hin nimmt die Spannung gegen Null ab.
Diesseits der Ebene wird der Träger Zug- und jenseits Druckspannungen
ausgesetzt.
Die Rahmenträger werden gleichzeitig vertika- ler und horizontaler
Biegung ausgesetzt, die dazugehörigen Spannungen werden addiert. Die
Rahmenträger werden außerdem Torsion ausgesetzt.
Aus der Abbildung geht hervor, daß die Flan- sche, besonders die freie
Flanschkante, den größten Spannungen ausgesetzt sind. Deshalb dürfen die
Flansche auf keinem Fall geschwächt werden.

Spannungsverteilung bei horizontaler Biegung



! WARNUNG!
Niemals in den Trägerflanschen und im Steg in der Nähe der Flansche
bohren oder schweißen.
Auch sehr kleine Löcher oder Schäden können zu Ermüdungsbrüchen mit
schweren Folgen führen.

Arbeiten an Rahmen aus hochfestem Stahl
Längsträger F950 55 haben im Vergleich zum früheren Rahmenprogramm eine
höhere Streck- grenze als andere Rahmen. Die Materialeigen- schaften bei
diesem Rahmen werden verschlechtert, wenn der Rahmen über 650 C
erwärmt wird, dies gilt vor allem für den Bereich zwischen vorderer und
hinterer Doppel- achse. Dies muß bei Fahrgestellmodifizierung und
Richtarbeiten beachtet werden.
Richten
Das Heft ”Richten von Fahrgestellrahmen” im Servicehandbuch gilt auch
für obenstehende Rahmen, jedoch mit folgenden Einschränkungen:
-
Bei der Höchsttemperatur 650 C
wird das Material hochrot. Beim Erwärmen den Rah- men mit einer
Stahlbürste reinigen, um die Farbe besser erkennen zu können.
Spezial- kreide, die bei Erreichen der Temperatur ihre Farbe
verändert, ist ein gutes Hilfsmittel. Diese Kreide muß vor Ort
besorgt werden.

A = Max. 650 ºC

A = Max. 650 ºC

-
Die Wärmezone kann mit Wasser gekühlt werden, wenn die Temperatur
auf 400 ºC gesunken ist.
-
Das hochelastische Material des Rahmens erfordert eine größere
Auslenkung beim Richten, es ist stark rückfedernd.
Fahrgestellmodifizierung
Möglichkeiten der Fahrgestellmodifizierung sind aufgrund der
Wärmeempfindlichkeit begrenzt.
Folgende Vorbehalte haben Gültigkeit:
-
Der Rahmen darf zwischen Vorder- und Hin- terachse niemals
durchgetrennt werden. Daher muß jede Veränderung des Radstands durch
Verschieben der Doppelachse erfolgen.
-
Der Rahmen darf nur hinter den Hinterach- sen, d.h. im Überhang
verlängert werden. Die Materialeigenschaften verändern sich beim
Schweißen, daher kann für das einge- schweißte Stück ohne weiteres
dieselbe Materialgüte wie bei gewöhnlichen Rahmen verwendet werden.
-
Die Nahtstelle im Rahmen muß mindestens 1 000 mm hinter der
Doppelachsmitte liegen.
Der für einen Eingriff zulässige Bereich ist in der Abbildung rechts
mit OK gekennzeichnet.
-
Kein Schweißen, für Befestigungselemente o.ä., darf zwischen Vorder-
und Hinterachsen erfolgen. Schweißen ist nur am Hecküber- hang
zulässig.



A = Min. 1000 mm

Hier nicht schweißen
Allgemeines


!

WARNUNG!
Niemals in den Trägerflanschen und im Steg in der Nähe der Flansche
bohren oder schweißen.
Auch sehr kleine Löcher oder Schäden können zu Ermüdungsbrüchen
führen, mit sowohl Personen- als auch Sach- schäden zur Folge.

So weit wie möglich Schweißarbeiten am Fahr- gestell vermeiden. Wenn
Schweißen erforder- lich ist, muß dies von ausgebildetem Personal
unter Beachtung größter Sorgfalt durchgeführt werden. Mikrorisse und
Materialversprödungen setzen die Dauerfestigkeit des Rahmens erheb-
lich herab.
Elektroschweißen
Beim Elektroschweißen gilt:
Achtung! Bei
Elektroschweißen im Fahrzeug ist das Massekabel von der Batterie
abzuklemmen.
-
Das Massekabel des Schweißgerätes an dem Teil, das geschweißt werden
soll, so nah an der Schweißstelle wie möglich anschließen. Wenn das
Kabel auf andere Art angeschlos- sen wird, können z.B. Lager oder
elektroni- sche Komponenten beschädigt werden.
-
Steuergeräte und andere elektronische Kom- ponenten brauchen in der
Regel nicht abge- schaltet werden.
-
Bei Schweißarbeiten in Nähe der Achsfedern die Federblätter vor
Schweißperlen schüt- zen, da diese sonst Schaden nehmen können.
-
Geeignete Elektroden zum Gleichstrom- schweißen:
ESAB OK 48.00 oder gleichwertig Oerlikon Supercord
FILARC 35
-
Geeignete Elektroden zum Wechselstrom- schweißen:
ESAB OK 48.15
Oerlikon Spezial oder gleichwertig
-
Bei MAG-Schweißen verwenden: Zusatzmaterial:
ESAB OK Autorod 12.51, Ø1 mm Gas: AGA-MIX AK 20
(80 % Ar + 20 % CO2)
oder FOGON 20
Menge: 10 dm3/min
Erläuterung
MAG-Schweißen bedeutet Gasmetallichtbogen- schweißen mit aktivem
Schutzgas. Das Schutz- gas ist ein Gemisch aus 80 % Argon (Ar) und
20 % Kohlendioxid (CO2).
MIG bedeutet Gasmetallichtbogenschweißen mit inertem (nicht aktivem)
Schutzgas. Das Schutzgas ist Argon oder Helium, ohne Zusatz eines
anderen Gases.
Die Nieten auf eine der folgenden Arten entfernen:
-
Bohren
-
Schleifen
-
Schneiden mit dem Schneidbrenner
-
Schneiden
Eine Methode wählen, die keine Teile beschä- digt, die wiederverwendet
werden sollen.
Das Schneiden mit dem Schneidbrenner kann beim Entfernen eines
beschädigten Querträgers von Vorteil sein. Das Beschädigen eines Teiles,
das auf jedem Fall entfernt werden soll, ist ohne Belang.
Die Löcher in den Rahmenträgern kontrollieren. Kontrollieren, ob sie
Spiel bekommen haben oder ob sie beim Entfernen der Nieten beschä- digt
wurden und größer sind als 14 bzw. 16 mm.
Wenn dies der Fall ist: die Löcher gemäß Anweisung unten zuschweißen und
neue gemäß Anweisung auf Seite 18 bohren.
Zuschweißen von Löchern
-
Das Loch abfasen.

-
Eine Kupferplatte z.B. mit einer Zwinge auf der Innenseite des
Längsträgers befestigen.
-
Das Loch zuschweißen. Geeignete Elektro- dengröße: 3,25 mm.
Achtung! An
F950 55 Rahmen dürfen Löcher zwischen den Achsen nicht zuge-
schweißt, sondern müssen mit Nieten verschlossen werden.
-
Die Kupferplatte entfernen und auf der Innenseite des Trägers die
Schweißung ergänzen.
-
Die Schweißfläche auf beiden Seiten abschleifen.
-
Mit Rostschutzfarbe bestreichen.
Neue Löcher


!

WARNUNG!
Niemals in den Trägerflanschen und im Steg in der Nähe der Flansche
bohren oder schweißen.
Auch sehr kleine Löcher oder Schäden können zu Ermüdungsbrüchen führen,
mit sowohl Personen- als auch Sach- schäden zur Folge.

Der Abstand zwischen den Löchern und dem Flansch des Rahmenträgers muß
mindestens 3 mal den Lochdurchmesser, jedoch mindestens 40 mm, betragen,
siehe Abbildung.
Der Abstand zwischen den Löchern im Rah- menträger muß mindestens drei-
oder viermal den Lochdurchmesser betragen, je nach Anord- nung. Siehe
Abbildung.
Die Lage neuer Löcher kennzeichnen. Ihren Abstand zu vorhandenen Löchern
kontrollieren.
Wenn der Abstand zu gering ist: vorhandene Löcher gemäß Anweisung auf
Seite 17 zuschweißen.
Die neuen Löcher bohren. Bohrausrüstung 587 664 verwenden.
Für M14-Schrauben Bohrer 587 946 und Reib- ahle 587 944 verwenden.
Für M16-Schrauben Bohrer 587 947 und Reib- ahle 587 945 verwenden.

A = mindestens 3 x D, jedoch mindestens 40 mm B = mindestens 4 x D
C = mindestens 3 x D
Querträger mit losen Endstücken

-
Endstücke und Querträger in der Einbaulage des Querträgers
anbringen.
-
Endstücke so nahe am unteren Flansch wie möglich gegen die
Längsträger festspannen,
z.B. mit Schraubzwingen. Siehe Abbil- dung. Auf die Art und Weise
entsteht ein kleiner Zwischenraum zwischen dem End- stück und dem
oberen Flansch des Längsträ- gers, so daß man die obere
Lochschweißung vornehmen kann.
-
Obere Lochschweißung durchführen.

-
Endstücke so weit oben wie möglich gegen den oberen Flansch des
Längsträgers fest- spannen.
-
Die untere Lochschweißung durchführen.
-
Alle Schweißstellen mit einer Stahlbürste reinigen und mit
Rostschutzfarbe bestrei- chen.
-
Den Querträger in der richtigen Einbaulage anbringen und mit zwei
Schrauben an jedem Ende befestigen. Siehe Abbildung.
Längsträger und Endstücke gemeinsam bohren.
Bohrer 587 946 (13,8 mm Durchmesser) für 14 mm Löcher verwenden.
Bohrer 587 947 (15,8 mm Durchmesser) für 16 mm Löcher verwenden.
Achtung! Abgesehen
von den Lochschweißun- gen dürfen keine Befestigungsschweißungen
zwischen Endstück und Querbalken durchge- führt werden, da dadurch
Bruchanzeigen entste- hen können.

-
Die Löcher gemeinsam mit der Reibahle auf 14 bzw. 16 mm bearbeiten.
Reibahle 587 944 für 14 mm Löcher verwenden.
Reibahle 587 945 für 16 mm Löcher verwenden.
-
Paßschrauben zur Befestigung der End- stücke an den Längsträgern
verwenden.
Die Schrauben müssen mit Preßpassung in den Löchern sitzen.
Die Länge der Schrauben so wählen, daß so wenig wie möglich vom Gewinde
in das Loch ragt. Siehe Abbildung.
Scheiben unter die Schraubenköpfe und Muttern legen.
Die Scheiben müssen eine Härte von minde- stens 200 Brinell haben.
M14-Schrauben mit 115 Nm anziehen. M16-Schrauben mit 180 Nm anziehen.
Achtung! Die
Schrauben nach etwa 2000 km
nachziehen. Da die Farbschicht zwischen den Flächen nach außen gepreßt
wird und die Schrauben relativ kurz sind, läßt beim Fahren die
Vorspannung nach einiger Zeit nach.
Querträger mit festgeschweißten Endstücken
Gilt sowohl für neue Querträger als auch für sol- che, die
wiederverwendet werden sollen.
-
Den Querträger in der Mitte durchtrennen.
-
Die Kanten gemäß Abbildung abfasen.

-
Beide Teile in ihrer Einbaulage zwischen den Längsträgern anbringen
und mit zwei Schrau- ben an jedem Endstück festschrauben.
Die beiden abgefasten Kanten gegeneinan- der fixieren, z.B. mit
einer Schweißzange oder mit Schraubzwingen.
-
Querträger zusammenschweißen.
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Schweißfuge gleichmäßig abschleifen und mit Rostschutzfarbe
bestreichen.

Abfasung für Metallichtbogenschweißen

Abfasung für MIG/MAG-Schweißen
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Längsträger und Endstücke gemeinsam bohren.
Bohrer 587 946 (13,8 mm Durchmesser) für 14 mm Löcher verwenden.
Bohrer 587 947 (15,8 mm Durchmesser) für 16 mm Löcher verwenden.

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Die Löcher gemeinsam mit der Reibahle auf 14 bzw. 16 mm bearbeiten.
Reibahle 587 944 für 14 mm Löcher ver- wenden.
Reibahle 587 945 für 16 mm Löcher ver- wenden.
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Paßschrauben zur Befestigung der End- stücke an den Längsträgern
verwenden.
Die Schrauben müssen mit Preßpassung in den Löchern sitzen.
Die Länge der Schrauben so wählen, daß so wenig wie möglich vom Gewinde
in das Loch ragt. Siehe Abbildung.
Scheiben unter die Schraubenköpfe und Muttern legen.
Die Scheiben müssen eine Härte von minde- stens 200 Brinell haben.
M14-Schrauben mit 115 Nm anziehen. M16-Schrauben mit 180 Nm anziehen.
WICHTIG! Die
Schrauben nach ca. 2000 km
nachziehen. Da die Farbschicht zwischen den Flächen nach außen gepreßt
wird und die Schrauben relativ kurz sind, läßt die Vorspan- nung beim
Fahren nach einiger Zeit nach.
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