DIN-Normen - Teil 146

 

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DIN-Normen - Teil 146

 

 

Bezeichnungsbeispiel 2 nach DIN EN ISO 17634 „Schweißzusa¨tze

– Fu¨lldrahtelektroden zum Metall-

Schutzgasschweißen von warmfesten Sta¨hlen

– Einteilung“

Eine Fu¨lldrahtelektrode (T) zum Metall-Schutzgasschweißen liefert ein Schweißgut mit einer chemi-
schen Zusammensetzung innerhalb der Grenzen des Legierungskurzzeichens CrMo1. Die Fu¨lldraht-
elektrode mit einer basischen Fu¨llung (B) wurde mit einem Mischgas (M) gepru¨ft und kann fu¨r
Stumpf- und Kehlna¨hte in Wannenposition (4) angewendet werden. Der Wasserstoffgehalt wird nach
ISO 3690 ermittelt und u¨berschreitet nicht 5 ml/100g aufgetragenes Schweißgut (H5).

Die Bezeichnung lautet wie folgt:

ISO 17634-A – T CrMo1 B M 4 H5

Dabei ist:

ISO 17634-A

die Nummer der Norm mit der Einteilung nach der chemischen Zusammensetzung (Merkmal A)

T

Fu¨lldrahtelektrode/Metall-Lichtbogenschweißen

CrMo1

die chemische Zusammensetzung
des reinen Schweißgutes

B

der Typ der Fu¨llung

M

das Schutzgas

4

die Schweißposition

H5

der Wasserstoffgehalt

Bezeichnungsbeispiel 3 nach DIN EN ISO 18274 „Schweißzusa¨tze

– Massivdra¨hte, -ba¨nder und -sta¨be

zum Schmelzschweißen von Nickel und Nickellegierungen

– Einteilung“

Ein Massivdraht (S) zum Metall-Schutzgasschweißen mit einer chemischen Zusammensetzung inner-
halb der Grenzen fu¨r das Legierungskurzzeichen Ni 6625 (NiCr22Mo9Nb) wird bezeichnet.

Die Bezeichnung lautet wie folgt:

ISO 18274

– S Ni 6625 (NiCr22Mo9Nb)

Dabei ist:

ISO 18274

die Nummer der Norm

S

die Produktform (S

¼ Massivdraht)

Ni 6625

das Kurzzeichen fu¨r die chemische Zusammensetzung des Schweißzusatzes

NiCr22Mo9Nb

das zusa¨tzlich anwendbare Legierungskurzzeichen fu¨r die chemische Zusammensetzung
des Schweißzusatzes

13.1.4

Fertigung und Qualita¨tssicherung

13.1.4.1

Schweißtechnisches Personal

Fu¨r das schweißtechnische Personal wurden fu¨r:

– Schweißer;
– Bediener/Einrichter;
– Schweißaufsicht

eine Reihe von Normen erarbeitet.

DIN EN 287-1

Pru¨fung von Schweißern – Schmelzschweißen – Teil 1: Sta¨hle (Jun 2006)

DIN EN ISO 9606-2

– Teil 2: Aluminium und Aluminiumlegierungen (Ma¨r 2005)

DIN EN ISO 9606-3

– Teil 3: Kupfer und Kupferlegierungen (Jun 1999)

DIN EN ISO 9606-4

– Teil 4: Nickel und Nickellegierungen (Jun 1999)

DIN EN ISO 9606-5

– Teil 5: Titan und Titanlegierungen, Zirkonium und Zirkoniumlegierungen
(Apr 2000)

Mit diesen Normen wird sichergestellt, dass die Handfertigkeitspru¨fung nach einheitlichen Bestim-
mungen und an vereinheitlichen Pru¨fstu¨cken unter gleichen Bedingungen

– unabha¨ngig vom Anwen-

dungsbereich

– durchgefu¨hrt wird. Die bestandene Pru¨fung nach diesen Normen beweist, dass der

Schweißer das notwendige Mindestmaß an handwerklicher Fertigkeit und die erforderlichen Fach-
kenntnisse fu¨r seinen betrieblichen Einsatz nachgewiesen hat.

Diese Normen geben damit die technischen Voraussetzungen fu¨r die gegenseitige Anerkennung vergleich-
barer Schweißerpru¨fungen durch die fu¨r die verschiedenen Anwendungsbereiche zusta¨ndigen Stellen.

Es muss besta¨tigt werden, dass der Schweißer die Pru¨fung bestanden hat. Alle wichtigen Einfluss-
gro¨ßen mu¨ssen in der Schweißer-Pru¨fungsbescheinigung enthalten sein. Wenn eine der fu¨r das Pru¨f-
stu¨ck vorgeschriebenen Pru¨fungen nicht bestanden wurde, darf keine Schweißer-Pru¨fungsbescheini-
gung ausgestellt werden.

Schweißer-Pru¨fungsbescheinigungen ko¨nnen durch einen Pru¨fer/eine Pru¨fstelle verla¨ngert werden (s.
Norm).

13

Schweißen, Lo¨ten, Schneiden und thermisches Spritzen

598

Bezeichnungsbeispiel 1 – Schweißerpru¨fung am Blech:

Bezeichnungsbeispiel 2 – Schweißerpru¨fung am Rohr:

13

13.1

Schweißen

599

DIN EN 1418

Schweißpersonal – Pru¨fung von Bedienern von Schweißeinrichtungen zum Schmelz-
schweißen und von Einrichtern fu¨r das Widerstandsschweißen fu¨r vollmechanisches
und automatisches Schweißen von metallischen Werkstoffen (Jan 1998)

Mit dieser Norm ist beabsichtigt, die Grundlage fu¨r die gegenseitige Anerkennung von Pru¨fungen
u¨ber das Ko¨nnen der Bediener von Schweißgera¨ten und der Einrichter fu¨r das Widerstandsschweißen
in den verschiedenen Anwendungsgebieten durch die Pru¨fstellen zu schaffen.

Bediener an Schmelzschweißeinrichtungen sind Personen, die vollmechanisches oder automatisches
Schweißen durchfu¨hren. Bediener an Widerstandsschweißeinrichtungen sind Einrichter fu¨r das
mechanische oder automatische Schweißen. Der Nachweis der Eignung der Bediener ist mo¨glich
basierend auf:

a) der Grundlage einer Schweißverfahrenspru¨fung nach zutreffendem Teil der Normenreihe

DIN EN ISO 15614;

b) der Grundlage einer schweißtechnischen Pru¨fung vor Fertigungsbeginn nach DIN EN ISO 15613

oder einer Fertigungspru¨fung;

c) der Grundlage von Stichprobenpru¨fungen;

d) der Grundlage einer Funktionspru¨fung.

Die Pru¨fungen gelten jeweils fu¨r eine Dauer von zwei Jahren bei angemessener Bescha¨ftigung im
Geltungsbereich der nachgewiesenen Pru¨fung und ohne Unterbrechung der Ta¨tigkeit von mehr als
sechs Monaten. Sie ko¨nnen jeweils um zwei Jahre verla¨ngert werden bei Einhaltung der vorgegebe-
nen Bedingungen.

DIN EN ISO 14731

Schweißaufsicht – Aufgaben und Verantwortung (Dez 2006)

Schweißen ist ein spezieller Prozess, fu¨r den eine Abstimmung der schweißtechnischen Ta¨tigkeiten
erforderlich ist, um Vertrauen in die schweißtechnische Fertigung und in die zuverla¨ssige Funktion im
Betrieb sicherzustellen. Die Aufgaben und Verantwortung des Personals, das die mit der Schweiß-
technik verbundenen Ta¨tigkeiten beeinflusst, z. B. Planung, Ausfu¨hrung, berwachung und berpru¨-
fung, sind eindeutig festzulegen.

Diese Norm legt die qualita¨tsbezogene Verantwortung und die Aufgaben einschließlich der Koordinie-
rung der schweißtechnischen Ta¨tigkeiten fest. In jeder Herstellerorganisation kann die Schweißaufsicht
durch eine oder mehrere Personen ausgeu¨bt werden. Anforderungen an die Schweißaufsicht ko¨nnen
durch einen Hersteller, einen Vertrag oder durch eine Anwendungsnorm festgelegt werden.

Fu¨r alle zugewiesenen Aufgaben muss das Schweißaufsichtspersonal fa¨hig sein, die entsprechenden
technischen Kenntnisse nachzuweisen, die ihm ermo¨glichen, diese Aufgaben zufriedenstellend auszu-
fu¨hren. Dies sind:

– allgemeine technische Kenntnisse;
– besondere technische Kenntnisse im Schweißen und verwandten Prozessen entsprechend der zu-

gewiesenen Aufgaben. Diese sind durch eine Verbindung aus theoretischem Wissen, Schulung
und/oder Erfahrung zu erwerben.

13.1.4.2

Schweißanweisung/Schweißverfahrenspru¨fung

DIN EN ISO 15607

Anforderung und Qualifizierung von Schweißverfahren fu¨r metallische Werkstoffe
– Allgemeine Regeln (Mrz 2004)

Diese Norm legt allgemeine Regeln fu¨r die Anforderung und Qualifizierung von Schweißverfahren fu¨r
metallische Werkstoffe fest und ist fu¨r manuelles, mechanisches und automatisches Schweißen an-
wendbar.

Die Norm beinhaltet z. B. folgende Definitionen, die fu¨r die Anwendung der Normenreihe DIN EN -
ISO 15609 u¨ber Schweißanweisungen bis DIN EN ISO 15614 u¨ber Schweißverfahrenspru¨fungen not-
wendig sind.

Schweißverfahren: Vorgeschriebener Ablauf von Ta¨tigkeiten, der zur Herstellung einer Schweißung
zu befolgen ist, einschließlich der(s) Schweißprozesse(s), der Hinweise auf die Werkstoffe, die
Schweißzusa¨tze, die Vorbereitung, die Vorwa¨rmung (falls notwendig), Verfahren und die berwa-
chung des Schweißens sowie die Wa¨rmenachbehandlung (falls entscheidend) und die notwendigen
eingesetzten Einrichtungen.

vorla¨ufige Schweißanweisung (pWPS): Ein Dokument, das die erforderlichen Einflussgro¨ßen eines
Schweißverfahrens entha¨lt und das die Basis fu¨r den Qualifizierungsprozess nach einem beschriebe-
nen Verfahren darstellt.

13

Schweißen, Lo¨ten, Schneiden und thermisches Spritzen

600

Schweißanweisung (WPS): Ein Dokument, das durch ein Verfahren qualifiziert wurde und die erfor-
derlichen Einflussgro¨ßen des Schweißverfahrens entha¨lt, um die Wiederholbarkeit beim Schweißen
in der Fertigung sicherzustellen.

Arbeitsanweisung: Vereinfachte Vorschrift fu¨r das Schweißverfahren, das fu¨r die direkte Anwendung
in der Werkstatt geeignet ist.

Bericht u¨ber die Qualifizierung des Schweißverfahrens (WPQR): Bericht, der alle erforderlichen Daten
entha¨lt, die fu¨r die Qualifizierung einer vorla¨ufigen Schweißanweisung beno¨tigt werden.

Schweißverfahrenspru¨fung: Herstellung und Pru¨fung eines genormten Pru¨fstu¨cks entsprechend der
Angabe in der pWPS, um ein Schweißverfahren zu qualifizieren.

Die Qualifizierung von Schweißverfahren muss vor Beginn des eigentlichen Schweißens in der Ferti-
gung durchgefu¨hrt werden.

Der Hersteller muss eine pWPS vorbereiten und sicherstellen, dass sie fu¨r die derzeitige Fertigung
anwendbar ist. Dabei sind die Erfahrungen aus vorhergehenden Fertigungen und der allgemeine
Kenntnisstand der Schweißtechnologie zu beru¨cksichtigen.

Jede pWPS muss als Grundlage fu¨r die Erstellung eines WPQR verwendet werden. Sie wird durch
eines der in Tab. 601.1 angegebenen Verfahren qualifiziert.

Tab. 602.1 entha¨lt eine bersicht u¨ber bestehende Normen fu¨r Anforderungen und Qualifizierungen
von Schweißverfahren.

DIN EN ISO 15609-1

Anforderung und Qualifizierung von Schweißverfahren fu¨r metallische Werk-
stoffe – Schweißanweisung – Teil 1: Lichtbogenschweißen (Jan 2005)

DIN EN ISO 15609-2

– Teil 2: Gasschweißen (Dez 2001)

DIN EN ISO 15609-3

– Teil 3: Elektronenstrahlschweißen (Okt 2004)

DIN EN ISO 15609-4

– Teil 4: Laserstrahlschweißen (Okt 2004)

DIN EN ISO 15609-5

– Teil 5: Widerstandsschweißen (Okt 2004)

Schweißanweisungen werden beno¨tigt, um notwendige Angaben fu¨r die Planung von schweißtechni-
schen Ta¨tigkeiten und fu¨r die Qualita¨tsu¨berwachung wa¨hrend des Schweißens zu erstellen und fest-
zulegen.

Diese Normen legen die Anforderungen an den Inhalt der Schweißanweisungen fest. Es sind solche
Einflussgro¨ßen aufgefu¨hrt, die die Qualita¨t der Schweißverbindung beeinflussen.

Eine vorla¨ufige Schweißanweisung/Schweißanweisung (pWPS/WPS) muss alle notwendigen Anga-
ben enthalten, die zur Herstellung einer Schweißung erforderlich sind. Schweißanweisungen gelten
fu¨r einen bestimmten Werkstoffdickenbereich sowie fu¨r einen Bereich der Grundwerkstoffe und eben-

13

Tabelle 601.1

Verfahren der Qualifizierung (aus DIN EN ISO 15607)

Verfahren beruht auf

Anwendung

Schweißverfahrenspru¨fung

Kann immer angewendet werden, es sei denn, die Verfahrenspru¨fung beru¨cksichtigt
nicht ausreichend die Nahtgeometrie, Einspannung bzw. Zuga¨nglichkeit zur eigent-
lichen Schweißnaht. Anforderungen sind im entsprechenden Teil der DIN EN ISO 15614
festgelegt.

Gepru¨fte Schweißzusa¨tze

Anwendung ist beschra¨nkt auf die Schweißverfahren, bei denen Schweißzusa¨tze ver-
wendet werden.
Die Pru¨fung der Schweißzusa¨tze muss den Grundwerkstoff, der in der Fertigung ver-
wendet wird, abdecken.
Weitere Einschra¨nkungen in Bezug auf Werkstoff und andere Parameter sind in
DIN EN ISO 15610 festgelegt.

Vorliegende schweißtechnische
Erfahrung

Die Anwendung ist auf die Verfahren beschra¨nkt, die fru¨her bei einer großen Anzahl
von Schweißungen an vergleichbaren Teilen, Verbindungen und Werkstoffen ange-
wandt wurden. Anforderungen sind in DIN EN ISO 15611 festgelegt.

Standardschweißverfahren

hnlich der Verfahrenspru¨fung, Einschra¨nkungen sind in DIN EN ISO 15612 festgelegt.

Vorgezogene Arbeitspru¨fung

Kann prinzipiell immer angewendet werden, erfordert jedoch die Herstellung eines
Pru¨fstu¨cks unter Fertigungsbedingungen. Geeignet bei Massenproduktion. Anforde-
rungen sind in DIN EN ISO 15613 festgelegt.

13.1

Schweißen

601

 

 

 

 

 

 

 

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