Diese Beschreibung gilt für alle Fahrzeuge mit Luftfederung, auch für
Gelenkbusse. Sie gilt ebenfalls für F-Busse mit Blattfederung.
Beim Anheben und Abstützen sind alle Sicherheitshinweise zu beachten.
Gelenkbus
Maximaler Winkel in der Senkrechten und maximaler Drehwinkel
Die Bauweise des Rahmens läßt im Gelenk einen Biegewinkel in der
Senkrechten von 8° zu. Dieser Winkel hängt jedoch von der Ausführung
des Aufbaus ab und kann kleiner sein. Beim Anheben vorsichtig
vorgehen, um diesen Winkel nicht zu überschreiten.
Die Bauweise des Rahmens läßt im Gelenk einen Drehwinkel von 3° zu.
Dieser Winkel hängt jedoch von der Ausführung des Aufbaus ab und
kann kleiner sein.
Das Gelenk wiegt 770 kg; daher beträgt die Gelenkstützlast (modellabhängig)
100-600 kg. Der Schwerpunkt des Hinterwagens liegt vor der
Hinterachse.
Bei Arbeiten unter Fahrzeugen mit Luftfederung Fahrzeug stets mit
Unterstellböcken sichern.
Federbälge entleeren.
Fällt der Druck in den Federbälgen ab, setzt sich der
Fahrgestellrahmen auf die Achsen. Dies geschieht unter folgenden
Voraussetzungen:
Abklemmen von Druckluftleitungen
Durchlöcherter Federbalg
Zur Entlüftung der Luftfederbälge Spannung an ein Ventil angelegt
Hebel des Niveauregulierungsventils nach unten gedrückt
Geschieht dies, wenn Arbeiten unter dem Fahrzeug durchgeführt werden,
ohne daß der Rahmen mit Unterstellböcken abgestützt wurde, besteht
hohes Verletzungsrisiko.
! ACHTUNG!
Niemals unter Schubstreben und deren Haltern anheben bzw. mit
Unterstellböcken sichern.
! ACHTUNG!
Niemals einen ausgebauten Federbalg mit Druckluft befüllen. Der
untere Federbalg- abschnitt (Kolben) kann sich vom Balggummi lösen.
WICHTIG! Gelenkbusse: Maximalen Winkel in der Senkrechten und
maximalen Drehwinkel beachten. Siehe Allgemeine Informationen.
Wagenheber mittig unter der Hinterachse positionieren, und
Fahrzeug vorsichtig anheben.
Unterstellböcke an Aufnahmepunkten 1 und 2 oder 3 und 4 unter
den Rahmen stellen.
WICHTIG! Bei Bussen mit Nachlaufachse 6x2 müssen alle vier
Aufnahmepunkte verwendet werden.
Bus vorsichtig absenken. Korrekte Position auf den
Unterstellböcken sicherstellen.
L-Busse
K-Busse, 6x2
N-Busse
WICHTIG! Ölablaßschraube keinesfalls belasten.
WICHTIG! Gelenkbusse: Maximalen Winkel in der Senkrechten und
maximalen Drehwinkel beachten. Siehe Allgemeine Informationen.
Fahrzeug anheben. Dabei gleichzeitig mit zwei Wagenhebern an
Aufnahmepunkten 1 und 2 arbeiten.
Statt Aufnahmepunkten 1 und 2 können die Aufnahmepunkte 5 und 6
verwendet
werden. An Aufnahmepunkten 5 und 6 gleichzeitig ca. 400 mm von
Außenkante des Querträgers entfernt anheben.
Unterstellböcke unter Aufnahmepunkte 3 und 4 stellen (150 mm von
der Außenkante des Querträgers). Statt Aufnahmepunkten 5 und 6
können die Aufnahmepunkte 3 und 4 verwendet werden (400 mm von
Außen- kante des Querträgers).
Werden Punkte 5 und 6 zum Anheben verwendet, können Punkte 1 und
2 zum Abstützen verwendet werden.
Bus vorsichtig absenken. Korrekte Position auf den
Unterstellböcken sicherstellen.
N-Busse
1 und 2: Unter Hinterachse
3 und 4: 150 mm von Außenkante des Querträgers.
5 und 6: 400 mm von Außenkante des Querträgers.
F-Busse
WICHTIG! Ölablaßschraube keinesfalls belasten.
Wagenheber mittig unter der Hinterachse positionieren, und
Fahrzeug vorsichtig anheben.
Unterstellböcke unter den Rahmen stellen.
Bus vorsichtig absenken. Korrekte Position auf den
Unterstellböcken sicherstellen.
Die Service-Literatur ist eines der verfügbaren Hilfsmittel für
Arbeiten an Scania Fahrzeugen. Um eine hohe Qualität der
Instandsetzung sicherzustellen, müssen die Anweisungen im
Service-Handbuch befolgt werden.
Die Informationen entsprechen dem Stand bei Veröffentlichung.
Aufgrund der ständigen produktionsseitigen Verbesserungen ergeben
sich Abweichungen in der Service-Literatur. Die Arbeitsweise basiert
häufig auf Bauteilen im Prototyp-Stadium.
Service-Literatur unterliegt häufig Empfehlungen und gesetzlichen
Vorschriften, die von Markt zu Markt unterschiedlich sein können.
Betroffene Anweisungen werden in der Service-Literatur entsprechend
kenntlich gemacht. In diesen Fällen verfügt der Importeur über
weitere Informationen.
Das Service-Handbuch enthält Arbeits- und Funktionsbeschreibungen
für Instandsetzungs- und Servicearbeiten.
Mit Hilfe von TIs (Technischen Informationen) wird zusätzlich über
Produktänderungen informiert.
Aus dem Standardzeit-Handbuch ist ersichtlich, wie lange für die
Durchführung einer Arbeit benötigt wird.
Das Spezialwerkzeug-Handbuch enthält alle Scania Spezialwerkzeuge.
Diese sind speziell für Scania Fahrzeuge ausgelegt. Sie dienen zur
Arbeitserleichterung und erhöhen die Sicherheit bei der Arbeit.
Zur Verdeutlichung wichtiger Informationen, insbesondere von TIs,
werden Videos eingesetzt.
Im Ordner General Workshop Equipment (Allgemeine Werkstattausrüstung)
werden nicht von Scania hergestellte Ausrüstungsgegenstände
beschrieben. Diese Ausrüstung kann über den Fachhandel und über
Scania bezogen werden. Der Ordner ist in Englisch und Schwedisch
erhältlich und kann mit oder ohne Abonnement bezogen werden.
Das Schaltplan- und Diagramm-Handbuch besteht aus mehreren Teilen
mit Schaltplänen und Druckluftdiagrammen.
Jeweils aktuelle Informationen zur Service- Literatur sind
erhältlich unter: http://prodsupport.scania.com. Unter dieser
Adresse sind bestimmte Informationen erhältlich, die ausschließlich
im Internet publiziert werden. Die Informationen im pdf-Format
umfassen Service-Handbücher, TIs und Spezialwerkzeuge. Sie sind
jedoch nur mit Benutzername und Kennwort zugänglich. Diese Daten
werden in einer TI veröffentlicht. Sie können sich auch an Ihren
Importeur wenden.
Mit Hilfe von Scania Multi können Service- Handbücher, TIs,
Fahrgestelldaten, Standardzeiten, Teile-Katalog und Paketpreise
angezeigt werden. Scania Multi wird einmal pro Quartal auf CD-ROM
veröffentlicht. Es umfaßt sowohl Lkw und Busse und kann über
Abonnement bezogen werden.
Fahrgestell- und Motordaten sind in einem Heft in Taschenbuchgröße
zusammengefasst.
Scania Diagnos und Scania Programmer (SD/SP) sind Programme zur
Fehlersuche und Fahrzeugprogrammierung.
Das Service-Handbuch besteht aus mehreren Ordnern. Diese enthalten
Hefte mit Funktions- und Arbeitsbeschreibungen zur Durchführung von
Instandsetzungs- und Servicearbeiten an Scania Fahrzeugen sowie
Spezifikationen und Hinweise zur Fehlersuche. Für Leistungsprüfungen,
Wartungen und Bremsprüfungen sind z. B. entsprechende Formulare
vorhanden, die kopiert werden können.
Das Service-Handbuch muß für Werkstattpersonal leicht zugänglich
aufbewahrt werden. Hefte, die häufig verwendet oder für bestimmte
Arbeiten gebraucht werden, können in einem Fach seitlich an den
Werkzeugwägen aufbewahrt werden.
Um die Service-Literatur auf aktuellem Stand zu halten, ist Feedback
von den Werkstätten erforderlich. Ein entsprechendes Formular ist
einigen Veröffentlichungen hinten beigefügt und liegt auch Gruppe 0
als loses Blatt bei. Bei Kommentaren zur Service-Literatur dieses
Formular verwenden.
Das vollständige Service-Handbuch ist als Abonnement für Lkw oder
Busse erhältlich. Die Verteilung erfolgt fortlaufend.
Vor jeder Hauptgruppe befindet sich ein Inhaltsverzeichnis mit
allen zu dieser Gruppe gehörenden Heften. Bei Verteilung eines
neuen Hefts liegt ein neues Inhaltsverzeichnis bei.
Das Inhaltsverzeichnis umfaßt Titel, Teile- Nummer und
Publikations-Nummer der aktuellen Hefte.
Das Service-Handbuch umfaßt mehrere Hefte, die jeweils ein
Bauteil oder System beschreiben.
Eine vollständige Bauteilbeschreibung besteht aus
Arbeitsbeschreibung mit Spezifikationen und Fehlersuche sowie
Funktionsbeschreibung. Das Service-Handbuch umfaßt ebenfalls
Schaltpläne und Druckluftdiagramme.
Arbeitsbeschreibung
Die Arbeitsbeschreibung enthält Verfahren zum Zerlegen von
Bauteilen und Einheiten.
Außerdem sind Anweisungen für Prüf- und Einstellarbeiten
enthalten.
Spezifikation
Die Spezifikation umfaßt Einstellwerte und Anzugsdrehmomente
sowie Informationen zu Spezialwerkzeugen.
Fehlerdiagnose
Hier werden die bei der Fehlerdiagnose an Bauteilen und
Einheiten zu befolgenden Verfahren beschrieben. Unter "Fehlerdiagnose
bei elektronischen Systemen" wird das Auslesen und Auswerten von
Fehlercodes beschrieben.
Funktionsbeschreibung
Für komplexere Bauteile und Systeme ist eine
Funktionsbeschreibung vorhanden.
Diese dient in erster Linie zur Schulung.
Bestimmte Bauteile werden nur auf einem Spezifikationsblatt mit
Explosionszeichnung des Bauteils und kurzer Erläuterung
beschrieben.
Mit Hilfe von Technischen Informationen (TIs) werden Werkstätten
über Produktänderungen informiert, die Arbeitsbeschreibungen,
Bauteile und Ersatzteile beeinflussen. Diese Veröffentlichungen sind
zusammen mit den Anweisungen im Service-Handbuch zu verwenden. Die
Einteilung der TIs in Hauptgruppen entspricht der des Service-
Handbuchs. Vor Beginn aller Arbeiten prüfen, ob eine entsprechende
TI vorliegt. Der Inhalt der TIs wird sobald wie möglich in das
Service- Handbuch aufgenommen.
TIs werden über Abonnement bestellt. Einzelne TIs können nicht
bestellt werden.
Sonstige Service-Literatur
Hauptgruppe
Publikations-Nummer, Fahrgestell und Sprachversion
Wenn die TI eine bereits veröffentlichte TI ersetzt oder es
sich um eine Neuausgabe handelt, wird dies an dieser Stelle
kenntlich gemacht.
Das Spezialwerkzeug-Handbuch enthält alle Scania Spezialwerkzeuge.
Jedes Werkzeug wird zusammen mit der Werkzeug-Nummer und einer
kurzen Beschreibung des Einsatzbereiches dargestellt. Zusätzlich
wird angegeben, wo das Werkzeug auf dem jeweiligen Werkzeugbrett
anzubringen ist.
Das Spezialwerkzeug-Handbuch wird über Abonnement bezogen und
ständig aktualisiert. Das Abonnement umfaßt sowohl Lkw als auch
Busse.
Jedes Fahrzeug verfügt über eine Bedienungsanleitung, die an das
jeweilige Fahrgestell angepaßt ist. Die Bedienungsanleitung besteht
aus mehreren Heften, einem Heft mit Fahreranweisungen, einem Heft
zur Wartung und einem Heft für den Fahrer mit Informationen zu den
verschiedenen Bauteilen und Systemen. Sie umfaßt darüber hinaus eine
Liste mit Scania Werkstätten (Scania International Service) mit den
von ihnen angebotenen Dienstleistungen und einer vereinfachten
Wegbeschreibung.
Das Schaltplan- und Diagramm-Handbuch besteht aus mehreren Teilen
mit Schaltplänen und Druckluftdiagrammen. Die Diagramme und
Schaltpläne sind zu groß für normale PC- Bildschirme und können
nicht auf A4-Papier ausgedruckt werden. Sie sind daher in Ordnern
zusammengefaßt. Das Handbuch ist in erster Linie für Werkstätten
gedacht, die das Service- Handbuch nur über Scania Multi oder das
Internet beziehen. Es muß abonniert werden und ist für Lkw oder
Busse erhältlich.
Staub von Kupplungs- und Bremsbelägen sowie bei Schleifarbeiten
anfallender Staub 27
Gespannte Federn 28
Elektromotoren 30
Drehende Bauteile und Werkzeuge 31
Räder 33
Werkzeugteile 34
Sicherheits-Rückhaltesystem 35
Warnsignale
Warnsignale
Voraussetzungen für sicheres Arbeiten
Dieses Heft dient zur Information über Sicherheitsrisiken in der
Werkstatt.
Aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Veröffentlichung geht dieses
Heft von folgenden Voraussetzungen aus:
Die im Service-Handbuch beschriebenen Anweisungen werden befolgt.
Die geltenden Gesetze und Vorschriften werden eingehalten.
Alle Arbeiten werden korrekt ausgeführt.
Vorfälle sind Warnsignale
Vorfälle können Zufallsereignisse sein, die keine Verletzungen oder
Schäden zur Folge haben.
Diese Vorfälle verdeutlichen jedoch die möglichen Gefahren. Jeder
Vorfall ist als Warnsignal aufzufassen und ebenso wichtig wie eine
Verletzung oder Krankheit.
Tritt dieser Vorfall ein weiteres Mal auf, können die Konsequenzen
wesentlich schwerwiegender sein, sofern nicht vorsichtiger
vorgegangen wird.
Feedback
Alle Vorfälle, Verletzungen und Schäden, die
B. durch unzureichende Literatur verursacht wurden, weitermelden.
Hierzu kann Formular 00 01 04 Werkstattinformation, Feedback verwendet
werden.
Arbeitsanweisungen
In den Service-Handbüchern sind gefährliche bzw. notwendige
Arbeitsschritte durch entsprechende Symbole gekennzeichnet.
Warnhinweise und Anleitungen sorgfältig lesen und befolgen.
Keinesfalls davon ausgehen, daß alle Risiken bekannt sind. Die
Eigenschaften eines Teils oder die chemische Zusammensetzung
eines Produkts können sich seit der letzten Verwendung geändert
haben.
Hinweis: weist darauf hin, daß ein inkorrektes Vorgehen ein
schlechteres Ergebnis oder unnötige Arbeit zur Folge haben kann.
WICHTIG! weist darauf hin, daß ein inkorrektes Vorgehen Schäden
am Fahrzeug oder andere materielle Schäden zur Folge haben kann.
! ACHTUNG!
weist darauf hin, daß ein inkorrektes Vorgehen Verletzungen zur
Folge haben kann.
Die Warnhinweise im Service-Handbuch umfassen keine Risiken, die
während des Fahrbetriebs auftreten können. Entsprechende
Informationen sind den Bedienungsan- weisungen des Fahrzeugs zu
entnehmen.
Der Sicherheitskoordinator ist auch für den Brandschutz
zuständig. Nähere Informationen sind dem Handbuch Scania
Brandschutz zu entnehmen, das über das Icon "Notfall-Infor-
mationen" durch Inline zugänglich ist.
Tägliche Arbeitsroutine
Tägliche Arbeitsroutine
Siehe Service-Handbuch
Das Service-Handbuch enthält Anweisungen, die auf eine
Minimierung des Schadens- und Verletzungsrisikos ausgelegt sind.
Scania geht davon aus, daß das Service- Handbuch allen
Mechanikern zugänglich ist und die enthaltenen Anweisungen
befolgt werden.
Gesetzliche Bestimmungen
In den meisten Ländern hat der Gesetzgeber Gesetze und
Verordnungen zur Vermeidung von Schäden, Verletzungen und
Unfällen am Arbeitsplatz erlassen. Diese Gesetze und
Verordnungen sind einzuhalten.
Sicherheitshinweise
Vor dem Beginn von Arbeiten, bei denen das Risiko von Schäden
oder Verletzungen besteht, alle entsprechenden
Sicherheitshinweise beachten.
Allgemeine Sicherheitshinweise
Vor der Durchführung von Instandsetzungsarbeiten an Fahrzeugen
in der Werkstatt Spannungsversorgung abklemmen. Hierdurch läßt
sich die Brandgefahr durch Kurzschlüsse in den Kabeln vermeiden.
Vorbereitung
Schmuck
Halsketten, Ringe und Armbänder ablegen. Schmuck leitet Strom,
kann zu Spannungsüberschlägen führen, sich in drehenden Teilen
verheddern usw. und schwere Verletzungen zur Folge haben.
Haare
Lange Haare zurückbinden oder durch ein Haarnetz oder ähnliches
zurückhalten.
Haare können sich leicht verfangen, z. B. in drehenden Teilen.
Haare sind leicht brennbar. Bei Schweißarbeiten sowie bei der
Verwendung offener Flammen vorsichtig vorgehen.
Kleidung
Korrekte Kleidung sicherstellen.
Lose Kleidungsstücke wie Krawatten oder Halstücher ablegen.
Keine Kleidungsstücke mit weiten Ärmeln, weiten Hosenbeinen o.
ä. tragen.
Tägliche Arbeitsroutine
Drei Sicherheitsanforderungen
Wissen
Scania geht davon aus, daß der Mechaniker über die notwendige
Ausbildung als Kfz- Mechaniker verfügt und an Scania Kursen für
Mechaniker teilgenommen hat.
Es ist unmöglich, alle Sicherheitsrisiken vorherzusehen, die
sich ergeben können, wenn der Mechaniker nicht über diese
Qualifikationen verfügt.
Aufmerksamkeit
Der Mechaniker muß sich der mit der Aufgabe verbundenen Risiken
bewußt sein.
Möglicherweise entstehen neue Risiken und sowohl das eigene
Wissen, als auch das der Kollegen ist möglicherweise nicht
ausreichend. Daher müssen die entsprechenden Anweisungen stets
verfügbar sein und gelesen werden.
Bei allen Arbeiten in der Werkstatt stets gesunden
Menschenverstand verwenden.
Mehrere Mechaniker arbeiten am selben Fahrzeug
Mehrere Mechaniker arbeiten am selben Fahrzeug
Besonders wenn mehrere Mechaniker am selben Fahrzeug arbeiten,
kann Unachtsamkeit zur Verletzung einer anderen Person führen.
Risiken
Beispiel:
Wird ein Rad einer Antriebsachse gedreht, kann das mitdrehende Rad
auf der anderen Fahrzeugseite Schäden verursachen.
Arbeiten an der Federung (Federn und Stoßdämpfer) können zur
Bewegung von Bauteilen auf der anderen Fahrzeugseite führen.
Vom Fahrersitz aus gesteuerte Bewegungen (Kippen, Nachlaufachsenlift
oder Karosserie) können zur Bewegung anderer Teile und damit zu
schweren Verletzungen führen.
Sicherheitshinweise
Risiken beachten, die sich ergeben, wenn mehrere Personen am selben
Fahrzeug arbeiten.
Kollegen vor der Durchführung von Arbeiten auf diese hinweisen.
Niemals Arbeiten an mehr als einem angetriebenen Rad durchführen,
bevor die Antriebswellen ausgebaut wurden.
Bei Arbeiten am Bus muß ein Schild am Lenkrad und an der hinteren
Zentral- Elektrikeinheit angebracht werden. Startschalter der
hinteren Zentral- Elektrikeinheit auf 0 stellen, damit das Fahrzeug
nicht gestartet werden kann. Wurden Hinweisschilder angebracht oder
befindet sich der Startschalter auf Position 0, muß vor dem Starten
des Motors geprüft werden, ob dies ohne Gefahr erfolgen kann.
Arbeiten unter dem Fahrzeug
Arbeiten unter dem Fahrzeug
Fahrerhaus mit 4-Punkt-Luftfederung kippen
Die im Service-Handbuch gegebenen Anweisungen zum Kippen eines
Fahrerhauses mit 4-Punkt-Luftfederung müssen ausnahmslos befolgt
werden.
Arbeiten unter dem Fahrgestell
Angehobene Fahrzeuge dürfen niemals an Teilen der Federung oder
Lenkung abgestützt bzw. angehoben werden.
Das Fahrzeug darf nur unter dem Rahmen oder den Achsen abgestützt
werden.
Arbeiten unter dem Aufbau
Angehobene Aufbauten müssen stets abgestützt werden.
Fahrzeuge mit Luftfederung
Fahrzeuge mit Luftfederung stets unter dem Rahmen abstützen.
Andernfalls kann das Fahrzeug beim Druckabbau in den Luftfederbälgen
abgesenkt werden.
Keinesfalls unter Fahrzeugen hindurch gehen, die nur durch einen
Wagenheber abgestützt wurden.
Anweisungen im Service-Handbuch befolgen.
Arbeiten unter dem Fahrerhaus
Vor dem Kippen des Fahrerhauses sicherstellen, daß sich keine losen
Gegenstände im Fahrerhaus befinden.
Das Fahrerhaus muß stets bis zum Anschlag nach vorn gekippt werden.
Das Ventil muß während das Fahrerhaus gekippt ist, in der Stellung
Absenken verbleiben.
Wenn das Fahrerhaus aufgrund der durchzuführenden Arbeiten nicht bis
zum Anschlag gekippt werden kann oder wenn Arbeiten an der
Fahrerhausfederung durchgeführt werden, muß das Fahrerhaus stets
hinten abgestützt werden.
Gekippte Fahrerhäuser müssen stets mit Fahrerhausstützen abgestützt
werden.
Risiken
Mechanische und hydraulische Werkzeuge und Hebevorrichtungen können
aufgrund von Fehlfunktionen oder Defekten umkippen oder das
Hubniveau verringern.
Sicherheitshinweise
Sichere Ständer und Stützen der korrekten Größe und
Verrieglungsmechanismen mit Standardschlössern verwenden.
Die verwendeten Ständer und Stützen müssen robust sein.
Alle Hebezeuge müssen sichtgeprüft werden und zur Verwendung
zugelassen sein.
Arbeiten unter dem Fahrzeug
Schwere Teile
Schwere Teile
Eine unsorgfältige Handhabung schwerer Teile kann zu schweren
Verletzungen und materiellen Schäden führen.
Zum Verschieben schwerer Teile nur zugelassene Hebezeuge und andere
zugelassene Werkzeuge verwenden. Sicherstellen, daß alle verwendeten
Hilfsmittel robust und intakt sind.
Risiken
Ungeeignete Haltebänder können reißen oder abrutschen.
Während der Durchführung von Arbeiten kann das Gleichgewicht des
Teils bzw. des Geräts gestört werden. Dies kann unerwartete
Bewegungen zur Folge haben. Hierdurch können schwere
Verletzungen und materielle Schäden entstehen.
In einem Ständer angehobene Teile können sich bei Störung des
Gleichgewichts drehen.
Überkopf angehobene Teile können schwingen und schwere
Verletzungen und materielle Schäden durch Herabfallen zur Folge
haben.
Sicherheitshinweise
Nach Möglichkeit auf die jeweilige Aufgabe zugeschnittene
Hebezeuge und andere Hilfsmittel verwenden.
Wenn Teile ohne Hilfsmittel angehoben werden müssen:
Teil während des Anhebens nah am Körper halten.
Rücken gerade halten.
Teile durch Arm- und Beinbewegung anheben und absenken,
nicht durch Krümmen des Rückens.
Körper während des Anhebens nicht drehen.
Ggf. von vornherein um Hilfe bitten.
Ständer müssen automatisch verriegeln (Bremsvorrichtung
oder ähnliches).
Schutzhandschuhe tragen. Hierdurch läßt sich ein
Einklemmen der Finger in der Regel verhindern.
Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen tragen.
Zum Anheben von Getrieben, Achsgetrieben, Kupplungen,
Federn, Hinterradnaben, Drehmomentwandlern usw. Hebezeug
mit Anbauteilen gemäß Service-Handbuch verwenden.
Vibrationen
Vibrationen
Bei der Verwendung von vibrierenden Werkzeugen wie
Bohrhammern, Schraubern und Schleifwerkzeugen können
Verletzungen auftreten, wenn die Vibration des Werkzeugs auf
die Hände übertragen wird.
Diese Verletzungen sind besonders häufig bei kalten Händen.
Vibrationen können Auswirkungen auf die Blutgefäße unter der
Haut haben, die sich durch Kribbeln und Schmerzen bemerkbar
machen. Unter Umständen werden die Finger kalt und taub.
Zudem können Schäden an Nervensystem, Muskeln, Knochen,
Sehnen und Gelenken die Folge sein.
Bei Anzeichen von vibrationsbedingten Verletzungen einen
Arzt aufsuchen. Bei frühzeitiger Behandlung können diese
Verletzungen geheilt werden.
Risiken
Kälte erhöht die Verletzungsgefahr
(z. B. sich kalt anfühlendes Werkzeug oder kalte Umgebungsluft).
Tabak schränkt die Blutzirkulation ein und erhöht das
Verletzungsrisiko.
Sicherheitshinweise
Dicke Schutzhandschuhe tragen. Sie schützen gegen Vibrationen und
Kälte.
Zwischen Arbeiten mit und ohne vibrierenden Werkzeugen wechseln,
damit der Körper nicht ständig auf Vibration beansprucht wird.
Körperstellung und Handhaltung häufig verändern, damit nicht nur
eine Seite des Körpers den Vibrationen ausgesetzt ist.
Nach Möglichkeit nicht vibrierende Werkzeuge verwenden.
Vor und nach der Arbeit nicht rauchen, um eine ausreichende
Blutzirkulation sicherzustellen.
Geräusche
Geräusche
Geräusche von mehr als 85 dB(A) über einen Zeitraum von mehr als 8
Stunden beeinträchtigen das Hörvermögen. (Die Geräuschgrenzwerte
können von Land zu Land unterschiedlich sein.) Hochfrequente
Geräusche sind schädlicher als niederfrequente Geräusche gleicher
Lautstärke.
Zeitweise Geräusche können ebenso schädlich sein, wie
kontinuierliche Geräusche. Das Geräusch eines Hammerschlags kann
gerade deswegen schädlich sein, weil es nur für sehr kurze Zeit
hörbar ist.
Risiken
Eine Überschreitung der empfohlenen Geräuschgrenzwerte hat
negative Auswirkungen auf das Hörvermögen. In schweren Fällen
sind diese Schäden bleibend.
Das Gehör gewöhnt sich nicht an Geräusche. Werden Geräusche als
weniger laut wahrgenommen, ist dies u. U. auf ein vermindertes
Hörvermögen zurückzuführen.
Bei Anzeichen eines verminderten Hörvermögens einen Arzt
aufsuchen.
Sicherheitshinweise
Gehörschutz tragen. Sicherstellen, daß der Gehörschutz für die
jeweilige Lautstärke geprüft und zugelassen wurde.
Geräusche durch die Verwendung schalldämpfender Trennwände
dämpfen. In Decken und Wänden ebenfalls schalldämpfende
Materialien verbauen.
Lösungsmittel
Flüssigkeiten, mit denen sich - im Gegensatz zu Wasser - Fett,
Farbe, Lack, Wachs, Öl, Kleber, Gummi usw. lösen lassen, werden
als Lösungsmittel bezeichnet.
Beispiele für organische Lösungsmittel:
Spiritus
Toluol
Trichlorethylen
Verdünner
Benzin
Alkohol
Xylol
Risiken
Lösungsmittel und lösungsmittelhaltige Produkte geben Dämpfe ab, die
Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen können. Zudem
können sie eine Reizung der Bronchien zur Folge haben.
Längeres Einatmen von Lösungsmitteldämpfen kann das zentrale
Nervensystem schädigen. Anzeichen hierfür sind
Einschlafschwierigkeiten, Depressionen, Nervosität,
Gedächtnisschwäche und Müdigkeit.
Gelangt Lösungsmittel auf die Haut, kann diese austrocknen und
rissig werden. Außerdem erhöht sich das Risiko von Hautreizungen.
Lösungsmittel können die Haut durchdringen und ins Blut gelangen.
Viele Lösungsmittel sind brennbar.
Die meisten Lösungsmittel geben bereits bei Zimmertemperatur sehr
leicht brennbare Dämpfe ab. Diese Dämpfe können sich z. B. bei
Funkenbildung leicht entzünden. Bei der Verbrennung von
Lösungsmittel oder anderen brennbaren Produkten entstehen große
Mengen an schwarzem, korrodierendem Rauch.
Lösungsmittel
Lösungsmittel
Sicherheitshinweise
Das Einatmen von Rauch durch gute Belüftung sowie
Frischluftmasken oder anderen Atemschutz mit geeignetem Filter
für schädliche Gase verhindern.
Die Belüftung muß für die jeweils verwendete Lösungsmittelmenge
sowie die Brennbarkeit des Lösungsmittels ausreichend sein.
00:0254
Lösungsmittelbehälter keinesfalls ohne luftdichten Verschluß
stehen lassen.
Keine stark riechenden Lösungsmittel verwenden. Hierdurch lassen
sich die Risiken verringern.
Hautkontakt vermeiden.
Schutzhandschuhe tragen.
Sicherstellen, daß die Schutzkleidung lösungsmittelfest ist.
Elektrische Ausrüstung muß für die Verwendung in Bereichen mit
Lösungsmitteldampf geeignet und zugelassen sein.
Schweißgase (z. B. Acetylen) und Flüssiggase (z. B. LPG)
Beispiele für Brandursachen:
Schweißen, Trennen und Funkenbildung von Schleifscheiben
Rauchen
Wärmeabgabe von Lappen oder anderen in Öl oder Farbe getauchten
Lappen
Sauerstoff erhöht das Brandrisiko. Sauerstoffbehälter, -leitungen
und -ventile müssen öl- und fettfrei sein.
Sonderfälle
Dieselkraftstoff
Der Flammpunkt (Temperatur, bei der eine Flüssigkeit verdunstet und
in der Luft entzündlich ist), verringert sich bei Zugabe von Benzin
oder anderen Flüssigkeiten mit niedrigem Flammpunkt. Möglicherweise
besteht bereits bei Zimmertemperatur ein Entzündungsrisiko.
Dieselkraftstoff hat eine geringere Entzündungstemperatur als
Benzin.
Brand- und Explosionsgefahr
Schweißarbeiten im Bereich des Getriebes
Der Schalldämpfer unter dem Getriebe kann ein Brandrisiko
darstellen, wenn er beschädigt wurde und die Isolierung Öl
absorbiert hat.
Schweißperlen können Brände verursachen, die sich schnell
ausbreiten.
Laden der Batterie
Beim Laden der Batterie wird der Elektrolyt in Sauerstoff und
Wasserstoff gespalten. Diese Verbindung ist hochexplosiv.
Das Explosionsrisiko ist bei der Verwendung einer Zusatzbatterie
oder eines Schnelladegeräts besonders hoch, da das Risiko einer
Gasbildung stärker ist.
Sicherheitshinweise
Gefährliche Substanzen in zugelassenen und luftdichten Behältern
aufbewahren.
Sicherstellen, daß sich in der Nähe von brennbaren und
explosiven Substanzen keine Zündquellen befinden. Diese
Substanzen nach Möglichkeit vollständig geschützt aufbewahren.
Bei Schweißarbeiten im Bereich des Getriebes Schalldämpfer unter
dem Getriebe abbauen. Schalldämpfer vor Schweißperlen schützen.
Gute Belüftung sicherstellen oder Absauganlage verwenden.
Wird nicht an der Batterie gearbeitet, stets Spannungsversorgung
abschalten (z. B. bei Arbeiten am Anlasser). Hierdurch werden
Kurzschlüsse und damit beschädigte Kabel vermieden.
Warmumformen
Die Durchführung von Warmumformarbeiten ist nur nach
entsprechender Ausbildung und Zertifizierung und nur nach
schriftlicher Genehmigung durch den zuständigen
Brandschutzkoordinator zulässig. Bricht ein Feuer aus und wurden
diese Vorschriften nicht befolgt, ist die Versicherung u. U.
nichtig.
Ethanol
Bei der Handhabung von Ethanol besonders vorsichtig vorgehen.
Ethanol ist sehr leicht brennbar und Ethanolbrände lassen sich
nur mit Pulver löschen.
Behälter gut verschlossen und nicht im Bereich von Zündquellen
aufbewahren. Rauchen verboten.
Risiken
Ethanol ist sehr leicht brennbar. Ethanoldämpfe können sich bereits
bei Zimmertemperatur entzünden.
Bei Hautkontakt betroffene Bereiche mit ausreichend Wasser waschen.
Bei Augenkontakt Auge mit ausreichen Wasser spülen und ggf.
medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Sicherheitshinweise
Die Belüftung muß feuerfest sein.
Schutzbrille und Schutzhandschuhe tragen.
In Bereichen, in denen unverschlossene Behälter gehandhabt werden
bzw. Undichtigkeiten auftreten können, nur funkensichere bzw.
zugelassene Elektrowerkzeuge verwenden.
Verschmutzte Kleidung stets ablegen, da sie eine Brandgefahr
darstellt.
Rauchen und warmumformende Arbeiten im Zusammenhang mit der
Handhabung von Ethanol in unverschlossenen Behältern ist nicht
zulässig.
Ethanol
Erdgas
Erdgas
Methan ist stark brennbar und muß extrem vorsichtig gehandhabt
werden. Rauchen und offenes Feuer verboten. Bei Schweiß- und
Schleifarbeiten in der Nähe von Methan vorsichtig vorgehen.
Methan an gut belüftetem Ort und nicht im Bereich von Zündquellen
aufbewahren.
Das Handgasventil an Gasbehältern muß vor allen Arbeiten am
Fahrgestell geschlossen werden.
Vor dem Zerlegen des Gassystems folgende Maßnahmen treffen:
Hauptventil am Gasbehälter schließen.
Motor drehen lassen, bis kein Gas mehr vorhanden ist.
Beim Zerlegen vorsichtig vorgehen. Auf austretendes Gas
achten.
Bei Gasundichtigkeiten oder Gasgeruch:
Hauptventil am Gasbehälter schließen.
Gebäude evakuieren.
Alle Türen zur Belüftung öffnen.
Vorgesetzte informieren.
Risiken
Erdgas ist sehr leicht brennbar und kann in bestimmten Fällen
sogar durch die statische Elektrizität einer Person entzündet
werden.
Methan ist leichter als Luft (Dichte 0,6) und steigt daher nach
oben. Der Arbeitsplatz muß daher mit einer deckenmontierten
Absauganlage ausgestattet sein.
Erdgas brennt mit einer nahezu unsichtbaren Flamme. Daher
besonders vorsichtig vorgehen.
Gasfeuer keinesfalls löschen. Statt dessen versuchen, die Gaszufuhr
zu unterbinden und brennbare Materialien aus dem Brandbereich
entfernen.
Gas stellt eine Explosionsgefahr dar und brennt bereits bei einem
Gehalt von 5-15 % in der Luft.
Ergas ist nicht giftig. Enthält die Luft jedoch einen Gasgehalt von
50 % oder mehr, ist der Sauerstoffgehalt so niedrig, das ein
Erstickungsrisiko besteht.
Erdgas kann bei Kontakt mit Halogenen, Stickstoffoxiden und Acetylen
explosiv sein.
Sicherheitshinweise
Die Belüftung muß feuerfest sein.
In Bereichen, in denen unverschlossene Behälter gehandhabt werden
bzw. Undichtigkeiten auftreten können, nur funkensichere bzw.
zugelassene Elektrowerkzeuge verwenden.
Rauchen und Schweißen sind im Bereich von Erdgasbehältern verboten.
Fahrzeug vor der Fahrt in die Werkstatt keinesfalls betanken. Dies
ist besonders bei kalter Witterung wichtig, da der Gasdruck bei
Erwärmung steigt.
Im Brandfall Gasbehälter in Sicherheit bringen.
Brandschutzvoraus- setzungen
Landesspezifische Gesetze und Vorschriften stets beachten.
Unter Druck stehende Flüssigkeiten oder Gase
Unter Druck stehende Flüssigkeiten oder Gase
Unter hohem Druck stehende Leitungen können bei der Durchführung von
Arbeiten beschädigt werden und Gas kann austreten.
Leitungen können auch dann unter hohem Druck stehen, wenn die Pumpe
nicht arbeitet. Flüssigkeiten oder Gase können beim Lösen eines
Leitungsanschlusses austreten.
Äußerlich beschädigte Gasbehälter können
z. B. beim Auftreffen auf eine harte Oberfläche explodieren. Gas
kann aus beschädigten Ventilen austreten. Unter Druck stehende
Behälter, wie z. B. Gasflaschen für Schweißarbeiten, können bei
beschädigtem Ventil mit einer Kraft bewegt werden, die
64 000 kg entspricht.
Risiken
Bei Arbeiten an folgenden Bauteilen besteht ein Verletzungsrisiko:
Servolenkung
Nachlaufachsenlift
Ladekran
Kippvorrichtung
Bremssystem
Druckluft von Werkstatt- Druckluftversorgung
Gummiinstandsetzungen (Reifeninstandsetzung)
Druckprüfung an Düsen
Undichtigkeitsprüfungen und Druckprüfungen mit Druckluft oder
anderen Gasen können zum Platzen führen.
Mit unter Druck austretenden Flüssigkeiten oder Gasen verbundene
Risiken:
Gas kann die Haut durchdringen und schwere Gewebeschäden zur
Folge haben.
Gewebe durchdringendes Gas kann die Blutzirkulation
beeinträchtigen.
Es besteht das Risiko schwerer Augenverletzungen.
Viele in Gasen enthaltende Substanzen können zu Vergiftungen
führen.
Sicherheitshinweise
Schutzbrille und Schutzhandschuhe tragen.
Nur wenn unbedingt notwendig an unter Druck stehenden Systemen
arbeiten.
Zur Dichtheitsprüfung Flüssigkeiten verwenden.
Kleidung keinesfalls mit Gas oder Druckluft reinigen.
Beim Transport von unter Druck stehenden Behältern stets
Ventilabdeckung anbauen.
Kühlmittel
Kühlmittel
Das in Fahrzeugen verwendete Kühlmittel besteht aus Wasser und
Korrosions- schutzmittel. Ggf. wird Frostschutzmittel (z. B.
Ethylenglykol) beigemischt.
Kühlmittel darf nicht in die Kanalisation oder anderweitig in der
Umgebung entsorgt werden.
Konzentriertes Glykol ist brennbar. Entsprechend handhaben.
Risiken
Direkter Kontakt mit Kühlmittel (z. B. in den Augen oder auf der
Haut) verursacht Verletzungen.
Das Kühlsystem steht unter Druck. Heißes Kühlmittel kann an
undichten Stellen oder beim Abschrauben des Einfülldeckels
austreten und Verbrennungen verursachen.
Ethylenglykol und Korrosionsschutzmittel sind beim Verschlucken
äußerst gesundheitsschädlich.
Sicherheitshinweise
Bei möglichen Spritzern Schutzhandschuhe und Schutzbrille
tragen.
Zum Abbau des Drucks zunächst Einfülldeckel öffnen. Vorsichtig
vorgehen. Heißer Dampf und Kühlmittel können austreten.
Nach Möglichkeit erst nach Abkühlen des Kühlmittels am
Kühlsystem arbeiten.
Ausrüstung gemäß Service-Handbuch verwenden und alle Anleitungen
zu Arbeiten am Kühlsystem befolgen.
Kältemittel
Die Fahrzeugklimaanlage enthält Kältemittel.
Bei Arbeiten an der Klimaanlage sind alle jeweils geltenden
gesetzlichen Bestimmungen zu beachten.
Nur speziell dafür ausgelegte Werkzeuge verwenden.
Örtliche Bestimmungen zur Handhabung und Wiederaufbereitung von
Kältemittel beachten.
Weitere Informationen können vom Importeur erfragt werden.
Risiken
Die Klimaanlage steht unter Druck. Austretendes Kältemittel kann zu
Erfrierungen/Verletzungen führen.
Durch Rauchen oder Schweißen erwärmtes Kältemittel bildet Gase, die
beim Einatmen äußerst gefährlich sind.
Verdampftes Kältemittel trägt zum Treibhauseffekt bei.
Kältemittel
Kältemittel
Sicherheitshinweise
Bei Gefahr von Undichtigkeiten Schutzhandschuhe und Schutzbrille
tragen.
Sicherstellen, daß sich in der Nähe keine Wärmequellen befinden
(z. B. Schweiß- arbeiten oder Zigaretten).
Im Service-Handbuch enthaltene Anweisungen zur Handhabung von
Kältemittel befolgen und bei Arbeiten an der Klimaanlage alle
dort angegebenen Ausrüstungen verwenden.
Absauganlagen auf Bodenhöhe verwenden. Alle entstehenden Gase
sind schwerer als Luft und sinken nach unten. Das Gas ist
unsichtbar und nahezu geruchlos. Daher ist es schwer zu
bemerken.
Luftverschmutzung
Luftverschmutzung
Luftverschmutzung ist gesundheitsgefährlich. Bestimmte
Schadstoffe sind in bestimmten Umgebungen in größerer Menge
enthalten.
Folgende Schadstoffe sind besonders in Werkstätten häufig
anzutreffen:
Kohlenmonoxid, aus Fahrzeugabgasen. Kohlenmonoxid ist geruchlos
und daher besonders gefährlich.
Stickoxide oder stickstoffhaltige Dämpfe, aus Fahrzeugabgasen.
Schweißdämpfe, besonders bei galvanisierten oder lackierten
Materialien.
Ölnebel, z. B. bei Korrosionsschutzbehandlung.
Schwefelsäuredämpfe, z. B. beim Laden der Batterie.
Schleifstaub und Gase, die beim Schleifen oder Erwärmen von
Plastik, Lack, Korrosionsschutzmittel, Schmiermittel, Farbe usw.
entstehen
Beim Erwärmen von PVC entsteht toxischer Rauch, der mit
Feuchtigkeit Chlorwasserstoff bildet und Metall innerhalb von
zwei Stunden korrodieren kann.
Risiken
Kohlenmonoxid verringert die Sauerstoffaufnahme im Blut und damit
die Sauerstoffversorgung des Gehirns und anderer Körperteile.
Kohlenmonoxidvergiftungen werden als innere Erstickungen bezeichnet.
Diese toxischen Vorgänge können schnell und ohne vorherige Anzeichen
erfolgen.
Fahrerhausheizungen geben ebenfalls Abgase ab.
Stickoxide, Gase und Schleifstaub können die Lungen angreifen.
Ölnebel bestimmter Öle können zu Hautreizungen, Ausschlägen und
Ekzemen führen.
Schwefelsäuredämpfe wirken korrodierend und können die Atemwege
schädigen.
Luftverschmutzung
Sicherheitshinweise
Bei Schweißarbeiten, Laden der Batterie und anderen
Arbeiten, bei denen gefährliche Gase entstehen können, für
ausreichende Frischluftzufuhr sorgen.
Bei Gefahr von Ölnebel Schutzhandschuhe und Atemmaske
tragen. Sicherstellen, daß die gesamte Schutzausrüstung
ölfest ist.
Ungeschützte Haut mit ölfester Creme bedecken.
Bei Arbeiten mit korrodierenden Substanzen sicherstellen,
daß in unmittelbarer Nähe die Möglichkeit besteht, die Augen
ggf. zu spülen.
Fahrzeug nach Möglichkeit nicht in der Werkstatt fahren.
Absauganlage an Auspuffrohr anschließen, damit die Abgase in
einem geschlossenen System aus der Werkstatt abgeleitet
werden können.
Bei Verwendung der Fahrzeug- Standheizung Absauganlagen am
Fahrzeug verwenden.
Isozyanate
Isozyanate sind in einigen in Fahrzeugen verwendeten Farben,
Füllern, Klebstoffen, Schäumen usw. enthalten. Das Einatmen von
Isozyanaten in Form von Nebel, Staub oder Aerosolen kann
asthmatische Symptome der Atemwege und Schädigungen der Lungen
verursachen. Auch ein kurzzeitiges Einatmen größerer Mengen kann
Schädigungen und eine bleibende Hypersensibilisierung zur Folge
haben.
Werden isozyanathaltige Produkte erwärmt, können Isozyanate in
großen Mengen freigesetzt werden. Dies ist beim Schleifen,
Schweißen und Trennen von Materialien mit isozyanathaltigem
Überzug der Fall. Bei diesen Arbeiten daher gute Belüftung
sicherstellen.
Frischluft-Atemschutzmasken verwenden.
Scania verwendet nach Möglichkeit* keine Farben, Füller und
Kleber mit Isozyanaten, kann jedoch nicht garantieren, daß
nicht- werkseitig angebrachte Lackierungen usw. isozyanatfrei
sind.
* Möglicherweise werden diese Produkte jedoch in der Lackierung
usw. von ausgelieferten Fahrzeugen eingesetzt.
Staub von Kupplungs- und Bremsbelägen sowie bei Schleifarbeiten
anfallender Staub
Staub von Kupplungs- und Bremsbelägen sowie bei Schleifarbeiten
anfallender Staub
Kupplungs- und Bremsbeläge
Bei Kupplungs- und Bremsbelägen entsteht ein sehr feinkörniger
Staub.
Brems- und Kupplungsbeläge können darüber hinaus Asbest
enthalten. Die Verwendung asbesthaltiger Bauteile ist in einigen
Ländern gesetzlich verboten. Daher gesetzliche Bestimmungen zur
Verwendung von Asbest beachten.
Risiken
Das Einatmen des Staubs kann zu Lungenkrankheiten führen.
Asbeststaub ist krebserregend. Rauchen erhöht das
Krebsrisiko.
Sicherheitshinweise
Staub vor dem Arbeiten an Bremsen und Kupplungsbelägen mit
Wasser binden.
Atemschutz mit geeigneten Staubfiltern verwenden. Eine
Papiermaske ist nicht ausreichend.
Keinesfalls Druckluft verwenden.
Bauteile von Bremse und Kupplung mit Wasser oder einem dafür
ausgelegten Sauger reinigen.
Schleifen
Der beim Schleifen von Lötstellen an der Karosserie und beim
Schleifen bestimmter Lacke entstehende Staub enthält Blei.
Risiken
Blei kann bei Hautkontakt in den Blutkreislauf eintreten und
zu Bleivergiftungen führen.
Sicherheitshinweise
Hautkontakt und Einatmen vermeiden.
Schutzbrille, Atemschutz und Gesichtsmaske tragen.
Gespannte Federn
Gespannte Federn
Beispiele gespannter Federn:
Federn für Motorhaube bzw. Frontklappe (nur Fahrzeuge
der 3er-Serie)
Federspeicher-Bremszylinder
Rückholfedern für Bremsbacken
Sicherungsringe
Ventilfedern
Ausstelldämpfer, Dämpfer
Risiken
Löst sich eine gespannte Feder kann diese aufgrund der
Federspannung andere Teile mitreißen.
Kleine Federn können beim Lösen zu Augenverletzungen
führen.
Die Federn der Federspeicher- Bremszylinder sind stark
vorgespannt und können bei unkontrolliertem Lösen
schwere Verletzungen verursachen.
Die Federn der Ausstelldämpfer und Dämpfer sind stark
vorgespannt und können bei unkontrolliertem Lösen
schwere Verletzungen verursachen. Auch die Handhabung
entsorgter Ausstelldämpfer und Dämpfer kann gefährlich
sein.
Ausstelldämpfer und Dämpfer können bei Erwärmung (z. B.
durch Feuer) explodieren.
Sicherheitshinweise
Schutzbrille tragen.
Nur Sicherungsringzangen geeigneten Typs und geeigneter Größe
verwenden. Auf guten Zustand achten.
Im Service-Handbuch enthaltende Anweisungen zur Instandsetzung und
Entsorgung der jeweiligen Bauteile befolgen. Ggf. weitere
Anweisungen beachten.
Stets vorgeschriebene Werkzeuge verwenden.
Gespannte Federn
Elektromotoren
Elektromotoren
Sicherheitshinweise
Risiken beachten.
Batterien abklemmen. Diese Sicherheitsmaßnahme ist unbedingt
notwendig, um einen versehentlichen Betrieb des Elektromotors zu
verhindern.
Scheibenwischer
Auch nach dem Ausschalten des Scheibenwischers über den
entsprechenden Schalter verfügt der Scheibenwischermotor noch
über Spannung, um den Scheibenwischer in die Ausgangsstellung
bringen zu können.
Der Scheibenwischermotor wird bereits bei geringsten Bewegungen
des Motors betätigt.
Sicherheitshinweise
Scheibenwischermotor erst nach Abklemmen der Spannungsversorgung
lösen.
Anlasser
Das Fahrzeug wird bewegt, wenn der Anlasser bei eingelegtem Gang
betätigt wird. Der Motor läßt sich starten, wenn sich der
Zündschlüssel in Fahrstellung befindet und das Fahrzeug bewegt
sich bei eingelegtem Gang.
Ein sich bewegender Lkw ist bei gekipptem Fahrerhaus nur schwer
anzuhalten.
Sicherheitshinweise
Zunächst Spannungsversorgung abklemmen. Dies betrifft alle
Fahrzeuge, unabhängig vom Fahrzeugzustand.
Ist eine Spannungsversorgung des elektrischen Systems
erforderlich, fliegende Sicherung (8 A) zwischen
Batterieminus und entsprechendem Anschluß anschließen. Dies
verringert die Brandgefahr und Funkenbildung durch den
Batteriestrom.
Drehende Bauteile und Werkzeuge
Drehende Bauteile und Werkzeuge
Beispiele für drehende Bauteile und Werkzeuge:
Kühlerlüfter
Antriebsriemen
Kupplung der Einspritzpumpe
Gelenkwellen
Bohrmaschinen
Drehmaschine, Schleifmaschine
Risiken
Drehende Bauteile wie Kühlerlüfter und Wellen können bei Berührung
Verletzungen verursachen. Verhedderungen sind auch bei völlig
glatten drehenden Wellen möglich.
Bohrmaschinen, Drehmaschinen, Schleifmaschinen und andere Werkzeuge
mit drehenden Teilen können schwere Verletzungen verursachen, wenn
sich Kleidungsstücke oder Haare verheddern.
Handbohrmaschinen mit drehendem Einsatz können aus der Hand gerissen
werden. Das Werkzeug fliegt zur Seite oder dreht weiter, bis sich
das Kabel löst.
Drehende Bauteile und Werkzeuge
Sicherheitshinweise
Bei Arbeiten mit Bohrmaschinen keine Handschuhe tragen.
Wann immer möglich Hebel auf Bohrmaschine aufsetzen.
Halstücher und Krawatten ablegen.
Keine Kleidungsstücke mit weiten Ärmeln oder Hosenbeinen tragen.
Korrekte Kleidung sicherstellen.
Lange Haare durch ein Haarnetz oder ähnliches zurückhalten.
Großen und lose hängenden Schmuck von Händen, Armen und Hals
abnehmen.
Stets geeigneten Scheibenbruchschutz auf Schleifmaschinen
aufsetzen.
Räder
Gummiteile instand setzen
Risiken
Räder abbauen:
Reifen, Felgen und Sicherungsringe können herunterfallen.
Räder zusammenbauen.
Reifen aufpumpen:
Reifen, Felgen und Sicherungsringe können herunterfallen.
Räder auswuchten:
Im Reifenprofil haftende Steine können beim Drehen des Rades
herausfallen.
Mechanisches Bürsten und Drehen: Fliegende Splitter.
Sicherheitshinweise
Vor dem Zerlegen Luft ablassen.
Sicherstellen, daß Reifen, Felgen und Sicherungsringe nicht
beschädigt sind. Beschädigte Felgen oder Sicherungsringe keinesfalls
instand setzen.
Rad zum Aufpumpen in einen Schutzkäfig legen.
Pumpenschlauch mit Schelle an Reifenventil sichern.
Mit Druckanzeige während des Pumpens weit entfernt stehen.
Sicherstellen, daß der Sicherungsring bei 3 bar (40 psi) korrekt
positioniert ist.
Reifen sorgfältig reinigen, Sand und andere Fremdkörper vor dem
Auswuchten entfernen.
Schutzabdeckung am Rad verwenden.
Schutz verwenden oder Schutzbrille tragen.
Räder
Werkzeugteile
Werkzeugteile
Risiken
Von Dornen und Meißeln können sich Metallteile lösen.
Der Hammerkopf kann sich vom Schaft lösen.
Kreissägen können klemmen oder wackeln.
Späne bei spanenden Bearbeitungsverfahren
(z. B. Schleifen, Trennen oder Drehen).
Sicherheitshinweise
Werkzeuge prüfen. Werkzeug ggf. schärfen.
Hammer und Wellen im Voraus prüfen. Hammer bzw. Wellen ggf.
instand setzen oder erneuern.
Stützhand von Unterkante der Säge entfernt halten.
Schutz verwenden oder Schutzbrille tragen.
Sicherheits-Rückhaltesystem
Sicherheits-Rückhaltesystem
Airbags und Gurtstraffer enthalten explosive Bestandteile und
können bei unkontrolliertem Auslösen zu Verletzungen führen.
Diese Bauteile sind daher nur von Personen mit der
entsprechenden Ausbildung zu handhaben. Für weitere
Informationen zur Handhabung und Instandsetzung von Airbags und
Gurtstraffern siehe Heft 18:02-02.
Vor der Durchführung von Arbeiten Spannungsversorgung abklemmen,
um ein unkontrolliertes Auslösen der Airbags und Gurtstraffer zu
verhindern.
Airbags und Gurtstraffer werden durch elektrische Impulse am
Steckerpin oder durch starke Erwärmung ausgelöst.
Sicherheitshinweise
Vor der Durchführung von Arbeiten Spannungsversorgung abklemmen.
Wird ein Modul ausgelöst:
Sich für etwa 10 Minuten vom Fahrzeug entfernen, bis sich der Staub
gesetzt hat. Kein Wasser auf das Modul sprühen.
Fahrzeug anschließend mit Staubsauger reinigen. Beim Reinigen
Handschuhe tragen.
Sicherstellen, daß das Gas nicht in die Atemwege oder Augen gelangt.
Rauch oder Staub nicht einatmen.
Nach der Berührung eines ausgelösten Moduls Hände waschen.
Ausgelöstes Modul in eine Plastiktüte legen und als Sondermüll
entsorgen.
Entsorgte Module müssen entsprechend gekennzeichnet (Bn 1947) und an
den Lieferanten zurückgeschickt werden.
00:0254
Im Brandfall können gelagerte Module mit Wasser gekühlt werden, um
ein versehentliches Auslösen zu vermeiden. Hat das Modul bereits
ausgelöst, keinesfalls mit Wasser kühlen.
In der Werkstatt aufbewahrte Module müssen in einem verschließbaren
Schrank mit der Kennzeichnung "Airbag, Explosiv" gelagert werden.
Häufigste Einheit bar, da 1 Pa eine so kleine Einheit
ist.
Densität
Gramm pro Kubikmeter
g/m3
1 g/cm3 = 1 kg/dm3
Häufigste Einheit ist kg/dm3(Densität des Wassers
beträgt
1 kg/dm3). Spezifisches Gewicht ist eine andere
Bezeichnung für Densität.
Kraftstoff- verbrauch
Liter pro 100 km l/100 km
l/mil= l/10 km mpg
g/kWh
Nur in Schweden Meilen pro Gallone
Wird für Motorangaben verwen- det
Strom (I)
Ampere A
Ohmsches’Gesetz U = R • I
Spannung (U)
Volt V
Widerstand (R)
Ohm
Umwandlung von Einheiten
Das Verhältnis zwischen verschiedenen Einheiten in der Tabelle kann
berechnet werden. Folgendes Beispiel zeigt das Verhältnis zwischen
Kilometer und mile.
0,621 mile =1 km 1 mile = 1 km / 0,621 1 mile = 1,61 km
Ein Schraubverband muß immer mit dem vorge- schriebenen Anzugsmoment
angezogen werden.
Die Vorspannung, die im Schraubverband auf- gebaut wird, resultiert
in einer Klemmkraft, wel- che die Reibung zwischen den Flächen
bewirkt, mit der die Teile zusammenhalten werden.
Anziehen mit Moment
Vorbelastung im Schraubverband
Reibung
Beim Anziehen eines Schraubverbands wird die Schraube der Länge
nach gedehnt. Je mehr die Schraube gedehnt wird, mit desto mehr
Kraft will sie sich zusammenziehen. Der Schraubver- band wird
auf diese Weise vorbelastet.
Eine Schraube kann nicht bis in alle Ewigkeit mit fortgesetzter
Längenausdehnung und erhöh- ter Vorbelastung als Ergebnis
belastet werden. Bei einer gewissen Spannung wird die Deh-
nungsgrenze des Schraubenmaterials erreicht.
00:1450
Wird die Schraube zusätzlich belastet dehnt sie sich
unkontrolliert aus, die Vorbelastung wird gelöst und die
Schraube zerbricht letztendlich.
Das Anziehen mit Momentschlüssel und manch- mal zusätzliche
Anziehen eines gewissen Win- kels bewirkt eine Vorbelastung,
welchee die Klemmkraft im Schraubverband erhöht.
Etwa 90 % des Anzugsmoments ist erforderlich, um den Widerstand
an den Kontaktflächen der Schraube oder Mutter zu überwinden.
Die restlichen 10 % werden in Klemmkraft umgewandelt.
Das Anzugsmoment wird mit Ausgangspunkt der Dimensionen und
Reibung des Verbands berechnet, um die richtige Klemmkraft zu
gewährleisten.
Die Lebensdauer eines Schraubverbands ist von der Größe der
Klemmkraft abhängig. Verwen-
A
B
A 50%
C
C 10%
00:1460
B 40%
den Sie Schraube, Mutter, Unterlegscheibe und Anzugsmoment die
vorgeschrieben sind, um die richtige Klemmkraft sicherzustellen.
Hinweis! Ein zu hohes Anzugsmoment kann dazu führen, daß die
Schraube sich dehntunddie Reibungsichverringert.
Reibung unter dem Schraubkopf
Reibung im Gewinde
Klemmkraft
00:1462
Halten Sie den Drehmomentsteckschlüssel am Griff und zie-
hen Sie mit gleichmäßiger Geschwindigkeit fest.
Verwenden Sie den Drehmomentsteckschlüssel nie als Ham- mer.
Der Hebel des Drehmomentsteckschlüssels darf nicht verlän-
gert werden, wenn der Schlüssel nicht entsprechend umge-
stellt worden ist.
Gewisse Schraubverbände müssen einen zusätz- lichen
Winkel angezogen werden, um die rich-
tige klemmkraft zu erhalten. Dies gilt z.B. für Schrauben
mit Zylinderköpfen. Die Größe des Winkels wechselt zwischen
verschiedenen Typen von Schraubverbänden.
1
00:1406
2
Nachziehen
Befolgen Sie immer die Arbeitsanweisungen im
Servicehandbuch, um zu kontrollieren, ob ein Schraubverband
nachgezogen werden muß oder nicht.
Gewisse Schraubverbände müssen nachgezogen werden, z.B. nach
der Lackierung.
Andere Schraubverbände dürfen unter keinen Umständen
nachgezogen werden.
Wiederverwendung
Bei jedem Nachziehen werden die Schrauben gedehnt, deshalb
dürfen Schrauben in gewissen Schraubverbänden nur einige
Male wiederver- wendet werden. Befolgen Sie die Anweisungen
im Servicehandbuch.
Muttern mit Kunststoffeinsatz (Nyloc) dürfen nicht
wiederverwendet werden.
WICHTIG! Wiederholtes Anziehen eines Schraubverbands senkt
die Klemmkraft. Ein Schraubverband, der sich gelockert hat,
muß mit neuer Mutter und Unterlegscheibe versehen werden,
bevor der Verband wieder angezogen wird.
Die Festigkeitsbezeichnung auf den Schrauben und Muttern wird mit
Ziffern angezeigt. Mit Hilfe der Ziffern kann man die geringste
Bruch- grenze und Streckgrenze in N/mm2 ablesen.
Muttern
Die Markierung auf den Muttern besteht aus einer Ziffer. Die Ziffer
gibt an, daß die Mutter so fest wie eine Schraube ist, die mit
derselben ersten Ziffer markiert ist.
Die Markierung kann auch der jeweiligen Uhr- zeit entsprechen, mit
Punkten wie auf einem Ziffenblatt, siehe Abb.
Beispielsweise ist eine Mutter der Festigkeits- klasse 8 ist also
genauso fest wie eine Schraube der Festigkeitsklasse 8.8.
Linksgewinde
Schrauben und Muttern mit Linksgewinde sind mit einem Pfeil
markiert. Die Markierung kan auch als Aussparung am Sechskant der
Mutter oder Schraube gezeigt werden.
Die Markierung von Sechskantschrauben, Sechskantlochschrauben
(Inbus) und Sechs- zahnlochschrauben (Torx) besteht aus zwei
nebeneinanderstehenden Ziffern, die evtl. durch einen Punkt
voneinander getrennt sind, siehe Abb.
Die Ziffer 1 gibt ein Hundertstel der Bruch- grenze in N/mm2 an.
Ziffer 1 multipliziert mit Ziffer 2 gibt ein Zehntel der
Streckgrenze in N/mm2 an.
Allgemeines Anzugsmoment
Folgende Tabellen zeigen allgemeine Anzugs- momente für Schrauben,
Muttern und Nippel. Wenn nicht anders im Servicehandbuch ange- geben
ist, gelten die untenstehenden allgemei- nen Anzugsmomente. Siehe
jeweiligen Abschnitt im Servicehandbuch für Anzugsmo- mente am
Fahrzeug.
Für sämtliche Werte gelten Toleranzen +15 % wenn nicht anders
angegeben, sowie folgende Voraussetzungen:
Geschmiert, unbehandelte Schraube und Mutter.
Ungeschmierte feuerverzinkte Schraube und Mutter.
Ungeschmiertes Gußeisen oder Stahl mit feuerverzinkter Schraube.
Ungeschmierte phosphatierte Schraube mit feuerverzinkter Mutter.
Saubere Kontaktflächen ohne Farbe u.ä.
Rohrverschraubungen und Verschlußschrauben
Die angegebenen Werte gelten mit einer Tole- ranz von 5 %. Die Werte
unten gelten für das Anziehen mit Gegenhalter.
Gewindeeinsätze
Angegebene Anzugsmomente gelten auch für Schraubverbände mit
Gewindeeinsatz (Heli- Coil).
Der Gewindeeinsatz bewirkt in vielen Fällen eine erhöhte Festigkeit
als ein direktgeschnitte- nes Gewinde. Dadurch erhält man z.B. einen
stärkeren Schraubverband in Leichtmetall.
Deshalb werden Gewindeeinsätze für gewisse Schraubverbände in
unserer Produktion ver- wendet.
Hinweis! Wenn beschädigte Gewinde mit Gewindeeinsatz repariert, muß
die Schraubenqualität und das vorge- schriebene Anzugsmoment
beibehal- ten werden. Der Gewindeeinsatz ist gemäß den Anweisungen
im Ser- vicehandbuch einzusetzen.
Unser Bestreben ist, daß die Mitarbeiter, die mit Fehlersuche,
Reparatur und Service tätig sind korrekte und zweckmäßige
Servicehandbücher zur Verfügung haben sollen.
Wenn wir Ihre Erfahrungen und Ansichten zu unseren Handbüchern
erfahren, bieten Sie uns die Möglichkeit, den hohen Standard unserer
Serviceliteratur beizubehalten.
Bringen Sie Ihre Gesichtspunkte zu Papier, benutzen Sie gerne eine
Kopie dieser Seite und schicken Sie diese an die Adresse unten. Für
Ihre Mitteilungen steht außerdem unser Fax zur Verfügung.
Nachstehend eine Aufstellung der in der Serviceliteratur verwendeten
Abkürzungen. Die Tabelle enthält neben der Abkürzung auch die
ausgeschriebene Bezeichung sowie eine Erklärung.
Hinweis: Die Mehrzahl der aufgeführten Abkürzungen sind
international üblich und werden innerhalb Scania häufig verwendet.
Einige Abkürzungen sind lieferantenspezifisch und innerhalb Scania
nicht etabliert. Daher ist die Aufstellung nur als Hilfe zum
Verständnis der Serviceliteratur zu betrachten.
Die ausgeschriebene Bezeichnung ist entweder englisch oder deutsch.
Sie ist zur Erläuterung einer Abkürzung zu verwenden. Die Erklärung
des Systems, der Funktion... erfolgt in der entsprechenden
Landessprache.
Fußnoten
Siehe auch TCM und PCM
Verwendung bei der Kennzeichnung von Kabeln
Abkürzung TC verwenden
In der Scania Serviceliteratur bezieht sich HPI auf eine
Pumpe-Düse-Einheit, bei der der Einspritzzeitpunkt durch den
Kraftstoffdruck gesteuert wird
In der Scania Serviceliteratur bezieht sich PDE auf eine
Pumpe-Düse-Einheit, bei der der Einspritzzeitpunkt über ein
Magnetventil gesteuert wird
Druckluftventil, siehe auch elektro- pneumatische Module TCM,
ACM und PCM
ABS AC ACC
ACL
Abkürzung
Ausgeschriebene Bezeichnung
Anti-lock Brake System Air Conditioning Automatic
Climate Control
Automatic Chassis Lubrication
Erklärung Antiblockier-Bremssystem Klimaanlage
Heizung und Klimaanlage
Automatische
Fahrgestellschmierung
ACM1
Axle Control Module
Achssteuergerät im elektronischen Bremssystem
ADR
European Agreement concerning the international
carriage of Dangerous goods by Road.
Europäische Vereinbarung zum internationalen
Transport von Gefahrengütern auf der Straße
ALB2
Achslastabhängige Bremskraftverteilung
Achslastabhängige Bremskraftverteilung
ASR3
Antriebsschlupf-Regelung
Traktionskontrolle
AWD
All Wheel Drive
Allradantrieb
BBA
Betriebsbremsanlage
Betriebsbremsanlage
BIW
Body In White
Fahrerhaus vor der Lackierung
BNS
Body Node System
Karosserieknotenpunkt-System
BSB
Bus Stop Brake
Haltestellenbremse
BUC
Build-Up Calculation
Programm für Berechnungen im Zusammenhang mit
Karosserie und Achslast
BWA
Body Work Adaption
Karosserieaufbau-Anpassung
CAG
Computer Aided Gear shifting
Computergestützte Schaltung
CAN
Control Area Network
Protokoll für serielle Kommunikation zwischen
Steuergeräten
CC
Cruise Control
Geschwindigkeitsregelung
COO
Coordinator
Koordinator
CS
Comfort Shift (bus)
Komfortschaltung (Busse)
CTT
Clock Timer Thermostat
Bedieneinheit für Zusatzheizung
DBR
Dauerbremsrelais
Zusatzbremsrelais
DTC
Diesel Turbo Compound
Turbocompound
EBS Electronic Brake System Elektronisches Bremssystem
ECU Electronic Control Unit Steuergerät
EDC Electronic Diesel Control Elektronische Dieselregelung
EPB Electropneumatic Brake System Elektropneumatisches
Bremssystem
ESS Energy Saving System Energiesparsystem
ETC Electronic Temperature Control Elektronische
Temperaturregelung im Fahrerhaus
EXB Exhaust Brake Abgasbremse
FMEA Failure Mode and Effect Analysis Analyse der
Betriebsbedingungen, unter denen ein Fehler auftritt sowie der
Konsequenzen, die sich aus dem Fehler ergeben
FMS Fleet Management System Fuhrparkmanagement-System
FTBA Fast Trailer Brake Adaption Schnelle Bremsanpassung bei
Anhängern. Erster Schritt der automatischen Bremsanpassung bei
mit EBS ausgestatteten Anhängern.
FUP Front Underrun Protection, integrated
Vorderer Unterfahrschutz, integriert
FUPD Front Underrun Protection Device Vorderer Unterfahrschutz
(Bauteil)
GDLS Gas Discharge Light Source Gasentladungsscheinwerfer
HPI4 High Pressure Injection Hochdruck-Einspritzung
IMS Interior Movement Sensor, cab Innenraum-Sensor, Fahrerhaus
IRTI Interface against Road Transport Informatics
Schnittstelle für IT- und Telekommunikationssysteme und
-dienstleistungen im Fahrzeug
Abkürzung
LED NBS
Ausgeschriebene Bezeichnung
Light-Emitting Diode Neutral bei Stillstand
Erklärung
LED
Getriebe bei stehendem Fahrzeug in
Neutralstellung (ZF)
OPC
Opticruise
Opticruise
OPT
Option
Option
PBS
Parking Brake System
Feststellbremssystem
PC
Personal Computer
PC
PCM
Pressure Control Module
Achssteuergerät im elektronischen Bremssystem
PD
Product Data
Produktangaben
PDE5
Pumpe-Düse-Einheit
Pumpe-Düse-Einheit
PGM
4 Program
Programm
PTO
Power Take-Off
Nebenantrieb
PWM
Pulse Width Modulation
Pulsbreitenmodulation; digitales Signal mit
erweitertem Informationsgehalt
RTI
Road Transport Informatics
IT- und Telekommunikationssysteme und
-dienstleistungen im Fahrzeug
RUPD
Rear Underrun Protection Device
Hinterer Unterfahrschutz (Bauteil)
SATCOM
Satellite Communication
Satellitenkommunikation
SBA
Scania Brake Adaption
Programm zur Bremsanpassung
SBV
Service Brake Valve
Betriebsbremsventil
SCOP
Scania Optimizing Program
Programm für Antriebsstrangberechnungen
SD2
Scania Diagnose 2
Scania Diagnos 2
SLD
Speed Limiting Device
Geschwindigkeitsbegrenzer
SP2
Scania Programmer 2
Scania Programmer 2
SRS
Supplementary Restraint System
Sicherheits-Rückhaltesystem
SVAN
Scania Vehicle Area Network
Scania Fahrzeugdatenbus. Systemaufbau für alle
Steuergeräte im Fahrzeug.
SVIP
Scania Information Platform
Scania Informationsplattform Kommunikationseinheit
zwischen Fahrzeug und z. B. Verkehrsregelung.
TBA
Trailer Brake Adaption
Anhängerbremsanpassung
TC
Traction Control
Traktionskontrolle
TCM
Trailer Control Module
Anhängersteuergerät im elektronischen Bremssystem
TCV6
Trailer Control Valve
Anhängerbremsventil
UI
Unit Injector
Pumpe-Düse-Einheit
VCI
Vehicle communication Interface
Schnittstelle für Fahrzeugkommunikation
VPS
Vehicle Protection System
Diebstahlwarnanlage
WSL
White Smoke Limiter
Weißrauchbegrenzer
Siehe auch TCM und PCM
Verwendung bei der Kennzeichnung von Kabeln
Abkürzung TC verwenden
In der Scania Serviceliteratur bezieht sich HPI auf eine
Pumpe-Düse-Einheit, bei der der Einspritzzeitpunkt durch den
Kraftstoffdruck gesteuert wird
In der Scania Serviceliteratur bezieht sich PDE auf eine
Pumpe-Düse-Einheit, bei der der Einspritzzeitpunkt über ein
Magnetventil gesteuert wird
Druckluftventil, siehe auch elektro-pneumatische Module TCM,
ACM und PCM
Das folgende Beispiel zeigt eine vollständige Typbezeichnung:
R144 LB6x2NB 530
R Fahrerhaustyp
14 Hubraum
4 Entwicklungsstufe
L Fahrgestellklasse
B Fahrgestell-Anpassung 6x2 Radkonfiguration
N Fahrgestellhöhe
B Fahrgestellausführung
530 Leistungscode
Die einzelnen Elemente der Typbezeichnung haben folgende Bedeutung:
Fahrerhaustyp
P Niedriges Frontlenker-Fahrerhaus R Hohes Frontlenker-Fahrerhaus
T Hauben-Fahrerhaus
Hubraum
Der Hubraum wird in vollen dm3 angegeben.
Entwicklungsstufe
Die für das Produkt wesentlichen Entwicklungsstufen werden numerisch
angegeben.
Fahrgestellklasse
L Fahrgestell für den Fernverkehr auf ebenen befestigten Straßen.
Hohe Nutzlast innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen.
D Fahrgestell für den Nahverkehr auf ebenen befestigten Straßen.
Hohe Nutzlast innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen.
C Fahrgestell für den Nahverkehr auf extrem unebenen unbefestigten
Straßen. Hohe Bodenfreiheit für Baustelleneinsatz und unbefestigte
Straßen.
G Fahrgestell für den Nah- und Fernverkehr auf unebenen
unbefestigten Straßen.
Technische Nutzlast höher als gesetzlich zulässige Nutzlast.
Fahrgestell-Anpassung
B Basis, Fahrgestell ohne besondere Anpassung. A Fahrgestell für
Sattelzugmaschine.
Radkonfiguration
Die Formel gibt die Gesamtzahl der Räder und die Anzahl der
angetriebenen Räder an.
4x2 Zweiachsiger Lkw mit einer angetriebenen Hinterachse.
4x4 Zweiachsiger Lkw mit angetriebener Vorder- und Hinterachse. 6x2
Dreiachsiger Lkw mit einer angetriebenen Hinterachse.
6x2/4 Dreiachsiger Lkw mit einer angetriebenen Hinterachse und einer
gelenkten Vorlaufachse.
6x2*4 Dreiachsiger Lkw mit einer angetriebenen Hinterachse und einer
gelenkten Nachlaufachse.
6x4 Dreiachsiger Lkw mit zwei angetriebenen Hinterachsen. 6x6
Dreiachsiger Lkw mit drei angetriebenen Achsen.
8x2 Vierachsiger Lkw mit zwei Vorderachsen und einer angetriebenen
Hinterachse.
8x2/4 Vierachsiger Lkw mit einer angetriebenen Achse und einer
gelenkten Vorlaufachse.
8x2*6 Vierachsiger Lkw mit zwei Vorderachsen und einer angetriebenen
Hinterachse und einer gelenkten Nachlaufachse.
8x4 Vierachsiger Lkw mit zwei Vorderachsen und zwei angetriebenen
Hinterachsen.
Fahrgestellhöhe
Die relative Fahrgestellhöhe wird gemessen zwischen den Mitten der
angetriebenen Hinterachse und der Vorderachse und der
Rahmenoberkante.
E Extra tief (vorn und hinten tief)
L Tief (vorn tief und hinten normal) N Normal (vorn und hinten
normal) H Hoch
Fahrgestellausführung
A Blattfederung vorn und Luftfederung hinten B Luftfederung vorn und
hinten
Z Blattfederung vorn und hinten
Leistungscode
Dieser Code spezifiziert die Netto-Motorleistung in PS entsprechend
ISO 1585, ECE R24-03 und SAE J1349. Die Angaben gelten für Motoren
ohne den Antrieb eines Lüfters.
Das folgende Beispiel zeigt eine vollständige Typbezeichnung:
DSC12 01 L01
DSC Typ
12 Hubraum
01 Leistungs- und Zertifizierungscode L Anwendung
01 Variante
Die einzelnen Elemente der Typbezeichnung haben folgende Bedeutung:
Typ
DC Dieselmotor mit Turboaufladung und luftgekühltem Ladeluftkühler
DSC Dieselmotor mit Turboaufladung und luftgekühltem Ladeluftkühler
Hubraum
Der Hubraum wird in vollen dm3 angegeben.
Leistungs- und Zertifizierungscode
Die Angabe erfolgt zweistellig von 01 bis 99.
Die zweistellige Zahl gibt Nennleistung und Nenndrehmoment an. Bei
geprüften und zertifizierten Motoren ist diese zweistellige Nummer
Bestandteil des Zertifikats.
Anwendung
L Motor für Lkw
Variante
Die Angabe erfolgt zweistellig von 01 bis 99.
Dieser Entwicklungscode zeigt Modifikationen des Motors an, die
keine Auswirkungen auf die Grundkonstruktion des Motors haben.
Das folgende Beispiel zeigt eine vollständige Typbezeichnung:
K432 15
K Typ
43 Größe
2 Anzahl der Reibflächen
15 Entwicklungsstufe
Die einzelnen Elemente der Typbezeichnung haben folgende Bedeutung:
Typ
K Trockenkupplung
KH Drehmomentwandler (Drehmomentwandler mit Überbrückungskupplung
und Schaltkupplung)
Größe
Außendurchmesser der Kupplungsscheibe oder des Drehmomentwandlers in
cm. Die Angabe ist zweistellig.
Anzahl der Reibflächen
Die Angabe ist einstellig. Zeigt die Gesamtzahl der Reibflächen der
Kupplungsscheiben der Reibkupplung oder der Schaltkupplung des
Drehmomentwandlers an.
Entwicklungsstufe
Die Angabe erfolgt durch eine Zahl zwischen 1 und 99.
Der Radstand ist das Maß zwischen den Mittelpunkten zweier Achsen
bei symmetrischer Messung parallel zum Untergrund, d. h. auf der
vertikalen Ebene auf der Mittellinie des Fahrzeugs.
Der Gesamtradstand ist das Maß zwischen dem Mittelpunkt der
vordersten und dem der hintersten Achse eines Fahrzeugs oder einer
Fahrzeugkombination.
Bezeichnungen
A Spezifikations-Radstand. Gibt den Radstand zwischen der vorderen
Vorderachse und der vorderen hinteren Antriebsachse an
BR Radstand zwischen Antriebsachse und gelenkter Zusatzachse BS
Radstand zwischen Antriebsachse und Zusatzachse
BT Radstand zwischen zwei angetriebenen Hinterachsen
J Abstand zwischen nachlaufender hinterer Antriebsachse und
Rahmenhinterkante JA Abstand zwischen vorlaufender hinterer
Antriebsachse und Rahmenhinterkante Q Radstand zwischen zwei
Vorderachsen
V Abstand zwischen Rahmenoberkante und Boden in der Mitte der
hinteren Antriebsachse bei maximaler Last
U Abstand zwischen Rahmenoberkante und Boden in der Mitte der
Vorderachse bei maximaler Last
Die Spalte "Maximum legal" (Max. gesetzlich zulässig) zeigt
die zulässigen Lasten für die jeweiligen Länder an. Die
angezeigten Lasten dürfen die Angaben in der Spalte "Scania
design" (Scania Konstruktion) nicht überschreiten. Die
Lastangabe ist optional.
Die Spalte "Technically permissible" (Technisch zulässig)
zeigt die für Bremssystem, Lenkung, Reifen und
Antriebsstrang technisch zulässige Höchstlast an. Die
angezeigten Lasten dürfen die Angaben in der Spalte "Scania
Konstruktion" nicht überschreiten und müssen gleich oder
größer der in der Spalte "Max. gesetzlich zulässig" sein.
Die Lastangabe ist optional.
Die Spalte "Scania Konstruktion" zeigt die für
Antriebsstrang, Achsen, Federn und Rahmen von Scania
freigegebene technisch zulässige Höchstlast an.
Eine vollständige Typenbezeichnung sieht aus wie das folgende
Beispiel: L94 IB4x2NB 260. Die einzelnen Teile haben jeweils
folgende Bedeutung:
9 Hubraum
4 Entwicklungsstufe
I Fahrgestellklasse
B Fahrgestellanpassung 4x2 Räderkonfiguration N Fahrgestellhöhe
B Federung
260 Leistungscode
Es folgt eine Beschreibung der möglichen Alternativen für die
einzelnen Bestandteile der Typenbezeichnung.
Anordnung des Motors
F Fahrgestell mit vor der Vorderachse längs eingebautem Motor.
Fahrgestell mit hinter der hintersten Achse längs eingebautem
Motor.
Fahrgestell mit hinter der hintersten Achse längs und schräg
eingebautem Motor.
N Fahrgestell mit hinter der hintersten Achse quer und schräg
eingebautem Motor.
Hubraum
Der Hubraum des Motors wird in ganzen Litern angegeben.
Entwicklungsstufe
Die Entwicklungsstufe des Produkts wird durch eine Zahl angegeben.
Fahrgestellklasse
E Fahrgestell für Fernverkehr auf ebenen befestigten Straßen: Hoher
Fahr- und Reisekomfort.
I Fahrgestell für Kurzstrecken- und Fernverkehr auf ebenen und
unebenen befestigten Straßen: Normaler Fahr- und Reisekomfort.
Fahrgestellhöhe für zwei oder mehr Einstiegsstufen.
U Fahrgestell für Kurzstreckenverkehr auf ebenen befestigten
Straßen. Fahrgestellhöhe ohne Notwendigkeit einer Einstiegsstufe im
vorderen Abschnitt.
H Fahrgestell für Kurzstrecken- und Fernverkehr auf unebenen
befestigten und unbefestigten Straßen: Fahrgestellhöhe für zwei oder
mehr Einstiegsstufen.
Fahrgestellanpassung
Fahrgestell für Gelenkbus.
Fahrgestell ohne besondere Anpassung.
Räderkonfiguration
Gibt die Anzahl der belasteten Räder multipliziert mit der Anzahl
der angetriebenen Räder an.
4x2 2-achsiges Fahrgestell mit Antrieb auf einer Achse.
6x2 3-achsiges Fahrgestell mit Antrieb auf einer Achse.
6x2/2 3-achsiges Fahrgestell mit Antrieb auf einer Hinterachse und
mit einer Liftachse mit nicht gelenkten Rädern vor der angetriebenen
Achse.
8x2 4-achsiges Fahrgestell mit Antrieb auf einer Achse.
Fahrgestellhöhe
Gibt die relative Fahrgestellhöhe an, zum Teil auf dem Abstand
zwischen Rahmen-Oberkante und Mitte der angetriebenen Hinterachse,
zum Teil auf dem Abstand zwischen Rahmen-Oberkante und Mitte der
Vorderachse basierend.
E
Extra niedrig
(niedrig vorn und hinten)
L
Niedrig
(niedrig vorn und normal hinten)
N
Normal
(normal vorn und hinten)
Federung
B Luftfederung vorn und hinten, feststehende Vorderachse.
I Luftfederung vorn und hinten, vorn Einzelfederung.
Z Blattfederung vorn und hinten.
Leistungscode
Der Code besteht aus dem ungefähren Wert der Nutzleistung in
Pferdestärken gemäß ISO 1585, ECE R24-03 und SAE J1349. Die
Leistungsangabe bezieht sich auf den Motor mit maximalem
Lüfterschlupf.
Eine vollständige Typenbezeichnung sieht aus wie das folgende
Beispiel: CN94 UB4x2EB 220. Die einzelnen Teile haben jeweils
folgende Bedeutung:
C Karosserietyp
N Anordnung des Motors
9 Hubraum
4 Entwicklungsstufe
U Fahrgestellklasse
B Fahrgestellanpassung 4x2 Räderkonfiguration E Fahrgestellhöhe
Federung
220 Leistungscode
Es folgt eine Beschreibung der möglichen Alternativen für die
einzelnen Bestandteile der Typenbezeichnung.
Bustyp
Karosserie ohne Einstiegsstufen im vorderen Abschnitt und ohne
Gepäckraum.
Vorgesehen für Stadt- und Nahverkehr.
Anordnung des Motors
L Fahrgestell mit hinter der hintersten Achse längs und schräg
eingebautem Motor.
N Fahrgestell mit hinter der hintersten Achse quer und schräg
eingebautem Motor.
Hubraum
Der Hubraum des Motors wird in ganzen Litern angegeben.
Entwicklungsstufe
Die Entwicklungsstufe des Produkts wird durch eine Zahl angegeben.
Fahrgestellklasse
U Fahrgestell für Kurzstreckenverkehr auf ebenen befestigten
Straßen. Fahrgestellhöhe ohne Notwendigkeit einer Einstiegsstufe im
vorderen Abschnitt.
Fahrgestellanpassung
Fahrgestell für Gelenkbus.
Fahrgestell ohne besondere Anpassung.
Räderkonfiguration
Gibt die Anzahl der belasteten Räder multipliziert mit der Anzahl
der angetriebenen Räder an.
4x2 2-achsiger Bus mit Antrieb auf einer Hinterachse.
6x2/2 3-achsiger Bus mit Antrieb auf einer Hinterachse und mit einer
Liftachse mit nicht gelenkten Rädern vor der angetriebenen Achse.
Fahrgestellhöhe
Gibt die relative Fahrgestellhöhe an, zum Teil auf dem Abstand
zwischen Rahmen-Oberkante und Mitte der angetriebenen Hinterachse,
zum Teil auf dem Abstand zwischen Rahmen-Oberkante und Mitte der
Vorderachse basierend.
E
Extra niedrig
(niedrig vorn und hinten)
L
Niedrig
(niedrig vorn und normal hinten)
N
Normal
(normal vorn und hinten)
Federung
B Luftfederung vorn und hinten, feststehende Vorderachse.
I Luftfederung vorn und hinten, vorn Einzelfederung.
Z Blattfederung vorn und hinten.
Leistungscode
Der Code besteht aus dem ungefähren Wert der Nutzleistung in
Pferdestärken gemäß ISO 1585, ECE R24-03 und SAE J1349. Die
Leistungsangabe bezieht sich auf den Motor mit maximalem
Lüfterschlupf.
Eine vollständige Typenbezeichnung sieht aus wie das folgende
Beispiel: DSC12 01 L01. Die einzelnen Teile haben jeweils folgende
Bedeutung:
DSC Ausführung
12 Hubraum
01 Kennwerte- und Zertifikat-Code
L Anwendung
01 Variante
Es folgt eine Beschreibung der möglichen Alternativen für die
einzelnen Bestandteile der Typenbezeichnung.
Ausführung
DSC Diesel-Motor mit Turbolader und luftgekühltem Ladeluftkühler.
Bei für den Betrieb mit Äthanol angepaßten Diesel-Motoren kommt nach
der Bezeichnung für den Hubraum ein E hinzu.
Hubraum
Der Hubraum des Motors wird in ganzen Litern angegeben.
Kennwerte- und Zertifikat-Code
Bezeichnet durch zwei Ziffern, 01 bis 99.
Die zweistellige Zahl gibt die Kennwerte des Motors hinsichtlich
Leistung und Drehmoment an. Bei Motoren, die die vorgeschriebenen
Prüfungen bestanden haben und somit zertifiziert sind, ist die
zweistellige Zahl an das Zertifikat gebunden.
Anwendung
B Motor für Bus mit Längsmotor. C Motor für Bus mit
Quermotor. L Motor für Lastkraftwagen.
Variante
Bezeichnet durch zwei Ziffern, 01 bis 99.
Die zweistellige Zahl ist ein Entwicklungscode zur Bezeichnung von
Änderungen am Motor, die nicht die Grundausführung des Motors
betreffen.
Scania Fahrzeuge sind auf wirtschaftlichen Transport ausgelegt. Eine
regelmäßige Wartung des Fahrzeugs gewährleistet sowohl einen optimalen
Fahrkomfort als auch eine zuverlässige Funktion und hilft,
außerplanmäßige Fahrtunterbrechungen zu vermeiden.
Vor jeder Fahrt muß der Fahrer sicherstellen, daß die Betriebssicherheit
des Fahrzeugs in keiner Weise beeinträchtigt ist. Besonders genau zu
prüfen sind Bremssystem, Lenkung, Räder und Radaufhängung.
Das Scania Wartungsprogramm dient als Basis zur Planung der
erforderlichen Wartungen.
Aufgrund der unterschiedlichen Betriebsbedingungen müssen Kunde und
Werkstatt den Wartungsbedarf absprechen und die Wartungen
kundenspezifisch durchführen.
Die Scania Software Scania Main ermöglicht die Wartungsplanung,
Kostenberechnung und Erstellung von fahrzeugspezifischen
Wartungsprotokollen.
Das empfohlene Zeit- oder Wegstreckenintervall zwischen den Ölwechseln
ist davon abhängig, ob die Betriebsstoffe den Scania Anforderungen
entsprechen, siehe Service-Handbuch, Hauptgruppe 00 und Untergruppe 01.
Bei der Verwendung von Ölen mit einer geringeren als der spezifizierten
Qualität oder von Kraftstoffen mit einem Schwefelanteil von mehr als 0,2
% müssen die Ölwechselintervalle halbiert werden.
Durch erschwerte Betriebsbedingungen wird das Fahrzeug erheblich
belastet und benötigt deshalb eine Wartung in kürzeren Intervallen. So
ist z. B. bei Fahrzeugen, die auf mit Salz gestreuten oder sehr
staubigen Straßen eingesetzt werden, eine zusätzliche
Fahrgestellschmierung notwendig.
Jedes Fahrzeug ist für eine bestimmte Transportaufgabe ausgelegt. Wenn
das Fahrzeug für andere Aufgaben eingesetzt wird, kann dies die
Anforderungen an die Wartung erheblich verändern.
Der Wartungsbedarf ist abhängig von Motortyp und Einsatzart. Diese
Vorgaben müssen in einem optimalen Wartungsprogramm berücksichtigt
werden. Deshalb umfaßt das Programm fünf verschiedene Einsatzarten
(siehe folgendes Beispiel). Die Einsatzart auswählen, die den
vorliegenden Betriebsbedingungen am ehesten entspricht.
Die Einsatzart bestimmt das Wartungsintervall und den Umfang des
jeweiligen Wartungsprogramms.
Einsatzart Beispiele für den Einsatz
Leichter Fernverkehr (Gesamtgewicht unter 40 Tonnen und Strecken
ohne Steigungen)
Das Wartungsprogramm schließt die folgenden Wartungen ein:
D-Wartung (Ablieferungsinspektion): Vom Scania Händler vor der
Auslieferung eines Fahrzeugs mit Aufbau an den Kunden durchzuführen.
R-Wartung (Einfahrinspektion): Vom Scania Händler innerhalb von max.
4 Wochen bzw. max. 20 000 km nach Auslieferung des Fahrzeugs an den
Kunden durchzuführen.
S-Wartung: Minimale Grundwartung.
M-Wartung: Umfangreichere Wartung.
L-Wartung: Umfaßt alle Wartungsschritte.
X-Wartung: Im Wesentlichen zusätzliche Fahrgestellschmierung, siehe
unten.
Das Wartungsintervall basiert auf einer bestimmten jährlichen
Laufleistung und ist von den verschiedenen Einsatzarten abhängig.
Leerlauf
Wartungsreihenfolge
Ohne X-
Wartung: S-M-S-L = 1 Periode
Mit X-
Wartung: X-S-X-M-X-S-X-L = 1 Periode
Wartung (zusätzliche Wartung)
Die X-Wartung muß bei allen Einsatzarten ausgeführt werden.
Bei besonders günstigen Betriebsbedingungen (trockene Straßen ohne
Salz und Staub) können die Einsatzarten 0, 1 und 4 ausgeschlossen
werden.
Wird das Fahrzeug während eines beträchtlichen Teils seiner
Betriebszeit im Leerlauf betrieben, muß dies bei der Wartungsplanung
berücksichtigt werden.
Hinweis: Das 120 000-km-Intervall gilt nur für die Motortypen DC11,
D12 und D14 in
Euro II-Ausführung. Das 60 000-km-Intervall gilt nur für die
Motortypen DC11, D12, DT12 und D16 in Euro III-Ausführung. Das 45
000-km-Intervall gilt nur für die Motortypen D9 und D11 in Euro
II-Ausführung und D9 in Euro III-Ausführung.
Das 120 000-km-Intervall gilt nur für Fahrzeuge, bei denen das
verwendete Öl der Scania Spezifikation LDF entspricht. Bei der
Verwendung anderer Öle verkürzt sich das Intervall auf 60 000 km.
Bei 120 000-km-Intervallen ersetzt die X-Wartung die S-Wartung. Öle:
siehe Heft 00:03-09.
() Angaben in Klammern gelten nur für das 45 000-km-Intervall.
Jährliche Laufleistung (km)
Wartungsintervall (Wochen)
Werkstattaufenthalte (pro Jahr)
Wartungsintervall (km)
Max.
120 000
26(19)
2(3)
6 Monate
140 000
22(17)
2(3)
60 000 km
160 000
20(15)
2(3)
(45 000 km)
180 000
17(13)
3(4)
200 000
16(12)
3(4)
220 000
14(11)
3(5)
240 000
13(10)
4(5)
260 000
12(9)
4(6)
280 000
11(8)
4(6)
300 000
10(7)
5(7)
Die X-Wartung wird normalerweise hinzugefügt, siehe vorherigen
Abschnitt "Programm".
Hinweis: Das 60 000-km-Intervall gilt nur für die Motortypen DC11,
D12 und D14 in Euro II-Ausführung. Für alle anderen Motortypen gilt
ein Intervall von 45 000 km.
Das 60 000-km-Intervall gilt nur für Fahrzeuge, die mit Motoröl der
Scania Spezifikation LDF betrieben werden und deren Gesamtgewicht 45
t nicht überschreitet. Andernfalls verkürzt sich das Intervall auf
45 000 km.
Öle: siehe Heft 00:03-09.
Jährliche Laufleistung (km)
Wartungsintervall (Wochen)
Werkstattaufenthalte (pro Jahr)
Wartungsintervall (km)
Max.
120 000
26(19)
2(3)
6 Monate
140 000
22(17)
2(3)
60 000 km
160 000
20(15)
2(3)
(45 000 km)
180 000
17(13)
3(4)
200 000
16(12)
3(4)
220 000
14(11)
3(5)
240 000
13(10)
4(5)
260 000
12(9)
4(6)
280 000
11(8)
4(6)
300 000
10(7)
5(7)
Die X-Wartung wird normalerweise hinzugefügt, siehe vorherigen
Abschnitt "Programm".
Im folgenden werden die Wartungsintervalle für Öl- und Filterwechsel
beschrieben. Einzelheiten hierzu können den entsprechenden
Wartungsprotokollen entnommen werden.
WICHTIG! Entsprechenden Filter beim Ölwechsel erneuern oder
reinigen.
Bei Ölen, die nicht der Spezifikation STO 1:0 entsprechen,
müssen bei allen Einsatzarten die Ölwechselintervalle halbiert
werden.
Das Motoröl muß der Spezifikation Scania LDF entsprechen.
Das Motoröl muß der Scania Spezifikation LDF entsprechen,
Fahrzeuggesamtgewicht max. 45 t. () Angaben in Klammern gelten
nur für das 45 000-km-Intervall.
Wartungsschritt
(Öl- und Filterwechsel)
Einsatzart 0
(km)
Einsatzart 1
(km)
Einsatzart 2
(km)
Einsatzart 3
(km)
Einsatzart 4
(km)
Wartung
Retarder
(90 000)
(90 000)
60 000
60 000
M+L
120 000
120 000
80 000
L
Achsgetriebe 1)
240 000
240 000
120 000
80 000
120 000
L
(180 000)
(180 000)
Radnabengetriebe
45 000
30 000
20 000
S+M+L
Drehmomentwandler
60 000
40 000
M+L
Kraftstoffilter
(45 000)
(45 000)
30 000
20 000
30 000
S
60 000
60 000
(oder X)
+M+L
Trockenmittel im Lufttrockner
240 000
180 000
120 000
80 000
120 000
L
Kurbelgehäuseentlüf- tungsfilter
60 000
45 000
30 000
20 000
30 000
S+M+L
Luftfilter
120 000
120 000
L
(90 000*)
(90 000*)
60 000*
40 000*
60 000*
M+L
120 000
120 000
Fahrerhaus-Luftfilter
240 000
180 000
120 000
80 000
120 000
L
Bei Ölen, die nicht der Spezifikation STO 1:0 entsprechen,
müssen bei allen Einsatzarten die Ölwechselintervalle
halbiert werden.
*Verschmutzungsanzeige prüfen und Filter nach Bedarf wechseln.
Wechseln, wenn die Verschmutzungsanzeige 5,0 kPa anzeigt.
() Angaben in Klammern gelten nur für das 45 000-km-Intervall.
18 2531
D-Wartung
Ausgabe 7 de
Örtlicher Händler
Kunde
Datum
km-Stand
Amtliches Kennzeichen
Auftrags-Nr.
Fahrgestelltyp
Fahrgestell-Nr.
Einsatzart
Durchgeführt von
Unterschrift des Meisters
Die Ablieferungsinspektion muß nach Abschluß aller Aufbau- bzw.
Karosseriebauarbeiten bei vollständig ausgerüstetem Fahrzeug
erfolgen.
1 585 253
Das Wartungsprogramm gilt für alle Einsatzarten.
Nr.
Vor der Probefahrt
Haupt- gruppe
1
Aufbau, elektrisches System und Zubehör: Sicherstellen,
daß den Scania Richtlinien für Aufbauten entsprochen
wurde und keine Teile angebaut sind, die den Betrieb des
Fahrzeugs beeinträchtigen oder Instandsetzungs- und
Wartungsarbeiten erschweren. Ebenfalls während Transport
abgebaute Bauteile prüfen. Ggf. vorhandene
Zusatzausrüstung prüfen. Sicherstellen, daß keine
Undichtigkeiten oder äußere Schäden vorhanden sind.
2
Zeichen und Schilder: Sicherstellen, daß alle
erforderlichen Zeichen und Schilder gem. den
gesetzlichen Bestimmungen korrekt angebracht sind und
sich in einwandfreiem Zustand befinden.
3
Waschflüssigkeit: Flüssigkeitsstand prüfen.
00
4
Motor: Ölstand prüfen.
01
5
OSC11-Motor: Luftverhältnis bei Leerlaufdrehzahl prüfen.
Unten notieren. Lufttemperatur:
.............................................°C
Folgendes auf Funktion prüfen: EDC, Kupplung, Getriebe,
Bremsen (Betriebs-, Feststell-, Zusatz- und
Abgasbremse), Instrumenten- und Warnleuchten, Lenkung,
Scheibenwischer und -waschanlage und
Scheinwerfer-Waschanlage.
03,04,
10,13,
17,18
Nach der Probefahrt
17
Achslastverteilung: Achslastverteilung bei Fahrzeugen
mit zwei Vorderachsen prüfen.
13
18
Steuergeräte: Fehlercodes auslesen und notieren.
16
19
Dokumentation: Sicherstellen, daß die Fahrzeug-Dokumente
vollständig vorhanden sind. Ablieferungsinspektion in
der Bedienungsanleitung eintragen.
20
Sonstiges: Transportschutz aus Fahrerhaus entfernen.
Lack und Polster auf einwandfreien Zustand prüfen.
Abschleppkupplung anbauen. Radioantenne anbauen bzw.
anheben. Windabweiser am Dach korrekt anbauen.
Bremsanpassung: Wenn das Fahrzeug mit einem Anhänger
ausgeliefert wird, muß eine Bremsanpassung zwischen
Zugfahrzeug und Anhänger durchgeführt werden (die
Arbeitszeit ist nicht enthalten).
Notizen
18 2531
R-Wartung
Ausgabe 11 de
Örtlicher Händler
Kunde
Datum
km-Stand
Amtliches Kennzeichen
Auftrags-Nr.
Fahrgestelltyp
Fahrgestell-Nr.
Einsatzart
Durchgeführt von
Unterschrift des Meisters
Die Einfahrinspektion sollte vom Scania Händler spätestens 4 Wochen
oder 20.000 km nach Auslieferung des Fahrzeugs an den Kunden
durchgeführt werden.
Diese Wartung gilt für sämtliche Einsatzarten.
1 585 256
B = Wartungspunkte für Fahrzeuge mit Austauschmotor. Alle
Wartungspunkte werden für andere Fahrzeuge ausgeführt.
A. Schmierung, Öl- und Ölfilterwechsel,
Ölstandskontrollen
Nr.
A1. Maßnahmen unter dem Fahrzeug
Haupt- gruppe
Durch- geführt
1
Schmierung: Fahrgestell und werkseitige Ausrüstung gem.
Schmierprogramm schmieren.
00
2 B
OSC11-Motor: Öl ablassen und Magnetstopfen reinigen.
01
3
Automatikgetriebe: Öl und Filter wechseln.
05
4
Schaltgetriebe: Ölstand prüfen. Auf Undichtigkeiten
prüfen.
B. Sonstige
Kontrollen/Filterwechsel/Füllstandskontrollen
Nr.
B1. Maßnahmen unter dem Fahrzeug
Haupt- gruppe
Durch- geführt
10
Nachlaufachse: Muttern des Ausgleichsbügellagers auf
korrektes Anzugsdrehmoment prüfen.
08
11
Nachlaufachsenlift: Auf Funktion prüfen. Auf
Undichtigkeiten prüfen.
08
12
Trommelbremsen: Bremsbelagverschleiß an der
Verschleißanzeige der Bremsgestängenachsteller prüfen.
10
13
Manuelle Bremsgestängenachsteller: Bremsbelagstärke
prüfen und Hub einstellen.
10
14 B
Antriebsstrang: Motor- und Getriebelager, Abdeckungen
der Kreuzgelenke, Halter der Stützlager,
Befestigungselemente von Kupplungsgehäuse an
Schwungradgehäuse usw. auf korrektes Anzugsdrehmoment
prüfen.
11
15
Rahmen und Halter: Auf Risse und lose Schrauben bzw.
Niete prüfen.
11
16
Doppelachsaggregat BT201/300: Schraubverbindungen
zwischen Achsträgerhalter und Rahmen auf korrektes
Anzugsdrehmoment prüfen.
12
17
Stoßdämpfer: Befestigung prüfen. Auf Undichtigkeiten
prüfen.
12
18
Federhalter: Klemmschrauben für Federschraube und
Schrauben auf korrektes Anzugsdrehmoment prüfen.
12
19
Federbügel: Muttern auf korrektes Anzugsdrehmoment
prüfen.
12
20
Luftfederung: Luftfederbälge und Kegel auf
Beschädigungen prüfen.
12
21
Blattfederung (Luft- und Blattfederung): Federblätter,
Federbügel und Clips auf Beschädigungen prüfen.
Motor: Ventilspiel bei Motoren mit Scania
Pumpe-Düse-Einheiten HPI (High Pressure Injection)
prüfen und einstellen. Vorspannung bei Scania
Pumpe-Düse-Einheiten HPI (High Pressure Injection)
einstellen (bei 1. L-Wartung und anschließend alle
480.000 km).
01
47
Motor: Antriebsriemen prüfen.
01
48
OSC11-Motor: Zündkerzen erneuern.
01
49
Kraftstoffsystem: Kraftstoffilter wechseln und
System entlüften.
03
50
Kraftstoffsystem: Kraftstoffleitungen auf
Undichtigkeiten und Beschädigungen prüfen.
03
51
Lufttrockner: Trockenmittel wechseln. Heizelement
auf Funktion prüfen.
10
B4. Maßnahmen im Fahrerhaus
52
Scheibenbremsen: Bremsklotzstärke mit PC prüfen.
10
53
Scheibenbremsen: Sekundärbremsventil mit PC prüfen
(gilt nur für Fahrzeuge mit T-Fahrerhaus, 4x2 und
EBS 2.2).
10
54
Fahrerhaus-Kippmechanismus: Schrauben der
Befestigung der Zugstange sowie des Kippzylinders
prüfen.
18
55
Luftfederung/ELC: Auf Funktion prüfen.
12
56
Türen und Fensterheber: Funktion prüfen und ggf.
Türschlösser einstellen.
18
C. Probefahrt
Nr.
C1. Vor der Probefahrt
Haupt- gruppe
Durch- geführt
57
OSC11-Motor: Luftverhältnis bei Leerlaufdrehzahl
prüfen. Unten notieren.
Hoher Kraftstoffverbrauch und schlechte Zugkraft werden nicht
immer durch einen technischen Fehler im Fahrzeug verursacht.
Kraftstoffverbrauch und Zugkraft sind stark von den folgenden
Faktoren abhängig.
Fahrverhalten
Fahrzeuggesamtgewicht
Einsatz des Nebenantriebs
Kraftstoffqualität
Luftwiderstand des Fahrzeugs
Rollwiderstand des Fahrzeugs
Fahrbahnoberfläche
Topographie
Wetterverhältnisse
Auf der folgenden Seite ist eine zeitsparende, effektive Maßnahme
zur Prüfung der Leistung und des Kraftstoffverbrauchs aufgeführt.
Eine technische Prüfung des Fahrzeugs ist teuer und zeitintensiv.
Daher muß sichergestellt werden, daß die Beanstandung nicht durch
eine der folgenden Ursachen hervorgerufen wird.
Dazu Schritte 1—3 befolgen. Bei den ersten drei Arbeitsschritten
handelt es sich nicht um exakte Meßmethoden. Durch diese Maßnahmen
kann festgestellt werden, ob der Fehler fahrzeugimmanent ist oder
durch andere Ursachen hervorgerufen wird.
WICHTIG! Arbeitsschritt 3 sollte in Anwesenheit des Kunden
durchgeführt werden. Die Vorgehensweise und das Ergebnis werden
dadurch für den Kunden transparent.
Arbeitsschritte 1-3 sind außerhalb der Werkstatt durchzuführen.
Vorbereitung
Fehlercodes notieren.
Falls das Fahrzeug über EDC verfügt, können die im
EDC-Steuergerät gespeicherten Funktionsdaten mit Scania Diagnos
gesichert werden.
Wird hoher Kraftstoffverbrauch beanstandet — Diagrammscheiben
des Fahrtenschreibers und Fahrtenbuch einsehen.
Gespräch mit dem Kunden
Durch das Gespräch soll möglichst viel über die Beanstandung in
Erfahrung gebracht werden.
Fahrbetrieb und Zugkraft des Fahrzeugs prüfen
Fahrzeug in SCOP analysieren.
Zur Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Kunden müssen die
Fahrzeugspezifikationen über MULTI abgefragt und in SCOP
eingegeben werden. Sicherstellen, daß die Informationen mit dem
Fahrzeug übereinstimmen.
Falls das Fahrzeug über EDC verfügt — müssen die gespeicherten
Funktionsdaten mit Scania Diagnos analysiert werden.
Ergebnisse mit den von SCOP erhaltenen Informationen
vergleichen.
Wird mangelnde Zugkraft beanstandet, muß eine Beschleunigungs-
und eine Bergauffahrprüfung durchgeführt werden.
Fehlersuche
Ergibt die bisherige Analyse einen fahrzeugimmanenten Fehler —
muß eine Fehlersuche durchgeführt werden.
Die obengenannten Arbeitsschritte sind in diesem Heft
detailliert beschrieben.
Hinweis: Anweisungen im Abschnitt "Vorbereitung" genau befolgen,
bevor die folgenden Arbeitsschritte durchgeführt werden.
Gemeinsam mit dem Kunden die folgende Liste durchgehen und dabei
soviel wie möglich über die Beanstandung in Erfahrung bringen.
Das Gespräch sollte an einem ruhigen, ungestörten Ort durchgeführt
werden.
Die Informationen sind sowohl für die Suche nach der Ursache als
auch für die Fehlersuche erforderlich.
Welche Beanstandung liegt vor? Hoher Kraftstoffverbrauch?
Schlechte Zugkraft?
Beruht die Beanstandung auf einen Vergleich mit einem anderen
Fahrzeug? Wenn das der Fall ist, sind die Voraussetzungen bei
beiden Fahrzeugen identisch? Z. B. Vergleich der
Hinterachsübersetzung, der Motorleistung und des Gesamtgewichts
beider Fahrzeuge.
War das Problem schon immer vorhanden oder ist die Beanstandung
zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgetreten?
Wenn die Beanstandung zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgetreten
ist, kann dies durch einen technischen Fehler oder durch eine
Veränderung, die zu diesem Zeitpunkt vorgenommen wurde,
verursacht worden sein.
Ausgelesene Fehlercodes analysieren und auf mögliche Ursache für
die Beanstandung prüfen. Ergebnisse notieren und für eine
möglicherweise erforderliche Fehlersuche aufbewahren.
Wie wurde das Fahrzeug gewartet?
Kann die Beanstandung durch mangelnde Wartung verursacht worden
sein?
Wird hoher Kraftstoffverbrauch beanstandet, sind die folgenden
Maßnahmen durchzuführen.
Verschiedene Diagrammscheiben, die Aufschluß über den Einsatz
des Fahrzeugs geben, auswählen. Diagrammscheiben gemäß Abschnitt
"Diagrammscheiben auswerten" analysieren.
Durch das Fahrtenbuch Kraftstoffverbrauch anhand der
entsprechenden Diagrammscheiben prüfen.
Bei hohem Kraftstoffverbrauch werden durch die Diagrammscheiben
folgende Informationen gewonnen.
Reisegeschwindigkeit. Die vorwiegend eingehaltene
Geschwindigkeit.
Anzahl der Fahrtunterbrechungen (einschließlich der Zeitpunkte,
an denen die Geschwindigkeit unter 20 km/h lag).
Zurückgelegte Strecke.
Durchschnittsgeschwindigkeit. Zurückgelegte Strecke durch die
Zeit teilen, um die Durchschnittsgeschwindig- keit zu berechnen.
Längere Unter- brechungen, wie Ruhezeiten, werden nicht
beachtet.
Geben Sie alle Informationen, außer der
Durchschnittsgeschwindigkeit in SCOP ein (siehe Abschnitt SCOP).
Die Auswertung der Diagrammscheiben ist auf der nächsten Seite
erläutert.
3
7
100
5
120
6 2
8
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9
40
3
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4
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1
2
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125km/h
15
16
80
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18
19
20
21
117173
Diagrammscheibe
Meßbereich in Stunden
Fahrgeschwindigkeit
Eine Unterbrechung
Zurückgelegte Strecke. Der Abstand zwischen den höchsten
Punkten der Kurve, zeigt an, daß das Fahrzeug 10 km
zurückgelegt hat.
Hinweis: Anweisungen im Abschnitt "Vorbereitung" und "Gespräch
mit dem Kunden" befolgen, bevor die folgenden Arbeitsschritte
durchgeführt werden.
WICHTIG: Die Arbeitsschritte in diesem Abschnitt sollten in
Anwesenheit des Kunden durchgeführt werden. Die Vorgehensweise
und das Ergebnis werden dadurch für den Kunden transparent.
In diesem Abschnitt werden die erforderlichen Arbeitsschritte
bei zu hohem Kraftstoffverbrauch und schlechter Zugkraft
beschrieben.
Der Abschnitt ist wie folgt unterteilt.
SCOP — erklärt, wie die Informationen in das SCOP-Programm
eingegeben werden.
SCOP enthält beispielsweise Leistungs- und Drehzahldiagramme,
Informationen über Beschleunigungs- und Bergauffahrprüfungen
sowie Angaben zum Kraftstoffverbrauch und wirtschaftlichen
Geschwindigkeitsbereichen.
Gespeicherte Funktionsdaten — erklärt, wie gespeicherte Daten
mit Scania Diagnos analysiert werden können.
Die gespeicherten Funktionsdaten geben Aufschluß über die
Fahrgeschwindigkeit, Kühlmitteltemperatur, Motordrehzahl und
Motorlast.
Zuerst werden die verschiedenen Menüs in Scania Diagnos
beschrieben, es folgen dann fünf Beispiele von verschiedenen
Fahrzeugen.
Beschleunigungsprüfung — beschreibt die Prüfung der Zugkraft bei
einer Beschleunigungsprüfung. Die von SCOP erhaltenen
Informationen müssen verwendet werden.
Bergauffahrprüfung — beschreibt die Prüfung der Leistung bei
einer
Bergauffahrprüfung. Die von SCOP erhaltenen Informationen müssen
verwendet werden.
Hinweis: Die vorliegende Version von SCOP entspricht der Version
bei Drucklegung. Bei Änderungen — siehe SCOP-Handbuch.
In SCOP können genaue Angaben zu einem Fahrzeug gemacht werden.
Die folgenden Informationen werden dadurch gewonnen.
Leistungs- und Drehzahldiagramme — Leistungs- und Drehzahlkurven
zeigen u.
a. innerhalb welcher Drehzahlbereiche der Motor maximales
Drehmoment erreicht und wann das Drehmoment wieder abnimmt. Wird
das Fahrzeug in einem Bereich betrieben, in dem das Drehmoment
wieder abnimmt, so hat dies mangelnde Zugkraft zur Folge.
In Scania Diagnos kann im Abschnitt "gespeicherte
Funktionsdaten", unter "Motordrehzahl" und "Motorlast" geprüft
werden, in welchen Drehzahlbereichen das Fahrzeug betrieben
wurde. Werte mit Leistungs- und Drehmomentdiagramm vergleichen.
Beschleunigungsprüfung auf ebener Strecke — die
Beschleunigungsprüfung wird in einem separaten Abschnitt genauer
beschrieben.
Bergauffahrprüfung — die Bergauffahrprüfung wird in einem
separaten Abschnitt genauer beschrieben.
Kraftstoffverbrauch — Werte in SCOP mit den durch das
Fahrtenbuch ermittelten Werten vergleichen.
Der wirtschaftlichste Geschwindigkeitsbereich — mit der
Reisegeschwindigkeit auf der Diagrammscheibe vergleichen.
Außerdem mit gespeicherten Funktionsdaten unter
"Fahrgeschwindigkeit" in Scania Diagnos vergleichen.
In der folgenden kurzen Beschreibung sind die Informationen
aufgelistet, die in SCOP eingegeben werden müssen. Das SCOP-
Handbuch enthält ausführlichere Informationen zur Benutzung des
Programms.
Allgemeine Informationen für SCOP
In der folgenden Beschreibung sind die Informationen genannt,
die eingegeben werden müssen, unabhängig davon, ob hoher
Kraftstoffverbrauch oder schlechte Zugkraft beanstandet wird.
Die Nummern beziehen sich auf die entsprechenden Positionen in
der Abbildung auf der folgenden Seite.
Klicken Sie auf das hervorgehobene Kästchen. Es öffnet sich
ein Dialogfeld, in das Informationen wie Motortyp,
Kraftstoffdichte, Differentialtyp, Übersetzungsverhältnis,
Getriebeart und Retarderbetrieb eingegeben werden müssen.
Angaben zur Abgasbremse sind nicht erforderlich.
Motorparameter bleibt wie in 1 angegeben.
Klicken Sie auf OK.
Klicken Sie auf das hervorgehobene Kästchen. Es öffnet sich
ein Dialogfeld, in das der verwendete Reifentyp eingegeben
werden muß.
Klicken Sie auf OK.
Geben Sie die Lufttemperatur ein.
Muß eine Beschleunigungsprüfung oder eine Bergauffahrprüfung
durchgeführt werden, ist die aktuelle Lufttemperatur
einzugeben.
Soll der Kraftstoffverbrauch ermittelt werden, muß die
Durchschnittstemperatur für die entsprechenden Tage auf der
Diagrammscheibe eingegeben werden.
Ist die Kraftstofftemperatur bekannt, muß diese ebenfalls
eingegeben werden — andernfalls wird ein Schätzwert
errechnet.
Geben Sie das Zuggesamtgewicht ein.
Geben Sie die Antriebsachslast ein.
Klicken Sie auf das Feld "Stirnfläche". Es öffnet sich ein
Dialogfeld. Geben Sie alle Angaben ein. Klicken Sie dann auf
die grauen Felder und aktualisieren Sie den
Luftwiderstandskoeffizienten und die Stirnfläche.
Klicken Sie auf OK.
Klicken Sie auf das Feld "Fahrbahnoberfläche". Es öffnet
sich ein Dialogfeld.
Wird mangelnde Zugkraft beanstandet, muß lediglich die Art
der Fahrbahnoberfläche ausgewählt werden.
Wird hoher Kraftstoffverbrauch beanstandet, muß außerdem die
Topographie ausgewählt werden.
Klicken Sie auf OK.
Klicken Sie auf den Taschenrechner.
Die Vorgehensweise wird, abhängig von der Beanstandung, auf den
folgenden Seiten beschrieben.
4 5
6
1
7
2
3
117087
8
Fenster in SCOP. Die genaue Beschreibung folgt auf der nächsten
Seite.
Information in SCOP bei schlechter Zugkraft
Soll lediglich die Zugkraft geprüft werden, müssen keine
weiteren Informationen in SCOP eingegeben werden.
Folgende Informationen sind verfügbar.
Die Nummern beziehen sich auf die entsprechenden Positionen in
der Abbildung auf der folgenden Seite.
Leistungs- und Drehmomentdiagramm.
Klicken Sie auf das Diagramm und wählen Sie
"Leistungsdiagramm". Die Motorleistungs- und Drehmomentkurve
wird angezeigt.
Die Drehmomentkurve gibt u. a. an, in welchem
Geschwindigkeitsbereich der Motor maximales Drehmoment
erreicht und wann das Drehmoment wieder abnimmt. Wird das
Fahrzeug in einem Bereich betrieben, in dem das Drehmoment
wieder abnimmt, so hat dies mangelnde Zugkraft zur Folge.
In Scania Diagnos kann im Abschnitt "gespeicherte
Funktionsdaten", unter "Motordrehzahl" und "Motorlast"
geprüft werden, in welchen Drehzahlbereichen das Fahrzeug
betrieben wurde. Werte mit Leistungs- und Drehmomentdiagramm
vergleichen.
Informationen zu Beschleunigungsprüfungen auf ebenen
Strecken und Bergauffahrprüfungen.
Klicken Sie auf das Feld "Spezial". Es öffnet sich ein
Dialogfeld. Die Felder "Beschleunigungsprüfung auf ebener
Strecke" (3) und "Bergauffahren" (4) werden angezeigt.
Bei einer Beschleunigungsprüfung sind die Informationen im Feld
"Beschleunigungsprüfung auf ebener Strecke" zu verwenden.
Bei einer Bergauffahrprüfung sind die Informationen im Feld
"Bergauffahren" zu verwenden. Der Grad der Steigung muß
ebenfalls eingegeben werden. Im
Abschnitt Bergauffahrprüfung wird die Messung der Steigung
beschrieben.
Informationen in den Gruppenfenstern notieren und Anweisungen in
den Abschnitten "Beschleunigungsprüfung auf ebener Strecke" und
"Bergauffahrprüfung" befolgen.
2 1
117162
Fenster in SCOP. Die Erklärungen zu den einzelnen Positionen
sind auf der nächsten Seite zu finden.
4
3
117088
Fenster in SCOP. Die Erklärungen zu den einzelnen Positionen
sind auf der nächsten Seite zu finden.
Informationen in SCOP bei hohem Kraftstoffverbrauch
Bei hohem Kraftstoffverbrauch müssen weiterhin Informationen in
SCOP wie folgt eingegeben werden.
Hinweis: Zuerst werden die im Abschnitt "Allgemeine
Informationen für SCOP" angegebenen Informationen eingegeben.
Die Nummern beziehen sich auf die entsprechenden Positionen in
der Abbildung auf der folgenden Seite.
Klicken Sie auf das gezeigte Feld, wenn das Fahrzeug im
hohen Lastbereich gefahren wurde, d. h. oberhalb des grünen
Bereichs. Dies kann in Scania Diagnos unter "gespeicherte
Funktionsdaten" geprüft werden.
Wurde der Nebenantrieb eingesetzt, muß das angezeigte Feld
ausgewählt werden. Es öffnet sich ein Dialogfeld. Wählen Sie
die Art des Nebenantriebs aus.
Geben Sie dann die Betriebszeit, Nebenantriebsdrehzahl und
Leistung oder Drehmoment ein.
Aktualisieren sie die Werte, indem Sie mehrmals auf die
Felder Leistung, PTO / min und Drehmoment Nm klicken.
Klicken Sie auf OK.
Geben Sie die auf der Diagrammscheibe aufgezeichnete
Fahrstrecke ein.
Geben Sie die auf der Diagrammscheibe aufgezeichneten
Fahrtunterbrechungen ein.
Geben Sie die auf der Diagrammscheibe aufgezeichnete
Reisegeschwindigkeit ein.
Klicken Sie auf das Feld "Setup" und wählen Sie
"Kraftstoffwerte anzeigen" aus.
Klicken Sie auf OK.
Klicken Sie auf den Taschenrechner.
Vergleichen Sie die mit der Diagrammscheibe errechnete
Durchschnittsgeschwindigkeit mit der von SCOP errechneten
Durchschnittsgeschwindigkeit. Die Werte müssen
übereinstimmen.
Dies ist der von SCOP errechnete Kraftstoffverbrauch.
Ist der tatsächliche Kraftstoffverbrauch geringer oder
entspricht er dem errechneten Wert, so ist der
Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs normal und es liegt keine
Beanstandung vor.
Ist der tatsächliche Kraftstoffverbrauch höher als der
errechnete Wert — müssen weitere Prüfungen entsprechend dem
Abschnitt "gespeicherte Funktionsdaten" erfolgen.
6
3
4
1
5
9
117163
2 7 8
Fenster in SCOP. Die genaue Beschreibung folgt auf der nächsten
Seite.
Die gespeicherten Funktionsdaten aus dem EDC-Steuergerät haben
Sie bereits im Abschnitt "Vorbereitung" erhalten. Die Daten
können jetzt analysiert werden.
Die gespeicherten Funktionsdaten enthalten alle Informationen
zur Betriebsdauer des EDC- Steuergeräts sowie folgende Angaben.
Fahrgeschwindigkeit
Kühlmitteltemperatur
Motordrehzahl
Motorlast
Die Informationen sind in verschiedene Felder unterteilt. Siehe
Abbildung.
In diesem Abschnitt werden alle Felder und Beispiele von
Funktionsdaten verschiedener Fahrzeuge sowie die für die Analyse
erforderlichen Erklärungen erläutert.
117164
Die Funktionsdaten müssen gemeinsam mit dem Kunden besprochen
und mit den Ergebnissen von SCOP verglichen werden.
Das obenstehende Beispiel zeigt ein
Fahrgeschwindigkeitsdiagramm. Aus dem Balkendiagramm wird
ersichtlich, wie lange das Fahrzeug im Verhältnis zur gesamten
Betriebsdauer des Steuergerätes innerhalb von bestimmten
Geschwindigkeitsbereichen betrieben wurde.
Die Einteilung der Geschwindigkeitsbereiche ist vom jeweiligen
Steuergerät abhängig.
Vergleichen Sie die Fahrgeschwindigkeit mit dem von SCOP
ermittelten wirtschaftlichsten Bereich.
Während der Reisegeschwindigkeit muß die Motordrehzahl im grünen
Bereich liegen.
Zeigt das Balkendiagramm fälschlicherweise an, daß das Fahrzeug
häufig mit niedriger Geschwindigkeit betrieben wurde, kann dies
durch ein defektes Signal zwischen Fahrtenschreiber und
EDC-Steuergerät verursacht werden. Ist der
Geschwindigkeitsbegrenzer abgeschaltet, arbeitet das
EDC-Steuergerät mit einem programmierten Wert von 15 km/h.
Das obenstehende Beispiel zeigt ein
Kühlmitteltemperaturdiagramm. Aus dem Balkendiagramm wird
ersichtlich, wie lange das Fahrzeug im Verhältnis zur gesamten
Betriebsdauer des Steuergeräts innerhalb von bestimmten
Kühlmitteltemperaturbereichen betrieben wurde.
Die Einteilung der Kühlmitteltemperaturbereiche ist vom
jeweiligen Steuergerät abhängig.
Ein kalter Motor verbraucht mehr Kraftstoff als ein
betriebswarmer Motor.
Bei bestimmten Motoren nimmt die Motorleistung bei
Kühlmitteltemperaturen über 100 °C geringfügig ab.
Das obenstehende Beispiel zeigt ein Motordrehzahldiagramm. Aus
dem Balkendiagramm wird ersichtlich, wie lange das Fahrzeug im
Verhältnis zur gesamten Betriebsdauer des Steuergeräts innerhalb
von bestimmten Motordrehzahlbereichen betrieben wurde.
Die Einteilung der Motordrehzahlbereiche ist vom jeweiligen
Steuergerät abhängig.
Die Farben des Balkendiagramms in Scania Diagnos ähneln den
Farben auf dem Drehzahlmesser des Fahrzeugs. Die Farben auf dem
Drehzahlmesser des Fahrzeugs sind korrekt. Der niedrigste
Kraftstoffverbrauch wird im grünen Drehzahlbereich erzielt.
Wird das Fahrzeug häufig oberhalb des grünen Drehzahlbereichs
und bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten betrieben (mit hoher
Leistungsabgabe), müssen Sie das Feld "Überdrehzahl" in SCOP
auswählen. Der Kraftstoffverbrauch ist dann höher.
Das obenstehende Beispiel zeigt ein Motordrehzahldiagramm. Aus
dem Balkendiagramm wird ersichtlich, wie lange das Fahrzeug im
Verhältnis zur gesamten Betriebsdauer des Steuergeräts mit einer
bestimmten Motorlast innerhalb von bestimmten
Motordrehzahlbereichen betrieben wurde.
Die Farben des Balkendiagramms in Scania Diagnos ähneln den
Farben auf dem Drehzahlmesser des Fahrzeugs. Die Farben auf dem
Drehzahlmesser des Fahrzeugs sind korrekt. Der niedrigste
Kraftstoffverbrauch wird im grünen Drehzahlbereich erzielt.
Die Einteilung der Motordrehzahlbereiche ist vom jeweiligen
Steuergerät abhängig.
Die Motorlast kann anhand der folgenden Erklärungen aus der
obenstehenden Tabelle ermittelt werden. Je höher die Motorlast,
um so höher ist auch der Kraftstoffverbrauch.
Hinweis: Bestimmte Motoren erreichen ihre Maximallast bereits
bei Laststufe 5 oder 6.
0 = keine Motorlast. Motor erhält keinen Kraftstoff. Z. B. durch
Aktivieren der Abgasbremse oder eingeschalteten Fahrstrom bei
nicht drehendem Motor.
1 = sehr geringe Motorlast. Motor dreht z. B. im Leerlauf.
2 = geringe Motorlast. Nebenantrieb, Weißrauchbegrenzer oder
Klimaanlage wurden ggf. aktiviert.
3—5 = Normale Motorlast. Bestimmte Motoren erreichen ihre
Maximallast bereits bei Laststufe 5.
5—7 = Maximale Motorlast. Bestimmte Motoren erreichen ihre
Maximallast bereits bei Laststufe 5 oder 6.
Die genaue Beschreibung der obenstehenden Tabelle folgt auf der
nächsten Seite.
Das Motorlastdiagramm kann in fünf Bereiche unterteilt werden.
Die verschiedenen Bereiche werden wie folgt beschrieben.
Hinweis: Bestimmte Motoren erreichen ihre Maximallast bereits
bei Laststufe 5 oder 6.
In Laststufen oberhalb von 1 kann der Nebenantrieb aktiviert
worden sein.
Wurde das Fahrzeug bei niedrigen Geschwindigkeiten in den
Bereichen H, I und J betrieben, erfolgte ein Betrieb mit
Überdrehzahl.
A = keine Motorlast. Motor erhält keinen Kraftstoff. Fahrstrom
ist eingeschaltet aber Motor dreht nicht.
B = sehr geringe Motorlast. Motor dreht z. B. im Leerlauf.
C = geringe Motorlast. Der Nebenantrieb wurde z. B. bei geringer
Last eingesetzt oder der Weißrauchbegrenzer wurde aktiviert.
D = Nebenantrieb wurde ggf. eingesetzt.
E = Geringe Motordrehzahl und niedrige bis hohe Motorlast.
F = Normale Motordrehzahl und normale Motorlast.
G = Normale Motordrehzahl aber mittlere bis hohe Motorlast. Bei
einigen Motoren
(z. B. 9l-Motor) ist die Motorlast schon bei
Laststufe 5 sehr hoch.
H = Normale Motordrehzahl aber sehr hohe Motorlast. Manche
Motoren erreichen lediglich Laststufe 5 oder 6.
I = Hohe Motordrehzahl.
J = Keine Motorlast. Motor erhält keinen Kraftstoff. Abgasbremse
oder Retarder aktiv oder Fahrpedal vollständig gelöst.
Beispiel 1 — schlechte Zugkraft
Kundenbeanstandung: Schlechte Zugkraft beim Bergauffahren.
Motortyp DSC14 15
Übersetzung 3.08
Das Fahrzeug wird mit zu hoher Geschwindigkeit gefahren.
Das Übersetzungsverhältnis kann geändert werden (Getriebe,
Hinterachse oder Reifen), um das Fahrzeug an eine bestimmte
Betriebsart anzupassen. Bei davon abweichenden
Betriebsarten ist die Zugkraft höchstwahrscheinlich vermindert.
Ist ein Geschwindigkeitsverlust nicht erwünscht, muß ein
leistungsfähigerer Motor eingebaut werden.
Balken A zeigt an, daß die Fahrgeschwindigkeit bei 22% der
gesamten Betriebsdauer des Steuergeräts im Bereich von 92—110
km/h lag. Liegt die Fahrgeschwindigkeit in diesem Bereich — was
normalerweise nicht vorschriftsmäßig ist — muß die eingestellte
Maximalgeschwindigkeit mit dem Scania Programmer geprüft werden.
B — Das Fahrzeug wurde im wirtschaftlichen Motordrehzahlbereich
aber kurzzeitig im sehr hohen oder sehr niedrigen Lastbereich
betrieben (Abgasbremse, Retarder oder vollständig gelöstes
Fahrpedal). Diese Werte weisen auf Bergauffahrten oder starke
Beschleunigung und Verzögerung hin.
Beispiel 2 — schlechte Zugkraft bei Bergauffahrten
Kundenbeanstandung: Hoher Kraftstoffverbrauch und schlechte
Zugkraft bei Bergauffahrten.
Motortyp DSC14 13
Übersetzung 3.91
Das Fahrzeug ist ein Holz-Transporter und wird sowohl im Wald
als auch auf befestigten Straßen betrieben. Der Kunde ist mit
der Leistung des Fahrzeugs auf Waldwegen sehr zufrieden.
Allerdings sind an Steigungen Geschwindigkeiten von 90 km/h
nicht möglich, und das Fahrzeug hat einen hohen
Kraftstoffverbrauch.
Kraftstoffverbrauch
Der Nebenantrieb wurde häufig bei Stillstand
des Fahrzeugs eingesetzt. Der Kraftstoffverbrauch ist dadurch im
Vergleich zur gefahrenen Gesamtstrecke recht hoch.
Zugkraft
Das Fahrzeug verfügt über eine gute Traktion auf unwegsamem
Gelände, der Motor erbringt nicht genügend Leistung, um an
Steigungen eine hohe Geschwindigkeit beizubehalten. Um das
Fahrverhalten an Steigungen zu verbessern, muß die
Reisegeschwindigkeit verringert werden.
Balken A zeigt an, daß die Fahrgeschwindigkeit bei 46% der
gesamten Betriebsdauer des Steuergeräts unter 20 km/h lag. In
diesem Fall wurde dies durch den Betrieb des Nebenantriebs,
durch das Beladen mit Holz, verursacht.
Balken A zeigt an, daß das Fahrzeug häufig bei niedrigen
Motordrehzahlen betrieben wird. In diesem Fall wird dies durch
den Betrieb des Nebenantriebs, durch das Beladen mit Holz,
verursacht.
Balken A zeigt an, daß die Fahrgeschwindigkeit bei 50% der
gesamten Betriebsdauer des Steuergeräts unter 20 km/h lag. In
diesem Fall wird dies durch die Wartezeit auf die Beladung
verursacht. Das Fahrzeug bewegt sich nur langsam vorwärts,
während die Beladung mit aktivierter Hydraulikpumpe erfolgt.
Balken A zeigt an, daß das Fahrzeug bei sehr niedrigen
Motordrehzahlen betrieben wird. In diesem Fall wird dies durch
die Wartezeit auf die Beladung verursacht. Das Fahrzeug bewegt
sich nur langsam vorwärts, während die Beladung mit aktivierter
Hydraulikpumpe erfolgt.
Der grüne Bereich wurde korrekt genutzt, die Motordrehzahl lag
jedoch im roten Bereich.
A — Das Fahrzeug wurde 16% der Zeit im Leerlauf betrieben und
22% der Zeit beispielsweise bei eingeschaltetem Nebenantrieb
oder Weißrauchbegrenzer.
B — Niedrige Motorlast. Abgasbremse, Retarder oder Fahrpedal
vollständig gelöst. Das Fahrzeug wird über die Hinterräder
angetrieben.
C — Hohe Motorlast.
Beispiel 4 — normaler Kraftstoffverbrauch und normale Zugkraft
Motortyp DC11.
Es handelt sich um ein Zugfahrzeug mit Auflieger.
Dies ist ein geeignetes Beispiel für ein Fahrzeug, das
überwiegend auf Autobahnen eingesetzt wird. Kraftstoffverbrauch
oder Zugkraft wurden vom Kunden nicht beanstandet.
Die Motorlast war meist normal. Das Fahrzeug wurde selten an
Steigungen und selten bei Vollast betrieben.
11% ist ein normaler Wert für den Leerlaufbetrieb.
Beispiel 5 — Geschwindigkeitsbegrenzer deaktiviert
Das Fahrzeug in diesem Beispiel ist mit dem in Beispiel 4
vergleichbar. Die Betriebsart ist ebenfalls ähnlich.
Etwas in diesem Beispiel ist jedoch nicht korrekt.
Fahrgeschwindigkeit und Motordrehzahl (A) zeigen, daß das
Fahrzeug bei hoher Motordrehzahl und sehr niedrigen
Fahrgeschwindigkeiten betrieben wurde.
Dies kann durch den Nebenantrieb verursacht sein, in diesem Fall
ist jedoch der ausgeschaltete Geschwindigkeitsbegrenzer dafür
verantwortlich. Das EDC-Steuergerät erkennt dann eine
Fahrgeschwindigkeit von 15 km/h.
Im folgenden ist die Durchführung einer Beschleunigungsprüfung
beschrieben.
Vorbereitung
Alle erforderlichen Informationen müssen abgefragt werden, siehe
Abschnitt SCOP.
Ebene, verkehrsfreie Strecke auswählen. Mit Neigungswinkelmesser
(siehe unten) prüfen, ob die Fahrstrecke eben ist.
Für diese Prüfung sind zwei Personen erforderlich — eine Person
fährt, die andere mißt die Zeit.
Werkzeuge
Stoppuhr
werden.
Fahrzeug in einem Drehzahlbereich zwischen 800 und 900/min
fahren.
Gewählten Gang einlegen und Fahrpedal vollständig
durchtreten, bis die in SCOP angegebene maximale Drehzahl
erreicht wird. Zeit zwischen den beiden in SCOP genannten
Motordrehzahlbereichen messen.
Prüfung mehrmals in beide Richtungen durchführen.
Durchschnittszeit berechnen und mit der von SCOP errechneten
Zeit vergleichen. Eine Abweichung von bis zu einer Sekunde
ist normal.
Ist der tatsächliche Kraftstoffverbrauch geringer als der
errechnete Wert oder entspricht er diesem, so ist die Zugkraft
des Fahrzeugs normal.
Ist die Durchschnittszeit länger — mit der
Neigungswinkel- messer
Teile-Nr. 1 593 822
Prüfung fortfahren, siehe Fehlersuche.
Scania Diagnos — Motordrehzahl während der Prüfung mit Scania
Diagnos beobachten.
Dadurch werden genauere Ergebnisse erzielt, als durch die
Beobachtung des Drehzahlmessers.
Prüfung
Fahrzeug zur Teststrecke fahren.
Scania Diagnos an Fahrzeug anschließen.
Gehen Sie zur Systemgruppe "Motor", klicken Sie auf
"Lesen/Aktivieren" und wählen Sie "Motordrehzahl". Es
erscheint ein Fenster, in dem die Motordrehzahl ablesbar
ist.
In SCOP werden verschiedene Gänge angegeben, in denen die
Prüfung durchgeführt werden kann. Gang einlegen.
Für jeden Gang sind zwei Drehzahlbereiche angegeben. Zwischen
beiden Bereichen muß die Zeit gemessen
Im folgenden ist die Durchführung einer Bergauffahrprüfung
beschrieben.
Vorbereitung
Informationen für eine Bergauffahrprüfung abfragen, siehe
Abschnitt SCOP.
Verkehrsfreie Strecke auswählen und Fahrbahnneigung mit
Neigungswinkelmesser (siehe unten) prüfen.
Für diese Prüfung sind zwei Personen erforderlich — eine Person
fährt, die andere prüft die Motordrehzahl.
Werkzeuge
von SCOP angegebene Motordrehzahl eingehalten wird. Dies wird am
einfachsten durch das Einschalten der Geschwindigkeitsregelung
gewährleistet.
Vom Beginn der Steigung an, bis zum Erreichen der Bergkuppe
muß das Fahrpedal vollständig durchgetreten werden.
Motordrehzahl auf Veränderungen beobachten.
Prüfung mehrmals durchführen.
Bleibt die Motordrehzahl konstant, ist die Zugkraft des
Fahrzeugs normal.
Nimmt die Motordrehzahl ab — mit der Fehlersuche fortfahren,
siehe Abschnitt Fehlersuche.
Nimmt die Motordrehzahl zu, erbringt das Fahrzeug mehr Leistung
als vermutet.
Neigungswinkel- messer
Teile-Nr. 1 593 822
Scania Diagnos — Motordrehzahl während der Prüfung mit Scania
Diagnos beobachten.
Dadurch werden genauere Ergebnisse erzielt als durch die
Beobachtung des Drehzahlmessers.
Prüfung
Fahrzeug zur Teststrecke fahren.
Scania Diagnos an Fahrzeug anschließen.
Gehen Sie zur Systemgruppe "Motor", klicken Sie auf
"Lesen/Aktivieren" und wählen Sie "Motordrehzahl". Es
erscheint ein Fenster, in dem die Motordrehzahl ablesbar
ist.
In SCOP werden verschiedene Gänge angegeben, in denen diese
Prüfung durchgeführt werden kann. Gang einlegen.
Für jeden Gang ist eine Motordrehzahl angegeben. Das
Fahrzeug muß die angegebene Motordrehzahl während der
gesamten Bergauffahrt beibehalten.
Vor dem Bergauffahren sicherstellen, daß der gewählte Gang
eingelegt ist und die
Hinweis: Anweisungen im Abschnitt "Vorbereitung" und
"Gespräch mit dem Kunden" sowie "Fahrbetrieb und Zugkraft
des Fahrzeugs prüfen" befolgen, bevor die folgenden
Arbeitsschritte durchgeführt werden.
Auf den folgenden Seiten ist die fehlerspezifische
Fehlersuche beschrieben.
Die Fehlersuche wird in folgende Hauptgruppen unterteilt.
Hoher Kraftstoffverbrauch
Geringe Leistungsabgabe und geringe Zugkraft
Außergewöhnlich starke Rauchentwicklung
Hoher Kraftstoffverbrauch
Bei hohem Kraftstoffverbrauch muß eine Fehlersuche in den
folgenden Bereichen erfolgen.
Ladeluftsystem
Abgassystem
Kraftstoff und Kraftstoffsystem
Fahrzeug, Anhänger und Antriebsstrang
Ladeluftsystem
Ladeluftsystem wie folgt prüfen.
Auftretende Fehler beheben und Kraftstoffverbrauch unmittelbar
danach prüfen.
Sicherstellen, daß keine Veränderungen am Ansaugsystem
vorgenommen wurden.
Prüfen, ob die Unterdruckanzeige einen Fehler anzeigt.
Sicherstellen, daß der Luftfilter nicht verstopft ist.
Ansaugsystem auf Dichtheit prüfen
Ladeluftkühler zur Prüfung mit Druck beaufschlagen, siehe
Gruppe 02 im Werkstatt-Handbuch.
Turbolader auf Funktion prüfen
Siehe Gruppe 01 im Werkstatt- Handbuch.
Sicherstellen, daß der Luftfilter nicht verstopft ist
(intern oder extern)
Ladedruckregelventil (falls eingebaut) auf korrekte Funktion
prüfen
Hinweis: Verfügt das Fahrzeug über EDC, kann bei einem
fehlerhaften Ventil ein Fehlercode für die
Ladelufttemperatur erzeugt werden.
Siehe Gruppe 01 im Werkstatt- Handbuch.
Geräuschdämmblech
(falls eingebaut) auf korrekte Funktion prüfen
Siehe Gruppe 02 im Werkstatt- Handbuch.
Wird der Fehler nicht gefunden, muß die Fehlersuche
entsprechend den Abschnitten "Abgassystem", "Kraftstoff und
Kraftstoffsystem" und "Fahrzeug, Anhänger und
Antriebsstrang" fortgesetzt werden.
Abgassystem
Abgassystem wie folgt prüfen.
Auftretende Fehler beheben und Kraftstoffverbrauch
unmittelbar danach prüfen.
Sicherstellen, daß keine Veränderungen am Abgassystem
vorgenommen wurden.
Der Abgasgegendruck darf nicht zu hoch sein. Siehe
Gruppe 03 im Werkstatt-Handbuch.
Sicherstellen, daß das Abgassystem bis zur letzten
Abgasturbine dicht ist.
Sicherstellen, daß die Abgasbremse korrekt eingestellt
ist.
Turbine und Kraftturbine auf Funktion prüfen
Turbine im Turbolader auf Funktion prüfen. Sie darf das
Turbinengehäuse nicht berühren. Siehe Gruppe 01 im
Werkstatt-Handbuch. Gleiche Prüfung an Kraftturbine
durchführen (Turbocompoundeinheit).
Wird der Fehler nicht gefunden, muß die Fehlersuche
entsprechend den Abschnitten "Kraftstoff und
Kraftstoffsystem" und "Fahrzeug, Anhänger und
Antriebsstrang" fortgesetzt werden.
Kraftstoff und Kraftstoffsystem
Kraftstoff und Kraftstoffsystem wie folgt prüfen.
Auftretende Fehler beheben und Kraftstoffverbrauch unmittelbar
danach prüfen.
Prüfen, ob das EDC-Steuergerät Fehlercodes erzeugt hat.
Siehe Scania Diagnos oder Gruppe 03 im Werkstatt-Handbuch.
Sicherstellen, daß Kraftstoff mit entsprechender Qualität
verwendet wird.
Die Kraftstoffqualität hat großen Einfluß auf den
Kraftstoffverbrauch. Im Verhältnis zur Kraftstoffqualität kann
der Kraftstoffverbrauch normal sein.
Siehe Gruppe 00 im Werkstatt- Handbuch.
Gestänge der Einspritzpumpe (falls eingebaut) auf Funktion und
korrekte Einstellung prüfen.
Prüfen, ob der Kraftstoffdruck korrekt ist.
Siehe Gruppe 03 im Werkstatt- Handbuch. Bei zu geringem
Kraftstoffdruck nimmt die Motorleistung ab. Der Fahrer schaltet
dadurch möglicherweise in einen niedrigeren Gang, was zu Fahren
mit Überdrehzahl und damit zu erhöhtem Kraftstoffverbrauch
führt.
Folgende Faktoren können den Kraftstoffdruck beeinflussen.
- Ölsieb an Ölansaugleitung im Kraftstoffbehälter verstopft.
Kraftstoffleitung zwischen Kraftstoffbehälter und
Versorgungspumpe ist undicht oder verstopft. Eine
Undichtigkeit ist nur schwer feststellbar.
Versorgungspumpe ohne Funktion.
Kraftstoffilter verstopft.
Überströmventil defekt.
Sicherstellen, daß kein Kraftstoff austritt
Düsen und Zulaufleitungen auf korrekte Bauart und Funktion
prüfen
Siehe Gruppe 03 im Werkstatt- Handbuch.
Prüfen, ob der Einspritzbeginn korrekt eingestellt ist.
Siehe Scania Diagnos oder Gruppe 03 im Werkstatt-Handbuch.
Sicherstellen, daß die Einspritzpumpe korrekt eingestellt ist.
Einspritzpumpe ausbauen und am Prüfstand auf korrekte Funktion
prüfen.
Wird der Fehler nicht gefunden, muß die Fehlersuche entsprechend
dem Abschnitt "Fahrzeug, Anhänger und Antriebsstrang"
fortgesetzt werden.
Fahrzeug, Anhänger und Antriebsstrang
Folgende Parameter sind für den Kraftstoffverbrauch von großer
Bedeutung.
Fahrzeug-Spezifikation
Aufbau von Zugfahrzeug und Anhänger
Zusatzausstattung
Rad- und Achseinstellung
Bremsen
Reibungsverlust im Antriebsstrang
Fahrzeug, Anhänger und Antriebsstrang wie folgt prüfen.
Faktoren, die den Kraftstoffverbrauch beeinflussen, mit dem Kunden
besprechen.
Sicherstellen, daß das Übersetzungsverhältnis korrekt ist.
Mit SCOP prüfen, ob die Übersetzungsverhältnisse von Getriebe
und Differential korrekt sind und der Einsatzart des Fahrzeugs
entsprechen
Reifen auf korrekten Typ, Kennzeichnung und Fülldruck prüfen.
Einfluß der Aufbauten auf den Luftwiderstand prüfen
Der Aufbau beeinflußt den Kraftstoffverbrauch. Aufbauten prüfen.
Eine unterschiedliche Höhe von Zugfahrzeug und Anhänger wirkt
sich auf den Luftwiderstand aus.
Die zeitweilige Verwendung unterschiedlicher Anhänger oder
Aufbauten kann den Luftwiderstand ebenfalls beeinflussen.
Lose Planen haben dieselbe Auswirkung.
Fahrzeug auf Zubehörteile prüfen, die den Luftwiderstand
beeinträchtigen.
Werbeschilder, Stoßfängerbügel oder Anbauteile wie der
Michelin-Mann haben einen negativen Einfluß auf den
Kraftstoffverbrauch.
Sicherstellen, daß die Bremsen nicht schleifen.
Rad- und Achseinstellung von Fahrzeug und Anhänger prüfen
Sind die Rad- und Achseinstellungen inkorrekt, ist der
Rollwiderstand des Fahrzeugs höher, was sich negativ auf den
Kraftstoffverbrauch auswirkt.
Sicherstellen, daß an Bauteilen wie den Radlagern oder Lagern im
Antriebsstrang keine übermäßige Reibung herrscht.
Prüfen, ob Zusatzausrüstung wie Nebenantrieb und Klimaanlagen-
Gebläse eingebaut sind, die den Kraftstoffverbrauch
beeinflussen.
Leistungsabgabe oder Zugkraft durch folgende Schritte prüfen.
Hinweis: Erscheint in den folgenden Abschnitten die Aufforderung,
den Kraftstoffverbrauch zu prüfen — muß statt dessen die
Leistungsabgabe und Zugkraft geprüft werden.
Kraftstoff und Kraftstoffsystem. Die Kraftstoffqualität hat
einen großen Einfluß auf die Leistungsabgabe und die Zugkraft
des Fahrzeugs. Das Kraftstoffsystem selbst beeinflußt ebenfalls
den Kraftstoffverbrauch.
Siehe Abschnitt "Hoher Kraftstoffverbrauch", "Kraftstoff und
Kraftstoffsystem". Folgende Prüfungen durchführen.
Auftretende Fehler beheben und Leistungsabgabe sowie Zugkraft
unmittelbar danach prüfen.
- Weißrauchbegrenzer auf korrekte Funktion und Einstellung
prüfen. Ein nicht funktionsfähiger oder nicht korrekt
eingestellter Weißrauchbegrenzer läßt fälschlicherweise auf
mangelnde Zugkraft schließen. Siehe Gruppe 10 im Werkstatt-
Handbuch.
- Ladedruck-Sensoren ggf. auf korrekte Funktion prüfen. Ein
nicht funktionsfähiger Ladedruck-Sensor läßt fälschlicherweise
auf mangelnde Zugkraft schließen. Siehe Scania Diagnos oder
Gruppe 03 im Werkstatt-Handbuch.
Fahrzeug, Anhänger und Antriebsstrang. Siehe Abschnitt "Hoher
Kraftstoffverbrauch", "Fahrzeug, Anhänger und Antriebsstrang".
Hinweis: Erscheint in den folgenden Abschnitten die
Aufforderung, den Kraftstoffverbrauch zu prüfen — muß statt
dessen die Rauchentwicklung geprüft werden.
Die Stärke der Rauchentwicklung wird durch den Abgasgegendruck
und durch Undichtigkeiten im Abgassystem vor der letzen
Abgasturbine (in Strömungsrichtung) beeinflußt.
Hinweis: Erscheint in den folgenden Abschnitten die
Aufforderung, den Kraftstoffverbrauch zu prüfen — muß statt
dessen die Rauchentwicklung geprüft werden.
Kraftstoffqualität und Einspritzbeginn haben eine starke
Auswirkung auf die Rauchentwicklung.
Kraftstoff und Kraftstoffsystem prüfen. Siehe Schritte 1, 6, 7 und 8
in den Abschnitten "Hoher Kraftstoffverbrauch", "Kraftstoff und
Kraftstoffsystem".
Hinweis: Erscheint in den folgenden Abschnitten die Aufforderung,
den Kraftstoffverbrauch zu prüfen — muß statt dessen die
Rauchentwicklung geprüft werden.
Außerdem müssen die folgenden Punkte beachtet werden.
Auftretende Fehler beheben und Rauchentwickluung unmittelbar danach
prüfen.
Weißrauchbegrenzer auf korrekte Funktion und Einstellung prüfen.
Siehe Gruppe 10 im Werkstatt- Handbuch.
Wird der Fehler nicht gefunden, muß die Fehlersuche entsprechend
den Abschnitten "Ladeluftsystem" und "Abgassystem" fortgesetzt
werden.
Weißrauch — Kraftstoff und Kraftstoffsystem bei kaltem Motor
prüfen
Kraftstoff und Kraftstoffsystem wie folgt prüfen.
Auftretende Fehler beheben und Rauchentwicklung unmittelbar
danach prüfen.
Weißrauchbegrenzer auf korrekte Funktion und Einstellung
prüfen.
Siehe Gruppe 10 im Werkstatt- Handbuch.
Ladedruckregelventil (falls eingebaut) auf korrekte Funktion
prüfen
Hinweis: Verfügt das Fahrzeug über EDC, kann bei einem
fehlerhaften Ventil ein Fehlercode für die
Ladelufttemperatur erzeugt werden.
Siehe Gruppe 01 im Werkstatt- Handbuch.
Prüfen, ob der Einspritzbeginn korrekt eingestellt ist.
Siehe Scania Diagnos oder Gruppe 03 im Werkstatt-Handbuch.
Düsen und Zulaufleitungen auf korrekte Bauart und Funktion
prüfen
Siehe Gruppe 03 im Werkstatt- Handbuch.
Kaltstartfunktion der Kraftstoffpumpe (falls eingebaut) auf
korrekte Funktion prüfen
Kaltstartfunktion (falls eingebaut) gemäß Gruppe 03 im
Werkstatt- Handbuch prüfen.
Sicherstellen, daß kein Kühlmittel in den Brennraum gelangt.
Sicherstellen, daß kein Kühlmittel über die
Zylinderlaufbuchsen oder den Zylinderkopf in den Brennraum
gelangt.
Motorkompression prüfen.
Die Weißrauchbildung ist von der Motorkompression abhängig.
Kompression prüfen und Werte der verschiedenen Zylinder vergleichen.
Verfügt das Fahrzeug über EDC, kann die Prüfung mit Scania Diagnos
erfolgen. Andernfalls, siehe Gruppe 03 im Werkstatt-Handbuch.
Die kurzfristige Verwendung von Kraftstoff mit einem Schwefelgehalt
von über 0,05 % (Gewichtsanteil) verursacht keine bleibenden Schäden
am Katalysator. Allerdings werden dann nicht die angegebenen oder
gesetzlich
Diesel-Kraftstoff ist schädlich für Haut
und Augen. Schutzbrille und Schutzhandschuhe tragen.
Die Qualität des Diesel-Kraftstoffs ist sehr wichtig für die
Funktion und Lebensdauer von Motor und Einspritzpumpe und beeinflußt
außerdem die Motorleistung.
Qualitätsanforderungen
Damit die Motoren die angegebenen Leistungswerte sowie die
gesetzlich vorgeschriebenen Abgaswerte erreichen, muß der
Diesel-Kraftstoff einer der folgenden Spezifikationen entsprechen:
Europäische Norm: EN 590
Diesel-Kraftstoff nach schwedischer Umwelt-Klassifikation: SS 15
54 35
vorgeschriebenen Abgaswerte erreicht. Möglicherweise muß der
Katalysator danach für längere Zeit mit einem schwefelarmen
Kraftstoff betrieben werden, um wieder seine normale Wirksamkeit
zu erreichen.
RME-Zusatz
Der Zusatz von bis zu 5 Volumen-% RME (Raps-Methyl-Ester) zum
Diesel-Kraftstoff ist von Scania freigegeben.
Der RME muß dabei der deutschen Norm DIN V 51 606 oder der
schwedischen Norm SS 15 54 36 entsprechen.
Der Diesel-Kraftstoff muß dabei ebenfalls den
o. g. Anforderungen entsprechen.
Weitere Informationen zu RME finden sich unter RME
(Raps-Methyl-Ester).
Extreme Temperaturen
Bei niedrigeren als den angegebenen Temperaturen bildet sich im
Diesel-Kraftstoff Paraffinwachs, das Kraftstoffilter und
-leitungen verstopfen kann. Der Motor kann Leistungsverlust
zeigen oder stehenbleiben.
Diesel-Kraftstoffe sind für den Einsatz in den jeweiligen
Ländern spezifiziert. Soll das Fahrzeug bei niedrigeren als den
normalen Temperaturen gefahren werden, müssen erst die
Eigenschaften des zu verwendenden Kraftstoffs in Erfahrung
gebracht werden.
Wenn der Diesel-Kraftstoff nicht für die erwarteten Temperaturen
geeignet ist und kein geeigneter Diesel-Kraftstoff zur Verfügung
steht, muß als als Vorsichtsmaßnahme ein elektrischer
Kraftstoffheizer eingebaut werden.
! ACHTUNG!
Diesel-Kraftstoffen, die schon an ein bestimmtes Klima angepaßt
sind, darf kein Petroleum zugefügt werden. Dies kann zu
Beschädigungen der Einspritzpumpe führen.
Die Zugabe von Petroleum zur Verbesserung der Fließfähigkeit ist
ausschließlich in Notfällen zulässig. Dabei darf eine
Höchstmenge von 20 % nicht überschritten werden. Das Petroleum
ist beim Tanken zuerst einzufüllen, damit es sich mit dem
Diesel- Kraftstoff durchmischt.
Hinweis: Die Verwendung von Petroleum als Motor-Kraftstoff ist
in manchen Ländern verboten.
! ACHTUNG!
Die Zugabe von allen anderen Kraftstoffen außer Petroleum ist
nicht zulässig, da dadurch Motorschäden verursacht werden
können.
WICHTIG! Die Zugabe von Otto-Kraftstoff
oder Alkohol zum Diesel-Kraftstoff ist nicht zulässig. Durch die
längerfristige Verwendung von Otto-Kraftstoff und Alkohol wird
die mit extrem engen Toleranzen gebaute Einspritz- pumpe und in
extremen Fällen sogar der Motor beschädigt.
Wasser und Mikroorganismen
Kraftstoffe können einen bestimmten Anteil an Wasser enthalten.
Geringe Wassermengen haben keinen Einfluß auf die Funktion des
Motors. Bei über lange Zeit nicht korrekt gelagertem Kraftstoff
können sich im Wasser Mikroorganismen und Keime bilden.
Diese Mikroorganismen ernähren sich von Bestandteilen des
Diesel-Kraftstoffs und wachsen zwischen der Wasser- und
Dieselschicht.
Wenn das keimhaltige Wasser mit dem Kraftstoff in den
Fahrzeugtank gelangt, kann der Kraftstoffilter verstopfen.
Reinigung
Zur Verhinderung des Nachwachsens der Mikroorganismen muß das
Kraftstoffsystem gründlich gereinigt werden. Kraftstoffleitungen
spülen und mit Druckluft trocknen.
Kraftstoffilter wechseln und Kraftstoffbehälter reinigen.
Bei einer erheblichen Verunreinigung ist es notwendig, die
Einspritzdüsen und die Einspritzpumpe auszubauen und evtl.
vorhandene Ablagerungen zu entfernen. Die Mikroorganismen und
Bakterien können Kraftstoffilter durchdringen und auch im
weiteren Verlauf des Kraftstoffsystems hinter dem Filter
Verunreinigungen verursachen.
Ursache der Verunreinigung suchen und die erforderlichen
Maßnahmen ergreifen.
Kraftstoff-Eigenschaften
Die Grenzwerte für u.a. Dichte, Viskosität, Cetan-Zahl und
Filtrationsfähigkeit von Diesel- Kraftstoff sind in der
Europäischen Norm
EN 590 definiert.
Dichte
Die Dichte des Kraftstoffs wird in kg/m3 angegeben. Kraftstoff
mit geringerer Dichte hat einen niedrigeren Energiegehalt und
beeinträchtigt die Motorleistung.
Warmer Kraftstoff hat eine geringere Dichte als kalter. Deshalb
sinkt mit zunehmender Kraftstoff-Temperatur die Motorleistung.
Aus diesem Grund hat Winter-Kraftstoff meist eine geringere
Dichte als Sommer-Kraftstoff.
Viskosität
Die Viskosität ist das Maß für die Fließfähigkeit eines Stoffes.
Dichte und Viskosität stehen in der Regel in Zusammenhang.
Cetan-Zahl
Die Cetan-Zahl gibt die Zündwilligkeit des Kraftstoffs an. Bei
Kraftstoffen mit einer geringeren als in der Norm EN 590
angegebenen Cetan-Zahl können Startprobleme auftreten. In
extremen Fällen können auch Motorschäden auftreten.
Filtrationsfähigkeit
Dieser Wert gibt die niedrigste Temperatur an, bei der der
Diesel-Kraftstoff verwendet werden kann, ohne Kraftstoffilter
und -leitungen zu verstopfen.
Motorleistung berechnen
Motoren werden im Werk mit einem Kraftstoff mit einer Dichte von
840 kg/m3 geprüft.
Bei der Verwendung von Kraftstoffen mit anderer Dichte kann die
Motorleistung anhand der folgenden Formel berechnet werden:
Necorr = Leistung mit verwendetem
Ne
=
Kraftstoff
Nenn-Leistung
P
=
Dichte des verwendeten Kraftstoffs in kg/m3 bei +15
°C
840
=
Dichte des bei der Prüfung im
Werk verwendeten Kraftstoffs
Beispiel - Dichte des verwendeten Kraftstoffs: 810 kg/m3.
Nenn-Leistung: 500 PS
In dieser Formel ist die Viskosität nicht berücksichtigt, die
ebenfalls die Motorleistung beeinflußt.
WICHTIG! Eine Verstellung der Einspritzpumpe zum Ausgleich des
Leistungsverlusts ist nicht zulässig. Wird nach der
Neueinstellung wieder Kraftstoff mit einer höheren Dichte und
Viskosität verwendet, besteht die Gefahr von schwerwiegenden
Motorschäden.
Reine Pflanzenöle sind nicht als Kraftstoff für
Kraftfahrzeugmotoren geeignet. Raps-Methyl- Ester (RME) besteht
aus Methanol und Rapsöl und ist in verschiedenen Ländern
erhältlich.
Einfluß von RME auf das Abgasverhalten
Scania hat Versuche mit nicht adaptierten oder speziell darauf
eingestellten Motoren durchgeführt, um den Einfluß von RME oder
den verschiedenen Mischungen von RME und Diesel-Kraftstoff auf
das Abgasverhalten zu prüfen.
Die Ergebnisse zeigen, daß der Ausstoß von Kohlenwasserstoffen,
Kohlenmonoxid und Partikeln im Vergleich zu Diesel-Kraftstoff
geringer ist.
Da RME kein fossiler Brennstoff ist, ist auch die Netto-Menge an
Kohlendioxid geringer. Allerdings steigt der Stickoxid-Ausstoß
(NOX) bei der ausschließlichen Verwendung von RME um bis zu 30 %
an.
Bei einer Zumischung von 5 % RME zum Diesel-Kraftstoff ist die
Zunahme des NOX- Ausstoßes vernachlässigbar gering. Bei
Mischungen mit einem RME-Anteil von bis zu 100 % wird der
gesetzlich festgelegte NOX- Ausstoß deutlich überschritten.
Weitere Eigenschaften von RME
RME ist biologisch abbaubar und nicht gesundheitsschädlich.
RME hat ungünstigere Temperatur- Eigenschaften als Diesel. RME
ist nur für Temperaturen über minus 5 °C geeignet. Bei
niedrigeren Temperaturen (bis minus 20 °C) müssen spezielle
Additive zugesetzt werden.
Die derzeit verbauten Einspritzpumpen, Dichtungen und Schläuche
sind nicht für RME geeignet und müssen ersetzt werden.
Bestimmte Zusatzausrüstungen wie z. B. Zusatzheizungen von
Eberspächer und Webasto können nicht ohne vorherige Änderung mit
RME betrieben werden.
RME-Zusatz
Die Scania Garantie gilt uneingeschränkt für die Verwendung von
Diesel-Kraftstoff mit einem RME-Anteil bis zu höchstens
5 Volumen-%, sofern der Kraftstoff den unter Diesel-Kraftstoff,
Qualitätsanforderungen, beschriebenen Anforderungen entspricht.
Scania übernimmt keine Verantwortung für die Funktion und
Lebensdauer von Motoren, die mit einem RME-Anteil von mehr als
5 Volumen-% betrieben werden. Dies gilt auch für
Zusatzausrüstungen wie z. B. Zusatzheizungen.
WICHTIG! Das Öl muß für alle Außentemperaturen geeignet sein,
die bis zum nächsten Ölwechsel auftreten können.
Qualitätsanforderungen und Ölwechselintervalle
Grundanforderungen
Die in der Tabelle Wartungsprogramm, Einleitung, angegebenen
Ölwechselintervalle gelten nur, wenn die folgenden Anforderungen
erfüllt sind.
Motoren in Euro I- und Euro II-Ausführung
ACEA E3 ACEA E4 ACEA E5 DHD-1
Scania LDF
Motoren in Euro III-Ausführung
ACEA E5 DHD-1
Scania LDF
Hinweis: Informationen zu Scania LDF-Ölen finden sich im
Service-Handbuch, Gruppe 00, Scania LDF-Öle.
Alternative Spezifikationen für verkürzte Ölwechselintervalle
Wenn keine den Grundanforderungen entsprechende Öle verfügbar
sind, können die folgenden Ölqualitäten verwendet werden, wobei
die Ölwechselintervalle halbiert werden müssen.
Motoren in Euro I- und Euro II-Ausführung
ACEA E2 API CH-4
Motoren in Euro III-Ausführung
ACEA E3 ACEA E4
Gasmotoren OSC11 G03 und OSC9 G01
Ölspezifikation: Das Öl muß für fremdgezündete
Hochleistungsmotoren geeignet sein. Die Verwendung von Motorölen
für Benzin- oder Dieselmotoren ist NICHT zulässig!
Das Motoröl muß der folgenden Spezifikation entsprechen:
Viskosität SAE 15 W-40
Ascheanteil max. 1,0 Gewichts-%
Schwefelanteil max. 0,4 Gewichts-% Werkseitige Erstbefüllung:
Mobil Pegasus 1.
WICHTIG! Dem Öl dürfen keine Additive zugefügt werden.
Ölwechselintervalle
Je nach Motortyp und Anwendung, siehe Heft Wartungsprogramm,
Einleitung.
WICHTIG! Bei der Verwendung von Kraftstoffen mit einem
Schwefelanteil über
0,2 Gewichts-% sind die Ölwechselintervalle zu halbieren.
Zur Verbesserung der Schaltbarkeit wird bei niedrigen
Außentemperaturen ein Synthetiköl der Viskosität SAE 75W-90
empfohlen.
WICHTIG! Das Öl muß für alle Außentemperaturen geeignet sein, die
bis zum nächsten Ölwechsel auftreten können.
Achsgetriebe und Radnabengetriebe
Die Viskositätsanforderungen von Achsgetriebeölen und Getriebeölen
sind unterschiedlich.
Viskosität
Außentemperatur
SAE 90
-30 °C
-
+10 °C
SAE 140
0 °C
-
>+30 °C
SAE 75 W-140
<-30 °C
-
>+30 °C
SAE 80W-140
-30 °C
-
>+30 °C
SAE 85W-140
-10 °C
-
>+30 °C
< = unter
> = über
Bei extremen Betriebsbedingungen wie z. B. im Schwerlastverkehr, bei
niedrigen oder hohen Geschwindigkeiten oder hohen oder niedrigen
Temperaturen wird die Verwendung von Synthetiköl SAE 75W-140
empfohlen.
WICHTIG! Das Öl muß für alle Außentemperaturen geeignet sein, die
bis zum nächsten Ölwechsel auftreten können.
Ölspezifikationen
Es dürfen nur Öle verwendet werden, die den jeweils in der folgenden
Tabelle aufgeführten Anforderungen entsprechen.
Typ
Anforderung
Grenzwerte
Getriebeöl STO*) 1:0
1. API
GL-5
2. Scherstabilität
Max. der gleiche Viskositätsverlust wie beim Öl RL 181
nach 20 Stunden gem. CEC-L-45-T-93. Für den Test ist das
gleiche Prüflager zu verwenden. (Kinematische Viskosität
bei 100 °C.)
3. Filtrationsfähigkeit
Min. 90 % in Stufe ll gem. RP 124 H, CETOP, mit
durchschnittlichem Porendurchmesser von
5 Mikrometer. Druck: 1,0 bar
4. Thermische und Oxidationsstabilität gem. Prüfmethode
ASTM L-60-1. Reinheitsanforderungen**)
min. 7,5 Kohlenstoff (nur große Gänge) min. 9,4 Schlamm
(alle Gänge)
Getriebeöl
API
GL-5
*) Scania Getriebeöl
**) Grenzwerte gem. MIL-PRF-2105E
Ölwechselintervalle
Die Ölwechselintervalle sind von Einsatz und Ölqualität abhängig.
Siehe Service-Handbuch, Gruppe 00, Wartungsprogramm, Einleitung.
Hinweis: ATF oder Motoröl, das nicht der Spezifikation
Allison C4 entspricht, kann zur Verstopfung der Ölkanäle
mit Ölschlamm führen und die Funktion des Retarders
beeinträchtigen.
Fahrzeuge mit ACL: Fett auf Lithiumbasis mit einer
Konsistenz von NLGI 0-2
Fahrzeuge ohne ACL: Fett auf Lithiumbasis mit einer
Konsistenz von NLGI 2
Weitere Informationen finden sich unter
Fahrgestell-Schmierung.
Radnaben
Fett auf Lithiumbasis mit einer Konsistenz von NLGI 2
Weitere Informationen finden sich unter
Fahrgestell-Schmierung.
Bremssystem
Spezialfett Teile- Nr. 329 481
Fett zur Schmierung der Ankerbolzenlager der Bremsbacken
Wartungsfreie Gelenkwelle
Spezialfett Teile- Nr. 584 128
Zur Schmierung von Schiebegelenken
Da Fett nicht flüssig ist, kann dessen Viskosität nicht nach der
gleichen Methode wie bei Ölen gemessen werden. Das amerikanische
Prüfinstitut NGLI (National Lubrication Grease Institute) teilt
deshalb Schmierfette in verschiedene Klassen zwischen halbflüssig
und beinahe fest ein.
Aufrechterhaltung des Fließdrucks bei der niedrigsten
Anwendungstemperatur für Scania ACL.
Max. 1,4 bar
DIN 51805
Fettkonsistenz, Scania ACL
NLGI 0 - NLGI 2
Seife
Lithium
Außer Lithium sind technische Seifen zulässig, sofern
alle anderen Anforderungen erfüllt werden. Der
Zulieferer hat entsprechende Informationen zur Verfügung
zu stellen, um eine Mischung von Fetten mit
verschiedenen Gelmitteln zu verhindern.
Grund-Ölviskosität bei
+40 °C
Min. 160 mm2/s (cSt)
ISO 3104, SS 02 35 10, ASTM D 445
Durchdringung bei +25 °C
265-295
ISO 2137
Nach 60 Zyklen
(NLGI-Klasse 2)
SS 15 51 11
Nach 100.000 Zyklen
+10 %
ASTM D 217
Prüfaufbau-Prüfung
Korrosionsschutz (einschl. Salzwasser)
Schmierung, Scherstabilität, mm
Vibrationsstabilität
Keine Korrosion Freigegeben
Freigegeben (für Lkw)
SKF Emcor Prüfung SS 15 51 30 IP 220/67
SKF-Fett-Test R2F Test A+B SKF-Radlagerfett-Test WBG
Wassergehalt
Max. 0,1 g/100 g
ISO 3733, SS 15 51 50, ASTM D 95
Schmelzpunkt
Min. 180 °C
ISO 2176, SS 15 51 53, ASTM D 566
Ölabscheidung bei Lagerung
Max. 5 %
IP 121/75, ASTM D 1742
Konsistenz
Keine Klumpen oder Feststoffe
Betriebstemperatur
Min. -30 °C
Max. +100 °C
Prüfnormen für ACL
Die Schmierpunkte werden durch die Verwendung von Fetten der
NLGI-Klassen 0, 00 und 000 schneller ausgewaschen. Diese Fette sind
deshalb nur dann zu verwenden, wenn es absolut notwendig ist, z. B.
bei ungünstigen Temperaturen.
Zusammen mit dem Kältemittel R134a muß PAG-Öl, Teile-Nr. 584 110
verwendet werden.
WICHTIG! Dieses Öl darf nicht über längere Zeit der Umgebungsluft
ausgesetzt sein.
WICHTIG! Geöffnete Behälter mit Kompressoröl sind nach dem Gebrauch
gemäß den jeweils geltenden örtlichen Vorschriften zu entsorgen.
Kompressoröl darf nicht aufbewahrt werden.
Hautkontakt mit Kühlmittel vermeiden, es können Hautreizungen
auftreten.
Heißes Kühlmittel kann Verbrühungen verursachen.
Schutzausrüstung verwenden. Ethylenglykol ist beim Verschlucken
äußert gesundheitsschädlich und kann zum Tode führen.
Das Kühlmittel muß sich aus Wasser und einem der folgenden Additive
zusammensetzen:
35-45 Volumen-% Scania Frostschutzmittel (Glykol) in Ländern, in
denen die Temperatur unter 0 °C absinkt. Der
Frostschutzmittelgehalt (Ethylenglykol) im vorgemischten
Kühlmittel darf 60 Volumen-% nicht überschreiten.
8-12 Volumen-% Scania Korrosionsschutzmittel in Ländern, in
denen die Temperatur nicht unter 0 °C absinkt.
WICHTIG! Unterschiedliche Frost- bzw. Korrosionsschutzmittel dürfen
nicht gemischt werden. Überdosierung und Mischung können zu
verstärkter Schlammbildung und zum Verstopfen des Kühlers führen.
Scania Kühlmittelfilter enthalten kein Korrosionsschutzmittel mehr.
Daher ist beim Kühlmittelfilterwechsel stets Kühlmittel mit
Korrosionsschutz zu verwenden.
Die erforderliche Menge Korrosionsschutzmittel ist dem Heft
Wartungsanweisung, Teil 1, zu entnehmen.
Bei Fahrzeugen mit Kühlmittelfilter muß der Kühlmittelfilter bei
jeder L-Wartung erneuert werden, um eine korrekte Funktion
sicherzustellen.
Ab August 2000 entfällt der Kühlmittelfilter produktionsseitig.
Es ist ausschließlich schlamm- und partikelfreies Trinkwasser zu
verwenden.
Frostschutzmittel
Als Frostschutzmittel ist ausschließlich Glykol 584 122 bzw. anderes
von Scania freigegebenes Frostschutzmittel zu verwenden.
Von Scania freigegebene Frostschutzmittel
Hersteller
Glysacorr G48 BASF
Glysacorr G30 BASF
Havoline XLC Texaco
WICHTIG! Unterschiedliche Frostschutzmittel dürfen nicht gemischt
werden. Überdosierung und Mischung können zu verstärkter
Schlammbildung und zum Verstopfen des Kühlers führen.
Korrosionsschutzmittel
Es darf nur Korrosionsschutzmittel 584 119 bzw. anderes von Scania
freigegebenes Korrosionsschutzmittel verwendet werden. Die
Verwendung ist nur dann zulässig, wenn keine Frostgefahr besteht.
Von Scania freigegebenes Korrosionsschutzmittel
Hersteller
Glysacorr G93 BASF
Havoline XLI Texaco
WICHTIG! Unterschiedliche Korrosionsschutzmittel dürfen nicht
gemischt werden. Überdosierung und Mischung können zu verstärkter
Schlammbildung und zum Verstopfen des Kühlers führen.
Das Kühlmittel muß Wasser mit 8-12 Volumen-% Scania
Korrosionsschutzmittel enthalten.
Der Korrosionsschutzmittelgehalt kann mit Meßgerät 588 572 geprüft
werden.
WICHTIG! Bei zu hohem Korrosionsschutzmittelgehalt steigt die
Viskosität. Dies kann Schäden an der Kühlmittelpumpe verursachen.
Zum Auffüllen nur vorher gemischtes Kühlmittel verwenden.
Der Frostschutzmittelanteil im vorgemischten Kühlmittel muß 35-45
Volumen-% betragen.
Der Korrosionsschutzmittelgehalt in vorge- mischtem Kühlmittel muß
8-12 Volumen-% betragen. Dies betrifft Länder, in denen die
Temperatur nicht unter 0 °C sinkt.
Der Frostschutzmittelanteil im Kühlmittel muß 35-45 Volumen-%
betragen. Dieser Prozentsatz ist temperaturabhängig.
Frostschutzmittelanteil mit Kühlmittel- und Batterietester 588 227
prüfen.
Bei gefrierendem Kühlmittel beginnt der Wasseranteil des Kühlmittels
zu kristallisieren und der Frostschutzmittelanteil im Kühlmittel
steigt. Falls sich eine erhebliche Menge an Eis im Kühlsystem
bildet, kann dies zu Zirkulationsproblemen führen. Es besteht
allerdings keine Gefahr des vollständigen Einfrierens des
Kühlsystems, solange der Anteil von Scania Frostschutzmittel im
Kühlmittel mindestens 30 Volumen-% beträgt.
Frostschutzmittel
Volumen-% Scania Frostschutzmittel
30
40
50
60
Gefrierpunkt (°C)
-16
-25
-46
-55
Niedrigste Temperatur für Schutz gegen Einfrieren (°C)
-30
*)
*)
*)
*) Ab einem Anteil von mehr als 30 Volumen-
% Scania Frostschutzmittel (Glykol) besteht keine Gefahr durch
Frostsprengung mehr.
WICHTIG! Wenn sich Eis im Kühlsystem gebildet hat, darf der Motor
nicht mehr stark belastet werden.
Eine geringe Eisbildung führt häufig zu Funktionsstörungen,
verursacht aber keine Schäden. So funktioniert z. B. die
Zusatzheizung erst eine halbe bis eine ganze Stunde nach Starten des
Motors.
Volumen-% Scania Frostschutzmittel
10 20 30 40 50 60%
-16
o
-10 C
o
o
C 1
-20 C
-30 o C
3 2
o
-40 C
o
-50 C
121 134
o
-60 C
B A
Kurve A: Eisbildung beginnt. Funktionsstörungen können auftreten.
Kurve B: Gefahr durch Frostsprengung.
Sicherer Bereich
Eisbildung
Kühlmittel zirkuliert nicht. Gefahr durch Frostsprengung.
Beispiel: Bei Temperaturen um -16 °C besteht Gefahr durch
Frostsprengung, wenn der Frostschutzmittelgehalt 20 Volumen-%
beträgt. Bei einem Frostschutzmittelgehalt von
30 Volumen-% hat sich kein Eis im Kühlsystem gebildet.
Das Kühlmittel muß nur dann gewechselt werden, wenn es mit Öl oder
Fett verunreinigt ist. Die Korrosionsschutzwirkung wird durch Zugabe
von Scania Korrosionsschutzmittel aufrechterhalten. In Ländern, in
denen die Temperatur unter 0 °C sinkt, ist Scania Frostschutzmittel
(Glykol) zu verwenden.
Maßnahme
Kühlsystem entleeren.
Kühlsystem mit warmem Wasser füllen.
Motor warmlaufen lassen, bis der Thermostat öffnet.
Wasser ablassen.
Kühlsystem mit fertig gemischten Kühlmittel gem. Spezifikation
auffüllen. Siehe Service-Handbuch, Gruppe 2.
Schmierung: Fahrgestell und werkseitige Ausrüstung
gem. Schmierprogramm schmieren.
00
2
Undichtigkeiten: Motor starten. Auf Austritt von Öl,
Kühlmittel, Kraftstoff, Luft und Abgas prüfen. Auf
Geräusche prüfen.
00
3
Verschleiß und Beschädigungen: Unter dem Fahrzeug
auf Verschleiß und Beschädigungen prüfen.
00
4
Manuelle Bremsgestängenachsteller: Einstellen.
10
5
Kraftstoffsystem: Kraftstoffilter wechseln und
System entlüften. Betrifft Fahrzeuge der Einsatzarte
0 und mit einem Motoröl- Wechselintervall von 120
000 km.
Die Bezeichnung Scania LDF steht für "Scania Long Drain Field
Test" (Langzeit-Ölwechselintervall- Versuch) und kennzeichnet
Öle, die für verlängerte Ölwechselintervalle entwickelt und
entsprechend geprüft wurden.
Mit dem LDF-Öl sollen Ölwechselintervalle erreicht werden, die
mit den Serviceintervallen des Fahrzeugs übereinstimmen.
Die folgende Tabelle enthält die nach dem Scania LDF-Test
freigegebenen Öle.
Hinweis! Dieses Heft wird ständig aktualisiert und ist häufig
auf der Scania Website (http://prodsupport.scania.com)
verfügbar. Dies bedeutet, daß sowohl Öle aus der Liste
gestrichen als auch neue hinzugefügt werden können. Es gilt
jeweils nur die aktuelle Ausgabe des Hefts. Vor der Verwendung
von Ölen stets prüfen, ob das Öl von Scania freigegeben und in
der Liste enthalten ist.
Zur Optimierung der Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Scania
Fahrzeugen ist eine korrekte Wartung unerläßlich.
Bitte lesen Sie die Vorbemerkung vor der Planung des
Wartungsbedarfs mit dem Kunden.
Beachten Sie, welche Faktoren den Wartungsbedarf des
Fahrzeugs beeinflussen.
Beachten Sie, wie das Wartungsprogramm an verschiedene
Einsatzarten angepaßt werden kann.
Wartungsprogramm
Scania Fahrzeuge sind auf wirtschaftlichen Transport ausgelegt.
Eine regelmäßige Wartung des Fahrzeugs gewährleistet sowohl
einen optimalen Fahrkomfort als auch eine zuverlässige Funktion
und hilft, außerplanmäßige Fahrtunterbrechungen zu vermeiden.
Wartungsbedarf
Die Notwendigkeit der Wartung wird sowohl in Prüfungen vor
Fahrtantritt beschrieben als auch in Wartungsprogramm.
Die Prüfungen vor Fahrtantritt werden in der Betriebsanleitung
beschrieben.
Das Wartungsprogramm ist dem Service- Handbuch zu entnehmen.
Prüfungen durch den Fahrer
Vor jeder Fahrt muß der Fahrer sicherstellen, daß die
Betriebssicherheit des Fahrzeugs in keiner Weise beeinträchtigt
ist. Besonders genau zu prüfen sind Bremsanlage, Lenkung, Räder
und Radaufhängung.
Kundenspezifische Wartung
Das Scania Wartungsprogramm dient als Basis zur Planung der
erforderlichen Wartungen.
Aufgrund der unterschiedlichen Betriebsbedingungen müssen Kunde
und Werkstatt den Wartungsbedarf absprechen und die Wartungen
kundenspezifisch durchführen.
Die Scania Software Scania Main ermöglicht die Wartungsplanung,
Kostenberechnung und Erstellung von fahrzeugspezifischen
Wartungsprotokollen.
Qualität von Schmiermitteln und Kraftstoff
Das empfohlene Zeit- oder Wegstreckenintervall zwischen den
Ölwechseln ist davon abhängig, ob die Betriebsstoffe den Scania
Anforderungen entsprechen, siehe Wartungs-Informationen,
Hauptgruppe 00 und Untergruppe 01.
Bei der Verwendung von Betriebsstoffen mit einer geringeren als
der spezifizierten Qualität oder von Kraftstoffen mit einem
Schwefelanteil von mehr als 1,0 % sind die Wechselintervalle zu
halbieren.
Erschwerte Betriebsbedingungen
Durch erschwerte Betriebsbedingungen wird das Fahrzeug erheblich
belastet und benötigt deshalb eine Wartung in kürzeren
Intervallen. Wird das Fahrzeug auf salz- oder
rollsplittgestreuten bzw. sehr staubigen Straßen betrieben, ist
z. B. eine zusätzliche Fahrgestellschmierung erforderlich.
Spezifikation
Jedes Fahrzeug ist für eine bestimmte Transportaufgabe
ausgelegt. Wenn das Fahrzeug für andere Aufgaben eingesetzt
wird, kann dies die Anforderungen an die Wartung erheblich
verändern.
Wartungsprotokoll
Jede Wartung verfügt über ein eigenes Wartungsprotkoll. Dieses
umfaßt alle Fahrgestelltypen.
Für die Karosserien von OmniCity CN94 und OmniLink CL94 sind
separate Wartungsprotokolle erhältlich.
Gasmotor
OSC9
Für Gasmotoren gelten die gleichen Wartungsintervalle wie für
andere Motoren. Die üblichen Wartungsprotokolle mit folgenden
Ergänzungen sind zu verwenden. Das folgende Protokoll ist
auszufüllen und aufzubewahren.
Bei Ethanol-Motoren weichen die Intervalle für einige
Wartungsschritte vom Standard- Wartungsprogramm ab. Außerdem
wurden einige Schritte hinzugefügt.
Das Wartungsprotokoll "Wartungen bei Bussen mit Ethanol-Motor"
enthält eine Zusammenfassung der zusätzlichen Wartungsschritte
sowie der Wartungsintervalle bei Ethanol-Motoren. Dieses
Wartungsprotokoll ist zu verwenden. Wo angegeben ist zusätzlich
das Standard- Wartungsprotokoll zu verwenden. Bei diesen
Fahrzeugen entfallen die S-, M- und L- Wartungen.
Spezifikationen
Eine Freigabe von Scania für Ethanol-Motoren besteht nur für
Ethanol-Kraftstoffe nach Teile- Nr. 1 412 812 sowie
Schmierstoffe gemäß der
Spezifikation
in Heft 00:03-09.
Ein verbesserter Kraftstoffilter (Teile-Nr. 1 341 638) wurde
eingeführt.
Bestandteile von Ethanol-Kraftstoff
Ethanol (E95)
Beraid (verbessert die Zündwilligkeit)
Vergällungsmittel
Farbzusatz (nur Schweden)
Korrosionsschutzmittel
Einsatzarten und Wartungsprogramme
Der Wartungsbedarf ist abhängig von Motortyp und Einsatzart. Diese
Vorgaben müssen in einem optimalen Wartungsprogramm berücksichtigt
werden. Deshalb umfaßt das Programm drei verschiedene Einsatzarten
(siehe folgendes Beispiel). Die Einsatzart auswählen, die den
vorliegenden Betriebsbedingungen am ehesten entspricht.
Die
Einsatzart bestimmt die Wartungsintervalle.
Einsatzarten:
Fernverkehr
Nah- und Linienverkehr
Stadtverkehr
Wartungsintervalle
Einsatzart 1
Einsatzart 2
Einsatzart 3
D9, OSC9
45.000 km
30.000 km
20.000 km
D11, D12
60.000 km
ZF-Hinterachse unter 2 und 3.
Programm
Das Wartungsprogramm schließt die folgenden Wartungen ein:
D-Wartung: Wird von der Scania Werkstatt an Fahrzeugen mit Aufbau
vor der Auslieferung an den Kunden durchgeführt.
R-Wartung: Wird von der Scania Werkstatt spätestens 4 Wochen oder
20.000 km nach Auslieferung des Fahrzeugs an den Kunden
durchgeführt.
S-Wartung: Minimale Grundwartung.
M-Wartung: Umfassendere Wartung.
L-Wartung: Umfaßt alle Wartungsschritte.
X-Wartung: Umfaßt eine zusätzliche Fahrgestellschmierung, siehe
unten.
Das Wartungsintervall basiert auf einer bestimmten jährlichen
Laufleistung und ist von den verschiedenen Einsatzarten abhängig.
Wartungsreihenfolge
Ohne X- Wartung:
Mit X- Wartung:
S-M-S-L = 1 Periode
X-S-X-M-X-S-X-L = 1 Periode
X-Wartung (zusätzliche Wartung)
X-Wartungen sind bei allen Einsatzarten mindestens einmal zwischen den
geplanten Wartungen durchzuführen.
Ausnahmen:
Busse mit ACL
Einsatzart 3 bei besseren Betriebsbedingungen (keine salz- oder
rollsplittgestreuten bzw. sehr staubigen Straßen)
Leerlauf
Wird das Fahrzeug während eines beträchtlichen Teils seiner Betriebszeit
im Leerlauf betrieben, muß dies bei der Wartungsplanung berücksichtigt
werden.
150 Stunden =10.000 km
300 Stunden =20.000 km
450 Stunden =30.000 km
600 Stunden =40.000 km
750 Stunden =50.000 km
Einsatzart 1, Fernverkehr
Hinweis: Das 60.000 km Wartungsintervall gilt für die Motortypen D11,
D12.
Öle,
siehe Heft 00:03-09.
() Gilt für das 45.000 km Intervall.
Jährliche Laufleistung (km)
Wartungsintervall (Wochen)
Werkstattaufent- halte (pro Jahr)
Wartungsintervall (km)
Max.
120.000
26(19)
2(3)
6 Monate
140.000
22(17)
2(3)
60.000 km
160.000
20(15)
2(3)
(45.000 km)
180.000
17(13)
3(4)
200.000
16(12)
3(4)
220.000
14(11)
3(5)
240.000
13(10)
4(5)
260.000
12(9)
4(6)
280.000
11(8)
4(6)
300.000
10(7)
5(7)
L
L
M
S
S
S
180
240
300
360
420
480
(135)
(180)
(225)
(270)
(315)
(360)
L
M M
S
S
122 837
60 120
(45) (90)
x1000 km
Zusätzlich wird in der Regel eine X-Wartung durchgeführt (siehe vorigen
Abschnitt "Programm").
Zusätzlich wird in der Regel eine X-Wartung durchgeführt (siehe vorigen
Abschnitt "Programm").
Bauteil- und Systemwartung
Laufleistung zwischen Wartungen
Im folgenden werden die Wartungsintervalle für Öl- und Filterwechsel
beschrieben. Einzelheiten hierzu können den entsprechenden
Wartungsprotokollen entnommen werden.
WICHTIG! Entsprechenden Filter beim Ölwechsel erneuern oder reinigen.
Laufleistung zwischen Wartungen
Wartungsschritt
(Öl- und Filterwechsel)
Einsatzart 1
(km)
Einsatzart 2
(km)
Einsatzart 3
(km)
Wartung
Motor D9, OSC9
45.000
30.000
20.000
S+M+L
Motor D11, D12
60.000
GR801 Schaltgetriebe1)
240.000
(180.000)
120.000
80.000
L
G701 Schaltgetriebe 2)
120.000
(90.000)
60.000
40.000
M+L
ZF-Automatikgetriebe3)
120.000
(90.000)
M+L
120.000
80.000
L
Retarder
120.000 (90.000*)
60.000
M+L
80.000
L
Achsgetriebe 1)
240.000
(180.000)
120.000
80.000
L
Achsgetriebe und ZF-Nabe 4)
120.000
80.000
L
* Das längste technisch zulässige Wartungsintervall beträgt 120.000 km.
Bei L-Wartungen bei der Einsatzart 1 beträgt das Wartungsintervall
180.000 km, um aber ein Überschreiten der 120.000 km zu verhindern,
erfolgt der Wechsel im Rahmen der M-Wartung (90.000 km).
() Gilt für das 45.000 km Intervall.
Entspricht das Öl nicht den STO 1:0 Anforderungen, müssen die
Intervalle zwischen den Ölwechseln bei allen Einsatzarten halbiert
werden.
Das Öl muß den ZF-Anforderungen nach TE-ML02 Klasse 02C entsprechen.
Öle, siehe Heft 00:03-09.
Das Öl muß den ZF-Anforderungen nach TE-ML14 Klasse 14C entsprechen.
Öle, siehe Heft 00:03-09.
Das Öl muß den ZF-Anforderungen nach TE-ML12 Klasse 12E entsprechen.
Öle, siehe Heft 00:03-09.
Wartungsschritt
(Filter erneuern)
Einsatzart 1
(km)
Einsatzart 2
(km)
Einsatzart 3
(km)
Wartung
Kraftstoffilter
120.000 (90.000*)
60.000
40.000
M+L
Kraftstoffilter für Ethanol-Motor DSI9E
20.000
S+M+L
Hydrauliklüftersystem
240.000
(180.000)
120.000
80.000
L
Servolenkung
240.000
(180.000)
120.000
80.000
L
Trockenmittel im Lufttrockner
240.000
(180.000)
120.000
80.000
L
Luftfilter
120.000
80.000
L
(90.000*) 120.000
M+L
Belüftungsfilter für Karosserie
(180.000)
240.000
120.000
80.000
L
* Das längste technisch zulässige Wartungsintervall beträgt 120.000 km.
Bei L-Wartungen bei der Einsatzart 1 beträgt das Wartungsintervall
180.000 km, um aber ein Überschreiten der 120.000 km zu verhindern,
erfolgt der Wechsel im Rahmen der M-Wartung (90.000 km). Die
Verschmutzungsanzeige gibt Aufschluß über die Notwendigkeit des
Filterwechsels; dies gilt ebenfalls für Einsatzart 3.
() Gilt für das 45.000 km Intervall.
00:03-51
103 508
Ausgabe 5 de
D-Wartung
Örtlicher Händler
Kunde
Datum
km-Stand
Amtliches Kennzeichen
Auftrags-Nr.
Fahrgestelltyp
Fahrgestell- Nummer
Einsatzart
Durchgeführt von
Unterschrift des Meisters
Diese Wartung gilt für alle Einsatzarten.
* In Karosserie- und Sicherheits-Wartung enthalten.
A. Schmierung, Öl- und Ölfilterwechsel, Ölstandskontrollen
* In Karosserie- und Sicherheits-Wartung enthalten.
B. Sonstige Kontrollen / Filterwechsel /
Füllstandskontrollen
Nr.
B1. Unter dem Fahrzeug
Haupt- gruppe
Durch- geführt
8
Gelenkwelle: Anzugsdrehmoment der Schraubverbindung prüfen.
06
B2. Maßnahmen hinten und an den Seiten
9
Kühlsystem: Gefrierpunkt und Füllstand des Kühlmittels
prüfen und ggf. korrigieren.
02
10
Automatikgetriebe: Last-Sensor prüfen.
05
11*
Radmuttern: Anzugsdrehmoment prüfen.
09
12*
Reifen: Reifenluftdruck anhand der Angaben des
Reifenherstellers und entsprechend den gesetzlichen
Bestimmungen einstellen.
09
13*
Bremssystem: Auf Undichtigkeiten prüfen.
10
14
Druckluftbehälter: Wasser ablassen.
11
15*
Luftfederung/ELC: Höhe und Funktion der Luftfederbälge
prüfen.
12
16*
ZF Retarder, Telma: Bremssignal prüfen.
16
17
Elektrisches System: Kabel zum Anlasser und Generator auf
korrekte Verlegung prüfen und sicherstellen, daß sie nicht
durch benachbarte Teile beschädigt werden können.
16
18
Batterien: Elektrolytstand und Ladezustand prüfen.
16
B3. Maßnahmen im Motorraum
19
Motor: Antriebsriemen prüfen.
01
20
Drehzahlregelung: Verstellweg der Drehzahlregelung prüfen.
B. Sonstige Kontrollen / Filterwechsel /
Füllstandskontrollen
Nr.
B1. Unter dem Fahrzeug
Haupt- gruppe
Durch- geführt
11
Trommelbremsen: Bremsbelagverschleiß an der
Verschleißanzeige der Bremsgestängenachsteller prüfen.
10
12
Manuelle Bremsgestängenachsteller: Bremsbelagstärke prüfen
und Hub einstellen.
10
13
Scheibenbremsen: Bremsklotzstärke prüfen .
10
14 B
Antriebsstrang: Motor- und Getriebelager, Abdeckungen der
Kreuzgelenke, Halter der Stützlager, Befestigungselemente
von Kupplungsgehäuse an Schwungradgehäuse usw. auf korrektes
Anzugsdrehmoment prüfen.
11
15
Stoßdämpfer: Befestigung prüfen. Auf Undichtigkeiten prüfen.
12
16
Federlager: Klemmschrauben für Federschraube und Schrauben
auf korrektes Anzugsdrehmoment prüfen.
12
17
Klemmschrauben: Muttern auf korrektes Anzugsdrehmoment
prüfen.
12
18
Blattfedern: Federblätter, Klemmschrauben und Bügel auf
Beschädigungen prüfen.
12
19
Lenkgetriebe: Schrauben auf korrektes Anzugsdrehmoment
prüfen (gilt nicht für F94).
13
B2. Maßnahmen hinten und an den Seiten
20
Radmuttern: Anzugsdrehmoment prüfen.
09
21
Räder: Reifen auf Beschädigung prüfen. Verschleißbild
prüfen.
09
22
Bremssystem: Auf Undichtigkeiten prüfen.
10
23
Druckluftbehälter: Wasser ablassen.
10
B = R-Wartung bei Austauschmotor
R-Wartung
B. Sonstige Kontrollen / Filterwechsel /
Füllstandskontrollen
Nr.
B3. Maßnahmen im Motorraum
Haupt- gruppe
Durch- geführt
24 B
Motor: Ventilspiel prüfen und ggf. einstellen.
01
25 B
Motor: Federhöhe der Pumpe-Düse-Einheit (PDE) prüfen und
ggf. einstellen.
01
26 B
Motor: Spannband am Ansaugkrümmer festziehen.
01
27 B
Motor: Antriebsriemen prüfen.
01
28 B
Kühlsystem: Flüssigkeitsstand prüfen.
02
B4. Maßnahmen innen
29
Gelenkbus: Schrauben des Gelenks auf korrektes
Anzugsdrehmoment prüfen.
11
B5. Karosserie
30
Siehe separates Wartungsprotokoll für aktuelle Karosserie.
Gelenkbus: Zahnflankenspiel prüfen und einstellen. Druck in
der Gelenkhydraulik prüfen. Gummipuffer zwischen Gelenk und
Fahrgestell sowie Anschläge prüfen.
00, 11
B5. Karosserie
43
Siehe separates Wartungsprotokoll für aktuelle Karosserie.
C. Probefahrt
Nr.
C1. Vor der Probefahrt
Haupt- gruppe
Durch- geführt
44
Undichtigkeiten: Motor starten. Auf Austritt von Öl,
Kühlmittel, Kraftstoff, Luft und Abgas prüfen.
00
45
Drehzahlregelung: Funktion prüfen.
14
46
Steuergeräte: Fehlercodes auslesen und notieren. Fehlercodes
löschen.
16
47
Instrumente und Warnleuchten: Funktion prüfen.
18
C2. Während der Probefahrt
48
Kupplung, Getriebe: Funktion prüfen.
04
49
CS/Opticruise: Notlauf prüfen.
05
50
Bremsen: Betriebsbremse, Feststellbremse, Abgasbremse,
Haltestellenbremse und (falls erforderlich) Zusatzbremse auf
korrekte Funktion prüfen.
10
51
Lenkung: Funktion prüfen.
13
C3. Nach der Probefahrt
52
Steuergeräte: Fehlercodes auslesen und notieren.
16
Notizen
103 508
X-Inspektion
00:03-56
Ausgabe 3 de
Händler
Kunde
Datum
km-Stand
Reg.- Nr.
Arbeitsauftrag Nr.
Fahrgestelltyp
Fahrgestell-Nr.
Ausgeführt von
Arb.-Leiter Unterschr.
Diese Wartung gilt für sämtliche Einsatzarten.
A. Zusätzliche Inspektion
Nr.
A. Maßnahmen bei X-Inspektion
Haupt- gruppe
Ausge- führt
1
Schmierung: Fahrgestell und werkseitig montierte
Zusatzausrüstung nach Schmierschema schmieren.
Um die Qualität der an die Kunden ausgelieferten Busse zu verbessern,
wurde in bestimmten Ländern eine Karosserie- und Sicherheitsinspektion
von Scania Bussen eingeführt.
Die Inspektion sollte von einer Scania Werkstatt durchgeführt werden,
die in der Nähe des Karosseriebauers liegt. Dadurch können alle Fehler
durch den Karosseriebauer behoben werden, bevor die Arbeiten am Fahrzeug
als abgeschlossen gelten und der Bus ausgeliefert wird.
Hinweis: Durch die Inspektion soll sichergestellt werden, daß die
Karosserie die Funktion des Fahrgestells nicht negativ beeinflußt oder
dieses beschädigt. Außerdem wird gewährleistet, daß die Inspektion und
Instandsetzung nicht beeinträchtigt ist und vor allem, daß das Fahrzeug
kein Sicherheitsrisiko birgt.
Daher muß jeder Bus, ganz gleich wo er eingesetzt wird, eine Karosserie-
und Sicherheitsinspektion in der Nähe des Karosseriebauers durchlaufen,
damit die Auslieferung an den Händler problemlos erfolgen kann. Der
Händler führt anschließend die reguläre Ablieferungsinspektion durch,
bevor das Fahrzeug dem Kunden ausgehändigt wird.
Das Programm ist der Hauptgruppe 0, Karosserie- und
Sicherheitsinspektion, zu entnehmen. Während dieser Inspektion müssen
die Plombierung von Geschwindigkeitsbegrenzer und Fahrtenschreiber
zusätzlich geprüft werden.
Die dafür aufzuwendende Arbeitszeit ist in der Scania Standardzeitliste
enthalten. Die Kosten werden unter Berücksichtigung der Garantiefristen
von Scania in voller Höhe übernommen. Scania Werkstätten können ihre
Ansprüche auf dem üblichen Wege über ihren Importeur geltend machen.
Der Karosseriebauer bucht etwa 1 Woche vor Fertigstellung des Busses
einen vorläufigen Termin für die Inspektion bei der nächsten
autorisierten Scania Werkstatt. Zwei Tage vor Abschluß der Arbeiten
vereinbart er einen festen Termin (mit Tag und Uhrzeit). Damit alle
notwendigen Arbeiten ausgeführt werden können, muß der Bus mindestens
zwei Tage in der Werkstatt bleiben. Diese Zeit sowie Zeit für eventuelle
zusätzliche Arbeiten muß berücksichtigt werden, bevor der
Karosseriebauer einen Liefertermin mit dem Kunden (dies ist in der Regel
ein Verkaufsbeauftragter/Händler) vereinbart.
Wir empfehlen Karosseriebauern und Scania Werkstätten, eine Vereinbarung
über die Transportbedingungen von Ort zu Ort zu treffen. Je nach
Vereinbarung können Scania Mitarbeiter die Inspektion an einem
fertiggestellten Bus auf dem Gelände des Karosseriebauers übernehmen.
Hinweis: Während der Inspektion auf dem Gelände des Karosseriebauers
dürfen keine weiteren Arbeiten am Fahrzeug ausgeführt werden, um einen
reibungslosen Ablauf der Inspektion zu gewährleisten.
Falls bisher keine Versicherungsvereinbarungen getroffen wurden, müssen
sich die Parteien über den Versicherungsschutz während der Inspektion
einigen.
Während der Einführungsphase der Karosserie- und Sicherheitsinspektion
müssen Scania Mitarbeiter, Karosseriebauer und die Mitarbeiter der
Scania Werkstätten sowie der General-Verkaufsbeauftragte gemeinsam das
Berichtsformular und die entsprechenden Arbeitsschritte durcharbeiten.
Der Bus sollte, falls vereinbart, zur nächsten Scania Vertragswerkstatt
gefahren werden. Dort führen die Mitarbeiter die Prüfung durch und sind
während des Verbleibs des Busses in der Werkstatt für diesen
verantwortlich. Für den Transport und die Probefahrt muß
Vorgehensweise
genügend Kraftstoff im Kraftstoffbehälter vorhanden sein. Scania
übernimmt die Kosten für Kraftstoff und aufzufüllendes Öl entsprechend
den Angaben im Bericht.
Die Scania Vertragswerkstatt führt die Inspektion gemäß Bericht und den
notwendigen Arbeitsgängen durch:
Bericht ggf. kopieren.
Kundendaten eintragen.
Jeden abgeschlossenen Arbeitsschritt mit einem "X" in der
entsprechenden Spalte kennzeichnen.
Nach Abschluß der Inspektion den Aufkleber mit der Teile-Nr. 1 587
672 unterzeichnen und an die Windschutzscheibe kleben. Dadurch
erkennt der Verkaufspartner, daß die Inspektion an diesem Fahrzeug
durchgeführt wurde.
Werden Fehler an der Karosserie festgestellt und beeinträchtigen
diese die Funktion des Fahrgestells, muß dies im Bericht
festgehalten werden. Auf der letzten Seite des Formulars müssen die
Berichtsnummer, die Positions-Nr. und die Fehlernotiz vermerkt
werden.
Hinweis: Werden keine Fehler gefunden, muß auf der letzten Seite des
Berichts OK eingetragen werden.
Diese Information ist sehr wichtig. Erstens erkennt der Karosseriebauer
dadurch, welche korrektiven Maßnahmen an diesem Bus durchgeführt und
welche Schritte in der Produktion geändert werden müssen. Zweitens
erfährt Scania, welche Schwierigkeiten bei der Konstruktion der
Karosserie auftreten.
Wurde die Plombierung am Geschwindigkeitsbegrenzer oder am
Fahrtenschreiber aufgebrochen, müssen diese Instrumente auf Kosten des
Karosseriebauers erneut plombiert werden, da diese Teile bereits im Werk
geprüft und plombiert wurden. Die Plombierung erfolgt gemäß den Angaben
im Bus-Hersteller-Handbuch.
Die Scania Werkstatt stellt sicher, daß der Karosseriebauer eine Kopie
des Berichtes erhält, auch wenn keine Fehler gefunden wurden, die im
Verantwortungsbereich des Karosseriebauers liegen.
Nachdem das Fahrzeug an den Karosseriebauer zurückgegeben wurde, ist er
für die Beseitigung der genannten Mängel vor der Auslieferung des Busses
verantwortlich.
Die Scania Werkstatt, die die Inspektion durchführt, kann ihre Ansprüche
auf dem üblichen Wege über ihren Importeur geltend machen. Die Werkstatt
schickt je einen Gewährleistungsantrag für die Karosserie- Inspektion
und einen für die Sicherheitsinspektion zusammen mit dem entsprechenden
Bericht an ihren Generalverkaufsbeauftragten. Diese werden dann auf dem
üblichen Wege an Scania weitergeleitet.
Werden Mängel gefunden, für die Scania verantwortlich ist, sind diese zu
beheben. Ansprüche können gegenüber Scania geltend gemacht werden.
Fehler, die im Verantwortungsbereich des Karosseriebauers liegen, müssen
diesem mitgeteilt werden. Der Karosseriebauer muß daraufhin die Mängel
beseitigen. Falls eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde, kann
die Scania Werkstatt die erforderlichen Arbeiten durchführen und die
Forderungen dann an den Karosseriebauer richten.
Hinweis: Weitere Inspektionen werden nicht durchgeführt. Der
Karosseriebauer ist verpflichtet, gefundene Fehler zu beheben.
Es kann vorkommen, daß der Scania Verkaufsbeauftragte umfangreichere
Prüfungen erwartet. In diesem Fall muß zwischen dem Scania Beauftragten
und der Scania Werkstatt eine separate Übereinkunft getroffen werden.
WICHTIG! Diese Inspektion wird nur für interne Zwecke innerhalb der
Scania Organisation durchgeführt. Der Inspektionsbericht ist kein
vertragliches Dokument, es darf keinesfalls als solches verwendet oder
betrachtet werden. Da diese Inspektion lediglich firmeninternen
Interessen dient, garantiert Scania keine Ergebnisse und gewährleistet
keine Vollständigkeit der Prüfung. Daher entstehen im Zusammenhang mit
dieser Inspektion für Scania keinerlei vertragliche oder nicht
vertragliche Verpflichtungen.
Der Aus- und Einbau des Kühlers muß durch einen abnehmbaren Deckel
möglich sein.
Luftstromfläche am Kühllufteinlaß prüfen. Die Mindestfläche ist in
der Tabelle angegeben.
Motorgröße Luftstromfläche
9l Motor 4200 cm²
12l Motor 5000 cm²
Die Kühlluftkanalöffnung ist in mehreren verschiedenen Ausführungen von
Schlitzen und Öffnungen möglich. Falls die Kühlluftführung nicht
geradlinig verläuft, muß dies bei der Berechnung der Luftstromfläche
berücksichtigt werden. Abstand zwischen den Schlitzen, wie in der Abb.
gezeigt, messen.
Prüfen, ob der Abstand zu Motor und Getriebe mindestens 25 mm
beträgt.
Bei Fahrzeugen mit Scania Geräusch- Zertifikat prüfen, ob die
Isolierung aus einem beschichteten und mindestens 30 mm dicken
Polyurethan-Material besteht.
Eine genauere Spezifikation enthält das Handbuch für
Bus-Karosseriebauer.
Einbaulage des Dämmaterials
B8. Ausgleichsbehälter
Prüfen, ob der Schlauchanschluß am Behälterboden genau nach unten
weist.
Einbaulage des Ausgleichsbehälters prüfen. Der Ausgleichsbehälter
darf nicht tiefer als in der ursprünglichen Position eingebaut
werden.
Verlegung der Schläuche zwischen Ausgleichsbehälter und Motor
prüfen. Die Schläuche dürfen nicht geknickt sein.
Prüfen, ob alle drei Feuermelder im Motorraum angebaut sind,
siehe Abb.
Korrekten Anschluß der Feuermelder.
Prüfen, ob die Kurzschlußbrücke zwischen Pin 1 und 2 am Stecker
C526 hinten an der Zentral-Elektrikeinheit entfernt wurde. Bei
der Auslieferung durch Scania ist am Fahrgestell an dieser
Stelle eine Kurzschlußbrücke vorgesehen, die vom Karosseriebauer
entfernt werden muß.
! ACHTUNG!
Der Feueralarm funktioniert erst, nach- dem die Kurzschlußbrücke
zwischen Pin 1 und 2 entfernt wurde.
Prüfen, ob der Lufttrockner für Servicearbeiten, z.B. zum Wechseln
des Trockenmittels, einfach zugänglich ist.
Prüfen, ob die Einbaulage des Lufttrockners verändert oder die
Zufuhrleitung geändert wurde. Die Zufuhrleitung muß mit einem
Gefälle vom Kompressor zum Lufttrockner verlaufen. Die Leitung darf
nicht durch Wasser blockiert sein.
Prüfen, ob der Lufttrockner durch warme Luft von einem in der Nähe
montierten Klimaanlagen-Kondensator beeinträchtigt wird.
Hinweis: Nicht alle Busse sind mit einer Klimaanlage ausgestattet.
Der Lufttrockner funktioniert umso besser, desto geringer die Temperatur
ist, und muß deshalb vor Wärmeeinwirkung durch Motor und Getriebe
geschützt sein.
Bei eingebauten Lufttrocknern folgendes prüfen:
Ausreichende Belüftung des Einbauraums
Ablässe für Luft und Wasser aus dem Ablaßventil des Lufttrockners
Geräusch- und Vibrationsdämpfung bei Probefahrt prüfen.
Falls unnormal starke Geräusche oder Vibrationen auftreten,
ist folgendes zu prüfen:
Korrekte Ausführung der Durchführungen.
Vorhandensein von Spalten zwischen Innenraum und Motorraum.
C5. Trittstufe, Hintertür
Gilt nur für Busse mit einer Tür hinter der hinteren Endplatte.
1 Prüfen, ob der Bereich der hinteren Trittstufe ausreichend
gegen Geräusche und Vibrationen gedämpft ist. Dies ist wegen der
Nähe des Motors erforderlich.
Prüfen, ob an den Steuergeräten und Diagnosesteckern
ausreichend Raum für den Anschluß von Prüfinstrumenten
vorhanden ist.
Prüfen, ob Stecker am eingebauten Steuergerät abgezogen und
aufgesteckt werden können.
Prüfen, ob die Steuergerätegehäuse über die Verschraubungen
oder separate Massebänder korrekt mit der Masse verbunden
sind. Die Steuergeräte verfügen über integrierte
Entstörkondensatoren, die nur bei einem einwandfreien
Masseanschluß korrekt funktionieren.
Die Kontaktpins von Steuergeräten können beschädigt werden, wenn
die Stecker nicht vorsichtig aufgesteckt bzw. abgezogen werden.
Deshalb muß im Bereich von Steuergeräten ausreichend Raum zur
Verfügung stehen.
! ACHTUNG!
Unter keinen Umständen dürfen Änderungen am ABS vorgenommen
werden, da dadurch die Betriebssicherheit des kompletten
Antiblockier-Systems beeinträchtigt werden kann.
Steuergerät für Comfort Shift, Opticruise oder Scania Retarder
Steuergerät für ABS
Steuergerät für ZF- oder Telma-Retarder Steuergerät für
ZF-Automatikgetriebe
(mit Retarder)
Steuergerät für ELC (elektronische Niveauregulierung)
Steuergerät für Hand-Drehzahlregelung
Relais für Wegfahrsperre
Steuergerät für EEB (elektronische Motorbremse)
Steuergerät für Flammstartanlage Steuergerät für SLD
(Geschwindigkeitsbegrenzer)
Prüfen, ob das Batteriekabel so verlegt ist, daß es nicht
scheuert oder anderweitig beschädigt werden kann. Das Kabel
muß sorgfältig mit geeigneten Schellen befestigt sein.
Sicherstellen, daß das Kabel keine Abzweigungen aufweist.
Anschlüsse der Batteriekabel prüfen.
Anschlüsse des Batteriehauptschalters prüfen.
Sicherstellen, daß der Abstand zwischen Batteriepolen und
umliegenden Bauteilen so groß ist, daß kein
Spannungsüberschlag stattfinden kann.
Korrekten Anschluß des Batterie- Minuskabels an
Fahrgestell-Masse prüfen.
Prüfen, ob das Batterie-Pluskabel so nah wie möglich an der
Batterie abgesichert ist.
Sicherstellen, daß die Zentral- Elektrikeinheit außerhalb
des Batteriekastens eingebaut ist.
Hinweis: Beim Anschluß mehrerer Kabel an einem Anschlußpunkt
sicherstellen, daß die Kabel nicht aneinander scheuern.
Prüfen, ob die Anschlüsse sicher befestigt sind und zur
Vermeidung von Kurzschlüssen ausreichend Abstand zu
umliegenden Bauteilen vorhanden ist.
Prüfen, ob der Transportanschluß entfernt wurde.
Der Transportanschluß besteht aus einem Kabelstrang, der
zwischen der Steckerhälfte C501 und C519 an der
Zentral-Elektrikeinheit angeschlossen ist. Abschließend muß
die Steckerhälfte am Stecker C501 an der Zentral-
Elektrikeinheit angeschlossen sein.
Funktion des Batteriehauptschalters prüfen.
Normaler C501
Temporärer C501
3 C519
4 C522
D5. Kabel
Kabel von und zur Zentral-Elektrikeinheit auf korrekte
Befestigung prüfen.
Sicherstellen, daß die Kabel nicht aneinander oder an
anderen Bauteilen scheuern.
! ACHTUNG!
Nicht korrekt verlegte Kabel können Brände verursachen.
1 Prüfen, ob die vorderen und hinteren Rahmenteile fest mit der
selbsttragenden Karosserie verbunden sind.
Bei einer selbsttragenden Karosserie sind die Rahmenteile durch
ein querverlaufendes Rahmensystem verbunden. Dieses Rahmensystem
ist wiederum mit Karosserie- Längsträgern verbunden.
Das querverlaufende Rahmensystem kann mit Platten abgedeckt
sein. Diese stellen dann die Wände des Gepäckraums dar.
Rahmenverlängerungen zwischen den vorderen und hinteren
Rahmenteile auf sichere Befestigung prüfen.
Sind die Rahmenverlängerungen erheblich höher als die
Längsträger des Rahmens, muß die Verwendung von höheren und
stärkeren Befestigungsplatten geprüft werden.
Die Rahmenverlängerungen können mit Befestigungsplatten an den
Längsträgern befestigt werden. Die Befestigungsplatten sind am
Trägerprofil anzuschweißen.
1 Prüfen, ob alle geschweißten Bereich lackiert sind.
E8. Lenkung
Abstand zwischen den beweglichen Teilen der Lenkung und
umliegenden Bauteilen prüfen. Der Abstand darf niemals
weniger als 50 mm betragen.
103911
Prüfen, ob an der Lenksäule und den Lenkwellen zwischen
Lenkrad, Umlenkgetriebe und Lenkgetriebe Änderungen
vorgenommen wurden. Verbindungen jeglicher Art sind nicht
zulässig.
! ACHTUNG!
Änderungen am Lenksystem sind unter keinen Umständen zulässig,
da diese die Funktion der Lenkung beeinträchtigen können.
Geradlinige Verlegung aller Belüftungsleitungen des
Kraftstoffbehälters prüfen. Die Leitungen dürfen nicht
geknickt sein oder durch Wasseransammlung blockiert werden
können.
Höhe der Kraftstoffeinfüllöffnung über der Oberkante des
Auslegers prüfen. Der Abstand darf das folgende Maß nicht
unterschreiten:
275 mm bei der Befüllung von oben
320 mm bei der Befüllung von unten
Hinweis: Ein Befüllung von oben und von unten ist nicht möglich.
1 Prüfen, ob unter dem Bus elektrische Verbindungen vorhanden
sind und diese ggf. gegen Feuchtigkeit geschützt sind.
E11. Verkabelung
Befestigung prüfen.
Kabel auf getrennte Verlegung von Kraftstoff- oder
Hydraulikleitungen prüfen.
Prüfen, ob das Batteriekabel so verlegt ist, daß es nicht
scheuert oder anderweitig beschädigt werden kann. Das Kabel
muß sorgfältig mit geeigneten Schellen befestigt sein.
Das Batteriekabel darf keine Abzweigungen aufweisen.
! ACHTUNG!
Nicht korrekt verlegte Kabel können Brände verursachen.
Festen Sitz der Anschlüsse und Kunststoffrohre prüfen. Falls
der Verdacht einer Undichtigkeit besteht, können die
Kunststoffrohre einfach mit Seifenwasser geprüft werden.
Prüfen, ob die Kabelbäume an der Decke des Gepäckraums
befestigt sind. Die Kabelbäume sind in geeigneter Weise
durch Abdeckungen oder ähnliches zu schützen.
Prüfen, ob die Durchführungen in den Wänden des Gepäckraums
mit Karosseriefüller oder ähnlichem abgedichtet sind.
E13. Bremssystem
1 Sicherstellen, daß keine Druckluftverbindung zwischen den
Bremskreisen, Bremsleitungen oder Druckluftbehältern des
Bremssystems und dem Aufbau vorhanden ist.
Schaltung auf Funktion prüfen. Alle Gänge müssen sich leicht
schalten lassen.
Zugänglichkeit der Schaltung für Einstell- und
Servicearbeiten unter dem fahrerseitigen Fahrzeugboden
prüfen.
Prüfen, ob ausreichend Bewegungsfreiraum für die Schaltung
vorhanden ist. Die Schaltung muß spannungsfrei sein und darf
nicht von umliegenden Bauteilen beeinträchtigt werden.
Prüfen, ob die Schaltzüge durch Kunststoff-Schutzrohre
geschützt sind und durch dagegendrückende Gepäckstücke nicht
beeinträchtigt werden können.
Prüfen, ob sich der Fahrpedalzug frei bewegen läßt und der
Motor auf Leerlauf und Vollast eingestellt werden kann.
Zugänglichkeit für Einstell- und Servicearbeiten unter dem
fahrerseitigen Fahrzeugboden prüfen.
Prüfen, ob ausreichend Bewegungsfreiraum vorhanden ist. Der
Fahrpedalzug muß spannungsfrei sein und darf nicht von
umliegenden Bauteilen beeinträchtigt werden.
Prüfen, ob der Fahrpedalzug durch Kunststoff-Schutzrohre
geschützt sind und durch dagegendrückende Gepäckstücke nicht
beeinträchtigt werden können.
Prüfen, ob das Schutzrohr angebaut ist.
Hinweis: Der mechanische Fahrpedalzug ist nicht bei allen
Bussen eingebaut.
Prüfen, ob der Fahrpedalzug außerhalb des Schutzrohrs in
großen Bögen verlegt ist.
! ACHTUNG!
Der Fahrpedalzug muß so verlegt sein, daß er nicht durch externe
Einflüsse beeinträchtigt werden kann.
Die in diesem Inspektionsheft aufgeführten Punkte werden zusätzlich
zu den Prüfungen bei der normalen Auslieferungsinspektion geprüft.
Erläuterungen zu den Inspektionspunkten enthält die Hauptgruppe 0,
Karosserie- und Sicherheitsinspektion.
Die Karosserie- und Sicherheitsinspektion eines Bus-Fahrgestells ist
beim Scania-Händler oder beim Karosseriebauer durchzuführen.
Eine Kopie des ausgefüllten Berichts ist dem ausliefernden
Scania-Händler zuzusenden.
WICHTIG! Diese Inspektion wird nur für interne Zwecke innerhalb der
Scania-Organisation durchgeführt. Der Inspektionsbericht ist kein
vertragliches Dokument, es darf keinesfalls als solches verwendet
oder betrachtet werden. Da diese Inspektion lediglich firmeninternen
Interessen dient, garantiert Scania keine Ergebnisse und
gewährleistet keine Vollständigkeit der Prüfung. Daher entstehen im
Zusammenhang mit dieser Inspektion für Scania keinerlei vertragliche
oder nicht vertragliche Verpflichtungen.
Die Dachverkleidungen sind mit Schrauben und Klettband
befestigt. Zum Abbauen der Dachverkleidungen Schrauben
herausdrehen und geeignetes Werkzeug mit abgerundeten Kanten
verwenden.
Hinweis: Die Dachverkleidungen überlappen.
Werkzeug zwischen Klettverschlüsse stecken und zum Trennen
der Klettverschlüsse zur Seite schieben.
Filterhalterverriegelung lösen, und Filterhalter entfernen.
In der folgenden Anweisung werden die Begriffe Werkslackierung und
Überlackierung verwendet.
Mit Werkslackierung ist die Lackierung, die vor der Auslieferung des
Fahrzeugs ab Werk durchgeführt wird, gemeint.
Mit Überlackierung ist die Lackierung gemeint, die in einer
Lackierwerkstatt nach Auslieferung des Fahrzeugs durchgeführt wird.
Farbtonalternativen
Fahrgestell und Fahrgestellkomponenten wer- den standardmäßig in der
Fertigung in einem dunkelgrauen Basisfarbton, Sub Grey, Art.Nr. 1
346 692 endlackiert.
Das Fahrerhaus wird standardmäßig in der Fer- tigung in einem weißen
Basisfarbton, Art.Nr.
1 366 386, lackiert.
Ein Farbfächer mit den sonstigen Standard- farbtönen, die Scania
anbietet, läuft unter der Bezeichnung Scania Colour Guide. Dieser
kann unter der Art.Nr. 1 592 180 bestellt wer- den.
Die Fahrzeuge können nach Kundenwunsch in der Fertigung noch in
weiteren Farbtönen als die oben genannten lackiert werden. Aus-
genommen sind nur Metallic- und Mehrfar- blackierungen.
Umweltschutz
Bei der Wahl der Lacksorten stand eine geringe Belastung der Umwelt,
sowohl hinsichtlich der Arbeitsumgebung als auch der allgemeinen
Umwelt, im Vordergrund. Scania verwendet ausschließlich Farben, die
keine Schwermetalle beinhalten.
Recycling
Das Lackieren von PC/PBT-Kunststoffen schränkt ihre
Recyclingfähigkeit ein. Nicht lackierte PC/PBT-Kunststoffe lassen
sich ganz recyclen.
Wahl des Lacksystems
In der Regel gilt, daß vor dem Überlackieren Informationen und
Anweisungen von Scania mit den Empfehlungen des Lacklieferanten in
Einklang gebracht werden müssen. Bei Unsicherheiten hinsichtlich
Haftung und Kom- binierbarkeit der Lacke sollte immer erst eine
versteckte Stelle zum Probieren ausgewählt werden.
Auf dem Markt gibt es viele unterschiedliche Fabrikate und
Lacktypen. Es ist daher von großer Bedeutung, daß die Empfehlungen
der Lacklieferanten berücksichtigt werden.
Bei Ausbesserungslackierungen und beim Lackieren nach einer
Reparatur können die natürlichen Begrenzungslinien das Fahr-
erhauses beim Abdecken verwendet werden.
Dies gilt in erster Linie für den Winds- chutzscheibenrahmen sowie
die Seiten- und Dachfuge.
Wenn mehrere Kassetten an der Rückwand ausgebessert werden müssen,
wird die gesamte Wand lackiert.
Vorbereitungen
Teile gemäß der auszuführenden Arbeit abdecken oder entfernen.
Achtung! Beim Abdecken z.B. des Kolben des
Fahrerhauskippzylinders sorgfältig vorgehen.
Achtung! Darauf achten, daß die Abdeckung nicht durchgeschnitten
wird und darunterlie- gende Lack- und Zinkschichten beschädigt
werden. Lackschäden führen zu Korrosion.
Das Fahrerhaus mit Wasser und Waschmit- tel waschen. Reichlich
mit sauberem Wasser spülen.
Das Entfernen von Rostschutzmittel geht am leichtesten mit
Lackbenzin oder einer anderen Verdünnung.
! WARNUNG!
Lackbenzin ist ein Lösungsmittel. Sicherheitsvorschriften zum
Schutz vor organischen Lösungs- mitteln befolgen. Für nähere
Infor- mationen siehe ”Sicherheit in Servicewerkstätten”.
Den Decklack mit feinem Schleifpapier
(320) matt schleifen. Ecken und Kanten müssen von Hand geschliffen
werden. Das Durchschleifen durch darunterliegende Lack- und
Zinkschichten vermeiden.
WICHTIG! Karrosseriearbeiten an verzinktem Blech haben häufig zur
Folge, daß die schüt- zende Zinkschicht während des Arbeitens
beschädigt wird. Der Rostschutz muß in die- sem Fall
wiederhergestellt werden.
Rostschutzöl und Unterbodenschutz werden beim Schweißen zerstört.
Dieser Schutz muß wieder hergestellt werden. Eine Karosseri-
ereparatur niemals als abgeschlossen ansehen, bevor nicht das Blech
auch auf der Innenseite mit Rostschutz versehen wurde.
Beschreibung
Eine Ausbesserungslackierung durchgesch- liffener Bereiche mit
Basislack, der für verzinktes Blech vorgesehen ist, durch-
führen. Von Lacklieferanten hinsichtlich des geeigneten
Basislacks beraten lassen.
Achtung! Lack, der nicht für verzinktes Blech geeignet ist,
blättert wieder ab.
Spachteln: Vom Lacklieferanten beraten las- sen. Manche
Spachtelqualitäten können direkt auf Stahl und verzinkten
Flächen auf- getragen werden.
Die Fläche abschleifen und den Schleifstaub entfernen.
Für die besten Ergebnisse mit 2-Komponen- tenlack, z.B.
Polyurethan- oder Acryllack lackieren. Vom Lacklieferanten
beraten las- sen, wenn ein anderer Lack verwendet wer- den soll.
Auch synthetische Decklacke können ver- wendet werden.
WICHTIG! Bei Ausbesserungs- und Überlak- kierungen einzelner
Teile aus Zinkblech gilt:
Nicht sandstrahlen.
Das Durchschleifen bis auf das nackte Blech vermeiden.
Alle externen Teile am Fahrerhaus mit Aus- nahme des Sonnenschutzes,
werden aus Poly- esterkunststoff hergestellt, siehe Abbildung. Der
Sonnenschutz wird aus PPO-Kunststoff hergestellt.
100 919
Polyester-Kunststoff eignet sich zum Lackieren und läßt sich auch im
Ofen lackieren (max.
130˚C für 20 Minuten).
Mit Wasser und Waschmittel reinigen. Mit klarem Wasser abspülen.
Die Farbschicht leicht mit Scotch Bright A oder S schleifen.
Alternativ kann Schleif- papier verwendet werden, jedoch nicht
gröber als 320.
Achtung! Beim Schleifen von Teilen aus Kunststoff besteht die
Gefahr der elektrischen Aufladung des Materials. Es ist daher
wichtig, daß das Schleifen an einem sauberen staub- freien Ort
durchgeführt wird.
Die Fläche reinigen.
Wenn die Gefahr einer Staubaufnahme vorhanden ist, die Flächen
mit Antista- tiklösung reinigen.
Bei Durchschleifen auf den Kunststoff, siehe Schritte 4-5.
Ansonsten weiter mit Schritt 6.
Achtung! Die Oberfläche sorgfältig kontrollie- ren, da die
Gefahr abstehender Kunststoff- Fasern besteht.
Artikel aus Polyester-Kunststoff
Basislackierung mit einem Lack durch- führen, der für oben
genannte Kunstst- offtypen geeignet ist.
Bei Bedarf abschleifen und Schleifstaub von der Oberfläche
entfernen.
Für die besten Ergebnisse mit 2-Kompo- nentenlack, z.B.
Polyurethan- oder Acryl- lack lackieren. Vom Lacklieferanten
beraten lassen, wenn ein anderer Lack ver- wendet werden soll.
Auch synthetische Decklacke, lufttrock- nend oder durch
Beschleuniger trocknend, können verwendet werden.
Teile gemäß der auszuführenden Arbeit abdecken oder entfernen.
Sichtbares Fett ganz abtrocknen. Mit Entfettungsmittel waschen.
Mit Wasser unter Hochdruck spülen, max. 50˚C.
Eventuelle Unebenheiten oder andere Defekte an der Oberfläche
mit feinkörni- gem Schleifpapier schleifen. Auch das Schleifen
der übrigen Flächen bewirkt eine sicherere Haftung. Kein
gröberes Papier als 360 verwenden.
Schleifstaub von der Oberfläche entfernen.
Basislackierung mit 2-Komponentenlack auf Acryl- oder
Polyurethanbasis durch- führen.
Mit Decklack vom 2-Komponententyp lackieren.
Für lufttrocknende 1-Komponentenlacke gilt, daß nicht einmal das
Anschleifen der Pulver- lackierung eine ausreichende Haftung sicher-
stellt.
Motor und Getriebe
Rahmen und Fahrgestellteile gemäß oben vor- behandeln. Mit Alkydlack
lackieren. Siehe näheres hierzu unter Werkslackierung.
Achsen
Rahmen- und Fahrgestellteile gemäß oben vor- behandeln. Mit
Alkyd-Acrylatlack oder mit 2- Komponentenlack lackieren. Siehe
näheres unter Werkslackierung.
Felgen
! WARNUNG!
Die Räder können sich von alleine lösen, wenn die Anlageflächen der
Rad- muttern an den Felgen lackiert werden.
Die Anlageflächen der Radmuttern an den Fel- gen immer abdecken,
wenn die Felgen lackiert werden sollen. Wenn die Anlageflächen
lacki- ert werden, wird der Lack bei der Fahrt abgerieben. Dies hat
zur Folge, daß die Mut- tern lose sitzen und daß sich das Rad lösen
kann.
Mit 2-Komponenten-Polyurethanlack lacki- eren. Siehe näheres hierzu
unter Werkslacki- erung.
Aluminiumfelgen
Vom Lacklieferanten hinsichtlich des geeigneten Lacksystems beraten
lassen.
Seitenverkleidungen, Einstiegsverkleidung, Stoßfänger und Kotflügel,
siehe Abbildung, werden aus PC/PBT-Kunststoff hergestellt.
Der PC/PBT-Kunststoff läßt sich im Gegensatz zu der entsprechenden
Lackqualität der 3er Serie leicht im Kundenfarbton lackieren. Das
Lackieren hat jedoch zur Folge, daß sich dieser Kunststoff nicht
recyclen läßt. Nicht lackierter PC/PBT-Kunststoff läßt sich voll
recyclen.
Die erforderliche Vorarbeit ist die Reinigung und eventuell leichtes
Anschleifen der Ober- fläche.
Die Oberflächenstruktur der PC/PBT-Teile ist uneben, was besonders
hohe Anforderungen an die Reinigung stellt.
Lacke verwenden, die für elastisches Material vorgesehen sind.
Vom Lacklieferanten hinsichtlich eines geeigneten Lacksystems
beraten lassen.
Die Dekorteile werden aus Kunststoffolie herg- estellt und sind
selbstklebend. Der Klebstoff ist härtend und die Haftung nimmt mit
der Zeit zu.
Wenn an einem Teil eines Dekors oder dem Fahrerhaus Schäden
auftreten, so daß eine Rep- aratur erforderlich ist, muß nicht das
gesamte Dekor entfernt werden, wenn dies nicht aufgr- und einer
Farbabweichung erforderlich ist.
Achtung! Darauf achten, daß nicht durch dar- unterliegende Lack- und
Zinkschichten geschnitten wird. Lackschäden führen zu Kor- rosion.
Beim Anbringen eines neuen Dekors der Bes- chreibung folgen, die der
Verpackung des Dekors beiliegt.
Entfernen eines kompletten Dekors
Beim Entfernen können zwei Methoden ange- wendet werden:
A: Den Dekorstreifen mit einem Heißluft- gebläse vom selben Typ wie
für Kunststof- freparaturen am Fahrerhaus wärmen. Anschließend bei
Schritt 1 und 2 fort- fahren.
B: Ein spezielles Entfernungsmittel für Dekorstreifen verwenden,
z.B. 3M Deko- rentferner 8907, das auf den Dekorstreifen gesprüht
wird und dabei den Kunststoffilm auflöst.
Den Anweisungen des Lieferanten folgen. Gemäß unten fortfahren.
Das Dekor mit einem starren Kunststoff- schaber entfernen.
Restlichen Dekorkleber oder Sprühflüs- sigkeit mit einer
Mischung von einem Teil Kristallöl und zwei Teilen
Mineralterpentin entfernen. Mit einem fusselfreien Lappen
abwischen.
Entfernung und Reparatur eines Teils von einem Dekor
Mit Klebeband die Kanten des Bereichs abdecken, der entfernt
werden soll.
Den Teil des Dekors, der entfernt werden soll, gem. oben
stehender Methode A oder B behandeln.
Das Dekorteil mit einem starren Kunstst- offschaber entfernen.
An der Stelle des entfernten Dekorteils sorgfältig reinigen. Mit
einem fusselfreien, mit Brennspiritus angefeuchteten Lappen
abwischen.
Ein Stück Dekor ausschneiden, das den entfernten Bereich gut
abdeckt.
Die Abdeckung entfernen und das Dekor über den reparierten
Bereich setzen. Der Beschreibung folgen, die der Verpackung des
Dekors beiliegt.
Diese Anweisungen können bei einer Lage- rung von Fahrzeugen oder
Fahrgestellen wäh- rend eines Zeitraums von wenigen Monaten bis zu
ein paar Jahren befolgt werden. Bei einer längeren Lagerung sollte
eine vollständige Konservierung durchgeführt werden.
Bei der Lagerung ist es von großer Bedeutung, daß Maßnahmen
durchgeführt werden, damit das Fahrgestell und ein eventueller
Aufbau kei- nen Schaden nehmen. Ein abgestelltes Fahrge- stell wird
mehreren Arten von Beanspruch- ungen ausgesetzt, denen entgegen
gewirkt wer- den muß.
Batterien
Batterien sind nur begrenzt haltbar. Sie können sich von selbst
entladen. Der Entladungsvor- gang verläuft schneller, je wärmer die
Umge- bung ist. Wenn die Durchschnittstemperatur 20 ˚C beträgt oder,
wenn das spezifische Gewicht 1,24 kg/l unterschreitet, sollte die
Bat- terie alle drei Monate geladen werden.
Materialveränderungen
Das größte Problem bei der Lagerung ist die Korrosion. Die Mehrzahl
der Metallteile korrodieren, wenn sie nicht geschützt wer- den.
Manche Zusätze in Ölen oxidieren. Dieses Problem variiert allerdings
mit dem Öltyp.
Textilien und Gummiteile können austrock- nen.
Batterien können sich entladen.
Belastete Teile können verformt werden, bei- spielsweise Reifen,
Federbremszylinder und Bremstrommeln.
Ein Voraussetzung für die Entstehung von Korrosion ist, daß Sauerstoff
und Wasser in der Umgebung vorhanden sind. In der Luft gibt es sowohl
Sauerstoff als auch Wasser in Form von Wasserdampf. Warme Luft nimmt
mehr Wasserdampf auf als kalte. Wenn warme Luft abgekühlt wird,
kondensiert der Wasserdampf und Wasser setzt sich ab.
Korrosion ist eine elektrochemische Reaktion zwischen einem Material und
der umgebenden Umwelt. Das Wort Korrosion wird im allgemei- nen dazu
verwendet, Angriffe an Metallen zu bezeichnen, es gilt aber
gleichermaßen für Kunststoffe, Lacke, Gummi etc. (Rost bezeich- net
lediglich einen Korrosionsangriff von Stahl.)
Kondenswasser in Verbindung mit Luftverunrei- nigungen führt zu einer
kräftigen Zunahme der Korrosionsgeschwindigkeit. Die Wahl des Lage-
rungsortes im Freien hat somit eine große Bedeu- tung für die
Korrosionsgeschwindigkeit. In einem Wüstenklima ist die
Korrosionsgeschwindigkeit niedrig, dagegen ist sie in Industriegebieten
mit hoher Luftfeuchtigkeit und einem hohen Gehalt an
Luftverunreinigungen hoch.
Beeinflussende Umweltfaktoren
Klima
Die Auswirkungen von Korrosion und anderen Materialveränderungen
variieren je nach Klima, in dem das Fahrgestell gelagert wird.
Die Bedeutung der Temperatur ist bei einer relativen Feuchtigkeit
zwischen 65 % und 85 % von großer Bedeutung. Der Feuchtig-
keitsgrad der Luft variiert mit den Temperatur- schwankungen.
Eine relative Feuchtigkeit von 55 % oder mehr in Zusammenhang mit einer
Temperaturerhö- hung und hochgradiger Luftverschmutzung
Zusätzliche Arbeiten für die Lagerung eines gebrauchten Fahrzeugs
Anweisungen zum Rostschutz und Anstrich sind in den Heften 00-04:01 und
00-04:02 ent- halten.
Das Fahrzeug sehr sorgfältig waschen.
Das Öl im Motor wechseln.
Das Fahrgestell schmieren und die Füll- stände von Schmieröl und
Fett kontrollie- ren.
Den Rostschutz des Fahrerhauses ergän- zen.
Den Rostschutz des Rahmens ergänzen. Mit einem Pinsel oder durch
Benebelung, besonders an Kanten, Ecken und Schraub- verbänden
auftragen.
Verzinkte Teile benötigen einen ergänzen- den Korrosionsschutz.
Die Anschlüsse in der Sicherungszentrale vor Korrosion schützen.
Eventuelle Lackschäden ausbessern.
Lagerung
Den Motor auf mindestens 80 ˚C warmlau- fen lassen.
Drucktanks entleeren und den Kraftstoffil- ter auswechseln.
Die Kraftstofftanks füllen, sonst bildet sich Kondenswasser in den
Tanks.
Die Batterien entfernen oder den Minuspol der Batterien abklemmen.
Darauf achten, daß die Batterien vollgeladen sind (gilt nicht bei
trockengeladenen Batterien).
Fenster und Türen schließen. Die Luftein- lässe des Lüftungssystems
abdecken.
Wenn möglich einen Lagerungsplatz mit Witterungs- und
Niederschlagsschutz, vor- zugsweise in geschlossenen Räumen aus-
suchen.
Wenn das Fahrgestell nicht gegen Licht geschützt werden kann, Reifen
und helle Kunststoffteile abdecken.
Den Gelenkkopf zwischen Bremshebel und Bremszylinder einölen.
Dieses Heft beschreibt die zur Instandsetzung eines Kunststoffteils
erforderlichen Arbeiten.
! ACHTUNG!
Vor der Verwendung von Chemikalien für Kunststoffarbeiten stets die
Warnhinweise auf der Packung lesen.
Kunststoffe und Lösungsmittel geben giftige Dämpfe ab. In gut belüftetem
Bereich arbeiten und Atemschutz tragen. Hautkontakt mit Lösungsmittel
und nicht ausgehärteten Kunststoffen vermeiden und Schutzbrille tragen.
Bei Schleifarbeiten an Kunststoffteilen entstehender Staub ist
gesundheitsschädlich. Atemschutz und Schutzhandschuhe tragen.
Beim Erwärmen von Kunststoff besteht Brandgefahr. Gefahr von
Rauchschäden und Verbrennungen.
Keinesfalls mehr als 4 dl Duroplaste gleichzeitig mischen. Aufgrund der
starken Wärmeentwicklung beim Aushärten des Kunststoffs besteht
Brandgefahr, wenn sich große Mengen im Mischbehälter befinden.
Kunststoffteile sind bei Temperaturen über 15 °C zu reparieren.
Oberflächen und Material dürfen nicht feucht sein.
Bei allen Arbeiten nach Möglichkeit Lufteinschlüsse verhindern, um
Blasenbildung zu vermeiden. Dies gilt insbesondere für
Kunststoffteile, die durch Vakuumformen hergestellt werden.
Die zum Aushärten von Thermoplasten benötigte Zeit läßt sich durch
Erwärmen des Themoplasts auf höchstens 70 °C verkürzen.
Als Vorlagen können Kunststoffscheiben, Klebeband, Karton, Bretter,
Aluminiumgitter oder Gußstücke verwendet werden.
Geringe Schäden lassen sich in ca. 1 Stun- de reparieren. Bei
größeren Schäden ermitteln, ob eine Reparatur kostengünstiger ist,
als ein Erneuern des Teils.
Zu Lackierarbeiten siehe Heft "Lack und Zieraufkleber",
Service-Handbuch, Gruppe 0.
Zu Lackierarbeiten an Strukturflächen siehe Abschnitt
Oberflächenbehandlung in diesem Heft.
Thermoplaste werden gegossen oder durch Spritzgießen hergestellt und
verfügen verglichen mit Duroplasten über eine geringere Homogenität.
Thermoplaste können in der Regel gut repariert werden; je fetter ein
Thermoplast ist, desto schwerer ist jedoch die Reparatur.
Siehe Heft Recycling, Kennzeichnung von Polymeren, Gruppe 0 für
weitere Informationen zu den verschiedenen Kunststoffarten.
gleichzeitig mischen. Aufgrund der starken Wärmeentwicklung beim
Aushärten des Kunststoffs besteht Brandgefahr, wenn sich große
Mengen im Mischbehälter befinden.
WICHTIG!
Vor dem Schleifen Teil reinigen, um ein Einschleifen von
Verunreinigungen in den Kunststoff zu verhindern.
Zwischen den einzelnen Kunststoffschichten nicht länger als 12
Stunden warten. Sind mehr als 12 Stunden vergangen, muß die
Oberfläche abgeschliffen werden, bevor neuer Kunststoff aufgetragen
werden kann.
Beschädigten Bereich reinigen. Öl und Fett
z. B. mit Aceton und Wachsreste mit Silikonentferner entfernen.
116 074
Lose Materialschichten entfernen. Schleifer mit Aufsatz für
Kunststoffe verwenden.
Kanten der schadhaften Stelle je nach Methode der Reparatur
anfasen.
Bei Reparatur von einer Seite eine Fase der 10-fachen
Materialstärke an einer Seite
anfertigen. Anfasen bei durchgehendem Schaden und
Reparatur von einer Seite
Bei Reparatur von beiden Seiten Fasen der 6-fachen
Materialstärke an beiden Seiten anfertigen.
Anfasen bei durchgehendem Schaden und Reparatur von beiden
Seiten
Beim Verbinden hinten eine Fase der 8- fachen Materialstärke und
vorn eine Fase der 4-fachen Materialstärke anfertigen.
Verbindungen
Schadhaften Bereich mit Schmirgelleinen der Körnung 80
abschleifen.
Entstehenden Staub abwischen und Bereich mit Aceton reinigen.
Nach dem Anfasen Glasfasermatte zuschneiden. Eine Schicht
Glasfasermatte pro mm.
Beispiel: Drei Millimeter tiefe Schäden mit drei Schichten
Glasfasermatte reparieren.
Kunststoff für ca. 15 Minuten Arbeitszeit vormischen.
2-Komponenten- Laminierepoxid verwenden. 1 dl Kunststoff ergibt
eine Oberfläche von 1 dm² bei einer Materialstärke von 1 cm.
Maximal 4 dl gleichzeitig mischen, da andernfalls Brandgefahr
besteht.
Mit einem Pinsel Oberfläche dick mit Kunststoff bestreichen.
Erste Glasfasermatte auflegen und Kunststoff mit Pinsel oder
Metallrolle einarbeiten. Schichten nacheinander auftragen und
Kunststoff einarbeiten.
Sicherstellen, daß keine Luftblasen vorhanden sind und die
oberste Schicht möglichst gleichmäßig ist.
Überschüssigen Kunststoff nach teilweisem Aushärten abtrennen.
Oberfläche nach dem Aushärten mit Schleifer oder Schmirgelleinen
(Kör- nung 60) abschleifen.
Spachtelmasse auftragen.
116 076
Mit Schmirgelleinen der Körnung 120 abschleifen.
Spachtelmasse, z. B. PP Ultima, PP Elastic, PP Fine, auftragen.
PP = Plastic Padding.
116 077
Mit Schmirgelleinen der Körnung 240-320 abschleifen.
Erneut Spachtelmasse auftragen und mit Schmirgelleinen der
Körnung 500 abschleifen. Grundierung auftragen, wenn die Fläche
nicht im Zusammenhang mit der Reparatur lackiert wird.
Andernfalls kann die Spachtelmasse Feuchtigkeit absorbieren, die
die Reparatur zerstören und spätere Arbeiten erschweren kann.
Spachtelmasse, z. B. PP Ultima, PP Elastic, PP Fine, auftragen.
PP = Plastic Padding.
116 077
Mit Schmirgelleinen der Körnung 240-320 abschleifen.
Erneut Spachtelmasse auftragen und mit Schmirgelleinen der
Körnung 500 abschleifen. Grundierung auftragen, wenn die Fläche
nicht im Zusammenhang mit der Reparatur lackiert wird.
Andernfalls kann die Spachtelmasse Feuchtigkeit absorbieren, die
die Reparatur zerstören und spätere Arbeiten erschweren kann.
Bereich hinten mit Kunststoff und drei Schichten Glasfasermatte
verstärken. Hierdurch wird eine ca. 3 mm starke Verstärkung
erreicht.
Kunststoff für ca. 15 Minuten Arbeitszeit vormischen.
2-Komponenten- Laminierepoxid verwenden. 1 dl Kunststoff ergibt
eine Oberfläche von 1 dm² bei einer Materialstärke von 1 cm.
Maximal 4 dl gleichzeitig mischen, da andernfalls Brandgefahr
besteht.
Mit einem Pinsel abgeschliffene Rückseite dünn mit Kunststoff
bestreichen.
Erste Glasfasermatte auflegen und Kunststoff mit Pinsel oder
Metallrolle einarbeiten. Schichten nacheinander auftragen und
Kunststoff einarbeiten.
Sicherstellen, daß keine Luftblasen vorhanden sind und die
oberste Schicht möglichst gleichmäßig ist.
Bereich vorn um die Reparaturstelle mit Schmirgelleinen der
Körnung 80 abschleifen.
Entstehenden Staub abwischen und Bereich mit Aceton reinigen.
Spachtelmasse, z. B. PP Ultima, PP Elastic, PP Fine, auftragen.
PP = Plastic Padding.
116 076
Mit Schmirgelleinen der Körnung 240-320 abschleifen.
116 077
Erneut Spachtelmasse auftragen und mit Schmirgelleinen der
Körnung 500 abschleifen. Grundierung auftragen, wenn die Fläche
nicht im Zusammenhang mit der Reparatur lackiert wird.
Andernfalls kann die Spachtelmasse Feuchtigkeit absorbieren, die
die Reparatur zerstören und spätere Arbeiten erschweren kann.
Spachtelmasse, z. B. PP Ultima, PP Elastic, PP Fine, auftragen.
PP = Plastic Padding.
116 076
Mit Schmirgelleinen der Körnung 240-320 abschleifen.
116 077
Erneut Spachtelmasse auftragen und mit Schmirgelleinen der
Körnung 500 ab- schleifen. Grundierung auftragen, wenn die
Fläche nicht im Zusammenhang mit der Reparatur lackiert wird.
Andernfalls kann die Spachtelmasse Feuchtigkeit absorbieren, die
die Reparatur zerstören und spätere Arbeiten erschweren kann.
Thermoplaste können durch Kleben oder Schweißen instand gesetzt
werden.
Beim Kleben wird ein Kleber verwendet, der nach dem Aushärten
ähnliche Eigenschaften wie der Kunststoff hat.
Zum Schweißen von Kunststoffteilen Werkzeugsatz 588 585 verwenden.
Die beim Schweißen verwendeten Schweißpistolen erwärmen den
Kunststoff auf dessen Schmelzpunkt und geben gleichzeitig einen für
den Kunststoff geeigneten Schmelzzusatz ab.
Bei geringen bzw. inneren Schäden erbringt Kleben in der Regel gute
Ergebnisse.
Wenn beim Kleben Metall zur Verstärkung verwendet wird, keinesfalls
verschiedene Metallsorten mischen.
In dieser Beschreibung verwendete Produkte
Reiniger Teroson FL
Teroson Kunststoffgrundierung, Terokal 150
Teroson Kunststoffkleber, Terokal 9225
Spachtelmasse, Plastic Padding Elastic
Zwei-Komponenten-Strukturlack
Teil vor dem Bearbeiten reinigen. Teerflecken, Insekten etc. mit
Spiritus entfernen. Anschließend mit Entfettungsmittel, Seife und
Wasser reinigen.
00 1648
Sicherstellen, daß das Reinigungsmittel mit kaltem Wasser
abgewaschen wird. Wenn Entfetter und Reinigungsmittel nicht
vollständig abgewaschen werden, verfärben sich schwarze
Kunststoffteile grau.
Kanten der schadhaften Stelle so abtrennen, daß keine scharfen
Kanten oder Ränder vorhanden sind.
Kunststoff von beiden Seiten mit Heißluftfön erwärmen, bis der
Kunststoff bearbeitbar wird.
116 078
WICHTIG! Sicherstellen, daß der Kunststoff nicht zu heiß wird. Der
Kunststoff wird glänzend, wenn der Schmelzpunkt nahezu erreicht ist.
Für Terokal 9225 eine geeignete Verstärkung vorbereiten, z. B. aus
Glasfaser oder Aluminiumgitter.
Kanten der schadhaften Stelle anfasen. Mit Schmirgelleinen der
Körnung 60-80 abschleifen.
•Risse werden vorn ca. 5 mm angefast und hinten mit einer Bohrung mit
3-4 mm Durchmesser versehen.
1 Gitter aus Glasfaser/Aluminium a=5 mm
•Bei durchgehenden Schäden an jeder Seite ca. 10-20 mm anfasen.
1 Gitter aus Glasfaser/Aluminium a = 10-20 mm
WICHTIG!
Abgeschliffene Oberflächen stets mit FL reinigen, Trockenzeit ca. 10
min.
Anschließend vor Auftragen jeder Schicht Terokal 9225 mit Terokal 150
grundieren, Trockenzeit ca. 10-15 min.
Verstärkung hinten mit Terokal 9225 ankleben.
WICHTIG! Nach jedem Auftragen von Terokal 9225 zwei Stunden lang bei
Zimmer- temperatur aushärten lassen. Das Aushärten
116 081
kann durch Erwärmen des Teils auf ca. 60-70 °C für 15 Minuten
beschleunigt werden.
Überschüssigen Kleber vor dem vollständigen Aushärten abtrennen.
Weitere Schicht Glasfaser und Terokal 9225 auftragen. Die
Glasfasermatte muß
40-50 mm über die beschädigte Stelle hinaus reichen. Material mit
Metallrolle in Glasfasermatte einarbeiten. Trocknen lassen.
Terokal-Spachtelmasse 9225 auf Oberfläche aufbringen und mit
Schmirgelleinen der Körnung 240 abschleifen.
116 080
Spachtelmasse Plastic Padding Elastic erneut auf Luftblasen und
Löcher aufbringen und mit Schmirgelleinen der Körnung 340 und 500
abschleifen.
Lösungsmittel auf Wasserbasis oder mildes Reinigungsmittel
verwenden.
00 1648
Kunststofftyp feststellen. Die Kennzeichnung des Kunststofftyps ist
in der Regel in das Teil eingegossen. Siehe auch Heft Recycling,
Kennzeichnung von Polymeren, Gruppe 0.
Schäden außen mit Punktschweißdüse beheben.
Lackreste innen im Schweißbereich abschleifen.
Schleifen ist ebenfalls, besonders bei PE- Kunststoffen, zur
Entfernung der Oxidschicht vor dem Schweißen wichtig. Der
Schweißstab für PE-Kunststoffe muß vor dem Schweißen ebenfalls
abschliffen werden.
Innen 90°-V-Nut fräsen oder schneiden.
Korrekten Schweißstab wählen und für Kunststoff und Schweißstab
korrekte Schweißtemperatur an Schweiß-
pistole 588 586 einstellen. Dies ist wichtig. Siehe Übersicht.
0 - 1: Von und Bis
2 - 3: Lüfterdrehzahl, niedrig und hoch
Schadhafte Stelle schweißen. Zwischen Düse der Schweißpistole und
Unterlage einen Winkel von 0-30° einhalten.
An Schweißverbindungen, die an besonders exponierten Stellen
angefertigt werden, Verstärkungen anschweißen. Dies gilt z. B. für
Ecken.
Schweißverbindung
Verstärkung
Roter Regler: Temperatureinstellung
Lackreste außen im Schweißbereich abschleifen.
Schleifen ist ebenfalls, besonders bei PE-Kunststoffen, zur
Entfernung der
Oxidschicht vor dem Schweißen wichtig. Der Schweißstab für
PE-Kunststoffe muß vor dem Schweißen ebenfalls abschliffen werden.
Außen 90°-V-Nut fräsen oder schneiden.
Außen schweißen.
Schweißgeschwindigkeit und -druck hängen von Wandstärke und
Schadenstiefe ab. Bei einer Wandstärke von 3-4 mm ca. 15-20 cm pro
Minute mit 2 kg Druck schweißen.
Aus dem Ergebnis ist ersichtlich, ob Schweißgeschwindigkeit und
-druck korrekt sind.
Soll der Bereich oberflächenbehandelt werden, Bereich abschleifen
und mit Plastic Padding Elastic befüllen.
Zu Lackierarbeiten siehe Heft "Oberflächenbearbeitung" oder Heft "Lack
und Zieraufkleber", Service-Handbuch, Gruppe 0.
Die Oberfläche des Teils wird mit bereits vorgemischtem Strukturlack für
Scania Fahrzeuge in der korrekten Farbe optisch verbessert.
Lackieren
Teil mit Teroson FL reinigen.
Strukturlack mit Härter mischen. 120 g Härter zu 1000 g
vorgemischtem Strukturlack zugeben.
Spritzpistole mit Nachlauf und Düse 1,8-2,4 HVLP verwenden und Teil
besprühen, bis die Obefläche die korrekte Stuktur aufweist. Je höher
der Luftdruck in der Spritzpistole, desto feiner die Struktur.
Eck-Abdeckungen und Mittelteil abbauen (jeweils drei Schrauben).
Fahrzeug beidseitig mit Unterstellböcken abstützen. Unterstellböcke
gemäß Abbildung positionieren.
Nach Abschluß der Arbeiten und Entfernen der Unterstellböcke die
vier Schrauben (in der Abbildung mit Pfeilen markiert) mit 112 Nm
festziehen. Eck-Abdeckungen und Mittelteil anbauen.
Der Werkzeugsatz 99 363 wird zum Abstützen von Fahrzeugen der 4er-Serie
auf Unterstellböcken am Rahmen vorn eingesetzt. Der Werkzeugsatz umfaßt
zwei Unterstellböcke und zwei Schrauben M14 x 60.
! ACHTUNG!
Die maximal zulässige Last pro Werkzeug beträgt 5 Tonnen (d. h. eine
maximal zulässige Vorderachslast von 10 Tonnen).
Der Stützpunkt darf nicht für Wagenheber verwendet werden.
Bei Anheben an der Vorderachse kann sich das Fahrzeug möglicherweise in
Bewegung setzen. Hinterräder durch Bremsbetätigung bzw. mit
Unterlegkeilen sichern.
Fahrzeug auf festem ebenen Untergrund abstellen. Kontaktflächen von
Werkzeug und Befestigung vor der Verwendung reinigen.
Es müssen immer zwei Unterstellböcke verwendet werden (einer pro Seite).
Dazu sind Bohrungen in der Frontschürze vorhanden.
Das Werkzeug wird mit einer Schraube M14 x 60 an die Befestigung
angebaut und mit 112 Nm angezogen.
Bei Arbeiten über einer Grube an Fahrzeugen mit Luftfederung muß stets
eine Sicherheitsstütze verwendet werden. Platzende Luftfederbälge können
Verletzungen verursachen.
Um die sichere Verwendung der Sicherheitsstützen zu gewährleisten,
müssen diese regelmäßig auf folgende Funktionen geprüft werden:
Schraubverbindung prüfen. Sicherstellen, daß Schraubverbindungen
nicht lose sind. Es dürfen maximal 7 Millimeter des Gewindes
sichtbar sein (1).
Sperrknopf prüfen. Sperrknopf auf Funktion prüfen und sicherstellen,
daß er in der Verriegelungsposition einrastet. Dadurch wird
gewährleistet, daß sich die angebaute Sicherheitsstütze nicht
zusammenschieben kann.
Fußteil prüfen. Fußteil der Sicherheitsstütze auf Risse prüfen.
Außerdem sicherstellen, daß:
die Gewinde nicht verunreinigt sind.
die Schrauben der graduierten Scheibe festgezogen sind (siehe
Abbildung). Dies ist wichtig, da die Federn des Sperrknopfs
ebenfalls mit diesen Schrauben befestigt werden.
Im nachfolgenden Text wird zwischen der Erstlackierung und der
Neulackierung unterschieden.
Mit dem Begriff Erstlackierung werden jene Lackierarbeiten bezeichnet,
die vor Auslieferung des Fahrzeugs im Herstellerwerk durchgeführt
wurden.
Bei der Neulackierung handelt es sich um die Lackierarbeiten, die nach
Auslieferung des Fahrzeugs in einem Lackierbetrieb erfolgen.
Farbwahl
Fahrgestellrahmen und Teile des Fahrgestells werden werkseitig
standardmäßig mit einem dunkelgrauen Decklack, Sub Grey, lackiert.
Auf Kundenwunsch kann das Fahrzeug auch eine andersfarbige
Erstlackierung haben.
Umweltverträglichkeit
Bei der Auswahl von Lacken wurde deren Umweltverträglichkeit besondere
Beachtung geschenkt, sowohl was das Arbeitsumfeld als auch die
Werksumgebung anbelangt.
Auswahl eines Anstrichsystems
Bevor eine Neulackierung in Angriff genommen wird, sind sowohl die von
Scania bereitgestellten Informationen und Anleitungen als auch die
Empfehlungen des Lackherstellers zur Kenntnis zu nehmen.
Sollten Unklarheiten über das Haftvermögen eines Lacks oder die
Kombinierbarkeit von Lacken bestehen, ist immer erst eine
Probelackierung an einer nicht unmittelbar sichtbaren Oberfläche
vorzunehmen.
Auf dem Markt sind unterschiedliche Lackarten verschiedenster Hersteller
erhältlich. Daher ist es wichtig, die Herstellerempfehlungen zu
beachten.
Bei Ausbesserungs- oder Reparaturlackierungen kann Klebeband auf
vorhandenen Flächenrändern aufgeklebt werden.
Dies gilt für Fenster, Türen und Dachblech- Übergänge.
Vorbereitung
Von den durchzuführenden Arbeiten betroffene angrenzende
Fahrzeugteile abbauen oder abdecken.
Hinweis: Klebeband nicht durchtrennen, da dies den darunter
liegenden Lack beschädigt. Lackschäden führen zu Korrosion.
Mit einem Entfettungsmittel reinigen.
! ACHTUNG!
Sicherheitsmaßnahmen für den Umgang mit organischen Lösemitteln
beachten. Weitere Informationen siehe "Sicheres Arbeiten in der
Werkstatt".
Beschädigten Bereich mit feinkörnigem Schmirgelleinen abschmirgeln.
Schmirgelleinen vom Lack fernhalten.
Aluminiumteile
Beschreibung
Durchgeschmirgelte Bereiche mit Aluminium-Primer ausbessern. Zu
verwendenden Primer vom Lacklieferanten erfragen.
Hinweis: Für Aluminium nicht geeignete Anstrichstoffe können
abschuppen.
Füllen: Falls Füllen erforderlich ist, setzen Sie sich bitte mit
Ihrem Lacklieferanten in Verbindung. Vorzugsweise sollte für
Aluminium Füller ohne Primer genutzt werden.
Abschleifen und die Oberfläche von Staub befreien.
Für beste Ergebnisse mit einem haftvermittelnden 2K-Lack auf
Polyurethan- oder Acrylbasis streichen. Soll eine andere Lackart
genutzt werden, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Lacklieferanten in
Verbindung. Andere Kunstharzlacke sind auch verwendbar.
WICHTIG! Bei der Ausbesserungs- und Neulackierung von
Aluminimumteilen gilt:
Beim Bus sind alle außenliegenden Kunststoffteile aus
glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK) gefertigt.
Glasfaserverstärkter Kunststoff eignet sich für die Lackierung und kann
auch bei höchsten 130 ˚C für 20 Minuten im Ofen getrocknet werden.
Die Lackierung leicht mit Scotch Bright A oder S aufschmirgeln.
Alternativ hierzu kann Schleifpapier verwendet werden, allerdings
höchstens bis 320er Körnung.
Hinweis: Beim Abschmirgeln von Kunststoffteilen besteht die Gefahr,
daß der Werkstoff sich elektrostatisch auflädt. Es ist deshalb
wichtig, das Abschmirgeln in einem sauberen, staubfreien
Arbeitsumfeld durchzuführen.
Oberfläche reinigen.
Nicht auf den bloßen Kunststoff herunterschmirgeln. Falls dies
geschieht, siehe Schritte 3 und 4. Andernfalls mit Arbeitsschritt 5
fortfahren.
Hinweis: Oberfläche gründlich überprüfen, da es möglich ist, daß
sich Glasfasern an der Kunststoffoberfläche aufstellen.
Einen speziell auf die Verwendung zusammen mit dem vorfindlichen
Kunststoff ausgelegten Primer auftragen.
Ggf. abschleifen und die Oberfläche von Staub befreien.
Für beste Ergebnisse mit einem haftvermittelnden 2K-Lack auf
Polyurethan- oder Acrylbasis streichen. Soll eine andere Lackart
genutzt werden, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Lacklieferanten in
Verbindung.
Die Verwendung eines Decklacks auf Kunstharzbasis, luft- oder
wärmetrocknend, ist zulässig.
Rahmen- und Fahrgestellteile (außer Kunststoffteilen)
Von den durchzuführenden Arbeiten betroffene angrenzende
Fahrzeugteile abbauen oder abdecken.
Sichtbare Fettrückstände abwischen. Mit einem Entfettungsmittel
abwaschen. Mit einem Druckwascher bei max. 50 ˚C abspülen.
Unebenheiten und andere Oberflächenschäden mit feinkörnigem
Schmirgelpapier abschmirgeln. Das Abschmirgeln eines erweiterten
Oberflächenbereichs verschafft besseres Haftvermögen. Kein
Schmirgelpapier mit einer gröberen als 360er Körnung verwenden.
Oberfläche von Staub befreien.
2K-Primer auf Acryl- oder Polyurethanbasis auftragen.
2K-Decklack auftragen.
Bei lufttrocknenden 1K-Lacken ist ausreichendes Haftvermögen auch dann
nicht gewährleistet, wenn die Pulverlackierung aufgeschmirgelt wird.
Motor und Getriebe
Wie für Rahmen- und Fahrgestellteile beschrieben vorbehandeln. Mit
Alkydharzlack streichen. Weitere Informationen siehe Hauptgruppe 0,
Erstlackierung.
Achsen
Wie für Rahmen- und Fahrgestellteile beschrieben vorbehandeln. Mit
Alkyd- Acrylharzlack oder einem 2K-Lack streichen. Weitere Informationen
siehe Hauptgruppe 0, Erstlackierung.
Felgen
! ACHTUNG!
Die Räder können sich lösen, wenn die Anpreßflächen der Radmuttern an
der Felge lackiert werden.
Beim Lackieren von Felgen die Anpreßflächen für die Radmuttern immer mit
Klebeband abkleben. Werden die Anpreßflächen lackiert, dann löst sich
der Lack während der Fahrt.
Dies bedeutet, daß die Radmuttern nicht mehr fest sitzen, was dazu
führen könnte, daß die Räder loskommen.
Mit 2K-Polyurethanlack streichen. Weitere Informationen siehe
Hauptgruppe 0, Erstlackierung.
Leichtmetallfelgen
Bitte wenden Sie sich für ein geeignetes Anstrichsystem an Ihren
Lacklieferanten.
Zieraufkleber werden aus Kunststoffolie hergestellt und sind
selbstklebend. Der Klebstoff härtet aus und entwickelt über die Zeit
eine erhöhte Haftfähigkeit.
Wird ein Aufkleber oder das darunter liegende Karosserieteil beschädigt,
dann werden die besten Arbeitsergebnisse durch Entfernen des ganzen
Aufklebers erhalten.
Hinweis: Es ist darauf zu achten, daß der Lack unter dem Aufkleber nicht
beschädigt wird.
Lackschäden führen zu Korrosion.
Beim Anbringen eines neuen Aufklebers ist den Anleitungen zu folgen, die
zusammen mit dem Aufkleber geliefert werden.
Entfernen von Aufklebern
Es ist ein spezielles Entfernungsmittel für Aufkleber zu verwenden,
z.B. 3M Decal Remover 8907, das auf den Aufkleber aufgesprüht wird
und die Kunststoffolie löst.
Dieser Leitfaden enthält Informationen für alle Personen, die für die
Instandsetzung und Entsorgung von Teilen zuständig sind. Er richtet sich
sowohl an Werkstätten wie auch an Entsorgungs- und Recycling-Betriebe
und soll die aus Polymeren, d. h. besonders Kunststoffen, sowie aus Glas
und Aluminium gefertigten Fahrzeugteile in anschaulicher Form
darstellen. Hierdurch können diese Materialien recyclinggerecht
identifiziert und sortiert werden.
Die Informationen gelten für alle Scania OmniCity CN und in vielen
Fällen auch für CL Busse. Allerdings sind einige Teile oder
Teilversionen nicht enthalten, die Informationen sind also nicht
vollständig.
Der erste Teil dieses Hefts betrifft die Verwendung von Polymeren und
Glas in Bussen, der zweite Teil im wesentlichen die Verwendung von
Aluminiumteilen.
Die verschiedenen Polymere sind durch Farben und Markierungen
gekennzeichnet. Bei Teilen, die aus zwei Kunststoffen bestehen, hat
jedes Material eine andere Farbe. Bei Teilen, von denen es mehr als eine
Version gibt, sind beide Markierungen angegeben.
Die letzte Seite dieses Leitfadens ist ausklappbar und enthält eine
Farbtabelle der gebräuchlichen Kunststoffe.
Für Aluminium gibt es keine Standard-Kennzeichnung - dieses Material ist
daher grau dargestellt.
Scania verringert ständig den Einsatz von umweltbelastenden Materialien
und Verfahren.
Diese Aufgabe verlangt nach einer umfassenden Kenntnis der Produkte und
deren Lebenszyklen, von der Entwicklung über die Produktion, Anwendung
und Wiederverwendung bis zum Recycling.
Deshalb müssen bereits bei der Produktentwicklung Materialien gewählt
werden, die die Umwelt möglichst wenig belasten und die später mit
möglichst geringem Aufwand recyclingfähig sind.
Zum Schutz der Umwelt werden in der Produktion auch Verfahren zur
Einsparung von Energie und Wasser eingesetzt. Reststoffe aus der
spanenden Bearbeitung oder Schrott werden gesondert entsorgt.
Das Recycling wird z. B. durch Handbücher zum Zerlegen unterstützt.
Beim Recycling durchläuft ein Fahrzeug mehrere Verfahren. Das folgende
Beispiel verdeutlicht solch ein Recyclingverfahren:
Entfernung umweltbelastender Materialen: z. B. Ablassen von
Flüssigkeiten, Absaugen von Kältemittel und Ausbau der Batterien.
Wiederverwendung: Teile werden ausgebaut und im überholten oder
nicht überholten Zustand wiederverwendet. Scania verfügt dazu über
einen eigenen Tausch-Teile- Service.
Material-Recycling: Material wird für die Produktion neuer Produkte
auf gleicher oder geringerer Qualitätsstufe wiederverwendet.
Energie-Recycling: Verbrennung mit Energie- Rückgewinnung.
Wenn keine der o. g. Maßnahmen getroffen wird, muß das Material
kontrolliert entsorgt werden.
Vor dem Zerlegen eines Fahrzeugs müssen alle umweltbelastenden
Flüssigkeiten abgelassen werden. Dabei ein Verschütten verhindern und
geeignete Behälter verwenden.
Die folgende Liste enthält Mengenangaben für Schmieröle, Hydrauliköle
und andere Betriebsflüssigkeiten. Die angegebenen Mengen sind
Richtwerte.
Öl
9-Liter-Motor, N und L 27 - 34 Liter
9-Liter-Motor, K 20 - 26 Liter
12-Liter-Motor, K 22 - 28 Liter
Hydraulikflüssigkeitsbehälter für Lüftersystem 12 - 15 Liter Behälter
für Kupplungssteuerung 0,5 - 0,6 Liter
Schaltgetriebe mit Filter (GR801, GR801R) 9,5 - 10,6 Liter
Automatikgetriebe 30 - 50 Liter
Hinterachse R660 11,5 (Bei Achsen mit Ölfilter zusätzlich 1,0 Liter)
Hinterachse RD760 18 Liter
Hinterradnabengetriebe 2 Liter
Servolenkung TAS 3,8 Liter
SCANIA Retarder 5 - 7,5 Liter
Waschflüssigkeitsbehälter 18 Liter (Wasser und Frostschutzmittel)
Glykol und Wasser
Kühlmittelkapazität (Motor und Kühler) 65 Liter
2-achsige Busse mit Heizung 100 Liter
Gelenkbusse mit Heizung 120 Liter
Klimaregelung Kältemittel R134a
2-achsige Busse 7,5 kg
Gelenkbusse 15 kg
Hinweis: Je nach Ausrüstung kann im Fahrzeug weiteres Hydrauliköl
vorhanden sein.
! ACHTUNG!
Im Fahrzeug können pyrotechnische Bauteile wie Airbags oder Gurtstraffer
vorhanden sein, die Verletzungen verursachen können.
Weitere Informationen hierzu enthält die Arbeitsbeschreibung 18:02-02,
Gurtstraffer und Airbag.
Bei Scania werden Kunststoffteile entsprechend der Scania Spezifikation
STD 3871 gekennzeichnet. Einige Teile sind hiervon ausgenommen, z. B.
solche, bei denen eine Kennzeichnung produktionstechnisch nicht möglich
ist oder die zu klein für eine Markierung sind.
Anhand dieser Markierungen können polymere Materialien recyclinggerecht
identifiziert werden.
Die Scania Spezifikation STD 3871 basiert auf den Normen ISO 11469 –
Generische Kennzeichnung und Markierung von Kunststoffprodukten und VDA
260 – Markierung von polymeren Teilen.
Die Markierungen bestehen aus international geltenden Zeichen gemäß den
folgenden Normen:
ISO 1043-1:1987
ISO 1443-2:1988
ISO 1629:1995
Die Markierungen sind durch die Pfeilsymbole > und < eingegrenzt.
Beispiele:
>ABS< Das Teil besteht aus einem einzigen Material
>ABS+PC< Das Teil besteht aus zwei
Materialien
>PP-MD30< Das Teil besteht zu 30 %
Gewichtsanteil aus einem Füllstoff
>PVC, PUR, ABS< Das Teil besteht aus mehr als
einem Material, das unterstrichene hat dabei den größten Gewichtsanteil.
Abbildungen
Beim Lesen der folgenden Seiten wird empfohlen, die letzte Seite mit der
Erläuterung der Farben und Markierungen auszuklappen.
Bei der Herstellung von Rohaluminium werden große Energiemengen
benötigt. Beim Recycling von Aluminium ist hingegen verhältnismäßig
wenig Energie erforderlich. Daher muß soviel Aluminium wie möglich dem
Recycling zugeführt werden.
124293
Scania ist daher daran interessiert, daß möglichst viel des verwendeten
Aluminiums recyclingfähig ist. Die Abbildung auf dieser Seite zeigt die
wesentlichen Verwendungsbereiche von Aluminium im Fahrzeug. Aus
Aluminium hergestellte Teile sind grau gekennzeichnet.
Dieser Leitfaden enthält Informationen für alle Personen, die für die
Überholung und Entsorgung von Teilen zuständig sind. Der Leitfaden
richtet sich sowohl an Werkstätten wie auch an Entsorgungs- und
Recycling-Betriebe.
Ersoll die aus Polymeren, d. h. besonders Kunststoffen, gefertigten
Fahrzeugteile in anschaulicher Form darstellen. Anhand dieser
Informationen können aus Polymeren gefertigte Teile identifiziert
werden, damit diese dem Recycling zugeführt werden können.
Dieser Leitfaden gilt zwar für alle Scania Fahrzeuge, allerdings sind
einige polymere Teile nicht enthalten, die Informationen sind also nicht
vollständig.
Die verschiedenen Materialien sind durch Farben und Markierungen
gekennzeichnet. Teile, die aus zwei verschiedenen Materialien bestehen,
sind zweifarbig dargestellt. Bei Teilen, von denen es mehr als eine
Version gibt, sind beide Markierungen angegeben.
Die letzte Seite dieses Leitfadens ist ausklappbar und enthält eine
Farbtabelle der gebräuchlichen Kunststoffe.
Scania verringert ständig den Einsatz von umweltbelastenden Materialien
und Verfahren.
Diese Aufgabe verlangt nach einer umfassenden Kenntnis der Produkte und
deren Lebenszyklen, von der Entwicklung über die Produktion, Anwendung
und Wiederverwendung bis zum Recycling.
Deshalb müssen bereits bei der Produktentwicklung Materialien gewählt
werden, die die Umwelt möglichst wenig belasten und die später mit
möglichst geringem Aufwand recyclingfähig sind.
Zum Schutz der Umwelt werden in der Produktion auch Verfahren zur
Einsparung von Energie und Wasser eingesetzt. Reststoffe aus der
spanenden Bearbeitung oder Schrott werden gesondert entsorgt.
116 882
Das Recycling wird z. B. durch Handbücher zum Zerlegen unterstützt.
Beim Recycling durchläuft ein Produkt mehrere Verfahren. Das folgende
Beispiel verdeutlicht solch ein Recyclingverfahren:
Entfernung umweltbelastender Materialen:
z. B. Ablassen von Flüssigkeiten, Absaugen von Kältemittel und
Ausbau der Batterien.
Wiederverwendung: Teile werden ausgebaut und im überholten oder
nicht überholten Zustand wiederverwendet. Scania verfügt dazu über
einen eigenen Tausch-Teile- Service.
Material-Recycling: Material wird für die Produktion neuer Produkte
auf gleicher oder geringerer Qualitätsstufe wiederverwendet.
Energie-Recycling: Verbrennung mit Energie-Rückgewinnung.
Wenn keine der o. g. Maßnahmen getroffen wird, muss das Material
kontrolliert entsorgt werden.
Vor dem Zerlegen eines Fahrzeugs müssen alle umweltbelastenden
Flüssigkeiten abgelassen werden. Dabei ein Verschütten verhindern und
geeignete Behälter verwenden.
Die folgende Liste enthält Schmieröle, Hydrauliköle und andere
Betriebsflüssigkeiten. Die angegebenen Mengen sind Richtwerte.
Motor 20-35 L
Kühlmittel 40-100 L
Kupplungsbetätigung 0,4 L
Drehmomentwandler 25 L
Schaltgetriebe 9,5-16,5 L
Ein Ölkühler enthält weitere 2 L.
Nebenabtrieb 0,5-2,5 L
Scania Retarder 7 L
Verteilergetriebe 6,5 L
Automatikgetriebe 30-50 L
Vorderachsgetriebe 13,5 L
Vorderradnabengetriebe 0,8 L
Hinterachsgetriebe 10,0-14,0 L
Hinterachsgetriebe mit Achsaggregatgetriebe 14,0 L
Hinterradnabengetriebe 2,0 L
Achslift 3,6-5,0 L
Gelenkte Zusatzachse 5,0 L
Lenkgetriebe 3,8-4,5 L
Kipp-Pumpe 0,8 L
Klimaanlage, Kältemittel R134a 1,45 kg
Kühlbox, Kältemittel R134a 0,072 kg
Waschflüssigkeitsbehälter 14,5 L
Hinweis: Je nach Ausrüstung kann im Fahrzeug weiteres Hydrauliköl
vorhanden sein.
Material
Die Isolierung elektrischer Kabel besteht aus PVC (Polyvinylchlorid) und
PUR (Polyurethan).
Bremsleitungen bestehen aus PA (Polyamid).
! ACHTUNG!
Im Fahrzeug können pyrotechnische Bauteile wie Airbags oder Gurtstraffer
vorhanden sein, die Verletzungen verursachen können.
Weitere Informationen hierzu enthält die Arbeitsbeschreibung 18:02-02,
Gurtstraffer und Airbag.
Bei Scania werden Kunststoffteile entsprechend der Scania Spezifikation
STD 3871 gekennzeichnet. Einige Teile sind hiervon ausgenommen, z. B.
solche, bei denen eine Kennzeichnung produktionstechnisch nicht möglich
ist oder die zu klein für eine Markierung sind.
Anhand dieser Markierungen können polymere Materialien recyclinggerecht
identifiziert werden.
Die Scania Spezifikation STD 3871 basiert auf den Normen ISO 11469 –
Generische Kennzeichnung und Markierung von Kunststoffprodukten und VDA
260 – Markierung von polymeren Teilen.
Die Markierungen bestehen aus international geltenden Zeichen gemäß den
folgenden Normen:
Abbildungen
Beim Lesen der folgenden Seiten wird empfohlen, die letzte Seite mit der
Erläuterung der Farben und Markierungen auszuklappen.
ISO 1043-1:1987
ISO 1443-2:1988
ISO 1629:1995
Die Markierungen sind durch die Pfeilsymbole
> und < eingegrenzt. Beispiele:
>ABS< Das Teil besteht aus einem einzigen Material
>ABS+PC< Das Teil besteht aus zwei
Materialien
>PP-MD30< Das Teil besteht zu 30 %
Gewichtsanteil aus einem Füllstoff
>PVC, PUR, ABS< Das Teil besteht aus mehr als
einem Material, das unterstrichene hat dabei den größten Gewichtsanteil.