DIN-Normen - Teil 11

 

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DIN-Normen - Teil 11

 

 

6.3.4

Schutzeinrichtungen, Zweihandschaltung

DIN EN 574

Sicherheit von Maschinen – Zweihandschaltung – Funktionelle Aspekte – Gestaltungs-
leitsa¨tze (Feb 1997)

Diese Norm beschreibt die Haupteigenschaften von Zweihandschaltungen zur Erlangung von Sicher-
heit und liefert Kombinationen von funktionalen Eigenschaften fu¨r 3 Typen. Diese Norm gilt nicht fu¨r
Einrichtungen, die fu¨r die Verwendung als Zustimmungseinrichtung, Befehlseinrichtung mit selbstta¨ti-
ger Ru¨ckstellung (Tippschalter) und als spezielle Steuereinrichtung bestimmt sind. Diese Norm legt
nicht fest, mit welchen Maschinen Zweihandschaltungen angewendet werden sollen. Sie legt eben-
falls nicht fest, welche Typen von Zweihandschaltungen verwendet werden sollen. Daru¨ber hinaus
legt sie nicht den Abstand zwischen der Zweihandschaltung und dem Gefahrbereich fest. Die Norm
liefert Anforderungen und Anleitungen fu¨r die Gestaltung und Auswahl von Zweihandschaltungen
einschließlich der Verhinderung des Umgehens, des Vermeidens von Ausfa¨llen und der Bewertung
von Zweihandschaltungen, die ein programmierbares elektronisches System enthalten, wenn dies
sich aus der Risikobewertung ergibt. Diese Norm gilt fu¨r alle Zweihandschaltungen, unabha¨ngig von
der Energie, einschließlich

– Zweihandschaltungen, die integraler Bestandteil einer Maschine sind oder nicht
– Zweihandschaltungen, die aus einer oder mehreren einzelnen Baugruppen bestehen.

Definition

Eine Einrichtung, die mindestens die gleichzeitige Beta¨tigung durch beide Ha¨nde erfordert, um den
Betrieb einer Maschine einzuleiten und aufrechtzuerhalten solange eine Gefa¨hrdung besteht, um auf
diese Weise eine Maßnahme zum Schutz nur der beta¨tigenden Person zu erreichen (s. Bild 56.1).

6.3.5

Not-Aus-Einrichtung

DIN EN 418

Sicherheit von Maschinen – Not-Aus-Einrichtung – funktionelle Aspekte, Gestaltungs-
leitsa¨tze (Jan 1993)

Diese Norm legt Gestaltungsleitsa¨tze fu¨r NOT-AUS-Einrichtungen an Maschinen, ohne Ru¨cksicht auf
die Art der verwendeten Energie, fest.

Bild 56.2 zeigt die funktionale Abgrenzung einer NOT-AUS-Einrichtung. Bild 57.1 zeigt die Einbindung
dieser Einrichtung in der Maschine.

(1) Eingangssignal
(2) Zweihandschaltung
(3) Stellteil
(4) Signalumsetzer
(5) Signalverarbeitung
(6) Ausgangssignal

Bild 56.1

Schematische Darstellung einer Zweihandschaltung

Bild 56.2

Funktionelle

Aspekte

des

Anwendungs-

bereiches von DIN EN 418

6

Sicherheit und Gesundheitsschutz durch Normung

56

Definitionen

NOT-AUS (Funktion). Funktion, die

– aufkommende oder bestehende Gefahren fu¨r Personen, Scha¨den an der Maschine oder dem Ar-

beitsgut abwenden oder mindern soll;

– durch eine einzige Handlung durch eine Person ausgelo¨st wird, wenn die normale Haltefunktion

dafu¨r nicht angemessen ist.

Gefahren im Sinne dieser Norm sind solche, die herru¨hren ko¨nnen von:

– funktionalen Unregelma¨ßigkeiten (Fehlfunktionen der Maschinen, nicht hinnehmbare Eigenschaften

des bearbeiteten Materials, menschliche Fehler

. . .);

– normalem Betrieb.

6

&

1

Stellteile

&

2

Steuereinrichtung(en), die den NOT-AUS-Befehl erzeugt (erzeugen) [Befehlseinrichtung(en)]

&

3

Teil der Steuerung zur Verarbeitung des NOT-AUS-Befehls

&

4

Leistungs-Steuerungselemente (Schu¨tze, Ventile oder Geschwindigkeitsregler), Trenn-Einrichtungen (Kupplungen usw.)
und Bremsen, zum Erreichen des NOT-AUS, wenn sie auch fu¨r den normalen Betrieb der Maschine benutzt werden.

Bild 57.1

NOT-AUS-Einrichtung in einer Maschine/Anlage

6.3

Sicherheitstechnische Grundsa¨tze

57

Anmerkung

Funktionen, wie z. B. Umkehr oder Begrenzung von Bewegungen, Abweisen, Abschirmen, Bremsen, Un-
terbrechen usw., ko¨nnen Teil der NOT-AUS-Funktion sein. Diese Norm behandelt diese Funktionen
nicht.

NOT-AUS-Einrichtung. Anordnung von Bauteilen, die dazu bestimmt ist, die NOT-AUS-Funktion zu
verwirklichen

(Bild 57.1 zeigt, zu welchen Teilen der Maschine diese Bauteile geho¨ren ko¨nnen).

6.3.6

Vermeiden von unerwartetem Anlauf

DIN EN 1037

Sicherheit von Maschinen – Vermeiden von unerwartetem Anlauf (Apr 1996)

Diese Norm legt konstruktiv vorzusehende Maßnahmen fest, die darauf gerichtet sind, unerwarteten
Anlauf zu vermeiden, um sicheren Eingriff von Personen in Gefahrenbereiche zu ermo¨glichen.

Diese Norm bezieht sich auf unerwarteten Anlauf durch alle Arten von Energie, d. h.:

– Energieversorgung, z. B. elektrisch, hydraulisch, pneumatisch;
– gespeicherte Energie, z. B. durch Schwerkraft, gespannte Federn;
– a¨ußere Einflu¨sse, z. B. durch Wind.

Eine Maschine wa¨hrend des Eingriffs einer Person in den Gefahrbereich im Stillstand zu halten, ist
eine der wichtigsten Voraussetzungen fu¨r den sicheren Gebrauch der Maschine und von daher eines
der bedeutendsten Ziele fu¨r den Maschinenhersteller und -benutzer.

Bild 58.1

Anwendung von Maßnahmen

– außer denen fu¨r Energietrennung und -ableitung – zur Vermeidung eines

von zufa¨llig erzeugten Startbefehlen verursachten unerwarteten Anlaufs

6

Sicherheit und Gesundheitsschutz durch Normung

58

In der Vergangenheit waren die Zusta¨nde einer „Maschine in Betrieb“ und „Maschine nicht in Be-
trieb“ im Allgemeinen eindeutig; eine Maschine war:

– in Betrieb, wenn ihre beweglichen Teile oder einige davon sich bewegten;
– nicht in Betrieb, wenn sich ihre beweglichen Teile in Ruhe befanden.

Die Maschinenautomatisierung hat die Beziehungen zwischen den Definitionen der Zusta¨nde „in Be-
trieb“ und „sich bewegend“ einerseits, „nicht in Betrieb“ und „im Ruhestand“ andererseits schwieri-
ger gemacht. Die Automatisierung hat auch die Mo¨glichkeiten von unerwartetem Anlauf vergro¨ßert.
Es gibt eine beachtliche Zahl von Unfa¨llen, bei denen Maschinen fu¨r Fehlersuche oder Einrichten still-
gesetzt wurden und dann unerwartet anliefen.

Andere als mechanische Gefa¨hrdungen, die durch bewegliche Teile hervorgerufen werden (z. B. Ge-
fa¨hrdung durch Laserstrahlung) mu¨ssen oft in Betracht gezogen werden. Die Norm entha¨lt Definitio-
nen u¨ber

– Anlauf;
– unerwarteten Anlauf;
– Energietrennung und -ableitung und allgemeine Festlegungen zu den Komplexen;
– Energietrennung und -ableitung;
– Maßnahmen um unerwarteten Anlauf zu verhindern;
– Gera¨te zur Trennung von Energie;
– Einrichtungen zum Abschließen;
– Einrichtungen zur Ableitung gespeicherter Energie oder deren Ru¨ckhaltung;
– Feststellung der Wirksamkeit;
– Maßnahmen zur Vermeidung einer zufa¨lligen Erzeugung von Startbefehlen;
– Automatische berwachung eines Stillstandes.

6.3.7

Verriegelungen

DIN EN 1088

Sicherheit von Maschinen – Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden
Schutzeinrichtungen – Leitsa¨tze fu¨r die Gestaltung und Auswahl (Feb 1996)

In erster Linie gibt diese Norm Maschinenkonstrukteuren und Verfassern von Typ C-Normen Anleitun-
gen, wie Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen zu gestalten
oder auszuwa¨hlen sind, um bereinstimmung mit den zutreffenden grundlegenden Sicherheitsanfor-
derungen der EU-Richtlinie „Maschinen“ zu erzielen. Diese Norm kann ebenso als Anleitung verwen-
det werden, das Risiko zu kontrollieren, wenn keine Typ C-Norm fu¨r eine bestimmte Maschine vor-
handen ist.

Zutreffende Abschnitte der Norm ko¨nnen – allein oder in Verbindung mit Festlegungen aus anderen
Normen – als Basis fu¨r das Verifizierungsverfahren verwendet werden, das den Zweck hat, die Eig-
nung einer Einrichtung fu¨r Verriegelungsaufgaben festzustellen. Die Norm entha¨lt Definitionen z. B.
u¨ber

– Verriegelungseinrichtung;
– verriegelte trennende Schutzeinrichtung;
– Zuhalteinrichtung;
– automatische berwachung;

und allgemeine Festlegungen zu den Komplexen

– Prinzipien und typische Arten von Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden

Schutzeinrichtungen;

– fu¨r die Gestaltung von Verriegelungseinrichtungen;
– zusa¨tzliche technische Anforderungen an elektrische Verriegelungseinrichtungen;
– Auswahl einer Verriegelungseinrichtung;

6

6.3

Sicherheitstechnische Grundsa¨tze

59

 

 

 

 

 

 

 

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